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Japan setzt weiterhin alles daran, um der einsteinschen Definition von Irrsinn gerecht zu werden. Quantitative Easing (QE) hat in den letzten 20 Jahren nicht funktioniert, also vervielfacht man nun die Geldmenge. Doch dieses mal hat man es tatsächlich geschafft. Der Plan 70 Billionen Yen zu drucken, um M0 zu verdoppeln, sorgt bei den Marktteilnehmern endlich für steigende Inflationserwartungen. Die verstörten Bondinvestoren flüchten aus dem Markt. Die Zinsen knallen nach oben.

Die  Bank of Japan (BOJ) hat scheinbar nicht damit gerechnet, dass die Staatsanleihen (JGBs) von den spekulativen Kapitalmärkten ins Visier genommen werden. Doch die Hedge Fund Manager warten schon lange auf  ihren Trade des Jahrtausends: Die Wette auf den Zusammenbruch Japans. Nach der erfolgreichen Bezwingung von Irland, Island, Griechenland und Zypern ist im Lager der Raubritter das Selbstvertrauen groß. Man ist bereit für den Everst.

Japans +200% Schuldenquote ist eine tickende Bombe. Bislang hat sich die Ökonomie durch Nullzins, Exportüberschüsse, hohe private Sparquote und Verschuldung mit +90% Inlandsanteil über Wasser halten können. Doch eine geringe Erhöhung der Zinsen bringt das fragile System in Gefahr. Die öffentlichen Schulden betragen das 25 fache der Steuereinnahmen. Von den 45 Billionen Yen Steuereinnahmen wurden 2012  ca. 25% für die Zinslastfinanzierung aufgewendet. 100 Basispunkte mehr verdoppeln die Kosten.

Japan ist das offensichtlichste Zusammenbruch-Szenario, das sich ein Spekulant wünschen kann und das Kuroda-Geldmengen-Harakiri ist die Einladung an das Bankensyndikat, das Land endgültig zu demontieren. Auch wenn die meisten Ökonomen und die Massenmedien dem alles-geht-gut Mantra folgen, ist Japan, unter realistischer Betrachtungsweise, ein hoffnungsloser Fall. Alle Rettungsbemühungen sind lediglich  Insolvenzverschleppungen. Das mussten sich auch die 10  Finanzminister der letzten 5 Jahre eingestehen, die Selbstmorde von Matushika (Finanzaufsicht), Nakagawa und der körperliche Zusammenbruch von Fujii sprechen für sich

Die Regierung scheint keinen Ausweg mehr zu sehen und greift in der Verzweiflung zu den letzten Mitteln [i]. Sie muss jährliche Rekorddefizite von über 10% fahren und explodierende Staatsschulden in Kauf nehmen, um die mangelnde private Nachfrage zu kompensieren. Nach dem Platzen der 80er Jahre Asset Blase haben Aktien und  Real Estate  rund 75% verloren. Die Privaten blieben auf den schiefen Bilanzen sitzen. Sie waren und sind noch immer zum Deleveragen gezwungen, auch Nullzins und QE können dann die Ökonomie nicht aus der Liquiditätsfalle [ii]  holen. Die hohe private Schuldenlast drückt den Konsum und damit das BIP. Das Land hat keine nennenswerten Rohstoffe. Die Gesellschaft altert und schrumpft [iii]. Der Anteil der Senioren (älter als 60)  soll bis 2060 von 30% auf über 40% steigen. Die Bevölkerung soll von 128 Millionen auf  87 Millionen schrumpfen. Die Zahl der Erwerbsfähigen wird sich halbieren. Die Überalterung der Bevölkerung verunmöglich wirtschaftliches Wachstum, der Rückgang an Arbeitskräften kippt das Pensionssystem. Die Zeugungsrate bleibt gering. Immigration zur Kompensation des demographischen Wandels scheint in Japan kulturell nicht möglich zu sein.

Der neue Finanzminister sieht dafür eine, zumindest in der Neuzeit, politisch einzigartige Lösung: Er hat die Bevölkerung  aufgefordert, sie möge sich beim Sterben beeilen [iv]. Sein Wunsch könnte bald in Erfüllung gehen.

Eine Ökonomie, die sich in einem 20 jährigen "Kondatrieff Winter" an einen deflationären Systemmodus angepasst hat, schlagartig mit der Notenpresse auf Inflation umzustellen, ist finanzielle Massenvernichtung. Es ist der Sargnagel, auf den die Hedge Fund Manager und Großspekulanten geduldig gewartet haben [v]. Selbst wenn die BOJ jetzt Notmaßnahmen einleitet [vi], um eine Bondkrise zu verhindern, werden die Kapitalmärkte die Gelegenheit nutzen, um weitere Angriffe zu starten.

