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Globale Krisen und Moralverhalten

 

 

Die Doppelbödigkeit der westlichen Hochmoral

Beobachtet man dieser Tage eine parlamentarische Sitzung, fallen  typische Muster der konventionellen moralischen Entwicklungsstufe1 auf. Schnell ergreifen die Abgeordneten die Chance und brüskieren sich über das außenpolitische Fehlverhalten der Regierungsparteien im Umgang mit den Diktatoren der arabischen Welt. Das Entsetzen in den Reihen der Opposition ist grenzenlos:  Wie konnte man psychisch labile Schlächter wie Gaddafi salonfähig machen und ihnen den Zugang zur weltpolitischen Bühne ermöglichen? Mit aller Inbrunst wird hinzugefügt: Selbst hätte man einen solchen Verrat an den Werten der westlichen Zivilisation niemals vollzogen.

Es heißt die Gunst der Stunde zu nutzen, um das bürgerliche Lager wieder vom Glanz der eigenen, moralischen Reinheit zu überzeugen. Anstatt an erster Stelle über Strategien nachzudenken, wie den Menschen in Libyen zu helfen sei (was einer postkonventionellen moralischen Entwicklungsstufe entsprechen würde), zentriert  sich die Diskussion um die Weitergabe des Schwarzen Peters, um moralischen Verfehlungen der Anderen, um selbstdarstellerischer Eigenwerbung und um Wählerfang.   

Um es mit den  Worten von Francois Mitterand auszudrücken:  Außenpolitik ist keine Freundschaftspolitik, sondern Interessenspolitik. Staaten konkurrieren im globalen Entwicklungsprozess um die vorderen Plätze am Futtertrog und greifen zum Erreichen ihrer Ziele auf moralisch, höchst dehnbare Strategien zurück. Auch westliche Staaten verfolgen ein offensichtlich dualistisches Konzept, von theoretischer und praktischer Handhabung, bei der Verteidigung der Menschenrechte. Moralische Hochansprüche und Menschrechte geraten gerne in Vergessenheit, solange deren Verteidigung mit unbequemen Konsequenzen einhergeht oder solange  ihre Durchsetzung nicht dem eigenen Vorteil dient.1.1

Amerika konnte Guantánamo ohne europäischen Widerstand erhalten, schließlich wollte man seinem Handelspartner nicht die Stimmung vermiesen. China darf die Menschenrechte zuweilen mit Füßen treten, solange die wirtschaftliche Abhängigkeit vom roten Drachen gegeben ist. Das Recht auf Nahrung für alle Menschen fehlt auf der obersten Agenda der westlichen Welt,  solange es sich bei den Hungernden nicht um zahlungskräftige Wirtschaftsobjekte für zukünftige Absatzmärkte handelt. Man überlässt  800 Millionen Menschen dem Tod und tröstet sich mit dem Umstand, dass die verfahrene Situation nun mal das Schicksal der Betroffenen sei. Ein hartes Schicksal zwar, aber es sei nicht zu ändern. Augen zu!

Lukrativer ist da die Implementierung neuer Technologien in die Produktionskreisläufe, um den CO2  Ausstoß kapitalstarker Industrien zu reduzieren. Schon hat der Klimawandel die höchste Priorität auf der Tagesordnung  und wird von den politischen Machtträgern zur moralischen Chefsache erkoren. Steuern, Fördergelder, Innovationen, Regulierungen und Richtlinien bilden einen neuen Wirtschaftszweig mit vielversprechenden Umsätzen, der es wert ist, den Klimaschutz plakativ hoch zu halten. Laut ertönt der Schlachtruf: „Wir müssen mit aller verfügbarer Kraft das Recht zukünftiger Generationen auf ein ordentliches Klima schützen.“ Nicht zu vergessen sei:  „Auch Eisbären haben das  Recht auf ihre Eisscholle.“  Wie herzlich und moralisch hochentwickelt sind wir doch, dass wir die Biodiversität konsequent behüten und so großen Wert auf den Schutz der Umwelt legen. Wenn das nicht wahres globales Denken ist und einer spirituellen Revolution zum Wohle Gaias gleicht. Es lebe die "2012 Revolution" und der universal-mitfühlende Geist der Menschheit, der sich im Zuge des Wassermannzeitalters schützend über den Globus ausbreitet.

Umweltschutz und Menschrechte werden plötzlich mit aller Kraft verteidigt, wenn sie im Eigeninteresse der industrialisierten Staaten liegen. Streng egoistische Interessen werden nicht selten mit einem vorgetäuschten, globalen Bewusstsein ausgeschmückt, um dadurch  zweifelhafte Handlungen zu rechtfertigen. Wie einst das aufgestellte Kruzifix der Kreuzritter, ist heute das Hochhalten des moralischen Menschenrechtsbanners ein Garant dafür, dass der Mob dem Schlachtruf des Herrschers folge leistet und in den Krieg zieht. Die "Demokratisierung" des Iraks mit kriegerischen Mitteln um die Ölreserven zu sichern, wurde von den Medien und sogar von Hollywood  verarbeitet. Die Vortäuschung der Menschenrechtsverteidigung zur Durchsetzung der eigenen Interessen ist durchaus im Bewusstsein der Bevölkerung angekommen und wird als allgemeine Praxis toleriert.

