Contrarian Investing Strategies: The Next Generation

Contrarian Investing Strategies: The Next Generation

Buch Informationen

Autor Dreman, David
Seitenanzahl 464
Verlag Simon & Schuster
Sprache Englisch
Kategorie HandelsstrategiePsychologieInvestieren
Niveau AnfängerFortgeschritten
Preis in Euro 20 - 30 Eur
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Dreman zählt zu den Pionieren der  "Contrarian Thinking Strategy". Das Buch erklärt Dremans Ansatz recht gut, besitzt aber auch einige inhaltliche Schwachstellen und logische Denkfehler

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Autoren Bewertung

Standartwerk zur Contrarian Strategy mit Mängeln

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Oliver Sorin Geschrieben von Oliver Sorin
07 November 2010
#1 Verfasser
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Zuletzt aktualisiert: 07 November 2010
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Die Dreman Bücher zur Contrary Investment Strategy (Contrarian Investment Strategy: The Psychology of Stock Market Success 1980, The New Contrarian Investment Strategy 1982) haben große Wellen geschlagen und auch die Fortsetzung Contrarian Investment Stratgies: The Next Generation (1998) bildet da keine Ausnahme. Es ist eine Thematik, die zunehmend an Popularität gewinnt und zeitlich zusammenfällt mit den Entwicklungen in der Market Behavour und den Boom-Burst, Reflexivitäts-Theorien von George Soros. Diese haben bisherige ökonomische Standartmodelle von rational agierenden Marktteilnehmern revolutionierten. Man erkennt zunehmend: Börsenteilnehmer handeln vorwiegend emotional (und zwar übertrieben emotional) und nicht analytisch-rational. Das akademische Postulat, dass psychologische Effekte keine Rolle spielen ist nicht haltbar. Es entwickelt sich seit den letzten 20 Jahren eine Strömung, die weg von einem rein mechanisch-mathematischen Verständnis hin zu einem umfassenderen tendiert, und auch psychologisch-emotionale Elemente miteinbezieht. Das Grundproblem dahinter ist einfach. Klassische Modelle versuchen Finanzsysteme auf die bekannten Gesetzmäßigkeiten niederer Organisationsebenen zu reduzieren (z.B. Physiosphäre) um sie mit mathematischer Präzision erfassen zu können. (So wie auch die Naturwissenschaft vorgeht) Die Börse, als Produkt des menschlichen Geistes, weißt aber Eigenschaften und Gesetzmäßigkeiten auf, die rein physikalische Systeme übersteigen(transzendieren). Dementsprechend ist ein erweiterter Rahmen und ein größeres Repertoire an Messwerkzeugen notwendig, um ihre Gesetzmäßigkeiten erforschen und besser verstehen zu können. (siehe Holontheorie, integrale Evolutionstheorien usw.)

Dreman zählt zu den Pionieren im Contrarian Thinking, der sich seit mehr als 30 Jahren mit Marktpsychologie auseinandersetzt. Seine Hauptthese ist Overreaction: Investoren reagieren überemotional mit Gier und Angst z.B. auf überraschende Nachrichten. Das vorliegende Buch ist gut recherchiert und mit fast 500 Seiten sehr umfangreich. Nach einer 150 Seiten Kritik an den Mainstreamansätzen, die mit einer Vielzahl von Informationen vollgepackt ist, werden erstmals die Contrarian Investment Strategies bearbeitet. Abschnitt III stellt (als Wiederholung vorheriger Veröffentlichungen) unterschiedliche Werkzeuge und Strategien für Long-Term Aktieninvestoren zur Verfügung, basierend auf P/E (Price/Earings), Price to Cash Flow, Price to Book Value, Price to Dividend. Teilweise mit statistischen Ausarbeitungen über die Erfolge, so soll eine Kontrastrategie zu P/E einer Studie des Autors zufolge in den letzten 27 Jahre profitabel abgeschnitten haben. Es folgen Kontrastrategien zum Sektoren P/E und eine Kontra Sektoren Price to Book Value Strategie. Das war es im Großen und Ganzen auch schon, die restlichen Seiten beschäftigt sich mit der Feinjustierung der Handelsregeln (es werden über 40 allgemeingültige Handelsregeln aufgestellt) und zahlreichen Zusatzinfos, wie beispielsweise zu Crash-buying, Überlegungen zu Volatilität und Risiko, Market Pitfalls und Psychologie.
Es ist ein Buch dessen Studium sich für Market Timer und Forecaster lohnen kann. Dreman nähert sich den Märkten von einer neuen Richtung her und unterscheidet sich vom konventionellen Gedankengut. Die Methode kann in Kombination mit Market Sentiment Indikatoren auf wunderbare Weise das technische und zyklische Gesamtbild für den Analysten vervollständigen. Das macht das Contrary Thinking Programm zu einem interessanten Bestandteil einer integralen Forecastingmethode. Ich selbst habe einige Ideen kombiniert mit Market Sentiment in meine Prognosemodelle einfließen lassen. Als alleinstehendes Investmentprogramm jedoch mangelhaft!