In der akademischen Krugman-Bernanke-Gelddrucker-Welt werden die kriegerischen Prozesse der akuten Krisenmärkte einfach weg modelliert. Im Modell kann QE über diverse Transmissionskanäle die stimulierenden Effekte auf die Realwirtschaft entfalten und die Liquiditätsfalle ohne lästige Fehlallokationen lösen. Die perfekte IS-LM Welt der Mainstream Ökonomie kennt kein Bankensyndikat [vii], keine korrupten Zentralbanken  [viii] und keine verbrecherischen Regierungen. Finanzmärkte sind im Modell rational, effizient und tendieren für gewöhnlich zu Gleichgewichtszuständen. Emotionale Märkte, die von Gier, Angst und Panik getrieben werden, existieren hier nicht. Koordinierte Preismanipulationen von Libor, Swaps [ix], Rohstoffen  [x] und Gold [xi] die zu gewaltigen Verzerrungen führen, werden vom Modell nicht erfasst. Sie fallen in das Reich paranoider Verschwörungstheorien und apokalyptischer Weltuntergangsprophezeiungen.

Für Krugman ist Japans Abenomics noch immer ein feuchter Fiat-System-Traum, den er sich auch für das vollendete Glück Amerikas wünscht [xii]. Selbst Stiglitz hat das Kuroda Experiment gefeiert [xiii]. Während  Ökonomen streiten, wie stark Japan vom Harakiri QE profitieren wird, verfolgen die Spekulationsmärkte ihre eigene Logik: Sie warten auf Stresszeichen (z.B. in den Swaps und in den langjährigen Zinsen) und nutzen jedes Schwächesignal, um das Land endlich crashen zu können.

Gleichzeitig wirken sich die japanischen Schwächezeichen wieder negativ auf das zweite Angriffsziel Europa aus. Kurodas heutige Andeutung, sich aufgrund der volatilen Zinsentwicklung zukünftig auf die japanischen Anleihenmärkte zu konzentrieren, hat bereits die spanischen und italienischen Bonds unter Druck gesetzt. Denn wenn Japan die europäischen Bondkäufe zurückfährt, erhöhen sich dadurch die Risikozinsen der PIIG Staaten. Unaufhaltsam frisst sich die Schuldenkrise wie ein Krebs von der Peripherie zu den Kernländern hindurch. Sie schlägt sich in Europa über Griechenland, Zypern, Portugal, Italien, Spanien und Frankreich bis nach Deutschland durch, bis umfassende Plünderungen der Sparguthaben für Banken Bail-ins und Plünderungen der Pensionskassen notwendig werden. Wenn die Kapitalflucht aus Europa und Japan in den Dollar einsetzt, wird sie die größte Shortsqueeze der Gesichte auslösen und letztendlich die amerikanische Ökonomie in die Knie zwingen.

Der energetische Auflade-Prozess ist weit fortgeschritten, sodass es schwer fallen wird, Kettenreaktionen zu verhindern. Amerika hat mit zwei geplatzten Spekulationsblasen das globale Finanzsystem in den Abgrund geführt und mit den enormen QE Programmen die Welt in eine Abwertungsspirale gezwungen [xiv]. Auch Japan wurde durch die monetäre Aggression der FED zur radikalen Yen Abwertung erpresst, um Exporteinbrüche zu verhindern. Ob heuer oder nächstes Jahr, es zeichnet sich immer deutlicher ab, dass Japan die Kontrolle über die Zinsen verlieren und das erste Opfer des globalen Währungskrieges sein wird. Die Profiteure reiben sich in Vorfreude die Hände.

Die Machtelite will diesen Kollaps, weil er eine globale Währungsreform, eine supranationale Regierungsform und damit die Zentralisierung von politischer Macht und Besitz ermöglichen wird.

Die Kleinspekulanten wollen diesen Kollaps, weil sie das Platzen der ersten beiden Blasen verpasst haben, und jetzt endlich mit dabei sein wollen. Sie wollen zu den Millionären aufsteigen.

Die Hochfinanz will diesen Kollaps, weil er das Geschäft des Jahrtausends ist. Eine solche Profitchance, wie die globale Schulden und Systemkrise sie jetzt bietet, kann man sich nicht mehr entgehen lassen. Die potentiellen Derivategewinne scheinen unbegrenzt. Nach dem Zusammenbruch, wenn die Preise am Boden liegen, werden die Assets der zerstörten Länder wieder eingesammelt, verbilligter Staatsbesitz privatisiert, Sozialsysteme aufgelöst und die Arbeiter noch härter ausgebeutet.

