Professional Market Forecasting and Trading

Perfect-Trader.com

Wie berichtet, hat die Türkei einen russischen Kampfjet abgeschossen (link).  Die Welt blickt nun gebannt auf die weitere Entwicklung.  
.

Russland hat die türkischen Vorwürfe der wiederholten Luftraumverletzung zurückgewiesen. Der SU24 Kampfjet hätte sich die ganze Zeit über syrischem Boden befunden. Das türkische Verteidigungsministerium wiederum hat Radar Daten veröffentlicht, die die Position des russischen Kampfjets bestätigen sollen.  Damit stehen sich  bislang zwei unversöhnliche Meinungen gegenüber. Die Parteien beschuldigen sich (bis jetzt noch indirekt) gegenseitig der Lüge, was bereits Grund genug wäre, dem anderen den Krieg zu erklären

Klar ist nur, der russische Jet ist über syrischem Boden abgestürzt, der von Anti-Assad Söldnern kontrolliert wird. Zumindest einer der beiden russischen Piloten ist tot. Bilder im Netz zeigen den Leichnam von Rebellen umstellt. Offenbar  wurde er  von syrischen Oppositionellen getötet. Unbestätigten Berichten zufolge wurde der  zweite Pilot gefangen genommen. Von welcher  Kämpfergruppe  ist noch unbekannt.  Alles wartet jetzt auf Putins Kommentar. Und der wird nicht zimperlich ausfallen. Bei aller Härte, die Russland in diesem Muskelspiel jetzt zeigen muss, wird man dennoch nicht alles auf eine Karte setzten. Putin wird den Türken  eine Hintertüre offen lassen, über die sie die Lage noch deeskalieren könnten
 
Die NATO wiederum hat eine Sondersitzung einberufen, die um 17:00 MEZ beginnen soll. Wenngleich die Ziele in Syrien von  U.S./NATO und dem Russland/China Bündnis entgegengesetzt sind, zum jetzigen Zeitpunkt haben die Parteien noch kein Interesse, den Konflikt zum Dritten Weltkrieg eskalieren zu lassen.  Aber dieses Ereignis wird genutzt werden, um Stärke zu demonstrieren. Man wird eher  auf eine Strategie der gegenseitigen Schuldzuweisung und Abschreckung setzen, anstatt auf Entschuldiungen und Versöhnung
 
Es sieht danach aus, dass der türkische Abschuss eine Rache für die kürzlich von Russland zerstörten IS ÖL-Tanker ist. Es  ist ein Warnschuss, dass man die Zerstörung des Islamischen Staates nicht ohne weitere Gegenwehr hinnehmen wird. Erst kürzlich hatte Erdogan gesagt, die russischen Angriffe in Syrien seien ein "Grave Mistake". Die russischen Bombenangriffe  seien für die Türkei unakzeptabel, so Erdogan.   
 
Wenngleich viele Beobachter derzeit noch davon ausgehen, dass Erdogan hier einen Alleingang ohne NATO Absprache gestartet hat, halte ich das für eher unwahrscheinlich. Zwar ist der gottgleiche Sultan (nach dem Merkel/EU Kniefall in Sachen Refugees und absoluter Mehrheit nach den Wahlen) gerade im prophetischen Höhenrausch, aber sich mit der NATO und mit Russland gleichzeitig anzulegen, wäre selbst für den egomanischen  Erdogan etwas zu unüberlegt.
 
Unabhängig davon, ob die NATO für den  Abschuss grünes Licht gegeben hat oder nicht, wird sie das Bündnis mit der Türkei bekräftigen und zur Verteidigung gegen Russland einstehen.  Denn wie bereits in zahlreichen Beiträgen geschrieben: Die Zeichen stehen unmissverständlich Spannung. Auf Seiten der NATO verfolgt man eine Strategie der Konfrontation mit Russland und nicht der Deeskalation.  
 
Aus neutraler Sicht muss man die Aktion als Aggression gegen Russland werten. Selbst wenn der Jet die Grenze überschritten hätte, bestand für die türkische Bevölkerung zu keiner Zeit Gefahr. Das erklärte Kriegsziel ist die Bekämpfung des Terrorismus. Man würde eigentlich türkische  Beihilfe und Solidarität mit den russischen Streitkräften erwarten.
 
 

http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/293760-russische-kampfjets-zerst%C3%B6ren-%C3%BCber-1000-%C3%B6ltanker-des-is

https://www.youtube.com/watch?v=BWDcGy5GceA