Professional Market Forecasting and Trading

Perfect-Trader.com

Der Gold Crash gibt selbst den erfahrensten Marktbeobachtern Rätsel auf. Die Verkaufsaktion am 12 April 2013 hatte ein enormes Volumen. Innerhalb weniger Stunden wurden  Futureskontrakte im Wert von 400 Tonnen umgesetzt. Gold verlor an einem Tag 5 %, der größte Tagesverlust seit 40 Jahren. Nach Grant Williams ist der zweitägige Handelsverlust von 213$  ein Ereignis mit 8  Standartabweichung. Der Eintritt des Ereignisses kann während einer Milliarde Jahre 1 mal erwartet werden.

Einige Beobachter gehen davon aus, dass hinter dem hohen Volumen die Zentralbanken stecken. Über ihre Motive wird spekuliert. Jim Rickards hat neulich die Vermutung ausgesprochen, der Kurs werden in Abstimmung der großen Zentralbanken gedrückt, um China den Aufbau eines 4000 Tonnen Stocks zu ermöglichen. Im Vergleich zur EU, Russland und Amerika soll China noch ein unterdurchschnittliches GDP/Gold Ratio haben und wäre damit für eine globale Währungsumstellung noch nicht ausreichend positioniert. Sobald China die Quote erreicht, könnte man das derzeitige Fiat System kollabieren lassen und die Währungsreform durchziehen. Im Grunde wäre es ausreichend, die Quantitative Easing (QE) Programme zu beenden, um den Stecker zu ziehen. Ob Gold als Teil des neuen Währungssystems dienen wird, ist unklar. Ein Rückschritt zum reinen Goldstandart scheint sehr unwahrscheinlich. Mehr Chancen sollte eine "Energy Backed Currency" haben, wie sie beispielsweise von Chis Crook vorgeschlagen wird. Vorstellbar wäre auch eine Mischform mit Gold+Energie Deckung. Selbst  Co2 Ausstoß gebundene Währungssysteme sind im Gespräch

Eine andere Spekulation über das Motiv hinter den koordinierte Verkaufsaktion geht davon aus, dass die Zentralbanken die Flucht aus dem Fiat-System verhindern wollen. Bei der starken Geldmengenausweitungen durch die QE Programme von FED, BOJ und BOE ist Gold ein natürlicher Hedge gegen antizipierte Inflation und gegen einen Systemzusammenbruch. Ein fallender Goldpreis verringert die Attraktivität des Goldes als Hedge. Zugleich wird durch den fallenden Goldkurs ein optimistisches Preissignal an die Märkte gegeben, dass Hyperinflation keine Gefahr mehr ist und die Wirtschaft wieder an Stabilität gewinnt. Das Manipulationsmotiv der Zentralbanken besitzt durchaus Schlüssigkeit, denn ein Goldpreis über 2000$ hätte ein starkes Signal  gesetzt, dass Investoren mit einer Verschärfung der Krise rechnen. Preise um 3000$ hätten zunehmende Panik auslösen könnenDer Goldpreis ist ein starker Krisenindikator und wird von den Menschen weltweit als solcher genau beobachtet.

Wenn der Preis weiter fällt, wird Gold als Vermögensbewahrer unattraktiver. Damit wird eine weitere Form von Vermögensflucht ausgetrocknet, um Währungs-Zirkulationen außerhalb des Bankensystems zu unterbinden. Die Regierungen weisen weltweit Bemühungen auf, den Kapitalverkehr vollkommen unter Kontrolle zu bekommen und Schattensysteme abzuschalten. Es gibt enorme Angriff auf die Steueroasen und auf das Bankgeheimnis. Bitcoin wird massiv unter Druck gesetztHandelsbörsen  (MtGox) werden von den Regulatoren ausgeschalten. In Europa  wird der Bargeldverkehr eingeschränkt  [i], vor allem in Griechenland, Spanien und Italien [ii]. Schweden will ein Bargeldverbot einführen [iii]. In einigen Ländern wurde das Abhebelimit auf ein paar Hundert Euro pro Tag reduziert. Ebenso wurde das Limit im Bargeld Zahlungsverkehr stark gesenkt. In einer Zeit, in der immer mehr Menschen in Europa verarmen und verhungern, ist man plötzlich von höchster Ebene aus und gesetzlich darum bemüht, dass jeder ein Bankkonto haben muss. Der Propaganda Schlachtruf der Politik lautet: "Der Kampf gegen das Bargeld, ist ein Kampf für die Zivilisation." [ii-2]