Die Kriegskasse des Bankensyndikats ist jetzt zum Bersten gefüllt. Bernanke, King/Carney, Draghi, Kuroda und die politischen Marionetten haben mit QE und mit den Bail-outs dazu beigetragen, die Derivate-Massenvernichtungswaffen der Großbanken endlos mit Munition zu füllen. Zusätzlich haben sie mit der Reinflationierung der Aktien, Bond und Immobilienblasen das Setup für den perfekten Sturm vollendet [xv]. Für die Trader in den Handelsräumen sind sie das Gespött des Planeten.

Jeder ahnt, dass ein Wirtschaftskollaps dieser Größe Krieg bedeutet. Aber das spielt im orangen Programm [xvi] keine Rolle. Was zählt, ist der Profit.

Also, worauf noch warten? Bringen wir diese Freak-Show zu Ende. Lassen wir die  Welt endlich in Flammen aufgehen.

 



[i] Zur Verwunderung der Mainstream Ökonomen haben die Japaner mit ihrer Deflation gut gelebt. Selbst Krugman musste das eingestehen, was überhaupt nicht in seine  inflationssüchtige Fiatgeld-Wachstums-Modell-Welt passt. Warum also riskiert die Abe-Kuroda Connection den Zusammenbruch des Landes? Über die Hintergründe lässt sich spekulieren, klar ist, das japanische Geldmengen Harakiri hat eine religiöse Botschaft an die Welt. Man ist bereit sich für ein höheres Ziel zu opfern, nämlich BIP Wachstum. Man gibt sich selbst auf, um dem ultimativen Ziel des orangen Programms zu dienen. Bislang nahm die westliche Welt alle Kosten für den materialistischen Wahn in Kauf, von Umweltzerstörung und Entmenschlichung bis hin zur seelischen SelbstzerstörungAber Japan stößt eine neue Dimension auf. Die Selbstopferung ist die höchste Form, um sich dem orangen Programm zu unterwerfen.

[ii] Die Liquiditätsfalle ist ein typisches Phänomen nach dem Platzen von Asset-Blasen. Siehe auch Balance Sheet Recession

http://perfect-trader.com/index.php?option=com_content&view=article&id=5597:auf-dem-weg-in-den-wirtschaftskollaps&catid=69:science&Itemid=275

[xiv] Die EZB musste den Zins auf Rekordnivau senken, ein umfassendes QE Programm scheint nur eine Frage der Zeit zu sein. Auch Israel, Schweiz, Kanada und Australien mussten die Zinsen bereits senken, teilweise auf Rekordniveau, um die Aufwertung der Währung zu unterbinden und die Konjunktur zu stimulieren.

http://www.finanzen.net/nachricht/zinsen/Ueberraschender-Schritt-Australiens-Notenbank-senkt-Leitzins-auf-Rekordtief-2417364

http://www.godmode-trader.de/nachricht/Kanadische-Notenbank-belaesst-Leitzins-bei-100-Wachstumsprognose-gesenkt-DOW-Jones-Industrial-Average-Index,a3070655.html

http://www.forexzeitung.de/?p=7377

[xv] Die diesesmal-ist-alles-anderes Propaganda der Massenmedien streut noch Sand in die Augen der Privatanleger, um die letzten Schafe in den Markt, und damit zur Schlachtbank zu locken. Denn anders als im Jahr 2001 seien nun die Aktien fair bewertet und die Unternehmensgewinne auf hohem Niveau. Es seien keine Anzeichen einer Blase zu erkennen, so die Mehrheit der Analysten, Ökonomen und Wirtschaftsjournalisten.

[xvi] Das orange Programm

http://perfect-trader.com/index.php?option=com_content&view=article&id=5172:das-orange-programm&catid=69:science&Itemid=275

Unabhängig davon, welche pathologischen Formen Schönheitswahn, Konsumsucht und Besitzverlangen auch annehmen, das Ego will sich aus seiner orangen Ödland-Wunderland-Schizophrenie nicht mehr befreien lassen. Es hat sich zu tief in der materialistischen Scheinwelt verloren.  Zwar haben wir mit den "postmaterialistischen Wissenschaften" wie Neuer Physik und Transpersonaler Psychologie bereits das notwendige Wissen, um das newton-kartesianische Weltenschema zu transzendieren, das Kollektiv ist aber für eine Integration von Philosophia Perennis und Wissenschaft noch nicht bereit.

