Perfect-Trader.com: SCIENCE

Economics

Tax Theory

Economic Policy

Transpersonal Psychology

New Physics

Integral Theory

 

 

Ansätze einer Integralen Wirtschaftspolitik

Institutioneller Wandel und Moral- Wertesystem Dynamiken unter Berücksichtigung integral- holistischer Konzepte.

 

 

Abstract

Das  Thema Integrale Wirtschaftspolitik als Teil der Integralen Theorie, die sich über Wirtschaft, Politik, Naturwissenschaft, Geisteswissenschaft, Kunst und Religion erstreckt, ist umfangreich. Das Ziel dieser Arbeit liegt darin, einen stark verkürzten Überblick über Grundpfeiler eines integralen Rahmenmodells zu geben, das als Basis einer  wirtschaftspoltischen Anwendung dienen kann. Der Fokus der Arbeit liegt dabei auf der Entwicklungsdynamik von Moral und Wertesystemen  von Individuen und Gesellschaften und ihr Einfluss auf die Entstehung von formellen und informellen Institutionen.

Um zu verdeutlichen, welche  tiefliegenden Gesetzmäßigkeiten und Organisationsstrukturen sich aus integraler Sichtweise hinter menschlichen Verhaltensweisen und institutionellem Wandel verbergenwerden Modellansätze wie die wilberische Holontheorie und  das Vier- Quadranten Modell vorgestellt. Sie dienen als grobe Raster, um das komplexe Dickicht  unterschiedlicher Moral und Wertevorstellungen besser entwirren und kartografisieren zu können. Damit wird die Grundlage für eine holistisch orientierte Wirtschaftspolitik geschaffen,  die in der Lage ist den  Herausforderungen einer globalisierten Welt, mit einem vielseitigen Mosaik aus Weltbildern und Glaubenssystemen, gegenüber zu treten.

 

 

 

 Einleitung. 4

1.1 Der Institutionenbegriff. 4

1.2 Die Bedeutung von Insititutionen anhand von Transformationsökonomien. 5

1.3 Walter Eukens Ordoliberalismus. 6

1.4 Institutionen und Integration. 7

2.0 Grundlagen der Institutionenökonomik. 7

2.1 Formelle und informelle Institutionen. 9

2.2 Menschliches Verhalten. 10

2.2.1 Spieltheoretische Untersuchungen. 11

2.2.2 Ideologien und  Altruismus. 12

2.3 Informelle Institutionen. 13

2.4 Institutioneller Wandel14

3.0 Integrales Framework. 16

3.1 Einleitung. 16

3.2 Holontheorie  von Ken Wilber. 16

3.2.1 Grundlegende Definitionen. 16

3.2.2 Holarchien und Pathologien. 17

3.2.3 Evolutionstendenzen und  Existenzmuster. 18

3.2.4 Individuelle Holons und soziale Holons. 19

3.3 Das Vier-Quadranten Modell20

3.3.1 Der Mensch im Vier-Quadranten Modell22

3.3.2 Institutionen im Vier-Quadranten Modell23

Institutionelle Entwicklungsdynamiken und ökonomischer Fortschritt. 24

Langfristige institutionelle Entwicklung. 25

Institutionelle Destabilität und soziale Spannungen. 26

Gesellschaftlicher Wandel und ökonomische Konsequenzen. 27

Krisen und Transformationen. 28

4.0 Schlussbemerkung. 29

Literaturverzeichnis. 30

 

 

 

 

1.0 Einleitung

 

 

1.1 Der Institutionenbegriff

In der ökonomischen Literatur finden sich unterschiedliche Auffassungen darüber, was Institutionen sind. Es mangelt an einer einheitlichen Definition und Verwendung des Begriffes. Einige Autoren verstehen darunter Verhaltensregeln von Individuen oder Gruppenoder Normen die das alltägliche Leben und den Wirtschaftsverkehr regeln. Andere Autoren bezeichnen das  Rechtsystem und Verträge zum Abwickeln von Transaktionen als Institutionen. Vielfach wird auch Geld als eine Institution verstanden.

 „Definitionen des Begriffes „Institution“ werden kaum gelesen. Viel zu alltäglich ist der Gebrauch des Wortes, viel zu divers, und doch in seiner Vagheit nützlich, ist seine Semantik.“  (Hanappi, 2002, S. 120)

„Beim Studium verschiedener Quellen, die sich mit dem Institutionenproblem beschäftigen, bleibt dem Leser nicht erspart, sich mit einer begrifflichen Heterogenität höchsten Grades auseinanderzusetzen, wird der Institutionenbegriff doch auf so unterschiedliche Phänomene, wie z.B. den Industriebetrieb, die Ehe, den Staat, die Gastfreundschaft, oder das Kindergeld, angewandt.“(Dietl, 1993, S. 35)

Ebenso herrscht Unklarheit über ihre Entstehungs- und Entwicklungsdynamik. Erscheinen Institutionen spontan, durch menschliches Design, oder evolvieren sie auf natürliche Weise mit der Zeit? Entstehen sie durch einen Trial and Error Prozess, oder gezielt und nach bestimmte Gesetzmäßigkeiten?

Am problematischsten erscheint die Frage, ob und wie kulturspezifische Aspekte auf die Entstehung und Wandlung von Institutionen wirken und den Leistungsoutput einer Ökonomie beeinflussen.

Bei soviel Unklarheit verwundert es nicht, dass die Ökonomie versucht, Institutionen so weit als möglich aus den Modellen auszugrenzen und ihre Erforschung in das Gebiet der Soziologie verbannt. Die mikroökonomischen und makroökonomische Modelle sind in ein Umfeld unveränderlicher Institutionen eingebettet, die als exogene Variable nicht weiter beachtet  werden.

Häufig besteht zwar Einigkeit darin, dass Institutionen im Wirtschaftsleben eine Rolle spielen, doch die funktionalen Zusammenhänge und  Kausalitäten auf den Leistungsoutput einer Ökonomie sind noch weitgehend unerforscht.

Für die Wirtschaftspolitik stellt das mangelnde ökonomische Framework  ein Problem dar, wenn es um die Erschaffung neuer Institutionen geht. Die Konstruktion effektiver  Regelsysteme zur Lösung von Problemen und ihre Implementierung in das vorhandene gesellschaftliche System, mit all seinen spezifisch sozialen, politischen und ideologischen  Gegebenheiten erscheint schwierig, wenn keine Modelle zur Verfügung stehen, die  ihre Auswirkungen detailiert analysieren können. 

 

 

 

1.2 Die Bedeutung von Insititutionen anhand von Transformationsökonomien

„Aus der Sicht der Institutionenökonomik wird der Wohlstand eines Landes langfristig vor allem durch die Ausgestaltung seiner Institutionen bestimmt. Durch bewusste Umgestaltung von Institutionen kann die Wirtschaftspolitik damit erhebliche Entwicklungsimpulse auslösen.  Besonders dramatische Konsequenzen sind dann zu erwarten, wenn die Gesamtheit der privaten und staatlichen Institutionen beziehungsweise sämtliche Planungs- Koordinierungs- und Eigentumsregeln in einer Volkswirtschaft umgestaltet werden.  Den Prozess einer solchen Umgestaltung, der die gesamte Wirtschaftsordnung erfasst, bezeichnet man als Transformation.“ (Klump, 2006, S. 200)

Da sich Institutionen meist über längere Zeiträume entwickeln und im Hintergrund der Ökonomie wirken, sind ihre Auswirkungen schwer erkennbar und messbar.  Am augenscheinlichsten jedoch wird ihre Bedeutung dann, wenn eine Ökonomie in eine Phase der radikalen Transformation übergeht.  Am Beispiel von Umwälzungen wie bei den Staaten Osteuropas wird ersichtlich, wie bedeutsam Institutionen und institutioneller Wandel tatsächlich  für die Wirtschaft ist. Wenn Institutionen wegbrechen und Wertesysteme erschüttert werden,  fallen Ökonomien in sich zusammen.

Hannapi sieht deshalb die Notwendigkeit einer Endogenisierung von Institutionen, um eine qualitative Verbesserung der Modelle in Hinblick auf Realitätsnähe zu erlangen. Er  stellt fest: „Eine recht offensichtliche Schlussfolgerung ist, dass jede Annahme bezüglich der Stabilität des institutionellen Settings höchst fragwürdig ist, wenn die wesentlichen, diese Institutionen tragenden Akteure unter immer größeren Druck kommen, die alten ordnungspolitischen Fundamente aufzugeben. In diesem Fall muss institutioneller Wandel endogenisiert werden.  Beobachtet man die Entwicklung einzelner Transformationsökonomien, so lässt sich im Nachhinein recht klar feststellen, wann und weshalb institutioneller Wandel im jeweiligen Transformationsmodell eingebaut hätte werden müssen. Die tiefergehende allgemeine Frage muss jedoch sein, welche sozioökonomischen Prozesse Institutionen entstehen und wieder verschwinden lassen.“ (Hanappi, 2002, S. 114)

 

 

 

1.3 Walter Eukens Ordoliberalismus

Das Institutionen notwendig sind, um den Wirtschaftskreislauf zu stabilisieren, hat bereits Walter Eucken, Begründer des Ordoliberalismus und Vordenker der sozialen Marktwirtschaft  klar formuliert.

Eucken leitete die Notwendigkeit einer Marktordnung davon ab, dass beide extremen Marktformen, nämlich sowohl Laissez-fair als auch Zentralwirtschaft, versagt haben. Laissez –fair beruhte auf der Annahme, dass durch die Deregulierung der Märkte, die Marktkräfte von selbst vollkommen Wettbewerb herstellen und dadurch den größten Wohlfahrtsgewinn für alle Marktteilnehmer sichern. 