Niemand kümmert sich um die Diktaturen armer Länder und um das Leid ökonomisch schwacher Staaten. Sobald aber die Sicherung von Rohstoffen in Aussicht steht, oder sich andere wirtschaftliche Interessen öffnen, wird der Menschrechtsbanner wieder gehisst, um individuelle Freiheit, Selbstbestimmung und Eigentumsrechte mit aller Vehemenz in die Welt zu tragen. Und so wird auch heute wieder mit  aufgeblasener Globalisierungsbrust stolz verlautbart: Wir müssen mit großer Entschlossenheit die arabische Welt bei der Demokratisierung unterstützen, denn alle Menschen haben das Recht auf Freiheit  und Selbstbestimmung. Diktatoren, die vom Westen über Jahrzehnte hinweg zur Unterwerfung der Meute unterstützt  wurden,  sind nun also doch plötzlich Psychopathen.

Jahrzehntelang haben wir der Unterdrückung wortlos zugesehen, ohne uns über die Menschenrechte zu mokieren, weil die Diktatoren eine angenehme Lösung zur Stabilisierung des Raumes boten. Der Wandel im Bewusstsein der arabischen Völker, die an der Schwelle zur Säkularisierung stehen, verunmöglicht aber die  Diktatur als gefestigtes Gesellschaftssystem. Die aufgeklärten Menschen kämpfen, um sich von den Zwängen der Unterdrücker zu befreien. Der plötzliche westliche Wahrnehmungswandel in Bezug auf die arabischen Diktatoren, gründet nicht auf dem flammenden  Verteidigungsverlangen für die Menschenrechte, vielmehr ist man lediglich um die Stabilität des Raumes besorgt. Schließlich will kein europäischer Staat einen Nahen-Osten vor seiner Haustüre, der im Chaos versinkt. Es könnten sich Probleme auf den eigenen Haushalt übertragen und so wird schnell wieder der Menschenrechtsbanner hoch gehievt, um sich der lästig gewordenen Diktatoren entledigen zu können. Wieder einmal hat sich die traurige Doppelbödigkeit unserer „Hochmoral“ offenbart.

 

Die Schwächen der menschlichen Natur

Tatsächlich zeigt im orangen Individuum2, die Nadel des moralischen Kompass stets in die Richtung des eigenen Nutzenmaximums. Trotz der defizitären moralischen Entwicklung, ist die kognitive Entwicklungslinie (Piaget 3)  weit genug vorangeschritten, um dem orangen Individuum einen trickreichen Umgang mit Wertesystemen zu ermöglichen. Das Ergebnis ist die verlogene Welt des Kapitalismus und Materialismus, in der Individuen stets um die eigene Nutzenmaximierung und Profitmaximierung bemüht sind. Es gehört zu unserem Alltagsleben, dass egoistische Ziele bewusst oder unbewusst, vor der Fassade hochentwickelter, moralischer Ansprüche durchgesetzt werden. Uns allen ist dieser zweifache Umgang mit moralischen Leitbildern mehr oder weniger bewusst, doch belügen wir uns gerne selbst, solange uns dadurch eine bequeme Welt ermöglicht wird. Langfristig aber scheint  diese Strategie zum Scheitern verurteilt zu sein. Es zeigt sich zunehmend, dass die Komplexität einer  globalisierten Welt mit Individuen auf der konventionellen, moralischen Entwicklungsstufe mit schweren Krisen konfrontiert  wird.

Wir finden konventionelles, moralisches Verhalten überall: Im täglichen Sozialleben, in der Wirtschaft und in der Politik. Erst kürzlich fand eine eindrucksvolle Demonstration vorgespielter, moralischer Hochansprüche in der Politik im Zuge der Rücktrittsrede des deutschen Verteidigungsministers statt, der sich nach langem Ausharren, dem Druck der Plagiatsvorwürfe beugen musste. Das erstaunliche in Guttenberg‘s  Rede: Der Rücktritt sei primär die Konsequenz des medialen Fokus auf seine Person, die zu Lasten der deutschen Soldaten geht, und nicht aufgrund seines strafrechtlich relevanten Tatbestandes. Die breite Zustimmung der Bevölkerung zeigt, wie erfolgreich heuchlerische Moralkampagnien sein können, unabhängig des Grades an Stumpfsinnigkeit.

Die Aufgabe der Volksvertreter ist es, die Interessen des Volkes zu vertreten, nicht ihren eigenen Egoismus auszuleben. Doch heute gilt es als selbstverständlich, dass Staatschefs wie Berlusconi, Sarkozy, oder Putin ihren Reichtum und ihren Lifestyle öffentlich zur Schau tragen und dafür auch noch die Bewunderung des Volkes ernten. Was sind das für Volksvertreter, die ihren Narzissmus öffentlich ausleben und auf Kosten von Steuergeldern im Luxus schwelgen? Was sind das für demokratische Gesellschaften, die ein solch ungeniertes zur Schau tragen von materialistischen Statussymbolen ihrer Staatsdiener auch noch erdulden. Die Lifestyle Exzesse, Sexskandale  und moralischen Verfehlungen der  gewählten Volksvertreter erscheinen noch radikaler vor dem Hintergrund wachsender Einkommensdifferentiale in der Bevölkerung, und einer immer größeren Gesellschaftsschicht, die in die Armut abgleitet. Das ist Demütigung des Volkes und der Demokratie und eine Entwicklung, die über die Zeit ihre Konsequenzen einfordern wird.

