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Der Fall des Imperiums

Die Welt rätselt über den Verfall Amerikas. Städte[1] und ganze Staaten[2] sind bankrott, weite Landstriche gleichen Slums[3]. Die Verschuldung des Landes ist auf 16 Billionen Dollar explodiert, das Schulden/BIP Verhältnis liegt bei 107%. Die versteckten Schulden der Sozialkassen belaufen sich auf das Zehnfache des BIP. Die privaten Schulden betragen 250% des BIP[4]. Alleine die Schulden der Studenten liegen bei einer Billion Dollar.

Die bereits extreme Vermögensverteilung nimmt immer weiter zu[5]. Während die 1% Klasse ihren Besitzt konzentriert, ist eine Rekordzahl von Bürgern vom Hunger bedroht[6]. Die politische Landschaft gleicht einer Plutokratie in der Lobbys, Finanzoligarchen und Großkonzerne Einfluss auf die gewählten Entscheidungsträger nehmen und die Gesetze bestimmen. Gemeinsam haben sie die Terrorangst der Bevölkerung ausgenutzt, um die Verfassung zu unterwandern und Amerika schrittweise in einen Polizei- und Überwachungsstaat zu verwandeln.[7] Hinter der bröckelnden Fassade der Spaß- und Konsumgesellschaft verbirgt sich eine einstige Mittelschicht, die nun hoffnungslos verschuldet ist und ein Dasein zwischen Burnout, Unzufriedenheit und Angst vor der Armut fristet[8]. Die Amerikaner sind desillusioniert, die Depressionsraten nehmen stark zu[9] und laut Umfragen werden sie zunehmend unglücklicher[10]. Auch ihre Unbeliebtheit in der Welt ist auf Rekordniveau[11], nicht nur aufgrund der ständigen Kriegstreiberei, schonungslosen Umweltzerstörung und globalen Ressourcenausbeutung. Die Schockwellen von zwei geplatzten Finanzblasen haben sich über den ganzen Globus verbreitet. Als Folge davon kämpft die Weltwirtschaft noch immer gegen die hartnäckigen Kräfte einer Depression.     

Amerika hat sein Mojo verloren. Der Verfall ist so extrem, dass der Vergleich mit dem römischen Reich und anderen Imperien immer beliebter wird. Sir John Glubb hat in "The Fate of Empires"[12] den Aufstieg und Verfall früherer Imperien analysiert und Gemeinsamkeiten entdeckt. Ein Imperium existiert im Schnitt über 10 Generationen und  250 Jahre. Der Lebenszyklus hat 6 Abschnitte: Pionierzeit, Eroberung, Handel, Wohlstand, Intellekt und Dekadenz. Am Ende treten häufig Organisationen in Erscheinung die das Gesellschaftsgefüge von innen heraus zerfressen. Sinnhaftigkeit, Pflichtbewusstsein und die moralischen Werte unterliegen einem raschen Verfall, es herrschen Frivolität und Materialismus mit übermäßiger Wertschätzung für Geld und Sex. Weitere Merkmale für die Endphase sind eine hohe Vermögenskonzentration und die Zerstörung der Währung.

Der Abstieg Amerikas und der Verlust der ökonomischen Kraft hat vielschichtige Gründe. Mit der Deindustrialisierung hat eine kontinuierliche Verlagerung der Arbeitsplätze in Niedriglohnländer wie China stattgefunden. Doch der Umstieg der inländischen Arbeitskräfte vom sekundären in den tertiären Sektor hat sich als schwierig erwiesen. Auch das Informationszeitalter kann die sinkende Industrieproduktion nicht kompensieren. Anstatt die produktiven Kräfte im Inland zu stärken, hat sich Amerika auf die Verteidigung der Dollar Hegemonie[13] konzentriert, um dadurch den inländischen Konsum über Importe und langjährige Handelsbilanzdefizite finanzieren zu können. Die Folge davon ist, dass Amerikas größtes Exportgut Müll ist, der in Dritte Welt Länder abgeschoben wird. Doch anstatt in inländische Innovationen und Bildung zu investieren, konzentrierten sich die Bemühungen darauf, die militärische Vorherrschaft zu verfestigen, um mit neoimperialistischen Strategien den Großkonzernen Zugang zu ausländischen Rohstoffen zu sichern. 

Die geldpolitischen Fehlplanungen waren nicht weniger katastrophal. Mit der langjährigen Niedrigzinspolitik hat die Fed die New Economy Bubble genährt und damit den Grundstein für die heutigen Verwerfungen im Finanzsystem gelegt. Nach deren Platzen und enormen Vermögensvernichtungen wurde die Strategie des billigen Geldes verstärkt und mit einer Spekulationswelle die Sub-Prime Hypothekenblase angeheizt. Von deren Kollaps 2008 hat sich die amerikanische Ökonomie bis heute nicht erholt, auch Europa kämpft noch immer mit den Folgen dieser geplatzten Blase.

 

Ein parasitärer Finanzsektor

Nach Paul Craig Roberts hat auch Laissez Faire wesentlich zu den heutigen Problemen im Finanzsystem beigetragen. Die Politik der Deregulierung hat es der Finanzbranche ermöglicht, das Spekulationsgeschäft überdimensional aufzublasen, sodass die positiven Effekte der intertemporalen Ressourcenverteilungen (Kredite, Risiken)  durch negative Ponzi Scheme Effekte überkompensiert wurden. Durch die Aufhebung des Glass-Steagall Act entdeckten die Banken das hochgehebelte Spekulationsgeschäft wieder als attraktives Geschäftsmodell, das vor allem in den letzten 10 Jahren explosionsartig an Umfang gewonnen hat. Nicht nur Amerika leidet nun an einem aufgeblähten und hochgehebelten Finanzsystem, das parasitäre Effekte aufweist, auch in Groß Britannien und in der Euro Zone finden wir einen überdimensionierten Bankensektor, insbesondere bei den Investmentbanken und bei den spekulativen Aktivitäten. Das Welt-BIP wird derzeit auf rund 70 Billionen Euro geschätzt. Der internationale Derivatehandel ist in den letzten 10 Jahren explosionsartig auf nominal rund 600 Billionen Euro (brutto ca. 25 Billionen) angestiegen. Rund 80% der Derivaterisiken konzentrieren sich bei 5 Banken[14]. Das System der Schattenbanken weist einen geschätzten Umfang von 100 Billionen Euro auf.

Nach dem Platzen der Sub-Prime Hypotheken Blase nutzten die Großbanken ihr "too big to fail" Argument aus, um ihre Spekulationsrisiken in die öffentliche Hand zu transferieren, wodurch die Staatschulden in Amerika und Europa explodierten. Für die selbstregulativen Prozesse des Kapitalismus ist es jedoch von zentraler Bedeutung, dass Investoren für ihre Risiken selbst haften und faule Kredite und Fehlspekulationen durch den Reinigungsprozess des Marktes korrigiert werden. Normalerweise hätte im Jahr 2008 diese natürliche Marktlösung die spekulativen Banken mit einer Pleitewelle bereinigt und das Finanzsystem nach einer schmerzhaften Konsolidierung wieder auf ein gesundes Maß geschrumpft. Ähnlich wie 1929 hätte man starke BIP Einbußen hinnehmen müssen, aber darauf hatte man dieses mal keine Lust. Die staatlichen Bail-outs haben die notwendigen Bankrott Erklärungen zwar unterbunden, die Großbanken konnten jedoch noch mächtiger werden. Zugleich kam es durch die Bail-outs zur ersten koordinierten Vermögensumverteilungen in der Krise, ein Prozess, der weiterhin anhält und zu einer enormen Vermögenskonzentration führt.

Die nachfolgenden Quantitative Easing (QE) Programme dienten dazu, das Ponzi Scheme der Bankenspekulationen zu stützen und ihre Assets wieder aufzuwerten. Die offizielle Aussage der Fed, die QE Programme dienen primär dazu, die Konjunktur und den Arbeitsmarkt zu stimulieren, ist nach den vorherrschenden ökonomischen Theorien wenig glaubwürdig. Die Fed hat selbst durchklingen lassen, dass QE das Ziel habe, Aktien und Immobilienmärkte zu  inflationieren. Dadurch können die Banken teilweise ihre Assets aufwerten und ihre faulen Bilanzen wieder aufpolieren. Durch die Erschaffung einer neuen Aktienblase erzeugt man bei einen gefakten Wohlstandseffekt auf Pump. Da jedoch die unteren Einkommensschichten kaum Aktien halten, führt auch diese Aktion zu einer Vermögensumverteilung von unten nach oben. Die zweite Schiene zielt auf den Häusermarkt. Man will mit QE die Banken wieder zu mehr Vergabe von Immobilien Krediten anstiften und Real Estate Preise wieder auf das vor Crash Niveau pushen. Auch damit erhofft man sich, über eine neue Blase am Häusermarkt einen künstlichen Wohlstandseffekt auf Kredit zu erschaffen. 40 Milliarden Dollar gehen jedes Monat direkt in den Ankauf hypothekenbesicherter Wertpapiere.