In  Spanien müssen Residenten aus dem Ausland ihre Vermögen über 50.000 Euro melden. Bei all diesen Maßnahmen liegt der Verdacht nahe, dass man eine umfassende Konfiszierung der Bankeinlagen plant [iv]. Dazu passen auch zahlreiche Gesetzesentwürfe und Beschlüsse, die den Zugriff auf die Kundengelder der Banken ermöglichen [v]. Auch die zentralisierte Bankenaufsicht unter der EZB [v-1] wird Plünderungen erleichtern. Für den Erhalt der Eurozone wird es notwendig sein, einen optimalen Zugriff auf die privaten Vermögenswerte zu haben, wenn Pensionskassen, Bankkonten und Immobilien für die Schuldentilgung beansprucht werden. Wirtschaftswachstum ist in Europa ein Wunschtraum und die unüberwindbare Schuldenlast wird nur durch einen umfassenden Schnitt wieder auf ein verträgliches Maß zurückzuführen sein. Viele Bürger [vi] und Investoren rechnen bereits mit einem neuerlichen Vermögensraub der EU-Politik. Alleine eine Verschärfung der Schuldenkrise und die daraus resultierende Antizipation einer umfassenden Zypriotisierung der Euro-Zone, wird eine Zunahme der Kapitalflucht bewirken. Wenn Gold als Fluchtweg abgeschnitten ist, und der Yen unter der hauseigenen Krise kollabiert, wird der Dollar enorme Zuflüsse erfahren. Der Dollar würde eine explosive Rally vollziehen, was Amerika und die Weltwirtschaft als Ganzes in eine fatale Situation bringt. Zugleich würde die Dollar Rally den Goldpreis drücken und zu der paradoxen Situation führen, dass Gold während des Systemzusammenbruchs crashed. Die Zentralbanken wären gezwungen, ihre Käufe von Renditeaktien auszuweiten. In diesem Szenario wäre es sogar möglich, dass der Dow Jones neue Alltime Highs jenseits unserer heutigen Vorstellungskraft generiert. 

Wenn das Finanzsystem tatsächlich auf den finalen Minsky Moment zusteuert, bei dem der Zahlungsverkehr zum Erliegen kommt, ist "Papiergold" wertlos und nur physisches Gold brauchbar. Dies könnte mitunter eine Erklärung sein, dass sich die Gold Preisbildung im Futuresmarkt vom physischen Markt abkoppelt. Während im Futuresmarkt das Angebot größer ist als die Nachfrage, findet ein Run auf physisches Gold statt. In östlichen Ländern herrscht teilweise Kaufpanik, die indische Regierung musste die Bürger bereits auffordern, die Käufe einzustellen. Täglich gehen neue Meldungen über physische Lieferengpässe durch das Internet [vii]. Die Comex Lager wurden drastisch reduziert. ABN Ambro hat die Auslieferung von physischem Gold eingestellt und auch Schweizer Banken sollen die physische Lieferung verweigern [viii]. Staaten [ix] und  Bundesstaaten [x]  holen ausländisch geparktes Gold wieder nach Hause zurück. Die  Rotschild Rohstoff-Börse HkMex  hat unter recht mysteriösen Umständen geschlossen und liefert die restlichen Goldkontrakte in Cash aus [xi].

Selbst die Zentralbanken kaufen weiterhin in hohen Mengen physisches Gold. Wie kann es sein, dass bei dieser unglaublichen Nachfrage nach Gold, der Kurs im Futuresmarkt kontinuierlich sinkt? Wenn jemand einen Terminkontrakt auf Gold kauft, um im Falle eines Fiatsystem-Zusammenbruchs sein Vermögen zu schützen, kann das "Papiergold" diese Funktion nicht erfüllen, weil es im Ernstfall nicht mehr zur Auslieferung des physischen Wertes kommen wird. Es macht keinen Sinn, "Papiergold"  zu besitzen, um sich damit vor dem  Systemkollaps zu schützen. Es existiert ein Unterscheid zwischen dem Goldpreis (z.B. in $) und dem Wert von Gold (z.B. als direktes Tauschmittel). Wenn Gold nur als Schutz vor dem  Papiergeld Kollaps dient, macht es keinen Sinn, das Edelmetall in Dollar zu bewerten. Unter diesen Annahme wäre es theoretisch sogar möglich, dass der Goldpreis gegen Null fährt, obwohl Nachfrage nach physischem Gold existiert. Der Nachfragespread zwischen Terminmarkt und Realmarkt, kann dann als Indikator dienen, wie ernst es um die Krise tatsächlich steht. Anders ausgedrückt, in der Endphase des Systems ist der fallende Goldpreis ein Signal für die Annährung an den Omega-Punkt. (Normalerweise würden Arbitrage Trader einspringen und den Nachfragespread zwischen Papiergold und physischem Gold verringern, indem sie die Futureskontrakte ausliefern lassen und dann das physische Gold mit Gewinn verkaufen. Wenn jedoch das Risiko der Nichtauslieferung den potenziellen Arbitragegewinn übersteigt, trocknet der Terminmarkt aus und der Spread nimmt weiter zu.) 

Der Markt ist voll von Crashpropheten, die Goldpreise jenseits von 10.000 Dollar ausrufen. Viele Kleinspekulanten rechnen mit einer gewaltigen Shortsqueeze. Ich kenne Trader, die seit 1500$ wie verrückt  Gold Calls kaufen, in dem Glauben, der  Preis könne bei diesem vollkommen kaputten Systemzustand nur noch steigen. Sie argumentieren, der Goldpreis könne nicht unter die Produktionskosten von ca. 1200$ fallen. Hier ist Vorsicht angebracht. Auch charttechnisch betrachtet, sind noch keine massiven Kaufsignale ersichtlich. Wir sind mit unseren Analysen im Gold seit 1520 short eingestellt, das nächste Kursziel 1200 wurde bislang noch nicht neutralisiert (link).  Volatile Aufwärtsbewegungen sind zwischenzeitlich möglich, aber eine massive Goldrally ist unwahrscheinlich.