Bei solchen pathologischen Entwicklungen demokratischer Systeme wünscht man sich fast die Aufrichtigkeit einer Monarchie zurück. Die Welt der verbliebenen Monarchenhäuser ist heute noch erfüllt vom Bestreben, Etikette und Werte plakativ zur Schau zur stellen. Ein solches Maß an  demonstrativer  Moral und zwanghaftem Hochglanz gerät rasch in Verdacht, nicht auf aufrichtigen Persönlichkeitsstrukturen der Individuen zu fußen. Wen wundern da noch die Boulevardmeldungen über moralische Verfehlungen, Sexskandale und Ausschweifungen in den europäischen Monarchenhäusern?  

Wenn selbst im blaublütigen Lager ein solches Maß an Zügellosigkeit und Verfehlung herrscht, wer kann den moralischen Kompass noch eichen? Die letzte Bastion einer Gesellschaft, die mit der Hütung von Moral und Ethik anvertraut wird, ist für gewöhnlich die Zunft der Priesterschaft, gerade jene scheinheilige Schicht, die im Westen mit den widerlichsten Formen von moralischen Verfehlungen aufwartet. Die Missbrauchsskandale der Kirche, und ihre enorme Dimension, erschüttern das Vertrauen in die Aufrichtigkeit des westlichen Menschen endgültig. 

Im Angesicht der Enthüllungen beschleicht den Bürger der Verdacht, dass hinter den Zäunen sämtlicher Elfenbeintürme, das reinste Sodom und Gomorra herrschen. Es verfestigt sich der Eindruck, dass alle großen Worte der Moralprediger nichts weiter sind als Floskeln, hinter deren  Fassanden sich die wahre, egoistische Natur des Menschen verbirgt. Sobald sich ihr die Möglichkeit bietet, vergisst sie alle moralischen Konventionen und transformiert sich zum raffgierigen Monster, das sich den eigenen Wanst unersättlich vollschlägt. Diese Einsicht zwingt zur Selbstaufgabe, man akzeptiert und sympathisiert sogar mit den Ausschweifungen und moralischen Verfehlungen der Eliten, weil darin die Schwächen der eigenen Natur zu erkennen sind. Was für ein Zwiespalt: Einerseits stehen wir an der Schwelle zum globalen Bewusstsein, andererseits offenbart uns die menschliche Natur ihre egoistischen Schwächen überall, wo sie nur kann.

Die egomanischen „Schwächen“ der menschlichen Natur auf der konventionellen, moralischen Entwicklungsstufe, sorgen zwischendurch zwar für einige soziale Spannungen, fallen aber nicht weiter ins Gewicht, solange sie nicht auf systemtragende Prozesse Einfluss nehmen und die Gesamtordnung einer Gesellschaft nicht bedrohen. Gefährlich wird die Situation erst, wenn moralischen Defizite der Individuen und Egomanie, das staatliche Gesamtsystem so weit unterwandern, dass die selbstregulative Mechanismen der Demokratie außer Kraft gesetzt werden, und folglich die Stabilität der ökonomischen Strukturen angegriffen werden. Bei genauerer Analyse zeigt sich, dass die aktuellen Entwicklungen des Finanzsystems eben diese Gefahren in sich bergen.

 

Marktversagen durch (prä)konventionelles Moralverhalten

Die moderne Mikroökonomie diagnostiziert Formen des Marktversagens in vielen Bereichen  des  Wirtschaftslebens, zumeist dort, wo opportunistisches Verhalten zu einer pareto-ineffizienten Wohlfahrtsfunktion der  Akteure beiträgt. Für gewöhnlich sind nur die direkt involvierten Handelsparteien betroffen, doch auf globalen Maßstab nehmen Formen des Marktversagens gravierende Auswirkungen an und Schaden großen Gruppen von Menschen. Die Beispiele sind vielfältig:

  • Asymmetrische Informationsverteilung hat die Subprime Krise begünstigt.
  • Das Dilemma öffentlicher Güter führt zur Klimabedrohung und zur Überfischung der Weltmeere.
  • Marktmachverzerrungen durch Kartelle und Monopole führen zu einer reduzierten Konsumentenrente am Weltmarkt.
  • Lobbybildung hat eine ineffiziente Versorgung der Bevölkerung zur Konsequenz (z.B. Pharmalobby, Atomlobby,Militärkomplex).
  • Suboptimale Tradeoff  Balancierung in den Property Rights sorgt für Wohlfahrtsverluste der gesamten Menschheit (z.B. wenn durch strategisches Patentieren die Entwicklung regenerativer Energiegewinnung behindert wird).

All die genannten Beispiele führen durch egozentrierte Strategien der Wirtschaftsakteure zur Profitmaximierung einiger Weniger, schaden aber auf globalen Maßstab der restlichen Menschheit.

Ein ganzer Zweig der Mikroökonomie beschäftigt sich heute mit der Modellierung und Lösung spieltheoretischer Situationen. Das Ziel der Forschung  ist es, ein institutionelles Framework so zu gestalten, dass die Marktmechanismen zur pareto-optimalen Lösung des Dilemmas beitragen (z.B. durch Transformation der Situationen in ein stabiles Nash Gleichgewicht). Doch die Komplexität der globalisierten Welt zeigt deutlich auf, dass die Ausgestaltung des institutionellen Frameworks den ständigen neuen Auswüchsen strukturellen Marktversagens (aufgrund  egoistischer  Verhaltensweisen) hinterher hinkt. Auf globaler Ebene, lässt sich ein institutionelles Regelwerk, das die Schäden durch rücksichtsloses, profitmaximierendes Verhalten der Aktuere kompensiert, zunehmend schwerer  in die Wirtschaftskreisläufe implementieren.