Die gesamte QE Liquidität geht an die Banken, doch diese weiten ihre Kreditvergabe nicht aus, um damit die Konjunktur zu stimulieren. Stattdessen geht das Geld in den Aktienmarkt, Zins Arbitrage Geschäfte, Staatsanleihen, Rohstoffspekulationen, Währungsgeschäfte und andere Finanz und Derivat- Wetten. Dass die Zentralbanken weltweit (vor allem FED, BOJ und BOE) bewusst neue Spekulationsblasen erzeugen, die nicht auf Realwachstum basieren, sondern aufgrund mangelnder Alternativverzinsungen auf der erzwungenen Risikobereitschaft der Investoren, sagt viel über den Gesundheitszustand des Systems aus. Die relativ konservative Geldpolitik der EBZ gründet noch am Widerstand der Deutschen. Bald wird auch Draghis Dicke Berta wahllos feuern. Dass sowohl Banken als auch Bürger staatlich dazu verleitet werden, ihr Geld in das Casino-System zu stecken, ist vor allem für die Wallstreet Occupisten, die für strengere Finanzregeln und gegen die Casino Mentalität protestiert haben, ein Schlag ins Gesicht. Durch die Bond Käufe der FED, BOJ and BOE werden die Zinsen künstlich gegen Null gefahren, was Kleinsparer relativ zu den Großkapitalisten betrachtet, überproportional trifft. Durch die Inflation werden sie kontinuierlich enteignet. Die Maßnahmen zur Krisenbekämpfung haben die Vermögenskonzentration stetig erhöht, die jetzt mit den QE Programmen auf die Spitze getrieben wird[15].

 

Liquiditätsfalle und Balance Sheet Recession

Während einige Großbanken enorm profitierten, haben die Bail-outs die Staatschulden explodieren lassen. Unter Ökonomen herrscht jetzt eine Kontroverse, in wie weit Schulden das BIP Wachstum belasten. Vor allem seit den Arbeiten von Reinhart & Rogoff[16] streitet man sich darüber, ob die hohen Schuldenlasten womöglich dafür verantwortlich seien, dass Investoren weniger Kredite nachfragen und Banken wiederum aufgrund der unsicheren Wirtschaftslage, keine Kredite vergeben wollen. Denn trotz der geldpolitischen Extremmaßnahmen zeigt die USA neuerlich starke Rezessionstendenzen.

Fest steht, dass die Mainstream Ökonomen (Keynesianer und Neoklassiker)  in ihren Modellen die Rolle der Schulden für das Wachstum kaum berücksichtigen. Sie unterschätzen die Bedeutung großer Schuldenberge, speziell den privaten Anteil. Was wir jetzt in Amerika erleben, ist im Grunde die Wiederholung des japanischen Dramas. Dort hat es den Namen der Balance Sheet Rezession erhalten, was eine Art Spezialfall der Liquiditätsfalle ist. Es handelt sich um das Phänomen, dass nach dem Platzen einer Spekulationsblase die Assets in den Bilanzen praktisch wertlos sind, die privaten Verbindlichkeiten jedoch weiterhin bestehen. Unternehmen ohne Cash Flow gehen pleite, die Arbeitslosigkeit nimmt zu, die Konjunktur flaut ab. Die Unternehmen mit Cash Flow versuchen im weiteren Konsolidierungsprozess ihre Schulden abzubauen. Ihre Kreditnachfrage sinkt, egal wie weit der Zins fällt oder wie stark das Geldangebot erhöht wird. Wenn die Privaten versuchen ihre Schulden abzubauen, haben selbst Null Zins und QE keine Wirkung. Das Balance Sheet Dilemma ist den Prozessen der Großen Depression nicht unähnlich, mit dem Unterschied, dass durch die QE Programme die Konsolidierung verlangsamt wird.

70% des US BIP ist privater Konsum. Obwohl die Reallöhne der Amerikaner in den letzten Jahrzehnten konstant geblieben sind, haben sie ihren steigenden Lebensstandard und Konsum durch hemmungslose Privatkredite ausgeweitet. Die Expansion der privaten Schulden ist nun aber definitiv vorbei. Wenn die private Verschuldung nicht ausgeweitet wird und die Reallöhne nicht steigen, wird die aggregierte Nachfrage zurückgehen. Amerikas Anteil am Welt BIP ist 25%. Wenn diese Nachfrage wegbricht, wird das die größten Exporteure wie China oder Deutschland schwächen und letztendlich die Weltwirtschaft in die Depression bringen.

 

Staatliche Nachfrage und Schuldenmonetarisierung

Die deflationäre Spirale kann nur durchbrochen werden, indem der Staat für die fehlende Kreditnachfrage der Privaten einspringt und das öffentliche Defizit erhöht. Staatliche Nachfrage muss die mangelnde private Nachfrage ersetzten, um einen starken konjunkturellen Abschwung zu verhindern. Solange die öffentlichen Schulden in der eigenen Währung laufen, können sie mit der Notenpresse bedient werden. Das funktioniert solange, bis die Abwertung der Währung einen kritischen Punkt erreicht. Das Ausmaß der möglichen Schuldenmonetarisierung durch die Notenpresse hängt von den Rahmenbedingungen des jeweiligen Staates ab. Durch die Dollar Hegemonie und militärische Übermacht kann die USA die Schulden eine Zeitlang direkt über die Notenpresse bedienen, ohne dass der Dollar kollabiert. Seit 2008 sind die amerikanischen Staatschulden förmlich explodiert, doch selbst bei einem Stand von 16 Billionen und starker Ausweitung der Geldmenge durch QE zeigt der Dollar noch keinen dramatischen Einbruch. Das Defizit 2012 lag mit 1,09 Billionen Dollar bei rund 7% des BIP und soll nach offiziellen Angaben 2013 zurückgefahren werden. Die Bilanz der Fed  soll bis 2014 bis auf 4 Billionen Dollar aufgebläht werden, ehe man nach offiziellen Aussagen QE zurückfahren will. Dieser Plan geht von dem optimistischen Szenario aus, dass die Konjunktur bald wieder auf eigenen Beinen stehen kann und die große Rotation von den Bonds in die Aktien stattfindet. Sollten sich jedoch die deflationären Kräfte weiterhin als so hartnäckig erweisen, wie bisher, wird man die staatliche Verschuldung auf ungeahnte Höhen treiben müssen. Wie im japanische Beispiel der Balance Sheet Recession, muss dann mit Schulden/BIP Verhältnissen von über 200% gerechnet werden.

Aus dieser Sicht ist auch der Vorschlag Krugmans zur 1 Billion Dollar Münze verständlich, um die US Schuldenobergrenze erhöhen zu können und den Zusammenbruch zu verhindern. Die Hoffnung der Schuldenbefürworter besteht darin, mit fiskalpolitischen und geldpolitischen Stimulationen das System solange künstlich am Leben halten zu können, bis ein neuer Kondratieff Zyklus einsetzt, der mit einer neuen Basis Innovation für höhere Produktivität und einem neuen Realwirtschaftsboom sorgt. Das Risiko besteht darin, dass man über das Ziel hinausschießt und die Währung aufgrund der Staatschuldenmonetarisierung durch die Notenpresse kollabiert. Da auch der Euro durch die hauseigene Systemkrise schwach ist und die BOJ und die BOE die Geldmengen enorm ausweiten, bleibt der Dollar in Relation zum Euro, Yen und Pfund noch stabil. Die Fed hat das Limit der Notenpresse noch nicht erreicht.

Die relative Dollar Stärke und die aktuelle charttechnische Lage verleiten zu dem Schluss, dass die Märkte noch nicht mit dem Währungskollaps rechnen. Die öffentliche Nachfrage zu erhöhen und das Defizit mit der Notenpresse zu bedienen, um Amerika aus der Liquiditätsfalle zu holen, entspricht auch dem Vorschlag von Michael Hudson, der darin auch keinerlei Probleme sieht. Doch die Schuldeneuphoriker scheinen die spezielle Positionierung des Dollars als weltweite Reservewährung und dessen geopolitische Rolle  zu vergessen. Je weiter die Schuldenmonetarisierung den Dollar entwertet, desto größer wird der Widerstand der Welt werden, den Dollar als Reservewährung zu akzeptieren. Das Ganze funktioniert nur problemlos, solange die Fed mit Bond Käufen die Zinsen auf Tiefststand hält und das US-Militär die Welt davon überzeugt, sich der Dollar Hegemonie zu unterwerfen. Bei einer Statusänderung wird es gefährlich.