„Die Wirtschaftspolitik des Laissez-faire hatte ursprünglich auf der Überzeugung beruht, dass bei ihrer Geltung überall Konkurrenz entstehe, in Konkurrenz die Arbeitskräfte und Güterströme sinnvoll auf die Betriebe und Haushalte verteilt und die Bedürfnisse optimal gedeckt würden. Aber es zeigte sich, dass vielfach andere Marktformen realisiert wurden, zumal diese Wirtschaftspolitik Freiheit auch dazu gewährte, sich zusammenzuschließen und so die Konkurrenz zu beseitigen. – Es entstanden Monopole von Arbeitgebern auf vielen lokalen Arbeitsmärkten, Monopole oder Oligopole auf zahlreichen lokalen Warenmärkten und Kartelle mit weitem Herrschaftsbereich.“ (Eucken, 1959, S. 37)

Das Ziel, größtmögliche Freiheit für alle zu schaffen durch vollkommen deregulierte Märkte, hatte sich umgekehrt und durch die Monopolbildung wurde sogar die Freiheit des Individuums bedroht.„Die Politik des Laissez-faire ließ - wie sich zeigte- keine Wirtschaftsordnungen entstehen, die dem Rechtsstaat adäquat sind, und zwar deshalb nicht, weil sich bei dieser Wirtschaftspolitik unkontrollierte Monopole oder Teilmonopole bilden können. Wenn es auch im 19. Jahrhundert weitgehend gelang, den einzelnen gegen die Willkür des Staates zu schützen, gelang es doch nicht, die Übergriffe anderer Privater in die Freiheitssphäre des  Einzelnen zu verhindern.“  (Eucken, 1959, S. 91)

Basierend auf diesen Erfahrungen sei es notwendig eine Marktordnung mit Institutionen zu schaffen, die Marktversagen mit der Tendenz zur Monopolbildung verhindert und den vollkommenen Wettbewerb gewährleistet. Darüberhinaus seien Eucken zufolge weitere Institutionen essentiell, um die geeignete Marktordnung herstellen zu können. Diese Institutionen müssen gewährleisten, dass die Märkte offen bleiben, die Wirtschaftspolitik konstant und stabil arbeitet, ein währungspolitischer Stabilisator installiert wird, und Privateigentum, Vertragsfreiheit, Haftungsrecht, soziale  Sicherheit und soziale Gerechtigkeit gesichert werde.  

 

 

 

1.4 Institutionen und Integration

Euckens Werk hat die Marktwirtschaft nachhaltig geprägt und formt noch immer das Leitbild der modernen Wirtschaftspolitik. Er hatte exakte Vorstellungen und das Wissen davon, welche Maßnahmen notwendig sind, um Marktversagen zu korrigieren. Doch wie können all diese notwendige Institution in ein vorhandenes Gesellschaftssystem mit all den sozialen, ideologischen und kulturellen Besonderheiten integriert. Eucken scheint ratlos, wie diese kolossale Aufgabe zu bewältigen sei.

„Alle Gedanken über die heutige ordnungspolitische Aufgabe, über das Scheitern der vielen wirtschaftspolitischen Experimente und über die Wettbewerbsordnung drängen auf eine Frage hin: Wer soll diese Ordnung verwirklichen?“  (Eucken, 1959, S. 187)

Wenngleich das ökonomische Wissen vorhanden war,  welche Maßnahmen zur Vermeidung von Marktversagen nötig sind, die Art und Weise, wie sich die notwendige Institutionen etablieren und dynamisch innerhalb eines Gesellschaftssystem weiterentwickeln, um funktionierende Märkte zu gewährleisten, war und ist noch immer weitgehend unbekannt. Zu klären gilt, welche sozioökonomischen Prozesse die Entstehung und Wandlungsdynamik von Institutionen beeinflussen.  Welche Ideologien, politische Orientierungen,  Motivationen, Werte- und Moralsystem Dynamiken verbergen sich hinter einer Gesellschaft, die es ihr erlauben, Institutionen zu etablieren, die eine hohe Stabilität und pareto-optimale Verteilung  ermöglichen?   

 

 

2.0 Grundlagen der Institutionenökonomik

Ein Gebiet der Ökonomik, das sich mit Auswirkungen des wirtschaftlichen Regelsystems beschäftigt, ist die Institutionenökonomik. „Sie betrachtet Markt, Geld und Staat als Regelsysteme, die einerseits einen ökonomischen Nutzen bringen, andererseits aber auch mit spezifischen Kosten verbunden sind. Untersucht werden die Entstehung und Veränderung solcher Regelsysteme unter dem Gesichtspunkt ökonomischer Rationalität sowie die Auswirkungen unterschiedlicher institutioneller Regeln auf die individuellen Handlungen. Die Gesamtheit der wirtschaftlich relevanten Institutionen wird als Wirtschaftsordnung bezeichnet. Im Vergleich zur Wirtschaftsverfassung umfasst sie nicht nur die juristisch kodifizierten, sondern auch die privat vereinbarten Regeln.“   (Kapser & Streit, 2000, S. 76)

„Der Kerngedanke des Institutionalismus ist es, die Funktionsweise, die Entstehung und den Wandel der Institutionen und institutionellen Bedingungen zu erklären, und zwar auf mikro-ökonomischer Grundlage. Es wird unterstellt, dass sich soziales Handeln aufgrund von Institutionen vollzieht. Die Institutionen  - Handlungs- oder Verfügungsrechte in Form von Normen, Regeln, Organisationen (Vereine, Unternehmungen etc. in Demokratien und totalitären Systemen) und Regulierungen – werden geschaffen zur Reduktion von Unsicherheit und Konflikten. Dies geschieht durch die Vermittlung von Informationen über gesicherte Erwartungen.“ (Gutzeit, 2006, S. 186)

Neoklassik und die Institutionenökonomik unterschieden sich mitunter sehr stark. „Zwar übernehmen viele Ansätze der Neuen Institutionenökonomie wichtige Elemente der Neoklassik, zum Beispiel das nutzenmaximierende Kalkül der Wirtschaftssubjekte; doch  bleibt festzustellen, daß im wesentlichen zwischen den genannten beiden Theorierichtungen ein Zustand der unaufgelösten Fremdheit herrscht.“ (Baltes, 2004, S. 93)

Es gibt also starke Divergenzen zwischen Neoklassik und Institutionenökonomik. Aus Sicht der Institutionenökonomik sind die  Übertragungen von Eigentumsrechten und Verfügungsrechten prägend für die Entwicklung des Wirtschaftskreislaufes. Der ökonomische Ablauf ist durch eine ganze Fülle an Institutionen geregelt, die das Verhalten der Marktakteure bestimmen.  Der Aufbau und die Benutzung von Institutionen generieren Transaktionskosten, wobei zwischen variablen und fixen Transaktionskosten unterschieden wird. Die  Errichtung  von Institutionen wird den fixen  Transaktionskosten zugeordnet, während das Volumen der getätigten Transaktionen am Markt die Höhe der variablen Transaktionskosten bestimmt. Unter Markttransaktionskosten werden  jene Kosten zusammengefasst, die sich aus der Überwachung und Durchsetzung vertraglicher Regelungen ergeben, aus der Informationsbeschaffung und  aus vertraglichen Verhandlungen. Politische Transaktionskosten umfassen alle Kosten die der politische Körper des Systems verursacht. Letztendlich werden Unternehmenstransaktionskosten verursacht durch diverse firmeninterne Aufwände wie  Kommunikation, Planung und Organisation. (Klump, 2006)

Wie schon Roland Coase festgestellt hat, sind vor allem  Transaktionenkosten entscheidend dafür, ob Institutionen für ein optimales Funktionieren der Märkte notwendig sind. Seine grundlegende Erkenntnis ist, dass in  Abwesenheit von Transaktionskosten, der Markt selbst im Stande ist, entsprechend den kompetitive  Wettbewerbsannahmen der Neoklassik, eine effiziente Lösung zu generieren. (Coase, The Nature of the Firm, 1937)  und (Coase, The Problem of Social Cost, 1960)

Institutionen wirken sich auf die Kosten von Transaktionen und auf die Produktion aus und werden damit zu bedeutsamen Variablen in der Entwicklung einer Ökonomie. Einen wichtigen Beitrag  den  institutionellen Wandel auf Basis von Kostenveränderungen und menschlichen Verhaltensweisen zu erklären, liefert  der Nobelpreis Douglass C. North. In seinem Buch „Institutions, Institutional Change And Economic Performance “  (1990) behandelt er die Frage, wie Institutionen in Abhängigkeit zu persönlichen Motivationsstrukturen der Individuen  unter der Voraussetzung alternativer Handlungsmöglichkeiten evolvieren und wie  sich Institutionen auf  die Leistung des ökonomischen Systems auswirken.

 „Institutions are the rules of the game in a society or, more formally are the humanly devised constraints that shape human interaction.  In consequence they structure incentives in human exchanges, whether political, social, or economic. Institutional change shapes the way societies evolve through time and hence is the key to understanding historical change.”  (North, 1990, S. 3)

North zufolge kann nicht bestritten werden, dass Institutionen einen fundamentalen Einfluss auf die  gesellschaftliche und ökonomische  Entwicklung nehmen. Institutionen selbst unterliegen ständigen Veränderungen, die wiederum das ökonomische System auf sehr unterschiedliche Weise übertragen werden. Bislang habe die Ökonomie jedoch wenig  unternommen, um die Wandlungsdynamiken von Institutionen näher zu untersuchen. Ebenso mangele es an einer Integration in die ökonomischen Modelle.

North versucht ein solches Framework zu entwickeln. Er untersucht die Natur von Institutionen und die Konsequenzen, die sich für die Wirtschaft ergeben. Eines seiner Hauptziele dabei ist es zu verstehen, wie sich Institutionen auf den Leistungsoutput einer Ökonomie auswirken.

 

 

 

2.1 Formelle und informelle Institutionen

Eine   Unterscheidung  erfolgt prinzipiell zwischen formellen und informellen Institutionen.

 

Zu den formellen Institutionen gehören diejenigen, die eine schriftliche Verankerung oder andere äußere Form der Kodierung besitzen. Zu ihnen zählen beispielsweise die Verfassung, die Legislative, das Vertragsgesetzt, das Patentrecht oder auch das Verkehrsrecht. Sie regeln das alltägliche Leben der Menschen.