Die  Forschung zeigt, dass mit zunehmenden Anonymisierungsgrad der Märkte, auch  „unmoralisches“  egoistisches Verhalten zunimmt. Gewünschtes, kooperatives Verhalten im Sinne eines moralisch verantwortungsbewussten Agierens, wird nur auf kleinen Märkten vollzogen, auf denen die Akteure miteinander sozial verbunden sind: „North fasst die spieltheoretischen Erkenntnisse über das kooperative Verhalten von  Marktteilnehmern dahingegen zusammen, dass soziale Fairness in kleinen Gruppen eine wichtige Rolle spielt. Die Spieltheorie  hat gezeigt, dass je tiefgehender die Transaktionspartner sozial miteinander verbunden sind, (z.B. bei Transaktionen innerhalb von Freunden, der Familie, oder kleinen Gruppen), desto eher halten sich beide Parteien an die Abmachungen.  Je kleiner die Gruppe ist und je symmetrischer die  Informationsverteilung ist, desto besser greifen soziale Normen der Gesellschaft (informelle Institutionen) und desto weniger  benötigt es formeller Institutionen. Je anonymer, komplexer und unübersichtlicher der Markt wird  und je unsymmetrischer Informationen verteilt sind, desto wahrscheinlicher wird opportunistisches Verhalten der Akteure. Je unbekannter der Transaktionspartner ist, desto weniger greifen soziale Normen  und desto größer wird die Notwendigkeit formeller Institutionen,  um einen optimalen Nutzen für beide Parteien zu gewährleisten.4 (Sorin, 2010)

Die Finanzkrise  hat uns schmerzlich vor Augen geführt, dass die unsichtbare Hand von Adam Smith nicht immer Gültigkeit besitzt und profitmaximierendes Verhalten, nicht zwangsläufig  zur Wohlstandsmaximierung aller Individuen beiträgt. Im Gegenteil: Rein egoistisches Verhalten der Marktteilnehmer, deren Aktionen auf die Erzielung einer maximalen Rendite verkürzt waren, hat zur Subprime Blase beigetragen. Die Neoliberalisierung der Finanzwelt hat staatliche Kontrollen gelockert, und ein Marktversagen durch asymmetrische Informationsverteilung begünstigt. Die Subprime Kreditgeber wussten über die tatsächliche Wertlosigkeit der Immobilen besser Bescheid, als die Kreditnehmer, die sich im Glauben steigender Immobilienpreise  weiter verschuldeten. Zwar  waren die Insider über die faulen Subprime Kredite in Kenntnis gesetzt, letztendlich haben sie die Papiere dennoch zu immer höheren Preisen an den unwissenden Mann gebracht. Die verbrieften  Kredite wurden mit Profit  weiterverkauft,  solange, bis die Blase ihre Ausdehnungsgrenze erreicht hat.

Die folgende Kettenreaktion am Finanzmarkt hat die Existenz der Geschäftsbanken bedroht, und damit unser Wirtschaftssystem als Ganzes. In einer panikgeladenen Aktion wurden Milliarden an Steuergeldern aufgewendet, um die Risiken der Geschäftsbanken in die öffentliche Hand zu transferieren. Die Maßnahmen haben zwar zu einer raschen Erholung der Märkte geführt, doch die langfristigen Signale, die der Staat damit sendet, sind verheerend und die Opportunitätskosten nicht kalkulierbar. Die Regierung demonstriert, dass unternehmerische Misswirtschaft und sogar Bilanzfälschung im Bankensektor geduldet wird. Tief im Kopf der Entscheidungsträger ist nun verwurzelt, dass der Staat vor dem Zerfall des Bankensystems einschreiten wird. Das ist keine freie Marktwirtschaft, in der Unternehmen nicht für ihre Risiken verantwortlich sind, und das Volk für Fehlkalkulationen einsteht.

Es gibt eine offensichtliche Diskrepanz zwischen den Interessen des Volkes und der Hochfinanz, die, nicht selten als politischer Berater, direkten Einfluss auf die Entscheidungen der Volksvertreter ausübt. Dadurch bildet sich ein interner Kreis der Entscheidungsfindung, der vom Volkswillen weitgehend abgeschottet, seine eigenen Interessen verfolgt und Finanzgeschäfte des Staates tätigt, die aus Sicht des Bürgers, nicht mehr im Sinne eines rational agierenden Privatinvestors sind. Die Schuldenkrise war mit der Bankenrettung nicht abgewendet.  Im nächsten Schritt  wurden Rettungsschirme installiert, um den Verfall maroder Staaten zu verhindern. Abermals wurden Finanzgeschäfte getätigt, die der Basis rationaler Reward to Risk Überlegungen enthoben waren und das Volksvermögen in riskante Staatsanleihen investierten, die aus Sicht von Risikomanagement Überlegungen eines Investors, höchst zweifelhaft sind.  