Amerika leidet an einem desolaten Infrastruktur, die im Vergleich mit modernen asiatischen Städten teilweise an Dritte Welt Länder erinnert. Bei dem aktuellen Niedrigzinsniveau hätte man die Möglichkeit, das ganze Land kostengünstig zu renovieren, Straßen und Schulen zu bauen, die Bildung und Forschung zu fördern. Stattdessen kann man sich sicher sein, dass noch mehr Kriegsgerät erzeugt wird. Der militärisch industrielle Komplex hat die Politik fest in der Hand und scheint das Land entschlossen in den Ruin treiben zu wollen. Doch selbst wenn fiskaler Stimulus über die nächsten Jahre sinnvoller eingesetzt wird und die Wirtschaft über Wasser halten sollte, wird es durch die zentralistischen Eingriffe zu Fehlplanungen und Ineffizienzen kommen, wodurch Amerika in der Welt an Wettbewerbsfähigkeit noch weiter verlieren wird. Vor allem in Hinblick auf den demographischen Wandel und die Überalterung der Bevölkerung wird das Amerika, im Vergleich zu dynamisch aufstrebenden Ländern, zusätzlich lähmen.

Anstatt die öffentliche Schulden für einen staatlichen Nachfragestimulus zu erhöhen, um so aus der Liquiditätsfalle herauszuwachsen, rät die konservative Linie zum Gegenteil: Abbau der öffentlichen Schulden durch Steuererhöhungen, Kürzung der Sozialleistungen, Kürzungen der öffentlichen Ausgaben. Das würde die unteren Einkommensschichten belasten und die enorme soziale Ungleichheit weiter verstärken. Die fiskalpolitischen Restriktionen würden auch die Rezessionstendenzen weiter verstärken. Die fallende Wachstumsraten würden zu niedereren Staatseinnahmen führen und den weiteren Schuldenabbau wiederum entgegenwirken.

Ein wenig beachtetes Phänomen in der Diskussion ist die abnehmende Grenzproduktivität der Schulden[17]. Wenn die Schuldensättigung eintritt, ist auch die weitere Erhöhung der Schulden wirkungslos, da sie zum nominellen BIP Wachstum nichts mehr beitragen können. Im Gegenteil, wenn die Grenzproduktivität der Schulden negativ wird und dieser Zustand anhält, könnte sich das für die angeschlagene US Ökonomie, als der letzte Sargnagel herausstellen.

 

Private Schulden

Bis jetzt ist das Problem der amerikanischen Krise weniger die öffentliche, sondern die private Schuldenlast, die durch Geldschöpfung der Banken entstanden ist. Banken verdienen ihr Geld durch die Ausweitung der Schulden und in Amerika wurde dieses Spiel mit der hemmungslosen Vergabe von privaten Krediten überstrapaziert. Auch Steven Keen hat diese Dynamiken zwischen Staatschulden, Privatschulden und BIP erkannt und die lähmende Wirkung der überdimensionierten Privatkredite betont. Da die natürliche Marktbereinigung durch die Bail-outs ausgehebelt wurde und das Bankensystem weiterhin auf den faulen Krediten sitzt, müsse man dieses Versäumnis nun korrigieren. Nach Keen ist es notwendig, die Privatschulden zu streichen, anders wird man aus der Balance Sheet Rezession nicht herauskommen. Er rät jedoch dazu, die Banken nicht einfach in den Bankrott zu schicken, denn das würde die Ökonomie lähmen. Stattdessen hat er vorgeschlagen, ein QE Programm für die Haushalte einzuleiten. Dadurch wären sie in der Lage ihre Schulden zu begleichen. In weiterer Folge würde sich die aggregierte Nachfrage erhöhen und Wachstum  einsetzten. Gerechtfertigt sei dieser Schritt damit, dass nicht die Haushalte und Einzelpersonen für das Dilemma verantwortlich seien. Stattdessen habe das  System versagt, wodurch jetzt ein privates Schuldenlevel existiert, das niemals hätte erreicht werden dürfen. Auch im historischen Kontext

Keens Vorschlag ist vielleicht die einzige Variante, um den Trend der Vermögenskonzentration umzukehren, eine Revolution zu verhindern und das System neu zu booten. Doch wenn man das bisherige Vorgehen der Fed und Us Regierung zur Krisenbekämpfung extrapoliert, kann man sich sicher sein, dass diese Option niemals umgesetzt wird. Denn diese Maßnahme würde die 99% aus ihrem sklavenhaften Schuldendasein befreien und die Macht der Elite vermindern. Im Gegenteil, Amerika wird den produktiven Überkapazitäten mit Maßnahmen entgegenwirken, die den Interessen der Hochfinanz und des militärisch-industriellen Komplexes dienen.

 

Politik, Korruption und Bankenkartell

Wie ist das möglich? Es ist kein großes Geheimnis mehr, dass in Amerika elitäre Interessenskreise an der Spitze der Hierarchie agieren, die ihre Profite und ihre Macht maximieren, während die kollektive Wohlfahrt der Bürger kontinuierlich vermindert wird. Simon Johnson, ehemaliger IWF Chefökonom nennt die Machtübernahme durch die Hochfinanz den stillen Putsch des Kapitals. Wenn ein Mainstream Ökonom wie Stiglitz auf CNBC die Fed als korrupte Einrichtung bezeichnet, kann man sich vorstellen, wie weit dieser Prozess bereits fortgeschritten ist. Stiglitz kritisiert vor allem, dass der Aufsichtstrat der Fed von einem privaten Bankenkartell gestellt wird. Auf diese Weise wurden die Entscheidungsträger innerhalb der Fed zugleich die Empfänger der Bail-out Gelder. Hunderte Milliarden an Steuergeldern flossen währen der 2008 Rettungspakete an Citigroup, JPMorgan, AIG und Goldman Sachs (GS). Vor allem die Art und Weise wie man den Konkurrenten Lehman ausgeschaltet hat und den AIG Bail-out genutzt hat, um kartellartige Strukturen zu erschaffen, ist an Offensichtlichkeit und Schamlosigkeit nicht mehr zu übertreffen[18]. New York Fed Direktor Timothy Geithner versuchte die Details des AIG Bail-out sogar vor der Öffentlichkeit geheim zu halten[19]. Kurz vor dem Crash wurde Goldman Sachs noch schnell der Status der Geschäftsbank zugesprochen, um der Bank Zugriff auf staatliche Rettungsgelder zu ermöglichen. Alleine die Fed soll zwischen 2008 und 2012 15 Billionen (!) Dollar an Bail-out Gelder in die Banken gepumpt haben, ohne dass der Kongress davon Kenntnis hatte[20].

Enge Kontaktpflege zwischen Politik und Wirtschaftselite gehört zum Grundgerüst des Kapitalismus. Die "Revolving Door" beschreibt die Tradition, das bei den Rotationen der Spitzenpositionen in Politik und Wirtschaft immer die gleichen Personen involviert sind. Das sorgt dafür, dass sich Einfluss und Macht in einem kleinen Interessenskreis von Personen konzentrieren, die sich gegenseitig gut kennen und vertrauen. In diesem Freundeskreis und Beziehungsnetzwerk ist man gut aufgehoben, wenn es darum geht,  Geschäfte abzuwickeln aber auch verbrecherische Aktivitäten zu decken. Das berühmteste Beispiel für die Revolving Door ist die Goldmans Sachs Bank, die ehemalige Mitarbeiter oder haus nahe Personen in Schlüsselpositionen überall auf der Welt in Stellung gebracht hat. Mark Carney arbeitete 13 Jahre lang für GS, 1998 durfte sein Können bei der Demontage der Sowjetunion unter Beweis stellen. Nun wechselt er den Direktorposten von der kanadischen Zentralbank zur englischen Zentralbank (BOE). Mario Draghi war Vizepräsident von GS , danach wechselte er zur italienischen Notenbank und ist jetzt EZB Präsident[21]. Der ehemalige GS Berater Monti wurde in Italien als Staatsführer installiert, ohne dass eine demokratische Wahl dies legitimiert hätte. Auch der ehemalige griechische Staatschef Lucas Papademus war bei GS als Berater tätig, als er jedoch eine Volksabstimmung für den Austritt Griechenlands aus der EU vorschlug, wurde er abgesetzt und ohne demokratische Wahl von Loukas Papadimos ersetzt. Papadimos war Direktor der griechischen Notenbank, genau zu der Zeit, als Goldman Sachs die zwielichtigen Derivate Geschäfte abgewickelt hat, die für den griechischen Finanzkollaps mitverantwortlich waren[22]. Weitere Akteure der Politik oder Finanzmarktaufsicht, die Goldman Sachs nahe stehen: Jon Corzine, Mark Garney (Financial Stability Board), Robert Zoellick (Präsident Weltbank), Adam Storch (US Börsenaufsicht), Gary Gensler (Commodity Futures Trading Commission), Robert Rubin (Us Finanzminister unter Clinton), William Dudley (New York Fed), Romano Prodi (italienischer Ex-Premier) [23].