 „Formal rules include political (and judicial) rules, economic rules, and contracts. The hierarchy of such rules, form constitutions, to statute and common laws, to specific bylaws, and finally to individual contracts defines constraints, from general rules to particular specifications.“ (North, 1990, S. 47)

Unter informellen Institutionen versteht man zumeist Konventionen und Kodes des Verhaltens, die keine äußere Form besitzen. Dazu zählen kulturspezifische Verhaltensweisen, ethische Regeln und über Generationen weitergebene Rituale und Traditionen.

Weiteres wird eine Unterscheidung zwischen künstlichen und evolvierenden Institutionen getroffen.  Bei evolvierenden Institutionen handelt es sich um Regeln, die sich aus einem Trial and Error Prozess über die Zeit ergeben und erhalten bleiben. Sie haben sich als nützlich erwiesen und wurden deshalb von der Gesellschaft adoptiert und fortwährend an die Bedürfnisse angepasst.

Künstliche Institutionen hingegen werden (oft spontan) von Menschenhand designed, oft ohne die Voraussetzung, dass sie sich über die Zeit als nützlich erwiesen und weiterentwickelt hätten.

Institutionen reduzieren Unsicherheit, indem sie dem menschlichen Handeln gewisse Strukturen verleihen. Sie leiten menschliche Interaktionen und regeln die Art und Weise wie wir uns im täglichen Leben verhalten und mit anderen interagieren, bei der Fahrt in der U-Bahn, beim Zahnarzt oder am Arbeitsplatz.

Von Natur her zeichnen sich Institution durch zwei unterschiedliche Wirkungsweisen aus. Sie regeln menschlichen Handlungsweisen, indem sie entweder Aktivitäten Grenzen setzen und diese verhindern, oder indem sie die Konditionen festlegen, unter denen es Individuen gestattet ist, Aktionen auszuführen.

North sieht die perfekte Analogie zu den  Regeln im Sport. Auch hier existieren geschriebene Institutionen (formale Institutionen), die den Ablauf des Wettbewerbs exakt festlegen. Darüber hinaus existieren in jeder Sportart auch spezifische ungeschriebene Kodes oder  traditionelle Verhaltensweisen, die sich langsam und über die Zeit entwickelt haben. Im Boxen beispielsweise mag dies eine Verbeugung vor dem Kampf als  Anerkennung vor dem Gegner sein, oder möglicherweise Formen des fair play.

 Im Sport müssen die Regeln  von den Strategien der einzelnen Akteure unterschieden werden. Dasselbe Prinzip gilt für dass alltägliche Leben und für den Wirtschaftsablauf. Auch hier setzen Institutionen allgemeine Spielregeln fest, die zulässigen Strategien innerhalb dieses Regelframeworks werden jedoch von den einzelnen Akteuren gestaltet.

Von Relevanz  ist, wie North hervorhebt, die Unterscheidung zwischen Institutionen und Organisationen. Wie Institutionen geben auch Organisationen der menschlichen Interaktion Struktur. Organisationen sind Zusammenschlüsse von Individuen zu einer Gruppe für einen gemeinsamen Zweck oder ein gemeinsames Ziel.  Beispiele dafür sind  politische Organisationen  (z.B. politische Partien),  ökonomische  Organisationen (z.B. Firmen, Handelsunionen) soziale Organisationen (Kirchen, Vereine) und Bildungsorganisationen (Schulen, Universitäten).

Es gibt eine ständige und dynamische Wechselwirkung zwischen dem Entstehen und der Weiterentwicklung  von Organisationen und Institutionen. Das bedeutet, Institutionen beeinflussen die Art und Weise, wie sich Organisationen bilden und wandeln, umgekehrt  aber beeinflussen auch Organisationen, wie sich institutionelle Rahmenbedingungen weiterentwickeln. North zufolge ist es wichtig zu analysieren und zu verstehen, wie die Interaktion zwischen Institutionen und Organisationen funktioniert, wenn man die ökonomische Entwicklung besser verstehen will.   

 

 

 

2.2 Menschliches Verhalten

Bei der Frage, welchen Gesetzmäßigkeiten der Institutionenwandel unterliegt, trifft die Ökonomie auf große Schwierigkeiten. Da Institutionen das Ergebnis menschlicher Handlungen sind muss man North zufolge bei der Entstehungsanalyse mit dem Individuum und dem individuellen Verhalten  beginnen.

Alle ökonomischen Theorien basieren auf  Annahmen über das menschliche Verhalten.

Die neoklassische Mikroökonomie wurde für ihre modelltheoretischen Verhaltensannahmen bezüglich strikt rationaler Markteilnehmer häufig kritisiert. Vor allem die Annahmen, dass die Marktteilnehmer im Besitz vollständiger Informationen sind und stets nutzenmaximierend agieren, erscheinen vielen Theoretikern zu stark, um die Realität adäquat beschreiben zu können. Menschen verhalten sich nicht immer rein egoistisch und nutzenmaximierend. Obwohl diese Annahmen für die mikroökonomische Modellierung nützlich sind, ist für eine bessere Realitätsnähe der Theorien, eine Verbesserung bzw. Erweiterung der Verhaltenshypothesen notwendig. Vor allem die Erforschung und der Einbezug kooperativer Verhaltensweisen in die Modelle ist dringend erforderlich. Dieser Meinung ist  North wenn er sagt: „For the past thirty years, other economists and other social scientists have been attempting to modify and refine the issues to see just what has been missing from the explanation. Put simply, what has been missing is an understanding of the nature of human coordination and cooperation. (North, 1990, S. 11)

 

 

 

2.2.1 Spieltheoretische Untersuchungen

Wichtige Beiträge zu dieser erweiterten Verhaltensanalyse wurden von der Spieltheorie  geliefert, vor allem in Bezug auf die Untersuchung, wann Marktteilneher zu kooperativen  und koordinierten  Verhalten und wann sie zu rein  egoistischem  Verhalten  tendieren. Eine daraus gewonnen Erkenntnis lautet,  dass sich bei Spielen mit wiederholten Zügen,  keine dominante Strategie herausbildet. Robert Axelroad beschreibt in seinem  Buch „The Evolution of Cooperation“ (1984),  dass in bestimmten Situationen, Menschen durch kooperatives Verhalten Probleme ohne äußere  Regeln lösen können. In diesen Situationen ist das  Einschreiten des Staates zur Optimierung  der Transaktionssituation nicht notwendig.  Axelrod hat herausgefunden, dass bei Spielen mit mehreren Zügen, die Strategie tit-for–tat die beste Lösung für die Akteure ist. Die Reaktion des einen Akteurs ist von der  Strategie des anderen abhängig, wobei kooperatives Verhalten im nächsten Zug belohnt wird  und nicht  kooperatives Verhalten bestraft wird. 

Wenn Individuen in diversen Situation kein Opportunisten Verhalten zeigen,  sondern durch Koordination selbst  pareto-optimale Lösungen erzeugen,  stellt sich die Frage,  inwieweit Staatsgewalt für optimale Markttransaktionen notwendig ist, vor allem vor dem Hintergrund, dass in der  Gesichte das Eingreifen des Staates Wachstum oft  gehemmt hat (Staatsversagen).

North fasst die spieltheoretischen Erkenntnisse über das kooperative Verhalten von  Marktteilnehmern dahingegen zusammen, dass soziale Fairness in kleinen Gruppen eine wichtige Rolle spielt. Die Spieltheorie  hat gezeigt, dass je tiefgehender die Transaktionspartner sozial miteinander verbunden sind,  (z.B. bei Transaktionen innerhalb von Freunden, der  Familie, oder kleinen Gruppen), desto eher halten sich beide Parteien an die Abmachungen.  Je kleiner die Gruppe ist und je symmetrischer die  Informationsverteilung ist, desto besser greifen soziale Normen der Gesellschaft (informelle Institutionen) und desto weniger  benötigt es formeller Institutionen.

Je anonymer, komplexer und unübersichtlicher der Markt wird  und je unsymmetrischer Informationen verteilt sind, desto wahrscheinlicher wird opportunistisches Verhalten der Akteure. Je unbekannter der Transaktionspartner ist, desto weniger greifen soziale Normen  und desto größer wird die Notwendigkeit formeller Institutionen,  um einen optimalen Nutzen für beide Parteien zu gewährleisten.

 

 

 

2.2.2 Ideologien und  Altruismus

Bislang hat sich die Arbeit mit Institutionen allgemein beschäftigt, aber noch kaum die  Dynamiken des institutionellen Wandels berührt.  Hierbei wiederum schenkt North einem Bereich erhöhte Aufmerksamkeit,  den  die meisten Ökonomen als unwichtig erachten, nämliche informelle Institutionen, die eingebunden in individuelle Ideologien und Wertepräferenzen sind. North macht darauf  Aufmerksam, dass formelle Institutionen, die in der westlichen Denkweise als entscheidend für den Wirtschaftsablauf erachtet werden, in Wirklichkeit nur einen geringen Teil ausmachen. Viel bedeutender für die Prägung eines Staats und einer Ökonomie sei  der Anteil der informellen Institutionen am Sozialkapital.  

Er  greift für die Erklärung  der institutionellen Wandlungsdynamik eine Thematik auf, die in den ökonomischen Modellen für gewöhnlich keine Beachtung  findet, nämlich individuelle Ideologien und Altruismus. Vor allem altruistisches Verhalten  muss der  Studie von  Beckers Studie zufolge, berücksichtigt werden. (Becker, A Treatise on the Family, 1981)

Ideologien und Altruismus spielen eine wesentliche Rolle  dabei, welche Preise die  Menschen gewillt sind zu bezahlen, indem sie die Nutenfunktion verändern.  North führt dazu aus: „The evidence we have with respect to ideologies, altruism, and selfimposed standarts of conduct suggests that the trade-off between wealth and these other values is a negatively sloped function. That is, where the price to individuals of being able to express their own values and interests is low, they will loom large in the choices made; but where the price one pays for expressing one’s own ideology, or norms, or preferences is extremely high, they will account much less for human behavior (Nelson and Silberg, 1987). I shall come back to this point, because it helps us to understand a great deal, both about institutions and about the way in which they influence decision making. I intend to demonstrate that institutions basically alter the price individuals pay and hence lead to ideas, ideologies, and dogmas frequently playing a major role in the choice individuals make.“  (North, 1990, S. 22)

Demnach sind für die Entwicklung einer Ökonomie, einer Gesellschaft eines Staates und seinen Institutionen nicht nur Effizienz- und Kostenkalkulationen verantwortlich. Wenn Individuen bereit sind, einen höheren Preis zu bezahlen, um ihre persönlichen Ideologien, Werte, Moralvorstellungen und religiöse Vorstellungen zum Ausdruck zu bringen, dann   spielt der kulturell - ideologische  Hintergrund einer Gesellschaft eine bedeutsame Rolle in der Entwicklung der Ökonomie und der Institutionen. Umgekehrt kann angenommen, dass informelle Institutionen fortwährend auf Moral und Wertesphäre einwirken und sich beide in dynamischer Wechselwirkung befinden.