Angesichts der Entmündigung des Volkes gab es zwar ein leises Murren, schon war aber der Slogan der  fürsorgenden Mutterfigur parat,  der das Volk wieder in den Schlaf wiegen sollte: „Wir müssen den Euro schützen!“

„Schützen“ – Was für ein starkes Wort! Es weckt sofort Emotionen, archaische Urmuster werden abgerufen und lassen keinen rationalen Zweifel mehr aufkommen, dass wir für das Schwache eintreten müssen. Wie kann man revoltieren, wenn es darum geht, fürsorglich etwas Schwaches zu beschützen?  Es käme einem Verrat an der Menschlichkeit nahe.

Das Eingeständnis, dass der Euro geschützt werden muss, ist für die Finanzmärkte natürlich ein fatales Zeichen von Schwäche und exponiert die politischen Entscheidungsträger der Eurozone als Opferlämmer, die der  Komplexität des internationalen Finanzsystems nicht gewachsen sind. Sie offenbaren sich als Fehlkonstrukteure, die durch die Schaffung instabiler Strukturen, den wiederholten Angriffen der internationalen Finanzpolizei (darunter auch die oft gescholtenen Spekulanten) ausgesetzt sein werden. Die Krise ist noch lange nicht ausgestanden. Die akuten Probleme wurden lediglich vertagt, indem Risiken in die Zukunft transferiert wurden.

 

Moderne Formen der Diktatur

Politische Machthaber bemühen sich dieser Tage, die diktatorischen Vorherrschaften in anderer Länder zu schelten, und gleichzeitig einen Lobgesang auf unsere ach-so-freie Welt einzustimmen. Doch wie steht es tatsächlich mit unserer Freiheit? 2010 wurde der Demokratie ein schwerer Schlag versetzt, mit der Verlautbarung der deutschen Kanzlerin: „Es gibt keine Alternative mehr!“

Das ist wahrlich ein Skandal, der die Entmachtung des Volkes ausruft. Der Bürger hat demnach keine Möglichkeit mehr, sich gegen den Zwang des Systems zu wehren, er steht mit seiner  Alternativlosigkeit als gelähmter Beobachter der  Szenerie da. Das kann kein freier Staat sein, indem es keine Alternative gibt, und Handlungen aufgrund externen Zwanges erfolgen. Alternativlosigkeit ist die Beendigung des Diskurses und damit Warnsignal für eine pathologische Verirrung, für  Dogmatismus, für Machtmissbrauch und für Realitätsverlust. Alternativlosigkeit ist das Warnsignal für eine einschleichende Diktatur, die den Willen des Volkes Schritt für Schritt unterwandert.  

 „Es gibt keine Alternative5“  wurde von Merkel nicht als Totschlag-Argument platziert, um die politische Debatte zu beenden, vielmehr ist es das Eingeständnis des Regierungskörpers, den Kräften der Finanzmärkte ausgeliefert zu sein und sich der Diktatur des Kapitals zu beugen. Es ist offensichtlich, dass die Mittel der Demokratie hier an Grenzen gestoßen sind und die selbstregulativen Mechanismen einer gesunden Volksherrschaft, außer Kraft gesetzt wurden.  

Das Volk hat keine Wahl mehr und wird zu Finanztransaktionen gezwungen, die entgegen wohlfahrtsmaximierender Interessen gerichtet sind. Heute hält der Bürger unkalkulierbare Risiken, von denen er im Grunde gar nichts weiß, und gegen die er sich auch nicht wehren kann. Er sieht sich den Zwängen des Systems völlig ausgeliefert.

Was nun? Die Verschuldung der Staaten nimmt stetig zu. Die Haushaltskassen sind leer, es mangelt überall an Geld:  In der Bildung, in der Forschung , im Gesundheitssektor und beim Militär. Die Einkommensunterschiede wachsen und schnüren das Potential für sozialen Sprengstoff. Inflationsängste aufgrund der Geldmengenausweitung zur Kompensation der Wirtschaftskrise (vor allem USA) nehmen zu, wir sehen explodierende Lebensmittelpreise und Rohstoffpreise. Und dann ist da noch ein Planet, der an seine ökologischen Belastbarkeitsgrenzen stößt, und dessen natürliches Gleichgewicht zu kippen droht. 

 

Das orange Programm und die nukleare Krise

Das orange Programm6 überzieht den Globus, gleich einem  Virus, und wohin wir auch blicken, hinterlässt es verbrannte Erde. Die Finanzkrise ist nur ein Beispiel dafür, wie durch das konventionelle Moral-Bios der Gesellschaft, eine pareto-optimale Wohlfahrtsallokation behindert wird. Die Problematik der orange-moralischen Entwicklungsstufe zeigt in den vergangenen Monaten eine dramatische Verschärfungstendenz, die hinsichtlich ihrer zerstörerischen Konsequenzen, mit der japanischen Atomkrise eine neue Dimension aufgestoßen hat.