Seit dem Ausbruch der Finanzkrise haben die Gerüchte um kriminelle Aktivitäten im Hause Goldman Sachs zugenommen. Doch Goldman Sachs ist nur das Symbol für die Hybris einer Finanzelite[24], die den pathologischen Auswüchsen des orangen Programms[25] unterliegt und jegliche Form des moralischen Kalküls verloren hat. Wenn man sich mit den Finanzskandalen der letzten Jahre auseinandersetzt und in den schmutzigen Tricks und Verbrechen des Bankenkartells herumgräbt, muss man sich die Frage stellen, ob es in der Geschichte der Menschheit jemals ein korrupteres und zerstörerisches System gegeben hat. Sein kranker Zustand ist so offensichtlich, dass er Investoren sogar davon abschreckt, an der Aktienmarktrally zu partizipieren. Die Insiderverkäufe weisen ein Rekordniveau auf[26] , das "Smart Money" hat sich aus dem Markt zurückgezogen und den Handel kurzfristigen Spekulanten und den Algo Programmen überlassen. Nur ein finanzieller Selbstmörder würde jetzt noch in den Aktienmarkt investieren, wenn er nicht Zugang zum elitären Zirkel und damit zu Insider Informationen hat. Die Gesetze des freien Marktes von Angebot und Nachfrage haben nur noch bedingt Gültigkeit, denn wenn sich die großen Spieler zu einer Aktion koordinieren, können sie jeden Markt und jede Aktie manipulieren. Wenn sie Spaß daran haben, können sie auch den gesamten Aktienmarkt crashen. Selbst für professionelle Trader sind das schwierige Zeiten. Um als Trader in dieser Phase an den Märkten bestehen zu können, benötigt man Erfahrung, fortgeschrittene Prognosemodelle oder  Kenntnis von fundamentalen Naturgesetze (wie in Gann Theorie und EW Theorie). Dann wird es möglich die Aktionen der großen Spieler antizipieren zu können. 

Der US Justizminister Eric Holder hat das ausgesprochen, was an der Wallstreet und City of London ohnehin schon jeder wusste: Die Megabanken können strafrechtlich nicht mehr verfolgt werden, weil sie zu groß sind[27]. Beobachter wie Celente weisen darauf hin, dass das globale System der Hochfinanz längst Eigenschaften eines Syndikats aufweise. Durch jahrelange Finanzverbrechen konnte das Syndikat enorme Profite erzielen, Einfluss auf das politische System gewinnen und jenseits der Gesetze agieren (too big to fail, too big to chail). Denn egal welche Ausmaße die kriminellen Aktivitäten auch erreichen, es gibt kaum noch nennenswerte Strafverfolgungen oder Gefängnisstrafen. Großbanken können sich einfach freikaufen, wie die Fälle von Goldman Sachs, JPMorgan, HSBC und Credit Suisse gezeigt haben[28]. Das schafft Anreiz, Betrug und Kriminalität noch stärker als Geschäftsmodell zu forcieren, denn es handelt sich jetzt um eine Kalkulation, die zwischen potentiellem Gewinn und den berechenbaren Strafzahlungen abwägen muss. Solange der Grenzprofit größer Null ist, ist es für Großbanken rational, kriminell zu agieren. Ob Wale of London, Geldwäsche, Libor Betrug, großflächiger Kundenbetrug oder der verschuldete Zusammenbruch der Weltwirtschaft, persönlich wird in den Großbanken kaum jemand zur Verantwortung gezogen. Währenddessen geht der Trend immer häufiger in die Richtung, gewöhnliche Bürger für geringes Fehlverhalten mit drakonische Strafen zu belegen[29].

Kritiker sprechen in Amerika bereits von einer vollendeten Machtübernahme durch die 1% Elite[30]. Hinter der demokratischen Scheinfassade bestimmt eine Aristokratie die Gesetze nach Belieben, um alle Profite und bestehenden Vermögen an sich zu ziehen. Sie hat über die Zentralbank und das Bankenkartell das Finanzsystem in Gefangenschaft genommen. Sie hat die amerikanische Verfassung schrittweise ausgehebelt, die Privatsphäre der Bürger zerstört und einen Polizeistaat errichtet. Konzerne übernehmen öffentliche Dienste wie Sicherheit, Cyberüberwachung, Big Data Auswertungen und profitieren vom Polizeistaat (z.B. InfraGard[31] ). Was als freie Nation propagiert wird, basiert auf Kontrolle des Massenbewusstseins und Manipulationen der kollektiven Verhaltensweisen durch mediale Kampagnen[32], die Stress, Angst,  Gier und Neid schnüren.

 

 "Ich bin ein Banker, der Gottes Werk verrichtet"  - Lloyd Blankfein, CEO Goldman Sachs

Moderne Raubzüge

Nicht nur Amerika, sondern die gesamte Welt wird jetzt von einem parasitäres Finanzsystem beherrscht, das Kapital für Spekulationen bindet, anstatt damit realwirtschaftliche Impulse zu setzten[33]. Mit enormen Ressourcen und finanziellen Massenvernichtungswaffen, wie Buffet  einst Derivate nannte, können sie ganze Nationen angreifen.  Als Beispiel nennen Kritiker die kontrollierte Demontage der Eurozone, die den Ausgangspunkt bei der Griechenland Bonanza hat. Zuerst hat Goldman Sachs mit gefakten Bilanzen Griechenland in die Eurozone geschmuggelt. Danach hat man Derivate-Wetten auf den Zusammenbruch des Landes abgeschlossen. Natürlich ist die Euro Krise durch Überschuldung der Südstaaten, asymmetrische Geld-Fiskalpolitik und mangelnde wirtschaftspolitische Integration hausgemacht, aber das Timing für den Krisenausbruch kam von der Sub-Prime Schockwelle, die ebenfalls das Resultat krimineller Machenschaften der Großbanken war.

Nach der Lehman Pleite finanzierten die Steuerzahler auch die Spekulationsverluste der europäischen Banken, was zum Überladen der Staatskassen beitrug. Die Bond Zinsen in Griechenland und den anderen PIIGS[34] explodierten, sodass sie sich am Kapitalmarkt nicht mehr refinanzieren konnten. Griechenland forderte Hilfsgelder von den Mitgliedsstaaten an. Doch was passierte mit dem Geld? Die Staaten Bail-outs erwiesen sich als eine zweite Welle der Banken Bail-outs. Abermals wurden Steuergelder verwendet, um die Bilanzen der Banken aufzufüllen, sodass diese Zeit gewinnen konnten, um sich ihrer Spekulationsverluste zu entledigen und Schrott Papiere an die EZB zu verkaufen. Die EZB musste griechische Junk Bonds in ihre Bilanzen aufnehmen, um den Kollaps abzuwenden. All diese Maßnahmen sind letztendlich Vermögensumverteilungen in den Finanzsektor.