 JPMorgen hat eine Rekord Shortposition im Terminmarkt aufgebaut. JPMorgan ist im Grunde die korrupte FED und Teil des Bankenkartells. Und die FED  wird keine Shortsqueeze gegen die eigene Position erlauben.

Doch nicht nur im Terminmarkt, auch beim physischen Gold ist Vorsicht angebracht. Wenn im Minksy Kollaps die gesamte Schuldenblase zusammenbricht und der Zahlungsverkehr ausfällt, werden sämtliche Vermögenswerte extrem abwerten. In diesem Worst Case Szenario sind Nahrungsmittel, "archaische" Produktionsmittel und Instrumente zur grundlegenden Versorgung plötzlich "King".  



[v]

Auch in nicht Eu Länder werden Vorkehrungen für Konfiszierungen genommen

http://www.bueso.de/node/6396

http://alles-schallundrauch.blogspot.co.at/2013/04/schweizer-bankguthaben-konnen-enteignet.html

[v-1] Es ist einfach nur unglaublich, dass die EZB mit solchen Mächten ausgestattet wird. Nach der Einführung des ESM ist das der nächste Putsch der Demokratie. Wir entwickeln uns nach Vorbild des US Bankenkartells. Auch in Amerika wurde die Krise genutzt, um den verbrecherischen Großbanken noch mehr zentralisierte Macht  zu übertragen, indem die FED mit  umfassenderen Gewalten ausgestattet wurde. Die FED ist im Besitz und unter der Kontrolle der Privatbanken, was, wie es elegant formuliert wird,  einen Interessenskonflikt darstellt. 

[vi] http://www.unzensuriert.at/content/0012138-sterreichische-Bankkunden-bef-rchten-Zwangsabgabe

Eine persönliche Erfahrung aus dem Gespräch mit Bürgern: Die Antizipation der Einlagenkonfiszierung  geht so weit, dass sie zum panikartigen Konsum animiert. Motto: Besser ein nutzloses Auto vor dem Haus, als ein leergeräumtes Konto auf der Bank.

Brennpunkt Syrien

 

Syrien: Zwischen Propaganda, Imperialismus und Systemverfall

 
 
Bereits in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat der einflussreiche Globalstratege Zbigniew Brzezinski die Bedingungen für die amerikanische Weltherrschaft skizziert.  In "The Grand Chessboard" beschreibt er die Zukunft des amerikanischen Imperialsmus auf Basis militärischer Übermacht und kultureller Assimilation. Wirtschaftliche Überlegenheit wird durch global agierende Megakonzerne gesichert. In Anbetracht des Ölfördermaximus muss sich der geostrategische Imperialmsus auf Eurasien konzentrieren.  Nur wer die Kontrolle über Eurasien erlangt, kann die Entwicklung anderer Länder  behindern, und die Vormachtstellung zementieren. Brzezinski machte in der Vergangenheit an zahlreichen Stellen deutlich, dass bei der Umsetzung der Pläne Menschenleben keine Rolle spielen. Auch wenn die Zahl der Kriegstoten in die Millionen geht, auf dem Schachbrett des globalen Machtkampfes zählen sie nur als Bauernopfer.  
 
Das Project for New American Century (PNAC), mit Politgrößen wie Rumsfeld, Cheney und Wolfowitz,  formulierte zur Jahrtausendwende ähnlichen Ziele: Die totale Überlegenheit Amerikas, die Bekämpfung der Konkurrenten wie Russland und China und ökonomische sowie kulturelle Hegemonie. Wichtige Länder auf dem Speißeplan wurden festgelegt: Afghanistan, Irak, Syrien und Iran.  Für die amerikanischen Vorherrschaft sei es notwendig, das Militär enorm aufzurüsten und zu modernisieren.  Der Plan bekam den Namen Rebuilding Americas Defense. Und wie Brzezinski, kam auch das PNAC bereits vor dem 11. September 2001 zum Schluss, dass, um erfolgreich zu sein, der amerikanische Imperialismus ein gewaltiges Trauma, wie ein neues Pearl Harbor, benötigen werde.  Nach dem Kalten Krieg bräuchte man einen neuen Feind. Ohne ihn würde die Transformation des Militärs ein sehr langwieriger Prozess werden, so der damalige Konsens. 
 
Wer  Papiere von Kissinger, Brzezinski und PNAC Mitgliedern wie  Kagan studiert, wird auf die weltpolitischen Ereignisse der letzten 12 Jahre und auch auf die Syrienkrise, vielleicht eine andere Sichtweise erhalten. Zu Beginn mag Wes Clark weiterhelfen: "Wir zerstören 7 Länder in 5 Jahren:  Irak, Lybien, Libanon, Somalia, Sudan, Syrien und Iran."
 
   
 
Syrien: Zwischen Propaganda, Imperialismus und Systemverfall