Die japanische Nuklearkatastrophe wird vom Rest der Welt bislang als Unfall interpretiert, als unvermeidliche Folge der technischen Entwicklung und als natürlicher Preis für rasches Wirtschaftswachstum. Sie wird als logische Konsequenz der kognitiven Unvollkommenheit des Menschen betrachtet, die es weiter zu bekämpfen gilt. Zwar werden uns von Zeit zu Zeit die unkalkulierbaren Risiken der technischen Entwicklung vor Augen geführt, der Glaube, dass wir unsere Probleme über weiteren kognitiven Fortschritt lösen müssen, bleibt aber ungebrochen. Die Problematik hinter aktuellen Krisen liegt  nicht nur in unserer limitierten Intelligenz begraben, und in der Notwendigkeit unser technisches Wissen zu perfektionieren, sondern vielmehr in den verkürzten, nutzen- und profitmaximierenden Handlungsweisen der Individuen, auf Basis opportunistischer Verhaltensstrategien.

Auch von Fukushima wurde bekannt, dass technische Mängel  aus profitmaximierenden Interessen vom Betreiber vertuscht wurden. Das marode AKW hätte in wenigen Tagen vom Netz gehen sollen. Man darf spekulieren, dass bereits ein verlängerter Betrieb des AKW’s stattfand, und überhöhte Risiken unter profitmaximierenden Aspekten vom Betreiber bewusst in Kauf genommen wurden.

Selbst wenn das  Individuum über konventionelles, moralisches Urteilsvermögen verfügt, verfällt es in seinen Handlungen dennoch in präkonventionelle Verhaltensweisen zurück, um die Bedingung der optimalen Nutzenmaximierung erfüllen zu können. Solange keine Haftungsansprüche geltend gemacht werden können, tendiert das Individuum auf der konventionellen, moralischen Stufe dazu, schadhafte Konsequenzen seiner Handlungen nicht in die Gewinn-Verlust Kalkulationen mit einzubeziehen. Dem Schaden seiner anonymen Mitmenschen steht das orange Individuum relativ gleichgültig gegenüber, solange sein eigenes Nutzenoptimum erfüllt ist. Die Folgen für die gesellschaftliche Wohlfahrt können verherend sein, wie wir am Beispiel der  Finanzkrise, oder der Atomkrise schmerzlich erfahren müssen.

Bei genauerer Betrachtungsweise fällt auf: Aktuelle Krisen (Finanzkrise, Klimakrise, Atomkrise) sind nicht so sehr die Folge davon, dass die Menschheit an das Limit ihrer kognitiven und  technischen Kapazitäten gelangt ist, und sich nun den unüberwindbaren Gefahren einer hochkomplexen Welt ausgesetzt sieht, sondern sie werden vielmehr durch defizitäre (konventionelle) Moral, durch Rücksichtslosigkeit, Habgier und blinden Egoismus einiger Individuen verschuldet.

Das orange Programm hat auch in Japan ein neometaphysisches Wunderland7 von beeindruckender Größe errichtet. Die schillernden Werbewände, Wolkenkratzer und die omnipräsente Hochtechnologie machen Tokio zum Aushängeschild  für das materialistische Projekt und zeigen auf, zu welch gewaltigen Entfaltungen es fähig ist.  Japan hat seine Flucht aus dem Ödland8 in das Wunderland konsequent vollzogen, doch die benötigten Gigawattstunden dafür, wurden mit einem hohen Preis bezahlt: Mit Atomkraftwerken, die in einem der seismisch aktivsten Gebieten der Erde errichtet wurden. Ist die Zeitkoordinate lange genug, fordern Risiken ihr Dasein ein. Mit einem Schlag ist man aus der Illusion des Wunderlandes in die Realität erwacht. Jene Zivilisation, die den Glauben an den technischen Fortschritt vielleicht am deutlichsten verkörpert hat, wird nun die Konstruktionsfehler des orangen Programms, für immer schmerzlich im Bewusstsein tragen.

Für die meisten industrialisierten Länder steht der Ausstieg aus der Atomenergie nicht in Frage, zu stark ist der Glaube an billige Energie, an rasches Wirtschaftswachstum und an die Erfüllung im Materialismus9. Die nukleare Krise Japans ist nicht die letzte Katastrophe des orangen Programmes, weitere, noch dramatischere müssen folgen, ehe ein postegozentrisches, (und möglicherweise transpersonales)10 Bios im Moralsystem einer breiteren Schicht Einzug halten kann. Was aber die japanische Atomkatastrophe den Menschen bereits vor Augen führen sollte, ist, dass die Verlängerung vorhandener Trends keinen Ausweg aus dem Dilemma des atomistisch-materialistischen Weltbildes bietet. Heilung lässt sich nur durch einen gravierenden Bewusstseinswandel herbei führen. 

Eine romantische Metapher sei zum Abschluss gestattet: Dass eines Tages die Reduktion der Kernkraft, auch das philosophische Ende des atomistisch-kartesianischen Zeitalters11 einleiten wird und die Welt in eine größere Vision eingeht, als die Zertrümmerung und Manipulation von materiellen Teilchen.

 

 

 

 

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. (1) Die moralische Entwicklung in  der Stufentheorie von Ken Wilber: von präkonventionell (egozentrisch, geozentrisch, biozentrisch, narzisstisch, an die Empfindungen und Impulse des Körpers gebunden), zu konventionell (soziozentrisch, ethnozentrisch, ist an eigenen Stamm, an eine Rasse, oder Gesellschaft gebunden), bis hin zu postkonventionell (universal-weltzentrisch).

