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Handelsstrategien für Anfänger

Short Term Trading Setups (by Oliver Sorin)

Diese Sektion beschäftigt sich mit dem Thema kurzfristige "price pattern" für Day- und Swingtrading. Die hier vorgestellten Einstiegssignale von Autoren wie Jeff Cooper oder Raschke basierend auf einfachen charttechnischen Formationen. Einige der Einstiegssignale bestehen überhaupt nur aus ein paar Kerzen (Bars). Es sind "Marktanomalien" die zumeist auf Beobachtung beruhen, und die nach Meinung der Autoren, überdurschschnittliche Trefferquoten und Reward to Risk Verhältnisse aufweisen und damit profitables Trading ermöglichen. Zumeist handelt es sich bei den vorgestellten Signalen um reine Einstiegssignale, ohne Stop Loss, ohne Exitstrategie, ohne Moneymanagement und ohne vorgefestigtem Positionsmanagement. Diese müssen von Anwender selbst gefunden werden. Es sind somit keine vollständigen Handelsstrategien, sondern lediglich gewisse "Grundkonstrukte", die in eine Handelsstrategie integriert werden können. Insofern ist auch die Bezeichung "Trading Setup" die Cooper verwendet dann irreführend, wenn damit suggeriert wird, dass es sich um geschlossene Handelsstrategien handelt.

Die gezeigten Muster sind ausgesprochen bekannt und viele Leser werden wohl schon darauf gestossen sein. Dieser Artikel richtet sich daher an Tradinganfänger die auf Inspirationssuche für einfache Handelsansätze sind.

 

 

Three higher highs - Three lower lows

Eine interessante Preisbewegung findet bereits bei W.D Gann Erwähnung und sollte meiner Meinung nach auch heute noch Beachtung finden. Es handelt sich dabei um drei ansteigende Wellentiefs im Aufwärtstrend oder drei fallende Wellenhochs im Abwärtstrend. Je symmetrischer die Abstände, umso besser. Gekauft wird im Aufwärtstrend am Ausbruchspunkt des zweiten Hochs, verkauft wird im Abwärtstrend am Breakpoint des zweiten Tiefs. Es handelt sich somit um eine Trendfortsetzungstaktik, Stop Loss und Exitstrategie sind abhängig von der charttechnischen Verfassung des Marktes.


 

 

Gartley

Eine sehr interessante Formation ist das Gartley. Beruhend auf Fibonacci Proportionen ist die Trefferquote zwar relativ gering, der eng angesetzte Stopp in Verbindung mit dem hohen potentiellen Gewinn macht dies jedoch mehr als wett. Erstmals wurde das Pattern von H.M. Gartley vorgestellt, heute existieren jedoch verschiedene Variationen mit verschiedenen Fibonacci Verhältnissen. Ich persönlich screene nach dem 62er Retracement auf Punkt B und dem 78er Retracement bei Punkt D. Wenn Sie das Swingtrading Archiv von Perfect-Trader.com zurückverfolgen, werden Sie bemerken, dass ich vor allem in den 60 Minuten Charts der großen Währungspaare nach Gartleys und den verwandten Butterflys suche und in bestimmten Marktphasen verstärkt handle. Vor allem dann, wenn in den Aktienmärkten wenig Volatiltität herrscht.

(Easy Language Code für Gartley Indikator)


 

 

Wolfe Wave

Wolfe Waves (benannt nach Bill Wolfe) sind interessante Formationen. Sie haben meiner Ansicht nach eine geringe Trefferquote. Doch auch hier gibt es einen Vorteil: Der sehr enge Stopp mit dem das Risiko begrenzt wird. Entwickelt sich die Welle erstmal, wird das Kursziel oft erreicht und es kann innerhalb einer kurzen Zeit ein großer Treffer eingefahren werden. Diese Strategie eigenet sich daher sehr gut für die Umsetzung mit kurzlaufenden Optionen.

 

Ich versuche , den Stopp so eng wie möglich unter der Trendlinie zu platzieren (für long). Die Wellen haben den Vorteil, dass man sehr schnell weiß, wenn man falsch liegt. Es sollte am Punkt 5 sofort eine schnelle und dynamische Bewegung einsetzen. Ist dies nicht der Fall, wird der Trade geschlossen, bevor der Stopp ausgelöst wird. Auch Intraday können sich in Märkten wie dem S&P im 5 Minuten Chart gute Signale entwickeln. Achten Sie vor allem während der Eröffnung und bei überraschenden Nachrichten auf die Entstehung dieser Formation.

(Easy Language Code für Wolfe Wave)


 

 

Jeff Cooper

Jeff Cooper präsentiert in seinem kurzem, aber gut gelungenem Tradingbuch "Hit&Run" Strategien einfache Setups für den Markteinstieg. Das Zeitfenster orientiert sich an Day- und Swingtrader. Die meisten der Strategien kommen ohne Indikatoren aus.