Aktuell läuft die Endphase der Plünderung, nämlich die feindliche Übernahme des Staates durch Leveraged Buyout. EZB, IWF und Troika verlangen fast unerfüllbare Sparmaßnahmen und Zinsen für gewährte Kredite. Griechenland wird gezwungen die Assets zu verschleudern. Im finalen Schritt kann das Syndikat auf Shoppingtour gehen und sich die griechischen Goldreserven und Realwerte mit guten Renditen wie Tourismus, Schifffahrt oder Energiegewinnung billig aneignen. Wenn nach dem Angriff die Preise am Boden liegen, kann die Privatisierungswelle starten. Ausländische Konzerne fallen in das Land ein, die Löhne und Pensionen werden drastisch gesenkt. Arbeiter werden entlassen und auf die Straße geworfen, das Sozialsystem vernichtet. Zurück bleiben Arbeitslosigkeit und Menschen in Armut. Die nationale Souveränität der Staaten wird aufgelöst und die Regierung wird von installierten Technokraten übernommen, am besten ehemalige Goldman Sachs Mitarbeiter. Damit ist die Kolonisation abgeschlossen. Am Schluss bekunden die politischen Marionetten noch die Solidarität mit dem Volk, doch die harten Sparmaßnahem seien einfach notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit und das Vertrauen der Märkte wieder wiederherzustellen[35]. Während in den Straßen die Bürgeraufstände mit Polizeigewalt niedergeschlagen werden, darf sich das Syndikat am erfolgreichen Beutezug aufgeilen. Nachdem die Kriegskassa gefüllt wurde, geht man zum nächst größeren Brocken über. So können der Reihe nach die Länder auseinander genommen werden, von Island über Irland, Griechenland, Zypern, Portugal , Spanien, Italien und am Schluss Frankreich.

Sollten sich Probleme ergeben oder sich ein Land als unerwartet zähe erweisen, hat man genügend Asse im Ärmel, um die widerspenstigen Volkswirtschaften in die Knie zu zwingen. Rating Agenturen und Massenmedien haben sich als effiziente Werkzeuge erwiesen, um Paniken zu verbreiten. Rechtliche Folgen sind kaum zu befürchten. Wenn es gefährlich wird, ändert man die Gesetze, einigt sich auf außergerichtliche Strafzahlungen oder verschleppt Prozesse, bis die Sache verjährt ist. Erweisen sich Regierungsmitglieder als nicht korrumpierbar und stellen sich den Zielen des Syndikats in den Weg, werden sie, wie es John Perkins provozierend  formuliert hat, aus dem Weg geräumt[36]. Menschen, die gegen das korrumpierte Netzwerk ankämpfen, sind in höchster Lebensgefahr. Auf diese Weise können sich Großbanken und Großkonzerne ganze Imperien des Kapitals errichten. Damit zerstören sie jedoch den Kapitalismus und die freien Märkte. Sie beeinflussen Regierungen und die Gesetzgebung. Sie versklaven die Menschen und konzentrieren das Vermögen. Wenn die Politik nicht mehr die Kraft aufbringt, die too big to fail/chail Banken in den Griff zu bekommen und internationale Konzerne zu entmachten, werden sie ihre Strategien zur rücksichtslosen Profitmaximierung solange fortsetzten, bis sie die gesamte Welt ins Verderben reißen.

Das ist natürlich eine stark polemische Schilderung der Prozesse, aber anders kann die Welt nicht mehr aus ihrem Schlaf gerüttelt werden. Ähnliche Raubzüge wie in Europa durften wir bereits in Südamerika und in Asien beobachten, die damit gerechtfertigt wurden, dass sie den natürlichen Kräften des Kapitalismus entsprechen. Auch wenn uns die ökonomischen Modelle eine positive Geschichte[37] erzählen wollen, in der alle Menschen von diesen Vorgängen durch Effizienzsteigerungen indirekt profitieren sollten, der Zustand der Welt führt uns eine andere Wahrheit vor Augen. Die Bürger verarmen, verlieren ihre Freiheiten und werden zunehmend von einer privilegierten Klasse beherrscht. Sie dürfen sich zu den Füßen der Elite versammeln und darauf hoffen, dass ein paar Knochen für sie abfallen (Trickle down Theorie) [38]. Das Syndikat hat den Menschen den Krieg erklärt. Doch diese sind in ihrer täglichen Ödland[39]-Wunderland[40] Schizophrenie gefangen, durch Lifestyle-Sucht und medial aufgebauter Terrorparanoia von den wahren Gefahren so abgelenkt, dass sie den Angriff erst bemerken, wenn sich die Frontlinie des Krieges zu den Straßenschlachten vor der Haustüre verlagert.

 

"Der Begriff  too-big-to-fail muss aus unserem Vokabular entfernt werden." - Jim Dimon, CEO JPMorgan

Fiat Money auf Steroide

Wallstreet und die City of London haben ein Finanzsystem mit imperialer Macht errichtet, das parasitäre Effekte aufweist und monetäre Ressourcen für Spekulationsgeschäfte bindet, anstatt sie der Realwirtschaft zur Verfügung zu stellen. Selbst produzierende Unternehmen stellen ihr Geschäft zunehmend auf die Finanzwetten um. Zombie Firmen können überleben, indem sie den künstlichen Niedrigzins dazu nutzen, um über intransparente Schattenbankkanäle mit Zins Arbitrage Gewinnen einen Cash Flow zu generieren. Das findet auf globaler Ebene statt und hält die Voodoo Ökonomie am Laufen, während die strukturellen Probleme der Realwirtschaft immer größer werden.

 Hochfinanz, Regierungen und Großkonzerne decken sich gegenseitig im Spiel der endlosen Schuldenverschiebungen und es gibt derzeit noch keinen schlagkräftigen Mechanismus, mit dem diese Verstrickungen zu entknoten wären[41]. Das einzige, dass die Untoten noch künstlich am Leben hält, ist die Liquiditätsausweitung der FED, BOE und BOJ. Sobald die FED die QE Programme einstellt, zerplatzen die Bonds, die Zinsen ziehen an und die Aktien crashen. Eine Exit-Strategie der Fed ist undenkbar, im Gegenteil es wird eine beschleunigte Geldmengenausweitung notwendig sein, um den Zusammenbruch weiter hinauszuzögern. Der -Point of no Return-  wurde mit dem japanischen Geldmengenharakiri endgültig fixiert[42]. Im aktuellen Wettrennen welche Währung zuerst kollabiert, führt der Yen, knapp vor dem Pfund. Der dritte Platz geht an den Euro. Derzeit noch abgeschlagen auf dem vierten Platz rangiert der Dollar.

 

"Money is gold, and nothing else." - John Pierpont Morgan

Goldene Vorboten

Die Marktteilnehmer antizipieren den Verfall der großen Fiat Währungen und hedgen sich mit Gold ab, was den Preis auf knapp 2000 $ pro Feinunze trieb. Das Gold Yen Ratio erreichte im April ein 40 Jahre Hoch, womöglich ein Signal für die Zentralbanken um im "Papier" Goldmarkt zu intervenieren. Um die Flucht aus den Fiat Systemen ins Gold zu unterbinden, müssten die Zentralbanken den Goldpreis niedrig halten. Im Netz gibt es zahlreiche Spekulationen darüber, ob die Notenbanken tatsächlich im Goldmarkt  manipulativ aktiv sind. Wir wissen nicht, ob sie an der letzten Attacke am 12 April beteiligt waren (das enorme Volumen deutet darauf hin), doch werden solche Formen der Goldpreismanipulationen, von wem auch immer, zunehmend offensichtlicher. Es scheint beinahe, als ob man den Marktteilnehmern offen signalisiert, dass es jetzt zwecklos sei, gegen die koordinierten Verkaufsaktionen des Syndikats anzukämpfen. Vor dem Kurseinbruch veröffentlichte Goldman Sachs eine Verkaufsempfehlung auf Gold, ebenso gingen die Soros Verkäufe durch die Medien. Dann wurde der Gold Crash am 12 April durch Shorts im Wert von 1100 Tonnen initiiert, mehr als die jährliche Goldnachfrage von China[43]. Innerhalb kürzester Zeit wurde der Markt mit Verkaufsdruck überschwemmt. Doch zeitgleich gingen auch Silber, Öl und CRB Index in die Knie. Um die anhaltende Schwäche der Rohstoffe zu erklären, sind die aggressiven Short Selling Aktivitäten im Gold nicht ausreichend, sie signalisiert zunehmenden deflationären Druck und damit neue Anzeichen einer Rezessionsverstärkung. Während der Preis im Terminmarkt fällt, ist die Nachfrage nach physischen Gold ungebremst, teilweise scheinen sogar Panikkäufe eine Art Gold Run auszulösen. Auch die Zentralbanken kaufen die größten Mengen an physischen Gold seit 1964, weil sie sich selbst gegen die Risiken eines Währungscrash absichern. Denn wenn die QE Programme nicht zurückgefahren werden, ist irgendwann eine globale Währungsreform unausweichlich. Pläne dazu gibt es genügend, man wird versuchen eine neue Weltwährung (.z.B. Bancor[44], Terra[45] usw.) und eine Weltregierung, welcher Art auch immer, zu installieren.  

