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Solange Brot und Spiele zur Verfügung stehen, kümmern sich die Menschen wenig um Bürgerrechte und um den Erhalt der demokratischer Grundprinzipien. Auf diese Weise können Großkonzerne und Großbanken indirekt über Lobbys oder direkt durch Korruption, auf die politische Führung Einfluss nehmen und ihre Macht schrittweise ausweiten. Sie können das demokratische System unterwandern, ihre Interessen durchsetzten und die kollektive Wohlfahrt mindern. Lange Zeit fand  in der westlichen Welt dieser Prozess im Verborgenen statt. Doch die Macht der Großkonzerne und Systembanken ist mittlerweile so groß, dass sie den Krieg zunehmend öffentlich austragen können. Monsatos Einfluss beispielsweise, ist so gewaltig, dass der Konzern in Amerika seine Gesetze selbst schreiben kann [i]. Das Bankensyndikat hat solche Macht erlangt, dass es über dem Gesetz steht und strafrechtlich nicht mehr verfolgt wird, egal welche Verbrechen es begeht (too big to chail). Die hoffnungslos überschuldeten Regierungen sind darauf angewiesen, dass die Primärhändler ihnen die Neuverschuldungen abkaufen. Wenn sie sich weigern, können die politischen Marionetten abtreten. Das demokratische System ist in Gefangenschaft der Großbanken und des Finanzsystems.

Dort wo sich Macht und Vermögen zentralisieren, bilden sich elitäre Interessenskreise. Sie maximieren ihren Profit und Einfluss, bilden Hierarchiepathologien, und sorgen in der langen Frist für Systemdestabilisierung.  

Auch in Europa ist die Machtübernahme soweit fortgeschritten, dass sich die Elite als neuer Herrscher des Systems zunehmend outen kann. Zwar gibt es  einen Widerstand aufgeklärter Individuen, die gegen zunehmende Macht und Vermögenskonzentration zu Felde ziehen, die Masse lässt sich jedoch weiterhin ohne Gegenwehr knechten. Bewegungen wie Occupy und Blockupy werden bislang nur von einer kleinen Gruppe getragen, der Protest ist im Mainstream noch nicht angekommen. Denn solange die Teller nicht komplett leer sind, sieht die Masse, trotz zunehmender Frustration und Armut, noch keinen Grund aktiv zu werden.

Der vorhandene Protest ist größtenteils noch friedlich. Doch sobald die realen Lebensmittelpreise [ii] stark ansteigen und Hunger einsetzt, wird sich die aufgestaute Frustration über das ausbeuterische System in Gewalt umschlagen. Europa ist in einer Depression und geprägt von Massenarbeitslosigkeit und einer verlorenen Jugend. Die Aufhebung des Sozialstaates und die Verarmung der Mittelschicht führt zu dramatischen Entwicklungen. Viele Menschen sind an einem Punkt angekommen, an dem sie nichts mehr zu verlieren haben. Eine dekadente Elite schwelgt im wachsenden Überfluss. Der Trend setzt sich unbarmherzig fort. Das sind Zutaten für die Eskalation.

Die Straßenschlachten in Frankreich [iii], Türkei [iv], Schweden [v] und in Frankfurt [vi] sind ein Vorgeschmack auf die nächsten Jahre. Viele dieser Gewaltexzesse mögen noch unfokusiert sein und sich in Ausländerfeindlichkeit oder Minderheitenhass niederschlagen. Doch sie besitzen einen gemeinsamen Nenner: Armut, ein Leben in Knechtschaft und aufgestaute Frustration.

Wir haben bereits früh davor gewarnt, dass die Maßnahmen der Eurokraten zu einer Radikalisierung der linken und rechten Flügel führen wird [vii]. Zunehmend wird sich auch die politische Elite diesem Trend bewusst. Die zwanghafte Zentralisierungsversuche werden, zumindest im offiziellen Ton, zurückgefahren [viii] (im Hintergrund wird weiterhin an den vereinigten Staaten Europas gearbeitet). Die Sparprogramme werden aus Angst vor Revolutionen gelockert [ix]. Die Furcht vor blutigen Aufständen nimmt zu [x]. Auch die Uno warnt vor sozialen Unruhen in Europa [xi].

Erfahrene Marktbeobachter sehen die Gefahr eines wirtschaftlichen Kollaps, dessen Folge unausweichlich Krieg ist [xii]. Anhänger der Lange-Wellen-Theorie warnen davor, dass der Kondratieff Winter häufig mit Krieg endet. Larry Edelson kommt unter Berücksichtigung zyklischer Faktoren zu der Erkenntnis, dass die Kriegsgefahr zunimmt [xiii] .    