 

 

Expansion Breakout

Eine einfache Strategie beruht i auf einem Ausbruchsmuster, das Cooüer "expansion breakout" nennt. Die Idee ist im Grunde die gleiche wie bei den Turtles: Es ist ein einfaches Ausbruchssetup und liefert daher in der Realität viele Fehlsignale. Für den erfolgreichen Einsatz dieser Taktik ist daher ein strenges Positions- und Moneymanagement, gleich wie bei den Turtles, unbedingt notwendig.

Regeln für long

Ausbruchstag (Tag 1) muss ein neues zwei Monatshoch sein.

Handelsspanne des Ausbruchstages >= der größten Spanne von neun Tagen sein.

Kauf morgen (Tag 2) knapp über dem Hoch des Ausbruchstages.

Sl knapp unter dem gestrigen Schlusskurs


 

 

1-2-3

Cooper handelt bei diesem Setup stark tendierende Aktien, die drei Tage lang konsolidieren. Die Idee dieser Strategie ist eigentlich schon sehr alt, Jeff hat sie lediglich neu verpackt. Auch Gann erwähnt, dass Märkte oft eine Korrektur für 3 Tage vollziehen, bevor sie ihren Trend wieder aufnehmen. Achten Sie in starken Trends stets auf dieses Muster.

Regeln für longAdx(14)>30

DI+(14) > DI-(14)

Drei Kerzen mit aufeinanderfolgenden tieferen Tiefs

Kauf nur am vierten Tag über dem Hoch des dritten Tages

Sl nahe Tief von Tag 3

 

Backtest Ergebnisse für 1-2-3-4

1-2-3-4 ist eher eine Strategie für den disrektionären Markteinstieg. Erscheint das Signal auf einem Tageschart eignet es sich gut dafür,den Ausbruch intraday im Tageshandel zu timen. Die rein mechansichen Backtests auf Tagescharts auf die 30 Einzelwerte des Dow Jones zeigen schwache Ergebnisse. Ich habe mit einer stark vereinachten Exitstrategie für den Testzeitraum 1988 bis 2004 folgende Backtest Ergebnisse erhalten:

Performance Report

Net Profit: 6,5%

Number of Trades : 404

Winning :30%

 

Profit Faktor : 1,12

Das Fazit der Tests lautet: Eine sehr niedrige Trefferqoute die einen weiteren Filter nötig machen würde, um die Idee sinnvoll im mechanischen Handel einsetzen zu können. Die Einstiege an sich sind teilweise in Ordnung, doch wenn man eine Handelsidee sytematisch gestalten will, ist wie immer ist der Exit das große Problem.

 


 

 

 

Hammer

Diese Candlestickformation findet auch bei Cooper Erwähnung. Dort wird sie unter dem Lizard-Setup für kurzfristige Markteinstiege für Bewegungen gegen den Trend verwendet. Hammer und Engulfing sind die beiden Candlestickformationen, denen ich die größte Bedeutung beimesse. Vor allem der Hammer ist eine zuverlässige Kerze wenn es darum geht, bevorstehende Korrekturbewegungen gegen den Trend aufzuspüren, nicht nur in Tagescharts, sondern auch in den Intradaycharts.

 

Regeln für long

close und open müssen im oberen Viertel der Handelsspanne liegen

Tagestief muss das größte Tief seit 10 Tagen sein.

Kauf am nächsten Tag über dem High von Tag 1

Sl eng

Lehrbuch Schema für eine Kerze "Hammer"

Chartbeispiel für einen Hammer


 

 

Inside Bars

Die im Point&Figure Artikel bereits zur Spache gekommene Formation der zwei Insidesäulen kann natürlich auch auf normale Barcharts übertragen werden. Ich messe dieser Preisbewegung vor allem in Tagescharts hohe Beachtung bei. Findet sich dieses Setup im Daily Chart der großen Indizes wie S&P500 oder Dax, kann der Ausbruch im Daytrading mittels Intradaychart getimed werden und bietet häufig ausgezeichnete Einstiege in dynamische Preisbewegungen. Es ist eine Ausbruchstaktik, die schnelle Gewinnmitnahmen ermöglicht. Danach kann die verbleibende Position mit einem nachgezogenen Stop Loss abgesichert werden.


 

 

Gaps

Es gibt sehr viele Arten Gaps zu traden. Als breakaway Gap, als Larry Williams Ooops Pattern, als Jeff Cooper´s Gilligan´s Island Pattern usw. Eine gute Idee ist es, Umkehr Gaps mit den Bollinger Bändern zu filtern. Für einen Longeinstieg benötigt es einen niedrigeren Eröffnungskurs als das Tief von Gestern und außerhalb der Bollingerbänder (mit 20er GD und 2 Standartabweichungen, je höher die Standardabweichung gewählt wird, desto weniger Signale erscheinen). Diese Stategie entspringt meiner eigenen Beobachtung, achten Sie jedoch darauf nicht gegen eine dritte Welle eines Impulses zu handeln, denn in diesem Fall ist das Gap als Trendbestätigungssignal zu interpretieren.