Andere Überlegungen zum Goldcrash gehen in die Richtung, dass die Comex[46] Lager schwinden und Bullion Banken kurz davor stehen, die physischen Lieferungsforderungen ihrer Kunden nicht mehr erfüllen zu können[47]. ABN Ambro teilte seinen Kunden bereits mit, dass die physische Auslieferung von Gold für bestehende Kontrakte nicht mehr erfüllt wird. Dazu passt auch die Meldung, dass Deutschland auf sein angefordertes Gold, das in den USA lagert, 7 Jahre lang warten muss. In Zeiten des drohenden Währungszusammenbruchs wäre es von Deutschland unklug, diesen Zeitraum freiwillig einzuräumen. Wahrscheinlicher ist, dass die USA die Goldbestände verleast hat und der physischen Lieferungsforderung nicht nachkommen kann. Andrew Maguire hat die Vermutung geäußert, dass die Einlagenkonfiszierung im Zuge der Zypern-Bonanza einige Besitzer der Gold Terminkontrakte nervös gemacht hat und sie ihre Nachfrage nach physischer Auslieferung erhöht haben. Wenn die Banken den Auslieferungsforderungen nicht nachkommen können, wird das in den nächsten Wochen zu chaotischen Zuständen an den Märkten führen. Die Bullion Banken müssten entweder physisch zurückkaufen, was den Goldpreis explodieren lässt, oder sie müssten den Ausfall melden. Beide Varianten werden den Dollar und vielleicht das gesamte Fiat Money System unter Druck setzten. Die Menschen könnten panikartig ihre Papierscheine abstoßen und in Sachwerte flüchten. Folgen -> Banken-Run, steigende Umlaufgeschwindigkeit des Geldes und Hyperinflation[48]. Wenn die Zentralbanken tatsächlich in einer verdeckten Aktion am "Papier" Goldcrash beteiligt waren, so hätten sie sich damit ihr eigenes Grab schaufeln können[49]. Wer auch immer hinter den koordinierten Verkäufen im  Terminmärkt steckt, wenn die Nachfrage nach physischem Gold jetzt nicht bedient werden kann, wird das an den Märkten für Zündstoff sorgen.

 

Der Scherbenhaufen

Die zahlreichen Verwerfungen an den Märkten werden offensichtlicher, noch nie haben soviele Marktbeobachter vor der drohenden Apokalypse gewarnt. David Stockman, John Rubino, Jim Rogers, Max Wolf, Marc Faber, Gerald Celente, Paul Craig Roberts, Steve Keen, Joseph Stiglitz, Alasdaier Macleod, Peter Schiff, Jeff Berwick und Robert Kiyosaki sind nur einige von den Stimmen, die auf die Risiken eines Kollaps aufmerksam machen. Bislang bemühen sich Regierungen, das Märchen von der wirtschaftlichen Erholung zu verteidigen, selbst mit gefälschten BIP Zahlen[50]. Es erweckt tatsächlich den Eindruck, als wolle man das System so lange wie möglich künstlich am Leben erhalten, um sich in der Endzeit des Fiatgeldes noch so viele Vermögenswerte wie möglich anzueignen. Denn die Flächenbrände, die von der Finanzkrise 2008 ausgelöst wurden, können mit der Geldmengenausweitung nur temporär gedämpft werden. An den strukturellen Problemen, die die Ursache der Krise waren, hat sich nichts verändert. Fundamental ist alles wie vor 2008, nur dass jetzt die Banken noch mächtiger sind, die Spekulation noch radikaler ist, die Vermögensverteilung noch extremer ist, die Schulden der Staaten noch höher sind und wir jetzt Bond, Aktien und Immobilienblasen haben, die Weltwirtschaft als Ganzes angeschlagen ist und ein Währungskrieg tobt, der als nächstes in einen verschärften Handelskrieg übergeht.

Ganze Nationen wie Griechenland und Zypern wurden inzwischen vom Syndikat geplündert, in den Niederlanden platzt die Immobilienblase, Spanien hat über 50% Jugendarbeitslosigkeit, Portugal will die Arbeiter mit Schuldscheinen bezahlen, Italien steckt tief in der Rezession, England will aus der EU austreten, Frankreich ist der nächste Pleitekandidat und gegen Deutschland erheben sich Ressentiments, wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Die Auflösung des Euros ist schon lange überfällig, um die Wettbewerbsdifferentiale zwischen den Staaten mit flexiblen Wechselkursen wieder ausgleichen zu können, doch die Target II Salden verunmöglichen den Austritt der angeschlagenen Mitgliedsstaaten. Auch für Eurobonds und integrative Fiskalpolitik, wie in früheren Artikeln vorgeschlagen[51], ist es jetzt wahrscheinlich schon zu spät. Die südlichen Volkswirtschaften haben inzwischen zu große Schäden davon getragen, als dass diese Maßnahmen jetzt noch das Wachstum zurückbringen könnten.

Es ist ein Skandal, wie die Europa- Politik mit den Menschen in Griechenland verfahren ist und wie Massenproteste in Spanien und Portugal[52] ignoriert werden. Das ist nicht mein Europa, in dem eine aristokratische Herrscherklasse die Menschen ausbeutet und den Interessen einer korrupten Hochfinanz dient, die den Kapitalismus und die freien Märkte vernichtet. In Spanien, Portugal und Griechenland wurde die Zukunft einer ganzen Generation zerstört. Ein Schlachtruf rechtfertigt bislang alle Schandtaten: "Scheiterte der Euro, scheitert Europa". In welchem Universum muss man eigentlich leben, um nicht zu sehen, dass Europa längst gescheitert ist? Weite Teile wurden bereits in Dritte Welt Slums zerlegt, während ein privilegierter Kreis profitiert hat. Was soll das eines Tages für ein freier und demokratischer EU-Zentralstaat werden, der seine Anfänge mit Gesetzesbruch, Ungerechtigkeit, Tyrannei und Straßenschlachten errichtet hat? Glaubt man ernsthaft, dass die Ereignisse in Griechenland einfach aus den Geschichtsbüchern zu löschen sind? Wie weit will man eigentlich gehen? Wartet man darauf, dass 200 Jahre nach der französischen Revolution wieder ein rasender Mob die Elfenbeintürme stürmt, um eine dekadente Herrscherklasse zur Guillotine zu zerren?

Den bisherigen Höhepunkt an plakativer Arroganz stellt die Adelung der EU-Bürokratie mit dem Nobelpreis dar. Ausgerechnet die Bilderberger Marionette Van Rompuy, die weder demokratisch gewählt ist[53], noch von den Bürgern abgewählt werden kann (!) und als Symbol für eine fremdgesteuerte Politklasse ohne ökonomische Bildung steht, nimmt den Preis entgegen. Gerade das elitäre Herrschaftsregime aus Lobbys, Hochfinanz und Großkonzernen, das Europa in den Ruin getrieben hat und erstmals seit fast 70 Jahren den Frieden in Gefahr bringt[54], wird für seine Fehlentwicklungen gepriesen und dazu animiert, seinen zerstörerischen Kurs fortzusetzen. Rechtsbruch, antidemokratisches Denken und Ausbeutung gelten von nun an also als akademisch und intellektuell. Meine bisherigen Beiträge waren von der Bemühung geprägt, die Ereignisse der Eurozone neutral und ohne Polemik zu kommentieren. Aber was hier von Politik und Banken vor den Augen der Öffentlichkeit abgezogen wird, ist an Perversität nicht mehr zu überbieten. Und es würde mich nicht mehr wundern, wenn sie schon in naher Zukunft auf die Demonstranten in den Straßen schießen lassen, um ihre Herrschaft zu verteidigen.

Es ist erstaunlich, mit welcher Blindheit die politische Klasse an ihrem elitären Europaprojekt festhält und zu welchen Kosten man bereit ist, diesem Plan noch immer zu folgen. Hat man denn gar nichts aus der Geschichte gelernt?

Nicht nur Europa verschließt sich vor den historischen Lehren, die ganze Welt scheint für die Gefahren blind geworden zu sein. Vor 100 Jahren wurde die Fed installiert. Damals folgte eine Spekulationsblase, ein Finanzcrash, eine wirtschaftliche Depression, ein Währungskrieg, ein Handelskrieg und der Glaube, es könnte niemals einen Weltkrieg geben. Durch die Konsequenz mit der man misslungende Pläne, wie den Euro oder QE, weiter fortsetzt, gehen  Beobachter wie David Stockman davon aus, dass die Verwerfungen an den Finanzmärkten bewusst durch eine regelrechte Finanzmafia herbeigeführt wurden[55]. Es liegt nicht in unserer Vorstellungskraft, dass Zentralbanken, Bankenkartell und einige Regierungen durch und durch verbrecherisch sind, über Jahre hinweg die Märkte manipulieren und die gesamte Welt in den Abgrund führen. Die meisten Menschen konnten sich auch nicht vorstellen, dass Lance Armstrong 7 mal bei der Tour de France gedopt war und dafür einen mafiaartigen Drogenring unterhalten hat. Ist unsere Welt wirklich hoffnungslos korrupt? Wenn es tatsächlich so ist, wird das Kartenhaus des Syndikats irgendwann einstürzten. Nur die Geschichte wird zeigen können, wo die Wahrheit liegt.