„It is simply impossible to make sense out of history (or contemporary economies) without recognizing the central role that subjective preferences play in the context of formal institutional constraints that enable us to express our convictions at zero or very little cost. Ideas, organizes ideologies, and even religious zealotry play major roles in shaping societies and economies.“  (North, 1990, S. 44)

Nach North sind Altruismus und nicht nur nutzenmaximierendes Verhalten bedeutsame Determinanten der Preisverhältnisse, aber auch Veränderungen in den Präferenzen aufgrund veränderter Ideologien haben Auswirkungen auf die Preise. Diese Dynamiken werden hauptsächlich durch informelle Institutionen bestimmt. Da diese nicht direkt sichtbar sind und keine direkten äußerlichen Korrelate besitzen (z.B. Niederschrift), sondern im intersubjektiven Raum einer Kultur oder Gesellschaft existieren, sind informelle Institutionen und ihre Auswirkungen auf eine Wirtschaft viel schwieriger zu erkennen und zu beschreiben als formale Institutionen. Zudem sind bei  den informellen Regeln auch die Transaktionskosten schwer ersichtlich. Dennoch besitzen sie eine große Einflusskraft auf das Wirtschaftsgeschehen.

 

 

 

2.3 Informelle Institutionen

„In our daily interaction with others, whether within the family, in external social relations, or in business activities, the governing structure is overwhelmingly defined by codes of conduct, norms of behavior, and conventions. Underlying these informal constraints are formal rules, but these are seldom the obvious and immediate source of choice in daily interactions.

That the informal constraints are important in themselves (and not simply as appendages to formal rules) can be observed from the evidence that the same formal rules and/or constitutions imposed on different societies produce different outcomes.”  (North, 1990, S. 36)

Informelle Institutionen werden als über die Zeit evolvierend angenommen, die sich  im Laufe menschlicher Interaktionen als nützlich erwiesen und etabliert haben. Sie sind Teil der spezifischen Kultur der jeweiligen Entwicklungsstufe, die soziale Kerninformationen wie beispielsweise Sprache, Wissen, Moral, Werte, Weltansichten und ethische Konventionen durch Interaktion der Individuen immer weiter überträgt.  Nach North können kulturspezifische Konventionen und Normen von formalen Regeln ableitet sein, sie können aber auch Extensionen oder Modifikationen formaler Regeln sein, die sich beispielsweise  durch ständige Wiederholung eines Vorgangs etabliert haben.   

Je weiter eine Ökonomie in ihrer Entwicklung voranschreitet und je komplexer ihre Organisationsstruktur wird, desto bedeutsamer wird die Ausdifferenzierung der formal-institutionalen Dimension. Formale Institutionen können informelle komplementieren, ihre Effektivität stärken oder unterdrücken. Jede Ökonomie ist durch eine Mischform aus formellen und informellen Regeln geprägt:  „The institutional constraints that define the opportunity set of individuals are a complex of formal and informal constraints. They make up an interconnected web that in various combinations shapes choice sets in various contexts. “ (North, 1990, S. 65)

 

 

 

2.4 Institutioneller Wandel

North kommt zu dem Schluss:  „…that the institutional framework plays a major role in the performance of an economy.” (North, 1990, S. 69)  Institutionen geben die Rahmenbedingungen vor, wie die Gesellschaft mit Bildung und Wissen versorgt wird  und auf welche Weise wirtschaftliche Akteure, Gruppen und  Organisationen  bei ressourcenbedingten Beschränkungen (Wissen, Kapital, Technologie) Strategien für das Erreichen ihre Ziele entwickeln können. Dementsprechend gibt North dem institutionellen Wandel auch ein bedeutsames Gewicht bei der Veränderung einer Ökonomie.

Institutioneller Wandel kann durch die Veränderung der Preisverhältnisse erfolgen. North beginnt die Analyse mit einer institutionellen Gleichgewichtssituation, in der bei vorhandenden Preisverhältnissen und Machtverhältnissen (Verhandlungsmacht der Akteure),  aufgrund der Kosten- Nutzenverhältnisse sich niemand veranlasst fühlt für eine  Modifikation des institutionellen Frameworks einzutreten. In diesem institutionellen Gleichgewicht würden die Kosten für eine  Veränderung der Spielregeln den Nutzen übersteigen und zwar für jeden einzelnen Akteur. Eine Änderung der Preisverhältnisse führt nun dazu, dass sich vereinzelte politische oder ökonomische Gruppen verbessern könnten. Der Versuch wird gestartet, die Verträge und Regeln zu ändern. Da diese Regeln möglicherweise in ein höheres Set von Regeln eingebunden sind, müsste auch die höhere Hierarchie geändert werden. Diejenige Partei, die von einer solchen potentiellen Änderung stark profitiert, wird Ressourcen einsetzen um auch die Regeln auf höherer Ebene zu ändern. So ist es möglich, dass sich die Regeln durch stückweise, marginale Änderungen  dauerhaft umstrukturieren.

Wenn für eine große Anzahl von Marktteilnehmer ein alternatives Regelwerk profitabel wird, bilden sich Machtcluster, die in der Lage sind auch tatsächlich eine Änderung der Institutionen zu ihrem Nutzen herzustellen.„Obviously, the efficiency of organizations depends on perceiving and realizing those opportunities. To the degree that there are large payoffs to influencing the rules and their enforcement, it will pay to create intermediary organizations (trade associations, lobbying groups, political action committees) between economic organizations and political bodies to realize the potential gains of political change. The larger the percentage of society’s resources influenced by government decisions (directly or via regulation), the more resources will be devoted to such offensive and defensive (to prevent being adversely affected) organizations.” (North, 1990, S. 87)

Informelle Regeln können sich unter Umständen schneller und unter geringeren Kosten  ändern, als formelle. Jedoch können formelle Regeln die informellen überschreiben, wenn diese nicht den Anforderungen der Verhandlungskräfte entsprechen, so North. Ökonomen sind sich überwiegend einig, dass über den Wandel informellen Institutionen wenig ausgesagt werden kann, da sie einfach nicht messbar und objektiv behandelbar sind. Auch North gibt zu wissen, dass diese Gesetzmäßigkeiten noch unbekannt sind, womöglich evolutionären  Kräften unterliegen und abhängig sind von den spezifischen Eigenheiten einer Kultur.

„How do informal constraints change? Although we are not yet able to explain precisely the forces that shape cultural evolution, it is obvious that the cultural characteristics of a society change over time and that accidents, learning, and natural selection all play a part (Boyd and Richerson, 1985).” (North, 1990, S. 87)

Auch Kasper und Streit nehmen an, dass die bisher von der Ökonomie  vernachlässigte intersubjektive Dimension einer Gesellschaft für wirtschaftliches Wachstum womöglich bedeutsamer ist, als angenommen. „Because of mounting dissatisfaction with standard economics and its abstract, arid models, many scholars are now (again) taking up the central proposition of institutional economics, namely that institutions play a crucial part in coordinating individual actions. The analysis of the foundations, evolution, content, consistency and enforcement of rules can tell us a lot about central economic phenomena, such as economic growth or how markets function. It is now increasingly being realized that institutions constitute critical social capital: they are, so to speak, the ´software´ that channels the interaction of people and  the development of society. Indeed, we are finding that the software is normally more important than the ´hardware´ (tangible phenomena, such as physical capital).  (Kapser & Streit, 2000, S. 6)

Es gibt also zahlreiche Stimmen,  die den Einbezug informeller Institutionen, als intersubjektiver Teil eines Gesellschaftssystems, auch in die ökonomischen Theorien und Modelle fordern, um ein besseres Verständnis ökonomischer Entwicklungen  zu erlangen.

 

 

 

 

3.0 Integrales Framework

 

 

 

3.1 Einleitung

Es folgt eine stark verkürzte Vorstellung der Holon Theorie und des Vier-Quadranten Modells, die zentrale Konzepte in der Intergralen Theorie von Ken Wilber sind. Es handelt sich dabei um einen ganzheitlichen Ansatz der versucht, die evolutionäre Entwicklung des Menschen und des Kósmos allgemein aus verschiedenen Blickwinkenl zu betrachten.

Im nächsten Schritt soll versucht werden, die Entwicklungen von Institutionen im integralen Modell zu verfolgen.

 

 

 

3.2 Holontheorie  von Ken Wilber

Das zentrale Element der wilberischen Ontologie und der integralen Theorie  ist das Holon.  Der Begriff wurde von Arthur Kloster geprägt und bedeutet vereinfacht ausgedrückt, dass Wirklichkeit aus Teile und Ganze besteht. Auf jeder Organisationsebene wird das, was ein Ganzes ist, auf der nächsten Stufe Teil eines größeren Ganzen. Ein Buchstabe ist Teil eines Wortes, das Teil eines Satzes ist, der wiederum Teil eines Abschnittes ist. Atome fügen sich zu Molekülen zusammen, diese bilden Zellen,  und Zellen einen Organismus.  Ein Planet ist Teil eines Sonnensystems, ein Sonnensystem wiederum ist Teil einer Galaxie. 