 

Regel für short

1. Open heute muß höher als High gestern sein.

2. Open heute muß außerhalb der Bollinger Bänder liegen.

(Für long die Regeln entsprechend umkehren)


 

 

Sell on good news

Diese Intraday- Strategie funktioniert erstaunlich oft und basiert auf die Marktbewegung nach wichtigen Wirtschaft- oder Unternehmenszahlen. Man notiert sich den Kurs 3 Minuten bevor die Zahlen veröffentlicht werden. Dieser Kurs wird zum Pivot Point und findet auch vom Parkett Beachtung. Man kann häufig beobachten, dass kurz vor der Veröffentlichung die Kurse zu rennen beginnen und diese Bewegung einige Minuten anhält. Doch plötzlich drehen die Preise scharf nach unten und durchschneiden den notierten Pivot Point. Ab diesem Zeitpunkt sollte man short sein, nicht selten ergibt sich ein Swinghigh für mehrere Tage.


 

 

Raschke

Raschke Linda Raschke präsentiert in ihrem Buch Streets Smart einige sehr interessante Tradingsetups.Drei davon werden hier kurz vorgestellt. Turtle Soup, Turtle Soup+1 und der Holy Grail Ansatz.

 

Turtle Soup

Turtle Soup reagiert auf den Umstand, dass Ausbrüche, die von den legendären Turtle Trader in ihrem System erfolgreich getradet wurden, immer öfters zu Fehlausbrüchen führen. Der Einstieg durch das Turtle Soup Setup macht sich dieser Situation der falschen Ausbrüche zunutze.Das Signal kann in allen Zeitfenstern gehandelt werden.

Regeln für long:1.Heutige Tief muss das tiefste Tief seit 20 Bars sein.Je tiefer das Tief umso besser.2.Das letzte 20Perioden Tief muss mindestens 4 Bars zurückliegen3. Buy stop nur heute knapp über dem letzten 20 Perioden Tief4.Sl unterhalb des heutigen Tagestief.5. Gewinnmitnahmen nach eigenem Ermessen

 


 

 

Turtle Soup+1

Turtle Soup+1 ist eine Variation des oben genannten Setups. Der Vorteil dieser Strategie liegt darin, dass der eigentliche Markteinstieg erst am nächsten Tag nach der Signalgenerierung erfolgt und man sich dadurch in aller Ruhe auf den Trade vorbereiten kann.

Regeln für long

1. Neues 20 Tage Tief, das letzte 20 Tage Tief muß mindestens 3 Bars vorher sein.

2.Buy stop wird nur für den nächsten Tag am vorhergehenden 20 Tage Tief platziert.

3. Sl unter dem 20 Tage Tief.

4. Gewinnmitnahmen subjektiv

 

 

{tab=Testergebnisse für Turtle Soup +1 }

Ich habe die Regeln backgetestet. Die Strategie eignet sich eher für den diskretionären Einsatz, da ein erfahrener Trader den Exit besser wählen kann. Trotzdem zeigten die mechanischen Backtests überraschend positive Ergebnisse. Getestet wurde auf die 30 Einzelwerte des Dow Jones von 1988 bis 2004.

Es zeigt sich, dass die Trefferquote eindeutig zu nieder ist. Ein Signalfilter (z.B. Vola ) würde eine Möglichkeit zur Weiterentwicklung der Handelsidee bringen.

Performance Report

Net Profit : 127%

Number of Trades : 1.900

Winning : 30%

Profit Faktor : 1,52

{tab= Wealth lab Code }

var Bar, i: integer;
var xStopLevel, PrevLowPrice: float;

xStopLevel := 0.0;
InstallTrailingStop( 10, 70 );
InstallProfitTarget(15);
InstallStopLoss(7);
for Bar := 21 to BarCount() - 1 do
begin
ApplyAutoStops( Bar );
if LastPositionActive() then
begin
if PositionLong( LastPosition() ) then
CoverAtStop( Bar + 1, xStopLevel, LastPosition(), '' )
end
else
begin
if ( PriceLow( Bar) <= Lowest( Bar, #Low ,20 ) ) AND
( PriceLow(Bar -1) > Lowest( Bar -1, #Low, 20) ) AND
( PriceLow(Bar -2) > Lowest( Bar -2, #Low, 20) )
then begin
{ search previous 20 - day low }
PrevLowPrice := PriceLow(Bar);
for i := 3 to 20 do
begin
if PriceLow(Bar-i) <= Lowest(Bar-i,#Low,20) then
begin
PrevLowPrice := PriceLow(Bar-i);
i := 20;
end;
end;
BuyAtStop(Bar+1, PrevLowPrice, '');
xStopLevel := 0.99 * PriceLow(Bar);
if PriceLow(Bar+1) < PriceLow(Bar) then
xStopLevel := 0.99 * PriceLow(Bar+1);
end;
end;
end;

{/tabs}


 

Holy Grail

Wie alle Setups in dem Buch Steet Smarts zeichnet sich auch der Holy Grail Ansatz durch Einfachheit aus. Es handelt sich dabei um ein Trendfortsetzungssetup. Zum Einsatz kommt ein 20er gleitender Durchschnitt und der Adx. Gekauft wird der Rücksetzer auf den GD, wenn der ADX von 14 Bars über 30 notiert.

Regeln für long

1.Adx(14) > 30

2.Buystop über dem

 

 

Darüber muss man eigentlich wenig sagen: Pfeilwurfstrategie