 

  Am Rande des Kollaps

Noch halten die QE Programme und Niedrigzins das System künstlich am Laufen. Doch irgendwann geht den Zentralbanken die Munition aus, spätestens dann, wenn die Menschen aufgrund der endlosen Gelddruckerei das Vertrauen in das Fiat System verlieren. Wenn dann immer noch deflationäre Kräfte dominieren oder ein externer Schock die Weltwirtschaft trifft[56], gibt es keinerlei Maßnahmen mehr, die das System noch stützen könnten. Das Fiat Money System wird dann zerbrechen. Wenngleich die Mainstream Medien das ganze Debakel noch decken, weil sie im Besitz der Systemprofiteure sind[57], haben Lug und Trug ein Ausmaß erreicht, das nicht länger zu verbergen ist. Doch die ganze Dimension des Betrugs wird im kollektiven Bewusstsein erst ankommen, nachdem das gesamte System kollabiert ist. Die Wucht mit der dieses Ereignis die Menschen treffen und aus ihrer Harlem Shake Welt herausreißen wird, hat das Potential, eine soziale Revolution zu entfachen, die eine neue heterarchische Gesellschaftsordnung hervorbringen könnte. Man wird jedenfalls mit Bürgeraufständen versuchen, intransparente und hierarchische Machtstrukturen in Politik, Medien, Finanz und Industrie zu stürzen.

 Natürlich hat sich die 1% Elite vor dem drohenden Breakdown und vor Aufständen längst abgesichert. In Amerika wurden alle notwendigen Vorkehrungen eingeleitet. Homeland Security ist bis an die Zähne bewaffnet und zusammen mit Fema und der militarisierten Polizei ist man bestens für einen Bürgerkrieg gerüstet[58]. Patriot Act und ähnliche Gesetzte sorgen bereits für die notwendige Überwachung[59].  Was noch fehlt, ist die Entwaffnung der Bürger. Eine beeindruckende Vorgeschmack, wie Martial Law aussehen wird, hat die amerikanische Bevölkerung unlängst demonstriert bekommen[60]. Ausgerechnet am Patriots Day und ausgerechnet dort, wo die Amerikanische Revolution gegen die Sklaverei begann, wurde eine ganze Stadt abgeriegelt und demonstrativ unter polizeimilitärische Aufsicht gestellt[61].

 Wenn man weiß, dass die amerikanische Regierung mit dem Rücken zur Wand steht, das korrupte Finanznetzwerk und die Ökonomie nur durch ein Wunder zu retten sind und das ausbeuterische Lug und Trug Politsystem vor der Aufdeckung steht, ist man alarmiert, um sämtliche Wortmeldungen und Handlungen der Administration kritisch zu hinterfragen. Denn wenn die Mutter aller Blasen platzt und das System zerfällt, ist ein Bürgerkrieg fast unausweichlich. Und er wird solange wüten, bis man sich von den Ausbeutern befreit hat. Die einzige Möglichkeit der Regierung das zu verhindern, ist entweder die Entfachung des Dritten Weltkrieges oder durch eine andere gravierende False Flag Attacke, die das Massenbewusstsein auf einen äußeren Feind ablenken kann. Die Spekulationen dafür sind vielseitig und reichen von False Flag Cyberattacken, einer Virusfreisetzung, bis hin zu künstlich erschaffenen Naturkatastrophen.

 Im positiven Szenario bleiben Eskalation aus und Amerika folgt dem japanischen Modell mit Jahren der depressiven Ökonomie, bis Bitcoin[62], maschinelle Reproduktionssysteme[63], "Freie" Energie (LENR)[64] und die heterarchische Öffnung des Systems die Menschen von der Herrschaft des Syndikats befreien können[65]. Doch Amerika ist nicht der einzige Krisenherd, der einen Kollaps auslösen könnte. Europas Zerfall scheint unausweichlich und kritische Stimmen warnen davor, dass auch in China eine Kredit und Immobilienblase platzen könnte. Je länger die Fed die QE Programme fährt, desto stärker wird der Dollar entwertet, zum Nachteil der restlichen Welt, die auf großen Beständen sitzt. Je stärker die weltweiten Volkswirtschaften unter Druck geraten und je härter die Währungs- und Handelskriege werden, desto mehr Länder werden den Versuch starten, sich gegen die Dollar Hegemonie zur Wehr zu setzten. Wir wissen was Amerika mit Staaten macht, die den Petrodollar in Gefahr bringen. Russland und China sind die größten Goldkäufer und scheinen trotzdem einen Angriff vorzubereiten. Wenn die BRIC Staaten ihre Drohungen wahr machen und den Dollar als Reservewährung auflösen, kommt das einer Kriegserklärung an Amerika gleich. Denn sobald die Dollar Hegemonie fällt, würde die Währung kollabieren und damit die gesamte Scheinökonomie, die nur durch Importe überlebensfähig ist, implodieren. Die Zinsen müssten in den Bereich von 20% steigen, um die Kapitalflucht zu unterbinden. Das würde eine Pleitewelle auslösen, die Bonds einstürzten und den Aktienmarkt crashen. China, als größter US Gläubiger, würde wiederum so große Bondverluste einfahren, dass die eigene Wirtschaft belastet wäre. Zugleich würde die US-Nachfrage wegbrechen und damit die China Exporte trocken legen. Das Ganze würde innerhalb kürzester Zeit zu einem globalen Black out führen. Der Blitzangriff auf den Dollar kann also nur eine Endlösung sein, wenn es ökonomisch keinen Ausweg mehr gibt und die offene Konfrontation die letzte Alternative ist. Wahrscheinlicher ist, dass man versuchen wird, die Dollar Herrschaft schrittweise zu unterwandern, um die aufgestauten Us Bond Bestände langsam in Goldreserven zu konvertieren. Unter diesen Überlegungen sind auch die militärischen Spannungen rund um Syrien, Iran und Nordkorea nichts weiter als verdeckte Stellvertreteraggressionen für den aufziehenden Konflikt zwischen Amerika und dem Russland-China Bündnis.

Während Politik und Massenmedien die rosa Brille an die Bürger weiterreichen, ist im Untergrund das Krebsgeschwür weiter am wachsen. Welche Szenarien man auch gedanklich durchspielt, der Kulminationspunkt der Systemkrise liegt noch vor uns. Hoffnung gibt es immer, aber realistisch betrachtet, steuern wir auf volatile Zeiten zu. Die internen Konstruktionsfehler des orangen Programms zeigen sowohl auf individueller[66], als auch auf kollektiver[67] Ebene in zunehmendem Maße ihre destabilisierenden Tendenzen. Aus integraler Sichtweise[68] mehren sich die Anzeichen, dass wir sozial-ökonomisch auf große Veränderungen zugehen, die der verbleibenden Menschheit einen Bewusstseinswandel ermöglichen werden.

 

 


[4] Die privaten Schulden haben 2008 bei 300% ihren Höhepunkt gesehen. Seither fahren die Privaten die Verbindlichkeiten zurück, 2013 liegen sie bei 250%

[9] http://www.neuro24.de/depression.htm

10% der Amerikaner nehmen Antidepressiva, die Zahl hat sich seit den letzten 10 Jahren verdoppelt http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19652124

[10] Glück kann objektiv nicht gemessen werden, in empirischen Studien und Umfragen verliert  Amerikaner aber tendenziell Plätze gegenüber anderen Ländern.

Im  Happy Planet Index liegt Amerika weit hinten. 2009 lag Amerika sogar auf Platz 150 von 178 erfassten Ländern http://www.happyplanetindex.org/data/#table-view,

Twitter Auswertung - Amerikaner werden unglücklicher http://science.orf.at/stories/1692093/

Im Wohlstandsindex verliert Amerika Plätze http://www.prosperity.com/Ranking.aspx

Gallup Umfrage zwischen 2005 und 2009  http://www.forbes.com/2010/07/14/world-happiest-countries-lifestyle-realestate-gallup-table.html

Im Uno Weltglück Report belegt Amerika noch Platz 11 http://www.taz.de/fileadmin/static/pdf/2012-05-25_grafik_gluecksreport.pdf

New Yorker sind die unglücklichsten Amerikaner http://derstandard.at/1259282510151/New-Yorker-sind-die-ungluecklichsten-US-Amerikaner

[35] Fast unglaublich der Propaganda-Film der Deutschen Bank http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=ES8STleqBhE#!  Da sich die politischen Entscheidungsträger ökonomisch von den Großbanken "beraten" lassen, werden sie zum unwissenden Handlanger des Syndikats.