 

 

 

3.2.1 Grundlegende Definitionen

Ein Holon ist ein aus Teilen zusammengefügtes Ganzes, selbst aber auch wiederum Teil eines größeren Ganzen. Holons bilden also in evolutionären Abläufen hierarchische Netzwerke unterschiedlicher Art und Eigenschaften aus. 

Im Holon Modell besitzen Holarchien auf-  und abwärtsgerichtete Regelmechanismen. So können Holons niedrigeren Ranges  (geringere Organisationskomplexität) durch Aufwärtskausalität die übergeordneten Holons des höheren Ranges beeinflussen. Ebenso existiert eine Abwärtskausalität, innerhalb derer die Holons höheren Ranges die untergeordneten Holons beeinflussen.

Innerhalb einer Organisationsebene herrscht zwischen den Holons für gewöhnlich Heterachie, während zwischen den Ebenen Hierarchie herrscht. Die vertikale Dimension wird  als  Tiefe bezeichnet, wobei die Anzahl der Ebenen einer Holarchie im wilberischen Sprachgebrauch determiniert, wie seicht oder tief ein Holon ist.  Die horizontale Dimension wird als Spanne bezeichnet (je höher die Anzahl der Holons auf einer Ebene desto größer ist die Spanne). Die Holonquantität einer Organisationsebene bezieht sich auf die horizontale Achse (Spanne) und die Holonqualität bezieht sich auf die vertikale Achse (Tiefe). Wenn sich Holons innerhalb des evolutionären Prozesses durch integrieren und transzendieren zu einem ganzheitlicheren System zusammenfügen, bilden sie auf der höheren Organisationsstufe neue Muster, Fähigkeiten oder Funktionen, die auf der vorherigen Stufe nicht vorahnden waren. In diesem Zusammenhang wird von Höhe und Tiefe im Entwicklungsprozess gesprochen. Jede Stufe besitzt Eigenschaften, die die Eigenschaften der Subholons übersteigen (Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile). Höhere Organisationsebenen weisen damit Eigenschaften auf, die in der vorherigen Stufe noch nicht vorhanden waren (Holismus).

 

 

 

3.2.2 Holarchien und Pathologien

Wilber zufolge kann es im Zuge des evolutionären Prozess bei der Bildung einer Holarchie zu Pathologien kommen, nämlich dann, wenn Holons höheren Ranges mit den Subholons in disharmonischer Beziehung stehen. Eine solche pathologische Situation gefährdet die Stabilität des Holons des höheren Ranges. In diesem Fall kann das pathologische Holon entweder korrigiert werden, oder die Holarchie verliert  die integrative Kraft und zerbricht. Das System verliert Ordnung, zerfällt wieder in seine Subholons und wird auf die niedrigere Organisationsebene zurückgeführt. Dabei gehen auch die Eigenschaften des Holons wieder verloren.

Eine pathologische Hierachie wie beispielsweise eine Herrschafts- Hierarchie ergibt sich, wenn Holons höherer Ordnung Holons niedrigerer Ordnung unterdrücken und ihnen übermäßig Freiheitsgrade entziehen. Pathologische Heterachien (Herrschafts– Heterachien) sind gegeben, wenn sich Holons vertikal in den Einflussbereich benachbarter Holons auf einer Ebene ausbreiten und die Identität des benachbarten Holons gefährden. Zu einer möglichen, pathologischen Situation innerhalb der vertikalen Heterachie kommt es, wenn  ein Holon seine Identität durch die übermäßige Verschmelzungstendenz riskiert. 

 

 

 

3.2.3 Evolutionstendenzen und  Existenzmuster

Wilber fasst in seinen 20 Grundaussagen evolutionäre Tendenzen zusammen, die als Zugkräfte der Evolution wirken.  „Das sind Muster oder Tendenzen, die nach Auffassung der modernen Systemwissenschaften in allen drei Bereichen der Evolution – Physiosphäre, Biosphäre und Noosphäre – wirksam sind… „ (Wilber, Eros, Kosmos, Logos: Eine Jahrtausend-Vision, 2006, S. 54) 

Alle Holons besitzen demnach diverse Grundtendenzen wie  Selbsterhaltung, Selbstanpassung, Selbsttranszendenz und Selbstauflösung.  

Selbsterhalt:  Holons haben das Vermögen  ihre Individualität, Autonomie und Ganzheit zu wahren.  Beispielsweise kann eine Zelle durch Autopoiese ihre materiellen Komponenten erneuern, zugleich ihre Struktur und Eigenschaften aber beibehalten.

Selbstanpassung: Bezeichnet die Tendenz eines Holons die Holons der Umwelt zu registrieren und mit ihnen in Wechselwirkung zu treten (Allopoiese und Akkomodation).  Agenz bezeichnet dabei die relative Tendenz eines Holons zur Selbsterhaltung (relative Autonomie, Ganzheit und Individualität). Kommunion bezeichnet im Gegensatz dazu die  relative Tendenz,  Verbindungen mit anderen Holons zu knüpfen. Jedes Holon besitzt Agenz und Kommunion in unterschiedlichen Ausprägungen, bestimmt als eine Funktion des Regimes eines Holons. Starke Übergewichte in eine Seite können das Holon zerstören und in eine niedrigere  Organisationsebene überführen. Starke Ungleichgewichte führen potentiell zu strukturellen Deformationen des Systems.

Selbsttranszendenz oder Selbsttransformation: Bezeichnet die Fähigkeit eines Holons durch Integration ein neues Holon auf höheren Komplexitätsstufe zu bilden. Es handelt sich dabei nicht bloß um eine  funktionale  Verbindung, sondern um einen Akt der Selbstüberschreitung, der eine qualitative Änderung bewirkt.  Ein neues Holon mit neuen Eigenschaften emergiert. Als Beispiel  dafür nennt Wilber zwei Wasserstoffatome und ein Sauerstoffatom, die zu einem Wassermolekül emergieren. Dieses besitzt im  Vergleich zu den Subholons gänzlich neue Eigenschaften, zugleich besitzt es eine erweiterte vertikale  Dimension (größere Tiefe).

Selbsttranszendenz ist ein kreatives und ein schöpferisches Element  der Evolution. Es ermöglicht überhaupt erst die Emergenz neuer Phänomene auf  Basis vorhandener Teile. Je niedriger die Tendenz eines Holons zur Selbstranszendenz ist, desto geringer die  kreative  Kraft  und desto eher kann von einem deterministischen Verhalten  gesprochen werden.  Selbstauflösung stellt die Umkehrung der vertikalen Selbsttranszendenz dar. Das Holon löst sich wieder in seine Subholons auf und verliert dabei die Eigenschaften der höheren Ebene.

„Damit wird eine vertikale Dimension eingeführt, die horizontale Agenz und horizontale Kommunion gleichsam rechtwinklig schneidet. In der Selbsttranszendenz interagieren Agenz und Kommunion nicht einfach, sondern durch Symmetriebrüche, durch neue, schöpferische Wendungen im Strom der Evolution, emergieren neue Formen der Agenz und Kommunion. Es gibt also nicht nur eine Kontinuität der Evolution, sondern auch wichtige Diskontinuitäten.“  (Wilber, Eros, Kosmos, Logos: Eine Jahrtausend-Vision, 2006, S. 67) Zwischen den horizontalen Tendenzen  (Agenz und Kommunion) und den vertikalen Tendenzen (Selbsttranszendenz und Selbstauflösung) herrscht ein Trade off und dynamische Spannung.

Jede weitere Evolutionsstufe schafft größere Tiefe und geringere Spanne. Beispielsweise wird  die Anzahl der Elektronen im Universum stets größer sein als die Anzahl der Atome, während die Anzahl der Atome stets größer sein wird, als der Moleküle.  Ein Holon auf einer höheren Organisationsebene hat daher immer eine geringere Spanne als auf der vorherigen Ebene, aber zugleich auch eine größere vertikale Dimension (größere Tiefe). Ein Atom hat deshalb größere Tiefe im Vergleich zu einem Elektron, ein Molekül jedoch größere Tiefe in Vergleich zu einem Atom.

„Agenz und Kommunion oder Selbsterhaltung und Selbstanpassung liegen auf der horizontalen Skala, während Selbsttranszendenz und Selbstauflösung auf Veränderungen in der vertikalen Dimension verweisen.“  (Wilber, Eros, Kosmos, Logos: Eine Jahrtausend-Vision, 2006, S. 86 )Veränderungen in der Horizontalen werden auch als Translation bezeichnet,  Veränderungen in der Vertikalen als  Transformation.

Das Regime eines Holons bestimmt die Ausprägung der genannten Grundtendenzen wie  Selbsterhalt (Agenz und Kommunion), Selbstanpassung, Selbsttranszendenz und Selbstauflösung. Das Regime determiniert auf spezifische Art und Weise, wie das betroffene  Holon auf andere Holons reagiert. 

 

 

 

3.2.4 Individuelle Holons und soziale Holons

Weiter wird im Modell differenziert zwischen sozialen Holons und individuellen Holons: Jedes individuelle Holon besitzt Innerlichkeit und eine subjektive Dimension (Aufnahme, Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Bewusstheit) und ein spezifisches Regime.  Jedes Subholon ist ein konstruierender Teil des Holons höheren Ranges.  (Atom ist vollständig Teil des Moleküls). Das Holon höheren Ranges subsumiert individuelle Subholons und unterwirft sie damit.

Soziale Holons entstehen aus einem Verbund  individueller Holons; Sie besitzen keine Aufnahme, Wahrnehmung, Aufmerksamkeit oder Bewusstheit, sondern eine intersubjektive Bewusstseinsmatrix  (Kultur, Stadt, Nation)

Individuelle Holons sind also nicht vollständig konstruierende Teile sozialer Holons (individuelle Holons werden von sozialen Holons nicht vollständig subsumiert). Ein soziales Holon kann lediglich ein anderes soziales Holon vollständig integrieren und transzendieren aber nicht ein individuelles Holon. (Wilber, Integrales Forum)

 

 

 

3.3 Das Vier-Quadranten Modell

Die Holon Theorie ist die Grundlage für das Vier-Quadranten Modell, das die vier Aspekte eines Holons darstellt (innerlich-individuell, äußerlich-individuell, innerlich-kollektiv, äußerlich-kollektiv).

