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Wie die Geschichte zeigt, haben ungedeckte (Papier)Geldsyteme einen kurzen Lebenszyklus. Denn das monetäre Fiat-System ist so konstruiert, dass es irgendwann implodieren muss. Fiatgeld wird durch Kreditexpansion geschöpft, wodurch im Laufe der Zeit ein immer größeres Ponzi Scheme aufgebaut werden kann. Minsky hat erkannt, dass im Fiat-System die Schwingungsamplituden der Boom- Burst Sequenzen zunehmen und Krisen immer größere Instabilität verursachen, solange, bis ein kritischer Wert überschritten wird und das Ponzi Scheme kollabiert.[1] Wenn der finale Minsky Moment eintritt, favorisieren die Systemadministratoren , wie die Geschichte zeigt, zwei Wahlmöglichkeiten: Entweder sie rotten die Menschen mit Krieg millionenfach aus oder sie streichen Verbindlichkeiten, verkürzen die Soll-Haben Bilanz und booten das System neu.[2]

Das orange Programm[3] reduziert die menschliche Existenz auf den ökonomischen Zweck. Wenn die Grenzproduktivität der Schulden negativ wird, verwandelt sich jede menschliche Einheit mit Verbindlichkeiten in ein Ungut, dessen sich das System entledigen muss, um den Betriebsstatus fortsetzen zu können.[4] Da die ultimative Leistungskennzahl, mit der das orange Programm seinen Erfolg misst, das BIP ist, müssen die Schuldeneinheiten mit negativer Grenzproduktivität solange reduziert werden, bis sich der toxische Einfluss auf den Output wieder umkehrt.

Das Einzige, das diesem Vernichtungsprozess entgegenwirkt, sind technologische Innovationen und neue Kondratieff Basiszyklen, die die Produktivität erhöhen. Im Integralen Modell[5] beginnt eine Kondratieff Basisinnovation mit Erkenntnisfortschritten auf den unteren Ebenen (Mathematik, Physik, Chemie, Biologie) und transformiert in weiterer Folge alle höheren Ebenen (Psychologie, Soziologie, Politik, Ökonomie) und alle Quadranten (individuell-kollektiv, innen-außen). Dadurch emergieren neue Produktionstechnologien, neue Gesellschaftssysteme, neue Weltbilder und neue Moralsysteme.

Der Evolutionsprozess vollzieht sich nichtlinear. Er fluktuiert zwischen Stabilität[6] und Chaos[7] und transformiert die Ebenen in unterschiedlichen Fortschrittsgeschwindigkeiten.[8] Darin dürfte sich auch ein wesentliches Kernproblem der westlichen Systemkrise verbergen, weil der aktuelle Kondratieffzyklus auf Basis der digitalen Technologien, die gesellschaftliche Ebene noch nicht voll durchdrungen hat. Wir haben zwar die technologischen Potentiale des digitalen Zeitalters schon sehr weit entwickelt und in unsere mikroökonomischen Strukturen integriert, aber wir besitzen auf der Makroebene noch immer die alten hierarchisch-repressiven Organisationsstrukturen[9], wie zu Zeiten der industriellen Revolution.[10] Der Sprung zur horizontal-organisierten Informationsgesellschaft wurde nicht vollenden. Auf der Mikroebene konnten sich Dezentralisierung und die heterarchische Öffnung zwar kontinuierlich fortsetzen (z.B. Social Commerce, Crowdsourcing, Crowdfunding usw.) aber auf der Makroebene sind sie trotz zahlreicher Angriffe (Wikileaks[11], Liquid Democracy, Piratenpartei, Bitcoin) ins Stocken geraten. Sie werden durch den Widerstand von Individuen auf den oberen Rängen der Hierarchie (politische Entscheidungsträger, Wirtschafts- und Finanzelite) gehemmt, weil diese im dezentralen System ihre Macht verlieren würden. Die extremen Zentralisierungsversuche, wie die staatliche Vereinnahmung der Zentralbanken[12], die Auflösung der Privatsphäre, die Einschränkungen des freien Internets[13], die Dämonisierung der direkten Demokratie und die Bekämpfung von Kryptowährungen wie Bitcoin zeigen, dass Regierungen und Großkonzerne jetzt verzweifelt versuchen, die Evolution horizontaler Makrostrukturen und eine selbstregulative Gesellschaftsorganisation zu unterbinden.