Siehe auch:

Das Ödland http://perfect-trader.com/index.php?option=com_content&view=article&id=5174:das-oedland&catid=86:glossar&Itemid=234

Das Wunderland: http://perfect-trader.com/index.php?option=com_content&view=article&id=5173:das-wunderland&catid=86:glossar&Itemid=234

Das orange Programm auf Hochtouren http://perfect-trader.com/index.php?option=com_content&view=article&id=5095:weihnachten-im-wunderland&catid=60:life-a-style&Itemid=64

http://perfect-trader.com/index.php?option=com_content&view=article&id=4939:als-trader-zwischen-spiritualitaet-und-lifestyle-&catid=60:life-a-style&Itemid=64

http://perfect-trader.com/index.php?option=com_content&view=article&id=3680:mtv-zwitschernde-gagas-orange-marktmacht-und-transpersonale-evolution-&catid=60:life-a-style&Itemid=64

Die Ruhe vor dem Sturm http://perfect-trader.com/index.php?option=com_content&view=article&id=5519:die-ruhe-vor-dem-sturm&catid=69:science&Itemid=275

Transpersonale Psychologie http://perfect-trader.com/index.php?option=com_content&view=article&id=4166:transpersonale-psychologie&catid=69:science&Itemid=275

Philosophia Perennis http://perfect-trader.com/index.php?option=com_content&view=article&id=4164:philosophia-perennis&catid=69:science&Itemid=275

Neue Physik http://perfect-trader.com/index.php?option=com_content&view=article&id=4162:neue-physik-&catid=69:science&Itemid=275

 

Brennpunkt Syrien

 

Syrien: Zwischen Propaganda, Imperialismus und Systemverfall

 
 
Bereits in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat der einflussreiche Globalstratege Zbigniew Brzezinski die Bedingungen für die amerikanische Weltherrschaft skizziert.  In "The Grand Chessboard" beschreibt er die Zukunft des amerikanischen Imperialsmus auf Basis militärischer Übermacht und kultureller Assimilation. Wirtschaftliche Überlegenheit wird durch global agierende Megakonzerne gesichert. In Anbetracht des Ölfördermaximus muss sich der geostrategische Imperialmsus auf Eurasien konzentrieren.  Nur wer die Kontrolle über Eurasien erlangt, kann die Entwicklung anderer Länder  behindern, und die Vormachtstellung zementieren. Brzezinski machte in der Vergangenheit an zahlreichen Stellen deutlich, dass bei der Umsetzung der Pläne Menschenleben keine Rolle spielen. Auch wenn die Zahl der Kriegstoten in die Millionen geht, auf dem Schachbrett des globalen Machtkampfes zählen sie nur als Bauernopfer.  
 
Das Project for New American Century (PNAC), mit Politgrößen wie Rumsfeld, Cheney und Wolfowitz,  formulierte zur Jahrtausendwende ähnlichen Ziele: Die totale Überlegenheit Amerikas, die Bekämpfung der Konkurrenten wie Russland und China und ökonomische sowie kulturelle Hegemonie. Wichtige Länder auf dem Speißeplan wurden festgelegt: Afghanistan, Irak, Syrien und Iran.  Für die amerikanischen Vorherrschaft sei es notwendig, das Militär enorm aufzurüsten und zu modernisieren.  Der Plan bekam den Namen Rebuilding Americas Defense. Und wie Brzezinski, kam auch das PNAC bereits vor dem 11. September 2001 zum Schluss, dass, um erfolgreich zu sein, der amerikanische Imperialismus ein gewaltiges Trauma, wie ein neues Pearl Harbor, benötigen werde.  Nach dem Kalten Krieg bräuchte man einen neuen Feind. Ohne ihn würde die Transformation des Militärs ein sehr langwieriger Prozess werden, so der damalige Konsens. 
 
Wer  Papiere von Kissinger, Brzezinski und PNAC Mitgliedern wie  Kagan studiert, wird auf die weltpolitischen Ereignisse der letzten 12 Jahre und auch auf die Syrienkrise, vielleicht eine andere Sichtweise erhalten. Zu Beginn mag Wes Clark weiterhelfen: "Wir zerstören 7 Länder in 5 Jahren:  Irak, Lybien, Libanon, Somalia, Sudan, Syrien und Iran."
 
   
 
Syrien: Zwischen Propaganda, Imperialismus und Systemverfall