 

Oben Links

Oben Rechts

innerlich-individuell

äußerlich-individuell

   
   
   
   

Unten Links

Unten Rechts

innerlich-kollektiv

äußerlich-kollektiv

   
   
   

 

Die linke Seite im Vier-Quadranten Modell entspricht der inneren subjektiven Dimension eines Holons. Die rechte Seite repräsentiert den äußerlichen, objektiv messbaren, materiellen Aspekt eines Holons (Form). Die obere Hälfte ist individuell, während die untere Hälfte kollektiv ist (gemeinschaftlich, sozial).

Der obere linke Quadrant (OL) repräsentiert das Innere-Individuelle eines Holons

Der obere rechte Quadrant (OR) umfasst die äußerlich-individuellen Aspekte eines Holons

Der untere linke Quadrant (UL)  zeigt die innerlich-kollektiven Aspekte eines Holons. Auf die menschliche Existenz bezogen, zählen dazu nicht nur Weltbilder, sondern auch interpretative und intersubjektive Kommunikation, kulturelle Phänomene und Bedeutungen, intersubjektives, moralisches und ethisches Verständnis und informelle Institutionen.

Der untere rechte Quadrant (UR)  bildet  die äußerlich-kollektiven Aspekte eines Holons ab.  Auf die menschliche Existenz bezogen gehört dazu auch der technisch – ökonomische Stand mit den jeweiligen  Produktionsausstattungen, Infrastruktur und die formellen Institutionen der jeweiligen  Entwicklungsstufe.

 

Jeder Quadrant entspricht auch einer anderen Betrachtungsweise.

  • OL  entspricht der eigenen Perspektive= Ich bin
  • OR entspricht der objektiven Perspektive=  Es ist
  • UL entspricht der gemeinsamen Perspektive= Wir sind

 

Jeder Quadrant hat sein  spezifisches Set an  Wissenschaften, die auf ihn angewendet werden können. Beispielsweise:

 (OL)  Entwicklungspsychologie

(OR) Anatomie, Neurologie

(UL) Kulturwissenschaften, Anthropologie

(UR) Soziologie , Ökonomie

 

Jeder Quadrant beinhaltet Entwicklungsstufen der Evolution. Im Modell vollzieht sich Evolution immer über alle Quadranten und alle Ebenen (AQUAL). Auf diese Weise stehen Mirko- und Makroebenen in  ständiger Beziehung und im Austausch miteinander. Jede Entwicklungsstufe findet in den anderen Quadranten  ihre Entsprechungen.

Eine grundlegende Funktion des Modells ist es einseitigen Reduktionismus zu vermeiden, indem verhindert wird, dass Erscheinungsformen und Phänomene auf einen Quadranten  reduzieren werden. Der AQUAL Ansatz gibt vor, dass sich die Evolution des Menschen stets über alle vier Quadranten erstreckt und dabei Stufenweise nach oben klettert.

 

 

Abbildung 1: Vier - Quadranten Modell  (Wilber, Eros, Kosmos, Logos: Eine Jahrtausend-Vision)

 

 

 

 

3.3.1 Der Mensch im Vier-Quadranten Modell

Wenn wir die menschliche Entwicklung im Vier-Quadranten Modell verfolgen, zeigt sich, dass jede Entwicklungsstufe in einem Quadranten, eine Entsprechung in den anderen 3 Quadranten besitzt. 

Links oben abgebildet ist die kognitive Entwicklungslinie nach Piaget und reicht vom  Sensomotorischen, Präoperationalen, Konkret Operationalen (konop), zum Formal Operationalen (formop). Schau Logik  bezeichnet ein postformales Stadium, das von Wilber geprägte wurde und Ähnlichkeiten zu Jean Gebsers integal- aperspektivistischer Entwicklungsstufe erkennen lässt.

Jede Stufe schließt die vorherige in sich ein, transzendiert diese aber auch. Das konkret operationale Bewusstsein entwickelt sich vom Egozentrischen zum Soziozentrischen und ist dadurch gekennzeichnet, dass es bereits unterschiedliche Perspektiven einnehmen kann.  Das formal operationale  Bewusstsein befreit sich von der anthropozentrischen Sicht des konkret operationalen Bewusstseins, es ist reflexive, universal, introspektiv, hypothetisch und deduktiv. Regeln und Normen der Gesellschaft (informelle und formelle Institutionen) können reflektiert und relativiert werden und aus unterschiedlichen und universalen  Perspektiven heraus beurteilt werden.

Entsprechend der individuellen kognitiven Entwicklungslinie (OL)  vollzieht sichdie moralische Entwicklung in Stufen von präkonventionell (egozentrisch, geozentrisch, biozentrisch, narzisstisch, an die Empfindungen und Impulse des Körpers gebunden), zu konventionell (soziozentrisch, ethnozentrisch, ist an eigenen Stamm, an eine Rasse, oder Gesellschaft gebunden), bis hin zu postkonventionell (universal-weltzentrisch). Das Durchlaufen dieser drei moralischen Stufen lässt sich wie folgt zusammenfassen: „Das Grundproblem der Sozialpsychologie ist die moralische Entwicklung des Individuums durch die Gesellschaft. Diese Moralisierung durchläuft erstens die Stufe, in der die Wirkung instinktiver Impulse und unter dem Einfluss von Belohnung und Strafe modifiziert wird; zweitens die Phase, in der Verhalten vor allem durch Antizipation sozialer Anerkennung und Ablehnung kontrolliert wird; und drittens die Phase, in der Verhalten durch ein Ideal reguliert wird, dass den Menschen dazu befähigt, auf eine Weise zu handeln, die ihm richtig erscheint, unabhängig von Lob oder Ablehnung durch seine unmittelbare Umgebung.“ (Wilber, Integrale Psychologie, 2010, S. 100) zitiert nach (Broughton et a., 1982 , S. 277)

 

 

 

3.3.2 Institutionen im Vier-Quadranten Modell

Im linken unteren Quadranten vollzieht sich die Evolution der intersubjektiven kulturellen Dimension analog mit den moralischen und ethischen Normen des Kollektivs. Jede Stufe bringt ein neues Weltbild hervor, eine neue Sichtweise auf die Existenz und auf den Kosmos und entwickelt ein neues Set von Bedürfnissen, gesellschaftlichen Herausforderungen und ökonomischen Problemen.

Die Entsprechungen  der kognitiven Entwicklungsstufen (OL)   zu den Weltbildern der kollektiven Entwicklungsstufen (UL) sind im Modell offensichtlich:Auf derpräoperational kognitiven Entwicklungsstufe besitzt das Individuum das Weltbild  von einem magischen Kosmos, auf der konkret operational Stufe ist die Sicht vom Kosmos mythisch, und auf der formal operationalen Stufe wird die Welt als rational wissenschaftlich betrachtet, die von konstanten Naturgesetzen regiert wird.

Obwohl es sich beim Vier-Quadranten Modell nicht um ein ökonomisches,  sondern um ein evolutionäres Entwicklungsmodell handelt, ist es möglich, damit zumindest im beschränkten Ausmaße auch ökonomische Phänomene, wie beispielsweise die Wandlungsdynamik von Institutionen und ihren Bezug auf die ökonomische Dimension und auf die gesellschaftlichen  Auswirkungen zu studieren.

Die  Institutionenökonomik ist stark von der Vorstellung geprägt, dass sich institutioneller Wandel innerhalb einer Gesellschaft alleinig als Folge von Transaktionskostenänderungen vollzieht,  und relativ unabhängig von Ideologien ist. Einige Theoretiker  jedoch, wie zum Beispiel  North sind davon überzeugt, dass Ideologien, Dogmen, Moral -und Wertedynamiken eine wesentliche Rolle bei der Evolution von  Institutionen und Ökonomien spielen.  Das Vier-Quadranten Modell stützt in der langen Frist diese  Sichtweise.

Gesellschaftliche Institutionen sind im Vier-Quadranten Modell in der unteren Hälfte verankert.  Auf jeder Entwicklungsstufe besitzen die formellen Institutionen eines sozialen Holons (UR) eine Entsprechung zu den informelle Institutionen im unteren linken Quadranten (intersubjektive kulturelle Wertesphäre, Traditionen) und ebenso eine Entsprechung im oberen linken Quadranten (Bewusstseinsstufe des Individuums). Beispiel: Formelle Institutionen der Jäger-Sammlergesellschaften (UR Stufe 9) stehen in Beziehung mit den informellen Institutionen, den Werten,  ethnischen Konventionen und Glaubenssätzen des archaischen Weltbildes  (UL Stufe 9). Die Evolutionsstufe des individuellen Bewusstseins (OL Stufe 9)  ist hier prärational und von  impulsiv–emotionalen Verhalten geprägt.

Dem Integralen Modell zufolge gibt es also ein Muster, nachdem informelle Institutionen und formelle Institutionen koevolvieren, und zwar in wechselseiter Abhängigkeit.  Zugleich stehen sie auch in Abhängigkeit zur kognitiven Bewusstseinsentwicklung und zur Organisationsstruktur der jeweiligen Ökonomie.

 

 

 

3.3.3 Institutionelle Entwicklungsdynamiken und ökonomischer Fortschritt

Soziale Holons die in Gruppen oder Stämmen organisiert sind (UL), besitzen ein gering ausdifferenziertes Gebäude formeller Institutionen (UR).  Zum Erhalt der Gruppe und des ökonomischen Überlebens auf den archaischen und magischen  Entwicklungsstufen sind informelle Institutionen des linken Quadranten ausreichend. In einem neolithischen Stamm beispielsweise herrscht zwischen den Individuen noch eine ausreichende soziale Bindung, um alltägliche Interaktion und das ökonomische Überleben auf Basis informeller Instruktionen zu regeln.