Unabhängig davon weisen auch unsere zyklischen Modelle darauf hin, dass die gewalttätigen und kriegerischen Auseinandersetzungen in den nächsten 3 Jahren häufiger werden. Auch in Europa muss man mit einer Zunahme von gewaltsamen Aufständen rechnen, die sich bis hin zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen entwickeln könnten. Mit 2014 treten wir in eine neue Phase der Krise ein.

Der in Europa bislang verborgene Kampf zwischen Heterarchien und Hierarchien [xiv] wird nun zunehmend auf die Straßenschlachten verlagert. Auch in Europa fordert  der Aufstand gegen Diktaturen und pathologische Machthierarchien erste Opfer. Blut rinnt bereits durch die Straßen [xv]. Es ist eine traurige Tatsache, dass erst durch soziale Tragödien ein Fortschritt in der Bewusstseinsentwicklung ermöglicht wird.

"Ein Studium der Geschichte führt zur traurigen Erkenntnis, dass große Bewusstseinssprünge der Menschheit häufig erst durch Kriege und menschliche Katastrophen ermöglicht wurden. Es ist zu befürchten, dass die Menschheit aus ihrer Ödland -Wunderland Schizophrenie erst erwacht, nachdem ein kollektives Trauma ihre Scheinwelt in Schutt und Asche gelegt hat [xvi]."
 
Ein Weltkrieg ist zwar unwahrscheinlich, kann aber nicht mehr ausgeschlossen werden. Die Welt rüstet seit 2001 auf, was die Gefahr für eine globale Auseinandersetzung nicht gerade vermindert. Die Staatschulden explodieren auf immer höhere Rekordniveaus. Nie zuvor war die Welt in Friedenszeiten derartig verschuldet. Mit den internationalen Quantitative Easing Programmen wird die Kreditblase auf immer größere Dimensionen aufgepumpt. Sollte das Fiatsystem tatsächlich in einem finalen Minsky Kollaps enden, kann niemand die Folgen prognostizieren.  


[ii] Zyklisch betrachtet rechnen wir im Jahr 2014 mit  anziehenden Lebensmittelpreisen. Es herrscht ein enger Zusammenhang zwischen Lebensmittelpreisen und globalen Konflikten. 

Brennpunkt Syrien

 

Syrien: Zwischen Propaganda, Imperialismus und Systemverfall

 
 
Bereits in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat der einflussreiche Globalstratege Zbigniew Brzezinski die Bedingungen für die amerikanische Weltherrschaft skizziert.  In "The Grand Chessboard" beschreibt er die Zukunft des amerikanischen Imperialsmus auf Basis militärischer Übermacht und kultureller Assimilation. Wirtschaftliche Überlegenheit wird durch global agierende Megakonzerne gesichert. In Anbetracht des Ölfördermaximus muss sich der geostrategische Imperialmsus auf Eurasien konzentrieren.  Nur wer die Kontrolle über Eurasien erlangt, kann die Entwicklung anderer Länder  behindern, und die Vormachtstellung zementieren. Brzezinski machte in der Vergangenheit an zahlreichen Stellen deutlich, dass bei der Umsetzung der Pläne Menschenleben keine Rolle spielen. Auch wenn die Zahl der Kriegstoten in die Millionen geht, auf dem Schachbrett des globalen Machtkampfes zählen sie nur als Bauernopfer.  
 
Das Project for New American Century (PNAC), mit Politgrößen wie Rumsfeld, Cheney und Wolfowitz,  formulierte zur Jahrtausendwende ähnlichen Ziele: Die totale Überlegenheit Amerikas, die Bekämpfung der Konkurrenten wie Russland und China und ökonomische sowie kulturelle Hegemonie. Wichtige Länder auf dem Speißeplan wurden festgelegt: Afghanistan, Irak, Syrien und Iran.  Für die amerikanischen Vorherrschaft sei es notwendig, das Militär enorm aufzurüsten und zu modernisieren.  Der Plan bekam den Namen Rebuilding Americas Defense. Und wie Brzezinski, kam auch das PNAC bereits vor dem 11. September 2001 zum Schluss, dass, um erfolgreich zu sein, der amerikanische Imperialismus ein gewaltiges Trauma, wie ein neues Pearl Harbor, benötigen werde.  Nach dem Kalten Krieg bräuchte man einen neuen Feind. Ohne ihn würde die Transformation des Militärs ein sehr langwieriger Prozess werden, so der damalige Konsens. 
 
Wer  Papiere von Kissinger, Brzezinski und PNAC Mitgliedern wie  Kagan studiert, wird auf die weltpolitischen Ereignisse der letzten 12 Jahre und auch auf die Syrienkrise, vielleicht eine andere Sichtweise erhalten. Zu Beginn mag Wes Clark weiterhelfen: "Wir zerstören 7 Länder in 5 Jahren:  Irak, Lybien, Libanon, Somalia, Sudan, Syrien und Iran."
 
   
 
Syrien: Zwischen Propaganda, Imperialismus und Systemverfall