Die Folgen sind Ineffizienzen: Die Produktivität kann trotz enormer Schuldenausweitung, nicht weiter erhöht werden. Der Innovationsmotor wird abgewürgt. Der Staat[14] muss die private Nachfrage ersetzten. Durch die Vereinnahmung des Geldmonopols ist er zwar der größte Spieler am Platz[15], doch seine Herrschaft ist temporär. Er betreibt durch seine enorme Größe Crowding Out und stört durch seine zentralistischen Eingriffe die freien Märkte. Er dringt in die Privatsphäre der Bürger ein und raubt ihre Freiheiten. Er untergräbt die Demokratie und unterdrückt selbstregulative Erneuerung. Langfristig ist dieses Modell der Hierarchiepathologie nicht überlebensfähig.

Die Implementierung hierarchischer Machtsysteme in eine technologisch-dominierte Informationsgesellschaft ist auch ein wesentlicher Grund für Vermögenskonzentration[16] und der Emergenz postdemokratischer Plutokratien[17]. Elitäre Interessenskreise, wie beispielsweise die Herrscher über den militärisch-industriellen Komplex, sind Relikte der industriellen Revolution. Durch die Rettung ihrer intransparenten Vertikalstrukturen bis hinein in das Informationszeitalter konnten sie ihren Einfluss auf die Finanzbranche ausdehnen und das digitalisierte Finanzsystem in Gefangenschaft nehmen. Die Vorarbeiten zu diesem Meisterstück leisteten die Lobbys bei der Deregulieren des Finanzsystems zu Laissez faire (z.B. Auflösung  des Glass Steagal Act). Nach und nach hat die Macht der Großbanken zugenommen. Die Bail-outs 2008 haben den Prozess vervollständigt und ein Bankensyndikat erschaffen, das weder zerschlagen, noch gesetzlich verfolgt werden kann (too big to fail, too big to chail). Das Ergebnis ist  ein surrealer Machtblock aus Zentralbanken, Bankenkartell, Politik, Wirtschaftselite und Medien, der Amerika und Europa in Besitz genommen hat und über nationale Grenzen hinweg wütet.

In der Geschichte der Menschheit haben noch nie so wenige, über so viele geherrscht. Eine Handvoll Banker und Großkapitalisten bestimmen in Kombination mit politischen Marionetten und Lobbygruppen über das Schicksal von Milliarden Individuen. Doch dieses perverse Imperium ist zeitlich begrenzt. Zentralistische Hierarchien auf Makroebene sind intransparent und damit korruptionsanfällig. Ihr primäres Ziel ist der Machterhalt weshalb ihre Natur innovationsfeindlich und starr ist. Sie besitzen eine beschränkte Informationsaufnahmekapazität und eine beschränkte Informationsverarbeitungskapazität. Sie sind gegenüber heterarchischen Netzwerken inneffizient, weshalb sie im natürlichen Selektionsprozess von Gesellschaftssystemen aussterben werden.

Noch versucht man mit aller Gewalt das System zu retten. Was Greenspan, Bernake, Krugman und all die andere  Keynesianer nicht akzeptieren wollen, ist, dass Schulden bei der aktuellen Systemkonfiguration nur ein Hebel sind. Doch wenn es nichts mehr zu hebeln gibt (sprich Grenzprodukt der Schulden ist 0) dann nützt es auch nichts den Hebel zu verlängern. Um trotzdem weiteren Geldstimulus rechtfertigen zu können, müssen von den Theoretikern irgendwelche künstlichen Hebelkonstruktionen erfunden werden. Die Neokeynesianer vertreten jetzt die Hypothese, dass Blasen am Aktienmarkt und am Immobilienmarkt einen Wohlstandseffekt erzeugen, der auf magische Weise die Konjunktur in einen Boom führen soll. Sie hoffen, dass die Aktienkurse die Realwirtschaft beeinflussen, weshalb man einen Wertpapierballon nur solange mit heißer Luft füllen muss, bis er groß genug ist, dass er auch die angehängte Realwirtschaft anhebt. In der Realität sind Aktienmarkt und  Realwirtschaft natürlich wechselseitig abhängig und wenn der künstlich erschaffene Wertpapierballon eine kritische Größe übersteigt, platzt er einfach. Zwischen 2001 und 2008 hat der neokeynesianische Masterplan wunderbar funktioniert. Man glaubt, die ökonomischen Gesetze ausgetrickst zu haben. Also wird versucht, dasselbe Schema zu wiederholen. Doch man vergisst, dass die Kosten für das Platzen der Immobilienblase größer waren, als der realwirtschaftliche Nutzen.[18] Anstatt 2008 das spekulative Bankensystem zu bereinigen, wurde es mit Steuergeldern aufgepumpt, um die Blasenökonomie von Neuem zu starten. Die Schulden der Nationen sind dadurch explodiert und mit Quantitative Easing (QE) wurde das letzte verfügbare Mittel aktiviert, um den Abschiedsballon des Systems zu starten.