Entwickelt sich die kognitive Linie der Individuen weiter zu konop und fomop (OL), organisiert sich die Gesellschaft  bereits innerhalb von Dörfern und Städten (Stufe 10 und 11 UR) in denen informelle Institutionen zum Erhalt des ökonomischen Flusses nicht mehr ausreichend sind. Gesellschaften der mythischen Stufe mit differenzierten Handelsmärkten sind bereits auf umfassende formelle Institutionen (UR) angewiesen (z.B. Institutionen gegen opportunistischen Verhalten  aufgrund asymmetrischer Informationsverteilung auf den anonymisierten Märkten), aber erst mit der Industrialisierung  und der Ausgestaltung der Rationalität (UL) und (UR) kommt es durch die Forcierung der Arbeitsteilung zu einem Produktivitätsschub und zu einem explosionsartigen Wachstum der Märkte, das einen hohen Grad der Ausdifferenzierung der formellen Institutionen im unteren rechten Quadraten erfordert. Neuartige Holons emergieren, neue Produkte entstehen, neue Bedürfnisse, neue Werte und modifizierte Nutzenfunktionen der Haushalte sind die Folge. Zugleich entsteht hier ein neues  Set von notwendigen Institutionen, um neuentstandene Formen des Marktversagens korrigieren zu können (z.B. externe Effekte durch biosphärische Belastungen, oder  Monopolbildung aufgrund unvollkommenen Wettbewerbes).

Die Entwicklung sowohl formeller als auch informeller Institutionen verläuft evolutionär, das bedeutet, jede Stufe integriert und transzendiert die Holons der Entwicklungsstufe davor. Diejenigen institutionellen Holons, die sich als nicht pathologisch und im täglichen Leben als  nützlich erwiesen haben, überstehen die natürliche Auslese und werden innerhalb größerer Systeme integriert. Als Beispiel:  Grundsätze des römischen Recht (UR Stufe 11) der mythischen Entwicklungsstufe (UL Stufe 11) haben sich auch für moderne Staaten (UR Stufe 12) der rationalen Stufe (UL Stufe 12) als nützlich erwiesen und wurden deshalb  innerhalb eines ausdifferenzierteren Rechtsapparates integriert.

Die Ökonomie eines sozialen Holons bleibt von den institutionellen Rahmenveränderungen (UL und UR) nicht unberührt. Jede Entwicklung der informellen und formellen Institutionen in den unteren Quadranten ist stets mit der ökonomischen Dimension verbunden. Auf diese Weise unterliegen im evolutionären Prozess, sowohl die technischen Ausstattungen der Produktion (UR) und die Produktivität, als auch die aggregierten  Nutzenfunktionen der Gesellschaft (UL),  ständigen Modifikationen und Transformationen.  Bleibt in diesem Prozess ein Quadrant relativ zu den anderen unterentwickelt, führt dies zu erhöhter Instabilität im System.

 

 

 

3.3.4 Langfristige institutionelle Entwicklung

Institutionen, die individuellen Besitz ermöglichen und das Eigentumsrecht regeln, die persönliche Freiheit gewähren und für individuelle Sicherheit sorgen, sind die Grundvoraussetzungen für die Entwicklung einer komplexen und ausdifferenzierten Ökonomie. Doch sie fallen einer Gesellschaft nicht in den Schoß, sie müssen sich über lange Zeit  und Krisen hinweg, mit der Bewusstseinsevolution erst entwickeln (von magisch- mythisch zu rational).

Nach Wilber findet langfristiger institutioneller Wandel, der sich von einer Entwicklungsstufe zur nächsten vollzieht, den Ursprung im linken oberen Quadranten. Einzelne Individuen evolvieren auf die nächste Entwicklungsstufe und verteilen als Vordenker ihre neu gewonnen Ansichten, Weltbilder, Gedanken, Problemlösungsstrategien und Interpretationen der Realität unter dem Kollektiv, bis mehr und mehr Individuen ihnen folgen, solange, bis der gesellschaftliche Schwerpunkt sich auf die neue Entwicklungsstufe verlagert.  Während dieses Prozesses verändern sich die informellen Institutionen im unteren linken Quadranten und schlagen sich allmählich im  unteren rechten Quadraten als äußere formelle Institutionen durch.  Ebenso führen wechselseitige Abhängigkeiten zwischen den Subholons im unteren linken Quadranten und im unteren rechten Quadranten dazu, dass dynamische Anpassungsvorgänge zwischen informellen und formellen Institutionen stattfinden, um ein stabiles Gesellschaftssystem zu gewährleisten.

 „Diese einzelnen schaffen mit ihrer neuen Sicht der Welt ein kognitives Potential, das allmählich auch in die bestehende gesellschaftlichen Institutionen einsickert, bis das zuvor als Randerscheinung eingeschätzte neue Weltbild selbst institutionell verankert ist und dieser Hebel ihm erlaubt , das kollektive Bewusstsein auf eine neue Stufe zu heben. Die Revolution kommt wie immer aus dem Inneren, um erst dann im Außen ihren Platz zu finden. (Wilber, Eros, Kosmos, Logos: Eine Jahrtausend-Vision, 2006, S. 248)

 

 

 

3.3.5 Institutionelle Destabilität und soziale Spannungen

Dieser Prozess des institutionellen Wandels von einer Entwicklungsstufe zur nächsten, muss keinesfalls friedlich vor sich gehen. In der Tat zeigt die Geschichte, dass Veränderungen in den Ideologien, Werte- und Ethiksystemen mit schweren Machtauseinandersetzungen und Konflikten einhergingen, die auch Veränderungen in den ökonomischen Strukturen zur Folge hatten. (z.B. amerikanischer Bürgerkrieg, französische Revolution). Eine solche Konfliktsituation kann beispielsweise eintreten, wenn zwei soziale Holone aufeinanderprallen, die beide durch ein Regime hoher Agenz gekennzeichnet sind. Die Tendenz zur Selbstautonomie und zum Selbsterhalt ist größer, als zur Kommunion und Selbsttranszendenz, was zu hohen Spannungen im evolutionären Integrationsprozess führt. 

Ein weiterer Grund für Destabilität eines sozialen Holons ist ein Ungleichgewicht zwischen den formellen Institutionen (UR)  und den informellen Institutionen (UL). Beispiel:  Unterdrück das  Rechtssystem eines Staates mit formellen Institutionen die Traditionen, Gewohnheiten und  Werte einer Gesellschaft (UL),  führt dies mit hoher Wahrscheinlichkeit zu sozialen Unruhen. Oder auf die ökonomische Dimension bezogen: Ein Nationalholon mit  Individuen, die eine gemeinsame Wertesphäre (UL) der rationalen Bewusstseinsstufe teilen (z.B. Materialismus), zerfällt in Entropie (auf eine frühere Entwicklungsstufe niedrigerer Ordnung), wenn sich die äußeren formellen Institutionen im unteren rechten Quadranten (z.B. Handelsrecht) unzureichend mit der hochkomplexen und rasch wachsenden Marktwirtschaft mit entwickeln.

Während Krisen, verursacht durch beispielsweise ökonomische Störungen, spielt das Zusammenspiel von formellen und informellen Institutionen eine verschärfte Rolle.  Die intersubjektive Bewusstseinsmatrix einer Gesellschaft, geladen mit Werten, Ideologien und Weltansichten (untere linke Quadrant) wirkt wie das Kraftfeld eines Magneten, das in der Lage ist, die Individuen kohärent auszurichten. Selbst massive Störungen des Systems, verursacht durch Ungleichgewichte im rechten Quadranten können abgefangen werden, solange die informellen Institutionen des sozialen Holons stabil bleibt und den Individuen Richtung gibt. Krisen jedoch, die sich nicht nur auf UR beschränken, sondern auch die innere Werte der Gesellschaft und ihre informellen Institutionen angreifen, werden zu einer wahren Bedrohung für das System und seine Gesamtordnung.

 

 

 

3.3.6 Gesellschaftlicher Wandel und ökonomische Konsequenzen

Auf dem Weg der Bewusstseinsevolution (OL) von den präoperationalen Stufen, zu den postformalen Stufen, verändern sich die Weltbilder (archaisch, magisch, mythisch, rational) und damit auch Ideologien und  Werte innerhalb der Gesellschaft (LU). Mit dem Durchlaufen der moralischen Stufen von präkonventionell, zu konventionell zu postkonventionell  kommt es auf jeder Stufe zu veränderten Bedürfnissen sowohl religiöser, sozialer, rechtlicher als auch ökonomischer Art. Diese Entwicklungsprozesse gehen mit ständigen Umwälzungen in den gesellschaftlichen Machtstrukturen und ökonomischen Strukturen einher, die eine laufende Anpassung sowohl der  informellen Institutionen (UL) als auch der formellen Institutionen (UR) verlangt, um gesellschaftliche Stabilität zu gewährleisten.

Wilber gibt ein Beispiel für die Entwicklung vom Mythischen zum Rationalen, und welche  veränderten Bedürfnissen dabei auftreten können. Zugleich stellen sie neue Herausforderungen an die  Institutionen einer Gesellschaft:„Mit der Einführung einer politischen Gesamtordnung [mythisch und mythisch-rational] entsteht das Problem der Selbststeuerung des Gesellschaftssystems. Spätestens in den entwickelten Hochkulturen werden staatliche Ordnungsleistungen ein zentrales Bedürfnis. Rechtssicherheit kommt als knappe Ressource zu Bewusstsein. Die Erfahrung von gesellschaftlicher Repression und Willkür muss durch Herrschaftslegitimationen wettgemacht werden. Das gelingt im Rahmen rationalisierter [mythisch-rationaler] Weltbilder … In der Moderne [egoistisch-rational] entsteht mit der Autonomisierung der Wirtschaft (und einer Komplementarisierung des Staates) das Problem eines selbstgesteuerten Austauschs des  Gesellschaftssystems mit der äußeren Natur [biomaterieller ökonomischer Austausch]. Spätestens im industriellen Kapitalismus stellt sich die Gesellschaft bewusst unter Imperative des wirtschaftlichen Wachstums und der Vermehrung des Reichtums. Wert kommt als knappe Ressource ins Bewusstsein. Die Erfahrung der sozialen Ungleichheit ruft soziale Bewegungen und entsprechende Befriedigungsstrategien auf den Plan.“ (Wilber, Eros, Kosmos, Logos: Eine Jahrtausend-Vision, 2006, S. 250)

 

 

 

3.3.7 Krisen und Transformationen

Diese Entwicklungsschritte gehen meist langsam und über hunderte von Jahren vor sich, manchmal sind Gesellschaftssysteme jedoch gezwungen, Entwicklungssprünge rasch zu vollziehen, um überleben zu können. Ein Beispiel dafür ist, wenn konkret operationales Bewusstsein (OL) in seinem mythischen Weltbild (UL) eine Unterdrückung der Biosphäre vollzieht (Hierarchie-Pathologie).