[37] Tatsächlich sind diese Vorgänge von den neoklassischen Modellen gedeckt, in denen sich zumeist die effizienzsteigernden Wirkungen mathematisch beweisen lassen.

[38] Nach der Trickle-down-Theorie fällt auch für die unteren Klassen etwas ab, wenn die Superreichen nur reich genug sind.

[41] Das einzige, das uns die Evolution im Kampf gegen die Hierarchiepathologien zur Verfügung stellt, ist das Internet. Es ist die grundlegende Innovation, die eine Stärkung heterarchischer Organisationsstrukturen in Zukunft möglich macht.

Siehe dazu auch Gedanken zur Eurokrise - Hierarchie vs. Heterarchie

http://perfect-trader.com/index.php?option=com_content&view=article&id=5350:gedanken-zur-eurokrise&catid=69:science&Itemid=275

[43] Um den Preis zwischen dem 12-13 April auf 1380$ zu drücken, benötigte man 1100 Tonnen Papier Gold, das  54% des jährlichen  Umsatzes entspricht. 

[48] Um das zu verhindern, hätten die Zentralbanken zwei Möglichkeiten. Entweder sie versuchen mittels Notenpresse die Banken mit Liquidität zu versorgen, damit diese ihren Kunden die Kontrakte in Cash ausliefern können oder sie organisieren Goldpreismanipulationen im Futuresmarkt und  versuchen die physischen Auslieferungsforderungen für sich zu optimieren.

[52] Der Geist von Grandola erhebt sich nach 39 Jahren wieder http://www.youtube.com/watch?v=LzmFPJiH6nA

[53] ...sondern Verschwörungstheoretikern zufolge bei einem Mittagessen der Bilderberger bestimmt wurde.

http://nwoobserver.wordpress.com/2009/11/20/bilderberg-van-rompuy-the-new-eu-president-with-video/

Kult im Internet: Farage vs Rompuy http://www.youtube.com/watch?v=wHvTq6Bf_pg

[54] Jean Claude Junker wird für seine Warnung, dass Europa vor einem Krieg steht als Demagoge kritisiert. http://lostineu.eu/juncker-schurt-euro-angst/

Doch die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die Eurokrise schon in diesem Herbst  eskaliert und Massenaufstände durch die Straßen ziehen. Mit dem antidemokratischen Europakurs wird man linke und rechte Flügel wieder radikalisieren und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die aufgestaute Wut in Gewalt umschlägt.

[55] The Great Deformation: The Corruption of Capitalism in America http://www.amazon.com/gp/product/1586489127/

[56] Durch die Verzögerungstaktiken der Krisenbekämpfung wurden Risiken summiert. Das Finanzsystem ist inzwischen so fragil, dass geringe Störungen ausreichen, um Paniken auszulösen. Als Beispiel kann der AP Twitter Hack dienen: http://www.guardian.co.uk/business/2013/apr/23/ap-tweet-hack-wall-street-freefall

Was wird passieren, wenn die nächste Großbank aufgrund von Fehlspekulationen Schieflagen meldet?

[62] In vergangenen Beiträgen wurde der Kampf zwischen heterarchischen und hierarchishen Organisationsstrukturen angeschnitten. (Siehe auch Systemkrise und Steuerungsmechanismen - http://bit.ly/ZHejLTVirtuelle Währungen wie Bitcoin sind die letzte Frontlinie in diesem Kampf, wodurch staatliche Hierarchiepathologien endgültig vor der Schwächung stehen. Das Zentralbanken-Fiatgeld System ist entscheidend für den Machterhalt von Regierungen, weshalb sie mit allen verfügbaren Mitteln gegen virtuelle Währungen vorgehen werden.

[63] 3D Drucktechnologie könnte wesentlich zur Dezentralisierung in der Produktion und damit zur Stärkung heterarchischer Gesellschaftssysteme beitragen. 

[64] Lange Zeit galt die Kalte Fusion als Utopie. Seit Nasa und Cern die Low Energie Nuclear Reaction (LENR) bestätigt haben, hat das weltweite Interesse der Physiker wieder zugenommen. Am weitesten Fortgeschritten dürfte der E-Cat von Andrea Rossi sein, der angeblich vor der Marktreife steht. Sollte sich die LENR Technologie tatsächlich als brauchbar erweisen, wird dies die gesamte Ökonomie dramatisch verändern.

[65] Die technischen Entwicklungen geben Hoffnung, dass sich die Menschheit im nächsten Kondratieffzyklus tatsächlich aus dem ausbeuterischen Herrschaftssystem von Zentralbanken, Bankenkartell, Wirtschaftseliten und korrupten Politkern befreien könnte.

[66] Mehr und mehr Menschen leiden unter der materialistischen Lebensweise: Unter Turbokapitalismus, Leistungsdruck, Entmenschlichung und  Rücksichtslosigkeit. Burnout und Depression sind die Folge. Über Konsumwahn, Sinnkrise und das orange Programm: http://bit.ly/ZX5eZM

[67] Gier, Moralverfall und hemmungsloser Materialismus bringen das Wirtschaftssystem auf globaler Ebene in Bedrängnis.

[68] Siehe auch Integrale Theorie von Ken Wilber  z.B. in "Eros, Kosmos, Logos" http://amzn.to/Zbfwqj    

Brennpunkt Syrien

 

Syrien: Zwischen Propaganda, Imperialismus und Systemverfall

 
 
Bereits in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat der einflussreiche Globalstratege Zbigniew Brzezinski die Bedingungen für die amerikanische Weltherrschaft skizziert.  In "The Grand Chessboard" beschreibt er die Zukunft des amerikanischen Imperialsmus auf Basis militärischer Übermacht und kultureller Assimilation. Wirtschaftliche Überlegenheit wird durch global agierende Megakonzerne gesichert. In Anbetracht des Ölfördermaximus muss sich der geostrategische Imperialmsus auf Eurasien konzentrieren.  Nur wer die Kontrolle über Eurasien erlangt, kann die Entwicklung anderer Länder  behindern, und die Vormachtstellung zementieren. Brzezinski machte in der Vergangenheit an zahlreichen Stellen deutlich, dass bei der Umsetzung der Pläne Menschenleben keine Rolle spielen. Auch wenn die Zahl der Kriegstoten in die Millionen geht, auf dem Schachbrett des globalen Machtkampfes zählen sie nur als Bauernopfer.  
 
Das Project for New American Century (PNAC), mit Politgrößen wie Rumsfeld, Cheney und Wolfowitz,  formulierte zur Jahrtausendwende ähnlichen Ziele: Die totale Überlegenheit Amerikas, die Bekämpfung der Konkurrenten wie Russland und China und ökonomische sowie kulturelle Hegemonie. Wichtige Länder auf dem Speißeplan wurden festgelegt: Afghanistan, Irak, Syrien und Iran.  Für die amerikanischen Vorherrschaft sei es notwendig, das Militär enorm aufzurüsten und zu modernisieren.  Der Plan bekam den Namen Rebuilding Americas Defense. Und wie Brzezinski, kam auch das PNAC bereits vor dem 11. September 2001 zum Schluss, dass, um erfolgreich zu sein, der amerikanische Imperialismus ein gewaltiges Trauma, wie ein neues Pearl Harbor, benötigen werde.  Nach dem Kalten Krieg bräuchte man einen neuen Feind. Ohne ihn würde die Transformation des Militärs ein sehr langwieriger Prozess werden, so der damalige Konsens. 
 
Wer  Papiere von Kissinger, Brzezinski und PNAC Mitgliedern wie  Kagan studiert, wird auf die weltpolitischen Ereignisse der letzten 12 Jahre und auch auf die Syrienkrise, vielleicht eine andere Sichtweise erhalten. Zu Beginn mag Wes Clark weiterhelfen: "Wir zerstören 7 Länder in 5 Jahren:  Irak, Lybien, Libanon, Somalia, Sudan, Syrien und Iran."
 
   
 
Syrien: Zwischen Propaganda, Imperialismus und Systemverfall