QE ist innerhalb der aktuellen Systemkonfiguration finanzielle Masturbation der Oberschicht, mit der sie die Vermögenskonzentration auf den Spitze treiben. Während die Mittelschicht konsequent ausradiert wird, erzeugt man in internationaler Zusammenarbeit die Mutter aller Blasen. Für eine Rückkehr zur ökonomischen Vernunft ist es zu spät. Wir haben nun ein Finanzsystem, das völlig außer Kontrolle ist und irre Banker wie Blankfein, die im Machtrausch davon überzeugt sind, Gottes Werk zu vollenden. Die Zentralbanken hängen durch ihre Zins und Geldmarktmanipulationen tief im Schlamassel, sodass sie wahrscheinlich gezwungen sind, in Zusammenarbeit mit dem Bankensyndikat im Gold, Silber und anderen Märkte zu intervenieren, um die Flucht aus dem Fiatgeld zu verzögern. Ob beabsichtigt oder aus Unwissenheit: Die Zentralbanken laufen in eine grausame Ponzi Scheme Falle. Die Folgen der Blase von 1929  waren Depression, Währungskrieg, Handelskrieg und Weltkrieg.  Das Bernake-King-Draghi-Kuroda Meisterwerk hat weitaus größeres Zerstörungspotential.

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[1] In einem Ponzi Scheme kann die Zeitlänge bis zum Kollaps durch die Hebelgröße gesteuert werden. Es hätte zwar die Möglichkeit bestanden, durch ein höheres Kollateral im Kreditschöpfungssystem die Entwicklungsgeschwindigkeit des Ponzi Schemes zu verringern, aber durch den niedrigeren Leverage hätte sich die BIP Expansion wohl nicht in dem atemberaubenden Tempo vollzogen. Das orange Projekt ist stets auf maximales Wirtschaftswachstum und maximalen Leverage aus. Das Problem ist psychologisch und basiert auf dem materialistischen Paradigma des newton-kartesianischen Weltbildes. Die Menschen im kapitalistischen Westen müssen sich immer tiefer im Wunderland berauschen, um den Schmerz der sinnlosen Existenz im Ödland vergessen zu können. Mit dem Fortschreiten der kognitiven Entwicklung, wird die Leere des Ödlandes  immer unerträglicher, sodass es zur Besitzausweitung keine Alternative mehr gibt. Das sterbliche Ego kann seine Existenz nur im Wunderland weiter aufblähen. Welche Kosten dafür auch notwendig sind, man nimmt sie in Kauf. Obwohl die Umweltzerstörung immer größer wird, Konsum und Schönheitswahn immer pathologischer Formen annehmen, die Schuldenausweitung an ihr Maximum stößt und die Produktivität nicht erhöht werden kann, gibt das orange Programm nicht auf, dass BIP weiter zu pushen. Die Geldmengenausweitung ist der finale Schritt dafür, nachdem alle anderen Stimulationsinstrumente versagt haben. Sie ist die letzte Möglichkeit, um den Leverage weiter zu erhöhen. Im totalen Wahn wird das orange Programm seine Existenz solange verteidigen, bis das gesamte System kollabiert, von Währungen, Bonds über Aktien bis hin zur Realwirtschaft. Der Point-Of-No-Return wurde überschritten und je weiter der Minsky Moment in die Zukunft verschoben wird, desto größer werden die Kosten sein.