Die Geschichte ist voll solchen Beispielen, in denen die Umwelt für eine Ideologie ausgebeutet wurde, bis die Existenz des gesamten Gesellschaftssystems bedroht wurde (Osterinsel, Maya). Konkret operationales Bewusstsein, wenn es auf einer präkonventionellen moralischen Stufe zentriert ist (egozentrisch oder soziozentrisch), ist einfach noch nicht in der Lage, die Auswirkungen der Umweltzerstörung abzuschätzen. Erst  auf der rationalen Stufe wird ein reflexiv hypothetischer Gedankenkosmos (formal operativ) und damit auch ein  ökologisches Bewusstsein entwickelt.

Will eine solch akut bedrohte Gesellschaft überleben, muss sie im unten rechteren Quadraten eine radikale institutionelle Transformation vollziehen, die die ökologische Zerstörung sofort unterbindet. Dabei muss es auch in der gesamten Ökonomie und ihrer Produktion zu einer Neuorientierung  kommen. Die produktiven Kräfte, die zuvor beispielsweise für gewaltige Bauwerke zu ehren eines mystischen Gottes, oder als Machtsymbole der Gesellschaft dienten, werden freigesetzt und müssen in der Ökonomie einer alternativen Verwendung zugeführt werden. Doch  Änderungen im unteren rechten Quadranten sind nur eine kurzfristige Lösung, ein langfristiger Ausweg ist nur dann möglich, wenn die formellen institutionellen Änderungen auch durch eine Weiterentwicklung im intersubjektiven gesellschaftlichen Raum (UL) und im individuellen Bewusstsein unterstützt werden.  

Es führt zurück zu der Fage von Eucken, wer den nun in diesem Wirrwarr unterschiedlicher Bedürfnisse, Interessen, Einflussfaktoren und gegenseitiger Wechselwirkungen, die kolossale Aufgabe bewältigen soll, in einer Gesellschaft diejenigen Institutionen zu verankern, die sie für ihre stabile Weiterentwicklung benötigt. Innerhalb des Vier – Quadranten Modells kann argumentiert werden, dass die Durchsetzung formeller Institutionen zu Instabilität führt, wenn sie sich zu weit weg von den intersubjektiven gesellschaftlichen Normen, Werten und Glaubenssätzen bewegen. In der langen Frist ist eine stabile Implementierung nur innerhalb eines graduellen und wechselseitigen Anpassungsprozesses möglich, an dem alle Quadranten beteiligt sind. Ein Prozess, der sich durch ständigen Diskurs und Einflussverschiebungen der beteiligten Akteure auszeichnet.

 

 

4.0 Schlussbemerkung

Um die Existenz von Institutionen in einer Ökonomie rechtfertigen zu können, ist es notwendig, neoklassische Annahmen über vollkommene Märkte, vollkommen Konkurrenz und  vollkommen Informationen der Marktteilnehmer zu verlassen. In der Institutionenökonomie herrscht die Ansicht vor, dass institutioneller Wandel  primär bestimmt ist von Transaktionskostenänderungen, während den spezifischen gesellschaftlichen Werte- und Moraldynamiken, die im intersubjektiven Raum existieren, wenig Bedeutung eingeräumt wird.  

Die Holon Theorie von Ken Wilber in Zusammenhang mit dem Vier- Quadranten Modell gibt  die Möglichkeit  eine langfristige evolutionäre Betrachtung auf die institutionelle Entwicklung einzunehmen und dabei die wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen der  kognitiven Entwicklungslinie des  Individuums, den  Werte- und Moralstufen der Gesellschaft, als auch den ökonomischen Organisationsstrukturen zu beachten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Research - Science

Syrien: Zwischen Propaganda, Imperialismus und Systemverfall

Bereits in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat der einflussreiche Globalstratege Zbigniew Brzezinski die Bedingungen für die amerikanische Weltherrschaft skizziert.  In "The Grand Chessboard" beschreibt er die Zukunft des amerikanischen Imperialsmus auf Basis militärischer Übermacht und kultureller Assimilation. Wirtschaftliche Überlegenheit wird durch global agierende Megakonzerne gesichert. In Anbetracht des Ölfördermaximus muss sich der geostrategische Imperialmsus auf Eurasien konzentrieren.  Nur wer die Kontrolle über Eurasien erlangt, kann die Entwicklung anderer Länder  behindern, und die Vormachtstellung zementieren. Brzezinski machte in der Vergangenheit an zahlreichen Stellen deutlich, dass bei der Umsetzung der Pläne Menschenleben keine Rolle spielen. Auch wenn die Zahl der Kriegstoten in die Millionen geht, auf dem Schachbrett des globalen Machtkampfes zählen sie nur als Bauernopfer.  
 
Das Project for New American Century (PNAC), mit Politgrößen wie Rumsfeld, Cheney und Wolfowitz,  formulierte zur Jahrtausendwende ähnlichen Ziele: Die totale Überlegenheit Amerikas, die Bekämpfung der Konkurrenten wie Russland und China und ökonomische sowie kulturelle Hegemonie. Wichtige Länder auf dem Speißeplan wurden festgelegt: Afghanistan, Irak, Syrien und Iran.  Für die amerikanischen Vorherrschaft sei es notwendigdas Militär enorm aufzurüsten und zu modernisieren.  Der Plan bekam den Namen Rebuilding Americas Defense. Und wie Brzezinski, kam auch das PNAC bereits vor dem 11. September 2001 zum Schluss, dass, um erfolgreich zu seinder amerikanische Imperialismus ein gewaltiges Trauma, wie ein neues Pearl Harbor, benötigen werde.  Nach dem Kalten Krieg bräuchte man einen neuen Feind. Ohne ihn würde die Transformation des Militärs ein sehr langwieriger Prozess werden, so der damalige Konsens
 
Wer  Papiere von Kissinger, Brzezinski und PNAC Mitgliedern wie  Kagan studiert, wird auf die weltpolitischen Ereignisse der letzten 12 Jahre und auch auf die Syrienkrise, vielleicht eine andere Sichtweise erhalten. Zu Beginn mag Wes Clark weiterhelfen: "Wir zerstören 7 Länder in 5 Jahren:  Irak, LybienLibanon, Somalia, Sudan, Syrien und Iran."
 
 
    
 
Syrien: Zwischen Propaganda, Imperialismus und Systemverfall
 

Cote d' Azur Lifestyle, stabile Ungleichgewichte und transpersonale Hoffnungen


Mein letzter Aufenthalt an der Cote d' Azur hat mich mehr denn je zum Grübeln gebracht, wie sich die Zukunft der Lifestyle Monokultur in den nächsten Jahren gestalten wird. Vor allem in Anbetracht der ökonomischen Entwicklungen der Eurozone, mit Rezession/Depression, Massenarbeitslosigkeit, dem strukturell ungelösten Währungsproblem, den wachsenden Staatsverschuldungen, der wachsenden EZB-Bilanz und dem Crash gefährdeten Finanzsystem, stellt man sich die Frage, was für ein grausames Spiel hier eigentlich abläuft.

-> zum Artikel 

Habsucht und Kapitalismus

Gier ist geil heißt es in einem Artikel auf Welt.de, den Gier habe uns den Wohlstand gebracht. (link) Trotz aller Krisen, am Ende werde der Kapitalismus siegen und die Kritiker im Orkus der Geschichte verschwinden, so die Meinung des Autors.

Ist es wirklich so einfach? Ist unsere Welt derartig simpel gestrickt, dass wir uns auf die Gier verlassen dürfen und am Ende wird sich alles zum Guten wenden? Leitet uns die Habsucht als unsichtbare Hand in die bestmögliche Welt und in das Nutzenmaximum aller Individuen? Oder haben wir den Bezug zur Realität bereits vollkommen verloren, uns in eine Krankheit verirrt, und steuern blind auf unser  Verderben zu? Die Schuldenkrise ist ein ausgezeichnete Gelegenheit, um über diese Fragen zu reflektieren.

 

Gedanken zur „Eurokrise“

Fiatsystem, Hierarchiepathologien und Instabilität


Historisch betrachtethaben ungedeckte (Papier)Geldsyteme einen kurzen Lebenszyklus. Minsky hat erkannt, dass im Fiat-System die Schwingungsamplituden der Boom- Burst-Sequenzen zunehmen und Krisen immer größere Instabilität verursachen, solange, bis ein kritischer Wert überschritten wird und das Ponzi Scheme kollabiert. Wenn der finale Minsky Moment eintritt, favorisieren die Systemadministratoren, wie die Geschichte zeigt, zwei Wahlmöglichkeiten: Entweder sie rotten die Menschen mit Krieg millionenfach aus oder sie streichen Verbindlichkeiten, verkürzen die Soll-Haben Bilanz und booten das System neu.
 

 

SCIENCE

Economics

Tax Theory

Economic Policy

Transpersonal Psychology

New Physics

Integral Theory

Verschwörungstheorien, Neue Weltordnung und transpersonale Evolution

 

In den letzten 10 Jahren haben sich im Internet Verschwörungstheorien explosionsartig verbreitet. In diesem Artikel werden einige der bekanntesten Theorien  vorgestellt, die einen Bezug zur ökonomischen und psychosozialen Entwicklung habenIm Anschluss werden einige Gedanken angestellt, welche Verbindungen zur  westlichen Systemkrise und zur transpersonalen Bewusstseinsentwicklung bestehen.

1.  Verschwörungstheorien

2. Die Suche nach Hintergründen

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