"Diese Moralisierung durchläuft erstens die Stufe, in der die Wirkung instinktiver Impulse und unter dem Einfluss von Belohnung und Strafe modifiziert wird; zweitens die Phase, in der Verhalten vor allem durch Antizipation sozialer Anerkennung und Ablehnung kontrolliert wird; und drittens die Phase, in der Verhalten durch ein Ideal reguliert wird, dass den Menschen dazu befähigt, auf eine Weise zu handeln, die ihm richtig erscheint, unabhängig von Lob oder Ablehnung durch seine unmittelbare Umgebung.“ (Wilber, Integrale Psychologie, 2010, S. 100) zitiert nach (Broughton et a., 1982 , S. 277)

 

Zur moralischen Entwicklungstheorie von Kohlberg

http://de.wikipedia.org/wiki/Lawrence_Kohlberg

http://de.wikipedia.org/wiki/Stufentheorie_des_moralischen_Verhaltens

http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/MORALISCHEENTWICKLUNG/KOHLBERGQUIZ/Kohlbergquizr.htm

http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/MORALISCHEENTWICKLUNG/Kohlbergmodell.shtml 

Kohlberg,Lawrence -Moral stages and moralization

Colby, Ann & Kohlberg, Lawrence - Das moralische Urteil

 

(1.1) Das Problem des (orangen) Materialismus liegt nun darin verankert, dass moralisches Urteilen (entsprechend der Entwicklungsstufe) nicht gleich moralisches Handeln bedeutet.  Individuuen, die zwar in der Lage sind, auf Basis einer konventionellen Moral zu urteilen, verfallen dennoch in prä-konventionelle Handlungen, wenn es darum geht, das eigene Nutzenmaximum zu erfüllen. Daraus ergeben sich dualistische Konzepte in Bezug auf theoretischer und praktischer Menschenrechtsverteidigung, Umweltschutz und im täglichen Geschäftsleben.

 

(2) Orange Meme

http://de.wikipedia.org/wiki/Spiral_Dynamics

Becks, Don – Spiral Dynamics

 

(3) Kognitive Entwicklungslinie nach Piaget:

Vom Sensomotorischen, Präoperationalen, Konkret Operationalen (konop), zum Formal Operationalen (formop) zur Schau Logik ( postformales Stadium im System  von Wilber) ähnlich    integal- aperspektivistischer Entwicklungsstufe bei Jean Gebser.

Jede Stufe schließt die vorherige in sich ein, transzendiert diese aber auch. Das konkret operationale Bewusstsein entwickelt sich vom Egozentrischen zum Soziozentrischen und ist dadurch gekennzeichnet, dass es bereits unterschiedliche Perspektiven einnehmen kann.  Das formal operationale  Bewusstsein befreit sich von der anthropozentrischen Sicht des konkret operationalen Bewusstseins, es ist reflexive, universal, introspektiv, hypothetisch und deduktiv. Regeln und Normen der Gesellschaft (informelle und formelle Institutionen) können reflektiert und relativiert werden und aus unterschiedlichen und universalen  Perspektiven heraus beurteilt werden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Jean_Piaget

Wilber, Ken- Eros, Kosmos, Logos. Eine Jahrtausend-Vision.

Wilber, Ken – Integrale Psychologie

 

(4) Ansätze einer integralen Wirtschaftspolitik

http://perfect-trader.com/index.php?option=com_content&view=article&id=4150:integrale-wirtschaftspolitik&catid=69:science&Itemid=275

 

(5) http://de.wikipedia.org/wiki/TINA-Prinzip

 

(6) Das Orange Programm

http://perfect-trader.com/index.php?option=com_content&view=article&id=5172:das-orange-programm&catid=69:science&Itemid=275

 

(7) Das Wunderland

http://perfect-trader.com/index.php?option=com_content&view=article&id=5173:das-wunderland&catid=69:science&Itemid=275

 

(8) Das Ödland

http://perfect-trader.com/index.php?option=com_content&view=article&id=5174:das-oedland&catid=69:science&Itemid=275

 

(9)  Das orange Programm auf Hochtouren (in  Weihnachten im Wunderland )

http://perfect-trader.com/index.php?option=com_content&view=article&id=5095:weihnachten-im-wunderland&catid=60:life-a-style&Itemid=258

 

(10) Transpersonale Psychologie

http://perfect-trader.com/index.php?option=com_content&view=article&id=4166:transpersonale-psychologie&catid=69:science&Itemid=275

Grof, Stanislav- Kosmos und Psyche. An den Grenzen menschlichen Bewusstseins

Grof, Stanislav - Geburt, Tod und Transzendenz. Neue Dimensionen in der Psychologie

 

(11)  Neue Physik und Philosophia Perennis

http://perfect-trader.com/index.php?option=com_content&view=article&id=4162:neue-physik-&catid=69:science&Itemid=275

http://perfect-trader.com/index.php?option=com_content&view=article&id=4164:philosophia-perennis&catid=69:science&Itemid=275

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Research - Science

Syrien: Zwischen Propaganda, Imperialismus und Systemverfall

Bereits in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat der einflussreiche Globalstratege Zbigniew Brzezinski die Bedingungen für die amerikanische Weltherrschaft skizziert.  In "The Grand Chessboard" beschreibt er die Zukunft des amerikanischen Imperialsmus auf Basis militärischer Übermacht und kultureller Assimilation. Wirtschaftliche Überlegenheit wird durch global agierende Megakonzerne gesichert. In Anbetracht des Ölfördermaximus muss sich der geostrategische Imperialmsus auf Eurasien konzentrieren.  Nur wer die Kontrolle über Eurasien erlangt, kann die Entwicklung anderer Länder  behindern, und die Vormachtstellung zementieren. Brzezinski machte in der Vergangenheit an zahlreichen Stellen deutlich, dass bei der Umsetzung der Pläne Menschenleben keine Rolle spielen. Auch wenn die Zahl der Kriegstoten in die Millionen geht, auf dem Schachbrett des globalen Machtkampfes zählen sie nur als Bauernopfer.  
 
