Europa muss sich entscheiden.  22.11.2011

 Nach Wochen der stabilen Seitwärtsbewegung hat die Schuldenkrise die Aktienmärkte erwartungsgemäß wieder erfasst und lässt die europäischen Börsen abstürzen. Obwohl die EZB umfassende Anleihenkäufe der PIIG Staaten getätigt hat, konnten sich die Risikoaufschläge  auf italienische und spanische Anleihen zuletzt nicht mehr  beruhigen.[i] Gefordert  wird ein unlimitierter Anleihenankauf der EZB, der ab einer gewissen Zinsobergrenze aktiv wird. Die EZB beharrt auf Preisstabilität mit Geldmengenkontrolle und fordert die Politik zu fiskalen Maßnahmen. [ii] Die politischen Entscheidungsträger wiederum sind zerrissen zwischen Eurobonds mit Fiskalunion oder einer Rekonfiguration der Währungsunion ohne PIIGS Staaten. [iii]

Tatsache ist, dass die Politik mit ihrem bisherigen Krisenmanagement die Lage kontinuierlich verschärft hat und Europa an den Abgrund gestellt hat. Italiens Finanzierung ist auf  Sicht der nächsten 12 Monate ungewiss und man muss einen weiteren Anstieg der Risikoaufschläge befürchten. Eine Welle der Bankenpleiten kann bei einer weiteren Verschlechterung der italienischen Schuldenlage nicht mehr ausgeschlossen werden, ebenso wie die negativen Rückkoppelungseffekte zwischen Realwirtschaft und Finanzwirtschaft  mit den bisherigen Instrumenten nicht aufzuhalten sind. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch Frankreich und Deutschland ihre Bonität verlieren.  Wenn sich die Rezessionsanzeichen weiter verhärten, die Bonitätsabwertungsspirale von Banken und Staaten weiter dreht und die reale Schuldenlast zunimmt, droht der Kollaps.  

In der derzeitigen Situation kann der Aktienmarkt jederzeit von einer Panikwelle erfasst werden. Solange die politische Situation Europas in der Schwebe hängt, riskieren „Merkosy“ mit ihrer demonstrativen Entscheidungsunfähigkeit einen Crash der Börsen. Innerhalb weniger Tage würden dann enorme  Vermögenswerte  zerstört werden und die Ökonomie in eine langjährige Depression verfallen.  

Europa muss sich entscheiden. Geht es den Weg der Integration weiter mit einer koordinierten Wirtschaftsregierung und beendet damit die unglückliche Abwärtsspirale, oder  spaltet es sich nach einem langen und qualvollen Ernüchterungsprozess in eine nördliche und südliche Hemisphäre.

Wir stehen auch sozialevolutionär an einem bedeutsamen Scheidepunkt. Demokratie und Kapitalismus werden in ihren bisherigen Formen von einer zunehmenden Bürgerzahl in Frage gestellt. Die Einkommensdifferentiale verschärfen die Kluft zwischen Arm und Reich, die Jugendarbeitslosigkeit ist enorm und der demographische Wandel belastet unaufhaltsam die ohnehin leeren Staatskassen. Die Skepsis gegenüber der Politik wächst, vor allem gegen die zunehmende Machkonzentration der Brüsselbürokratie. Kann die enge Verflechtung von Politik, Wirtschaftselite und Hochfinanz an der Spitze der Hierarchie zu einer kollektiven Wohlfahrtsverbesserung führen, oder verfolgen die profitmaximierenden Eigeninteressen der Entscheidungsträger einen kontinuierlichen Verfall unserer Gesellschaft?

Auch wir Bürger müssen uns also entscheiden. Gehen wir  weiter nach dem Motto „die anderen sollen sich darum kümmern“  den Weg der Ignoranz und riskieren so in ein zunehmend totalitäres Regime der kapitalistischen "Statthalter" abzudriften, oder entscheiden wir uns für Eigeninitiative, Selbstverantwortung und demokratischer Mitbestimmung am kollektiven Entwicklungsprozess? Entscheiden wir uns für mehr hierarchische Herrschaft, Weisung und Starre, oder für mehr Heterarchie, Dialog und Dynamik?



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Chart Analyse - Marktbericht

Cote d' Azur Lifestyle, stabile Ungleichgewichte und transpersonale Hoffnungen


Mein letzter Aufenthalt an der Cote d' Azur hat mich mehr denn je zum Grübeln gebracht, wie sich die Zukunft der Lifestyle Monokultur in den nächsten Jahren gestalten wird. Vor allem in Anbetracht der ökonomischen Entwicklungen der Eurozone, mit Rezession/Depression, Massenarbeitslosigkeit, dem strukturell ungelösten Währungsproblem, den wachsenden Staatsverschuldungen, der wachsenden EZB-Bilanz und dem Crash gefährdeten Finanzsystem, stellt man sich die Frage, was für ein grausames Spiel hier eigentlich abläuft.

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