Kritik am Rande:
Wie andere Autoren (vor allem Ross) unterliegt auch Dreman der Selbstverherrlichung seiner eigenen Methode. Es scheint sich dabei um eine Verlockung zu handeln, derer sich das Ego nur schwer entziehen kann. Die Seitenhiebe auf andere Ansätze muss man überlesen, wie die meisten Individuen der orangen Meme (Beck & Cowan: Spiral Dynamics) versucht er auf die eigene Perspektive zu reduzieren und seine Theorie als überlegen darzustellen, um seinen Beitrag über den der Konkurrenten zu stellen. (Ein allgemeines Problem, das integrale Theoretiker zu überwinden versuchen. Man denke dabei nur an die rivalisierenden und verfeindeten Schulen der Psychoanalyse von Freud, Alder, Rank bis Jung.) An manchen Stellen wird die Eitelkeit und Egozentrik aber störend auf den Inhalt und verleitet den Autor zu Fehlschlüssen. Part I beginnt mit dem Kapitel: Why current Methods dont work. Dreman versucht über 140 Seiten hinweg fremde Ansätze zu zerlegen und die Arbeit anderer Autoren, Moneymanager und Market Timer zu kompromittieren (z.B. mit speziellen Angriffe auf Crawford, ein Finanzastrologe der weltweit zu den TopTimer von Timer Digest zählt). Die Unfähigkeit des Autors mit den Standartwerkezugern der fundamentalen, charttechnischen, oder finanzastrologischen Analyse erfolgreich zu arbeiten, lässt aber nicht auf ihre generelle Wertlosigkeit schließen.

Seite 47 belehrt uns über Investment Rule No 1: “Do not use market timing or technical analysis. These techniques can only cost you money.“ Dreman beruft sich dabei auf Untersuchungen von Osborne über das brownsche Bewegungsmodell und seine Parallelen zu den Aktienpreisbewegungen und auf Arnold Moore, Clive Granger, Morgenstern, Eugene Fama*, deren Papiere er für den letzten Beweis der Random Walk Hypothese darstellt. Damit verstickt er sich in einen Widerspruch, den wenn die Kurse vollkommen chaotisch sind, dann wären alle Indikatoren und somit auch diejenigen, auf die sich die Contrarians und Market Behavioristen stützen, wertlos. Logische Schlussfolgerung: Damit wären auch alle Bemühungen der Contrarians zur Kursprognose vollkommen wirkungslos. (Der Autor kommt nicht umhin, im weiteren Verlauf des Buches Random Walk wieder anzugreifen.)

Fazit: Der teilweise mit Polemik geführte Feldzug gegen die Fundamental- und Chartanalyse und selbst gegen die finanzwissenschaftlichen Modelle ist unnötig und stört den Inhalt. Der Autor vergeudet Energie, um anderer Ansätze zu diskreditieren, mit dem Zweck den Wert seine eigene Methode hervorzuheben. Seitenlanges glorifizieren des revolutionären Charakters der Contrarian Theorie sollen, gestützt auf Kuhn und Popper, zu einem Paradigmenwechsel in der Investmentlandschaft beitragen. Anstatt die Contrarian Strategy in eine ganzheitliche Marktanalyse einzugliedern und damit einen wirklichen Mehrwert für Investoren und Market Forecaster zu schaffen, verfällt Dreman in einen antiquierten Disput zwischen unterschiedlichen Markttheorien, den keiner der verfeindeten Lager jemals für sich entscheiden wird können.


M.F.M Osborne, „Brownian Motion in the Stock Market,” Operations Research 7 (March-April, 1959), pp.145-173.
Arnold B. More, “Some Characteristics of Changes in Common Stock Prices,” in Paul H. Cootner, ed., The Random Character of Stock Market Prices, (Cambridge: MIT Press, 1964)pp.139-161.
Clive W.J. Granger and Oskar Morganstern, “Spectral Analysis of New York Stock Market Prices,” Kyklos 16 (1963), pp. 1-27.
Eugen F. Fama, “The Behavior of Stock Market Prices,” Journal of Business 38 (January, 1965), pp.34-105.
Eugene F.Fama, “Efficient Capital Markets:II,” Journal of Finance 46 (December,1991), pp. 1575-1617.






Buch Erfahrungen

Positive Punkte Ein wichtiges Teilgebiet im großen Puzzle des professionellen Market Timings
Negative Punkte Dreman unterliegt schwerwiegenden Denkfehler. Logische Inkonsistenz in einigen Schlussfolgerungen.
Unnötiger Feldzug gegen andere Ansätze.
Produkt ist empfehlenswert Ja
 
 


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