[2] In der Geschichte waren Krieg und Schuldenschnitt die häufigsten Lösungsmaßnahmen, es gibt aber noch zahlreiche andere. Eine, die unserer modernen Gesellschaft zur Verfügung steht, ist das Transzendieren des orangen Programms und die Entwicklung eines postmaterialistischen Ökonomiesystems. Um die orange Weltsicht transzendieren zu können, ist die Öffnung Transpersonaler Bewusstseinspotentiale hilfreich. Sobald supramentale Erfahrungen der Einheit aller Manifestationen in die rationale Bewusstseinsstruktur integriert werden und postkonventionell-transzendentale Moral manifestiert, verliert die zwanghafte Besitzausweitung und Surrogatesucht des Egos an Kraft. Der Erfolg des Lebens wird nicht mehr in BIP Werten gemessen, sondern in der Tiefe der Existenz. Kooperatives Verhalten nimmt zu, Gier, Egoismus und Konkurrenzdenken nehmen ab. Die Präferenzkurven und Nachfragekurven der Individuen erfahren eine Veränderung, weg von zwecklosen und kurzlebigen Konsumgütern, hin zu nachhaltigen Produkten. Das führt zu geringeren Belastung für das Ökosystem und kann der Optimierung einer kollektiven Wohlfahrtsfunktion nützen.

[4] Durch die Gleichsetzung des Menschen mit einer Maschine wird er auf eine Produktionseinheit reduziert. Diese Entwertung des Lebens, die von der Wissenschaft durch das materialistische Weltbild rational gerechtfertigt ist, könnte im Eskalationsfall dazu führen, dass die menschliche Rasse ein unvorstellbares Maß an Grausamkeit zeigen wird.

[5] Siehe auch Integrale Theorie von Ken Wilber  z.B. in "Eros, Kosmos, Logos" http://amzn.to/Zbfwqj    

[6] System für den Informationsaustausch mit der Umwelt geschlossen und unveränderlich.

[7] System für Kommunikation geöffnet und damit anpassungsfähig.

[8] Das ist der Grund, warum die Evolution auf dem derzeitigen Komplexitätsniveau fast eine unendlich Anzahl von Kombinationsmöglichkeiten hat und Manifestationen mit so unterschiedlichsten Ausprägungen hervorbringen kann. Allerdings können die Manifestations-Transformationsprozesse nicht jede beliebige Richtung und Intensitätsstufe annehmen. Es existieren mathematische Harmoniegesetzte (wie beispielsweise Fibonocci und Goldener Schnitt), die den Schwingungsprozess limitieren. Sobald der Evolutionsprozess diese kritischen Bänder verlässt, droht die Holarchie ihre Stabilität zu verlieren und auf eine frühere Komplexitätsebene zu regredieren.

[9] Da die hierarchischen Organisationssysteme von ihrer Natur aus starr sind und die Anpassungsfähigkeit des Systems an die veränderten Umweltbedingungen des Informationszeitalters hemmen, führen sie bei immer komplexeren Märkten, aufgrund des nachhinkenden Institutionalisierungsgrades, zu immer schwerwiegenderen Formen des Marktversagens. Ökonomen sind der Ansicht, dass globale Formen des Marktversagen (z.B. Spekulationsreduktion durch Einführung der Finanztransaktionssteuer) und öffentliche Gut Dilemma (z.B. Klimawandel durch CO2 Steuer) nur durch supranationale Institutionen zu lösen sind (z.B. Eu-Zentralstaat, Weltregierung). Doch ohne heterarchische Systemöffnung, die für Transparenz sorgt und der breiten Masse eine direktdemokratische Bestimmung einräumt, sind solche supranationalen Institutionen nur  verstärkte Formen von Hierarchiepathologien, die durch ihren höheren Zentralisierungsgrad für noch mehr Korruption und Lobbybildung anfällig werden.  Sie führen durch die Bildung komprimierter Interessenkreise zu einer noch stärkeren Macht und Vermögenskonzentration.

[10] Während Hierarchien an lineare, stabile, prognostizierbare, newtonsche Prozesse des mechanischen Weltbildes der Moderne angelegt sind, entsprechen Heterarchien eher den nichtlinearen,  netzwerkartigen Prozessen des kontextbezogen postmodernen Weltbildes und sind damit eher an chaostheoretische und quantentheoretischen Entdeckung, an dissipative Strukturen und neuronalen Netzwerke angelegt. Während Hierarchien die konzeptionelle Grundlage für die Mechanisierung und die industrielle Revolution lieferten, stellen Heterarchien die stabilere Organisationsbasis für die Kommunikations- und Informationsgesellschaften dar.