Das Project for New American Century (PNAC), mit Politgrößen wie Rumsfeld, Cheney und Wolfowitz,  formulierte zur Jahrtausendwende ähnlichen Ziele: Die totale Überlegenheit Amerikas, die Bekämpfung der Konkurrenten wie Russland und China und ökonomische sowie kulturelle Hegemonie. Wichtige Länder auf dem Speißeplan wurden festgelegt: Afghanistan, Irak, Syrien und Iran.  Für die amerikanischen Vorherrschaft sei es notwendigdas Militär enorm aufzurüsten und zu modernisieren.  Der Plan bekam den Namen Rebuilding Americas Defense. Und wie Brzezinski, kam auch das PNAC bereits vor dem 11. September 2001 zum Schluss, dass, um erfolgreich zu seinder amerikanische Imperialismus ein gewaltiges Trauma, wie ein neues Pearl Harbor, benötigen werde.  Nach dem Kalten Krieg bräuchte man einen neuen Feind. Ohne ihn würde die Transformation des Militärs ein sehr langwieriger Prozess werden, so der damalige Konsens
 
Wer  Papiere von Kissinger, Brzezinski und PNAC Mitgliedern wie  Kagan studiert, wird auf die weltpolitischen Ereignisse der letzten 12 Jahre und auch auf die Syrienkrise, vielleicht eine andere Sichtweise erhalten. Zu Beginn mag Wes Clark weiterhelfen: "Wir zerstören 7 Länder in 5 Jahren:  Irak, LybienLibanon, Somalia, Sudan, Syrien und Iran."
 
 
    
 
Syrien: Zwischen Propaganda, Imperialismus und Systemverfall
 

Cote d' Azur Lifestyle, stabile Ungleichgewichte und transpersonale Hoffnungen


Mein letzter Aufenthalt an der Cote d' Azur hat mich mehr denn je zum Grübeln gebracht, wie sich die Zukunft der Lifestyle Monokultur in den nächsten Jahren gestalten wird. Vor allem in Anbetracht der ökonomischen Entwicklungen der Eurozone, mit Rezession/Depression, Massenarbeitslosigkeit, dem strukturell ungelösten Währungsproblem, den wachsenden Staatsverschuldungen, der wachsenden EZB-Bilanz und dem Crash gefährdeten Finanzsystem, stellt man sich die Frage, was für ein grausames Spiel hier eigentlich abläuft.

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Habsucht und Kapitalismus

Gier ist geil heißt es in einem Artikel auf Welt.de, den Gier habe uns den Wohlstand gebracht. (link) Trotz aller Krisen, am Ende werde der Kapitalismus siegen und die Kritiker im Orkus der Geschichte verschwinden, so die Meinung des Autors.

Ist es wirklich so einfach? Ist unsere Welt derartig simpel gestrickt, dass wir uns auf die Gier verlassen dürfen und am Ende wird sich alles zum Guten wenden? Leitet uns die Habsucht als unsichtbare Hand in die bestmögliche Welt und in das Nutzenmaximum aller Individuen? Oder haben wir den Bezug zur Realität bereits vollkommen verloren, uns in eine Krankheit verirrt, und steuern blind auf unser  Verderben zu? Die Schuldenkrise ist ein ausgezeichnete Gelegenheit, um über diese Fragen zu reflektieren.

 

Gedanken zur „Eurokrise“

Fiatsystem, Hierarchiepathologien und Instabilität


Historisch betrachtethaben ungedeckte (Papier)Geldsyteme einen kurzen Lebenszyklus. Minsky hat erkannt, dass im Fiat-System die Schwingungsamplituden der Boom- Burst-Sequenzen zunehmen und Krisen immer größere Instabilität verursachen, solange, bis ein kritischer Wert überschritten wird und das Ponzi Scheme kollabiert. Wenn der finale Minsky Moment eintritt, favorisieren die Systemadministratoren, wie die Geschichte zeigt, zwei Wahlmöglichkeiten: Entweder sie rotten die Menschen mit Krieg millionenfach aus oder sie streichen Verbindlichkeiten, verkürzen die Soll-Haben Bilanz und booten das System neu.
 

 

SCIENCE

Economics

Tax Theory

Economic Policy

Transpersonal Psychology

New Physics

Integral Theory

Verschwörungstheorien, Neue Weltordnung und transpersonale Evolution

 

In den letzten 10 Jahren haben sich im Internet Verschwörungstheorien explosionsartig verbreitet. In diesem Artikel werden einige der bekanntesten Theorien  vorgestellt, die einen Bezug zur ökonomischen und psychosozialen Entwicklung habenIm Anschluss werden einige Gedanken angestellt, welche Verbindungen zur  westlichen Systemkrise und zur transpersonalen Bewusstseinsentwicklung bestehen.

1.  Verschwörungstheorien

2. Die Suche nach Hintergründen

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