[11] Einige Verschwörungstheoretiker behaupten, Wikileaks sei ein geplantes CIA Konstrukt, um die Öffentlichkeit von den dicken Fischen abzulenken. Die Enthüllungen von Wikileaks waren bis jetzt ein Witz und stellen die Regierungsmitglieder  als Saubermänner dar. Assange hat selbst gesagt, die Leute sollen sich nicht um irgendwelche Verschwörungstheorien wie um 9/11 kümmern, sondern sich nur mit den wahren Fällen beschäftigen, die er ihnen liefert.

[12] Die politische Neutralität der Zentralbanken ist für die freie Marktwirtschaft unerlässlich. Umso erstaunlicher ist es, dass die Öffentlichkeit der zunehmenden Verstrickung von Politik und Zentralbanken kritiklos gegenübersteht. Das Extrembeispiel ist Japan, wo Ministerpräsident  Shinzo Abe praktisch offiziell die Kontrolle über die Notenbank übernommen hat.

[13] Das Internet ist das stärkste Werkzeug für die heterarchische Öffnung und  die größte Gefahr für  hierarchische Machtpathologien. Wenn diese Logik bis zur absoluten Spitze getrieben wird, könnten Regierungen versuchen, den bevorstehenden wirtschaftlichen Kollaps auf selbstinszenierte Cyberattacken (z.B. Blitzkrieg -> McAfee CEO Verschwörung) zu schieben und Menschen den vollüberwachten Internetzugang nur noch dann gewähren, wenn diese sich identifizieren (z.B. durch Fingerprint, Netzhautscan oder implantierten RFID Chip). Das wäre die Lösungsvariante, in der wir die heterarchischen Fortschritte der Informationstechnologien rückgängig machen und das Gesellschaftsystems wieder auf die Hierarchiebasis der industriellen Revolution zurückstellen. Das wäre aber zugleich die orwellsche Welt der Überwachung und des totalen Staates, in der die oberen Ränge der Hierarchie die volle Kontrolle hätten. Wenn man die Entwicklungen in Amerika (Patriot Act, Polizei und Überwachungsstaat), aber auch in Europa (Indect, antidemokratische Tendenzen zum EU-Zentralstaat) ansieht, ist dieser Putschversuch der Elite durchaus vorstellbar. Rockerfeller hat bereits verlautbart, dass ihm das Internet ein Dorn im Auge ist. Aus Angst ihre Macht zu verlieren, versuchen Regierungen, Lobbys und Großkonzerne schon jetzt mit allen Tricks die Freiheit des Internets einzuschränken. Unter dem Vorwand der Sicherheit und des geistigen Eigentums sind ihnen schon Schläge gelungen (z.B. Vorratsdatenspeicherung). Geheimdienst Whistleblower wie Annie Machon haben darauf hingewiesen, dass die Elite den Krieg gegen das freie Internet bereits begonnen hat. Cispa und ähnliche Pläne der Überwachung werden mit aller Gewalt weitergeführt, um die Freiheit der Bürger Schritt für Schritt auszuschalten und die Evolution eines  heterarchischen Gesellschaftssystems zu unterbinden. Doch Evolution lässt sich nicht aufhalten und die Bewusstseinsentwicklung findet trotz aller Repressionsversuche ihren Weg. Denn auch die technische Entwicklung des Internets ist noch nicht abgeschossen. Mesh Netzwerke werden in Zukunft zentrale Datenknoten ersetzten und hierarchische Kontrollversuche im Internet weiter erschweren. Der Fortschritt ist unumkehrbar. Mit Bitcoin startet das Zeitalter der Kryptowährungen, der Abgang der monopolistische Vorherschaft der Zentralbanken  wurde damit eingeleitet.

[14] Zusammen mit beschlagnahmter Zentralbank, Bankenkartell und Wirtschaftsmonopolisten.

[15] Für die Funktionsweise des Kapitalismus ist die Neutralität der Notenbank von zentraler Bedeutung. Die Unabhängigkeit der EZB schwindet, die BOJ ist offiziell in Staatsgewalt und die Handlungsweisen der Fed werfen den Verdacht auf, dass sie primär die Interessen des Bankenkartells und des militärisch-industriellen Komplexes vertritt und damit in der Gewalt des korrumpierten Staates ist.

[16] Kapitalismuskritiker sehen die Schuld für die enorme Vermögenskonzentration beim Zins, der seit jeher die Menschen versklavt. Aber er ist nicht die Ursache. Der Zins und vor allem der Zinseszins sind nur Beschleuniger, bzw. Verstärker für die Vermögenskonzentration. Der Zins ist wie der Wechselkurs im kapitalistischen System eine unverzichtbare Puffergröße zwischen den Märkten und regelt die intertemporale Ressourcenverteilung. Ein postoranges Marktsystem wird ohne Zins, wie es in der alternative Szene oft gewünscht wird, geringe Überlebenschancen haben.

[17] Die aristokratische Herrscherklasse des Mittelalters hat ihre Machthierarchie dadurch gerechtfertigt, dass sie von Gott gewollt war. Nachdem Galileo, Darwin, Newton und Co diesen Gott zum Teufel gejagt hatten, glaubte sich die Menschheit in Sicherheit, dass Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit für immer Bestand hätten. Umso erstaunt ist man, dass im dritten Jahrtausend eine neuer Gottesadel regiert. Die 1% Spezies hat sich soviel Vermögen und Einfluss angeeignet, dass sie fast mit göttlicher Allmacht ausgestattet ist und das Schicksals von Milliarden Menschen bestimmen kann. Wir wissen zwar, dass steigende Skalenerträge im Kapitalismus zu monopolistischer Marktmacht und Vermögenskonzentration führen und der Zinseszins die Entwicklung beschleunigt, aber die explosive Entwicklung des Gini Koeffizienten lässt sich damit schwer erklären. 

[18] Das zeigt sich auch daran, dass der inflationsbereinigte Dow Jones unter dem Niveau von 2008 liegt und dass er gegenüber Gold und Bitcoin crashed.

Brennpunkt Syrien

 

Syrien: Zwischen Propaganda, Imperialismus und Systemverfall

 
 
Bereits in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat der einflussreiche Globalstratege Zbigniew Brzezinski die Bedingungen für die amerikanische Weltherrschaft skizziert.  In "The Grand Chessboard" beschreibt er die Zukunft des amerikanischen Imperialsmus auf Basis militärischer Übermacht und kultureller Assimilation. Wirtschaftliche Überlegenheit wird durch global agierende Megakonzerne gesichert. In Anbetracht des Ölfördermaximus muss sich der geostrategische Imperialmsus auf Eurasien konzentrieren.  Nur wer die Kontrolle über Eurasien erlangt, kann die Entwicklung anderer Länder  behindern, und die Vormachtstellung zementieren. Brzezinski machte in der Vergangenheit an zahlreichen Stellen deutlich, dass bei der Umsetzung der Pläne Menschenleben keine Rolle spielen. Auch wenn die Zahl der Kriegstoten in die Millionen geht, auf dem Schachbrett des globalen Machtkampfes zählen sie nur als Bauernopfer.  
 
Das Project for New American Century (PNAC), mit Politgrößen wie Rumsfeld, Cheney und Wolfowitz,  formulierte zur Jahrtausendwende ähnlichen Ziele: Die totale Überlegenheit Amerikas, die Bekämpfung der Konkurrenten wie Russland und China und ökonomische sowie kulturelle Hegemonie. Wichtige Länder auf dem Speißeplan wurden festgelegt: Afghanistan, Irak, Syrien und Iran.  Für die amerikanischen Vorherrschaft sei es notwendig, das Militär enorm aufzurüsten und zu modernisieren.  Der Plan bekam den Namen Rebuilding Americas Defense. Und wie Brzezinski, kam auch das PNAC bereits vor dem 11. September 2001 zum Schluss, dass, um erfolgreich zu sein, der amerikanische Imperialismus ein gewaltiges Trauma, wie ein neues Pearl Harbor, benötigen werde.  Nach dem Kalten Krieg bräuchte man einen neuen Feind. Ohne ihn würde die Transformation des Militärs ein sehr langwieriger Prozess werden, so der damalige Konsens. 
 
Wer  Papiere von Kissinger, Brzezinski und PNAC Mitgliedern wie  Kagan studiert, wird auf die weltpolitischen Ereignisse der letzten 12 Jahre und auch auf die Syrienkrise, vielleicht eine andere Sichtweise erhalten. Zu Beginn mag Wes Clark weiterhelfen: "Wir zerstören 7 Länder in 5 Jahren:  Irak, Lybien, Libanon, Somalia, Sudan, Syrien und Iran."
 
   
 
Syrien: Zwischen Propaganda, Imperialismus und Systemverfall