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INHALT:

 

 

1.0 Brennpunkt Syrien

Die Syrienkrise läuft Gefahr, sich zu einem globalen Konflikt auszuweiten, in dem USA, Israel und die NATO Länder, dem Iran, Russland und China gegenüber stehen. Die deutsche Bundeswehr ist bereits mit Patriot Abwehrraketen in der Türkei stationiert. Da die Raketen schon mal da sind, könne man doch gleich in Syrien einmarschieren und den Luftraum okkupieren, so McCain[i].

Nur wenige Stunden nach dem Giftgasanschlag gab Obama, der strahlende Ritter des Völkerrechts, Bescheid, sofort militärische Vergeltung üben zu wollen. Er wollte zuschlagen, bevor offizielle Beweise für den Verantwortlichen vorgelegt wurden, und ohne die Zustimmung des UN Sicherheitsrates.  Bereits im Vorfeld der Giftgas Attacke haben Amerika und Russland ihre Militärpräsenz in der Region enorm verstärkt. Die Übereile mit der Obama die Kriegstrommel schlug, erweckte den Anschein, er habe nur auf das Startsignal gewartet, um endlich den Marschbefehl geben zu können. England und Frankreich, ebenfalls bekannte Experten des Völkerrechts, trommelten im selben Rhythmus und platzierten ihre Schiffe synchron zu Amerika. Putin gab darauf Bescheid, Russland werde das Assad Regime unterstützen. Angesichts dieser Kriegseile, war die Welt einigermaßen erstaunt. Bei der Dynamik der Ereignisse musste man befürchten, dass die Situation außer Kontrolle läuft. Denn sollten auch Iran und Israel in militärische Aktionen verwickelt werden, riskiert man den schmalen Grad zum 3. Weltkrieg.

Niemand will hier in Europa einen Krieg im "Pulverfass Nahost" anzetteln. Nach einem Sturm der Entrüstung, seitens der westlichen Bevölkerung, zog Cameron die Handbremse. Das Parlament wurde befragt und entschied sich gegen den Angriff. Obama steht jetzt als peinlicher Kriegstreiber alleine da und muss, ebenfalls den Kongress um Zustimmung zu befragen. Die Abstimmung wird nicht vor dem 9. September erfolgen. Verschnaufpause für die Welt. Vorerst, denn  die nächste Syrien oder Irankrise kommt bestimmt.  

Das ganze dürfte Kalkül und ein Ablenkungsmanöver gewesen sein, denn das amerikanische Militär kennt keine Abweichung von einem Angriffsplan. Womöglich wollte man auch nur testen, wie Putin reagiert und wie weit er bereit ist, das Säbelrasseln eskalieren zu lassen.  Offensichtlich sucht man jedoch mit Russland den Konflikt, der jetzt mit einer Propagandaschlacht fortgesetzt wird. Obama wird sich weiterhin als Messias des Weltfriedens inszenieren, während Russland als Mutter aller Menschenrechtsverbrecher dargestellt wird, und das bestialische Morden in Syrien ungehindert zulässt.  

Ein Alleingang Amerikas in Syrien ist unwahrscheinlich. Vielleicht ist die heiße Phase auch nur ein weiterer Schritt, um die öffentliche Wahrnehmung eines Tages für einen notwendigen Krieg überzeugen zu können. Die Schlacht um Syrien und um die Neugestaltung der Nahost Karte, geht in die  nächste Phase. In der Reihe von Ländern und "Schurkenstaaten", die den westlichen Anti Terror Kriegen und Anti Diktatoren Kriegen zum Opfer gefallen sind (Afghanistan, Irak , Lybien), nimmt Syrien einen besonderen Platz ein. Dem geplanten U.S. Kriegseintritt geht eine mediale Informationsschlacht voran, die vom Umfang her, eine neue Dimension aufgeschlagen hat.  Das westliche Massenbewusstsein wird jetzt von den Systemmedien solange mit den gleichen Propagandaparolen zu gemüllt, bis der Widerstand bricht und sich die Botschaft im Unbewussten festsetzt:  

C-Waffen -> böse -> rote Linie -> Intervention
C-Waffen -> böse -> rote Linie -> Intervention
C-Waffen -> böse -> rote Linie -> Intervention
C-Waffen -> böse -> rote Linie -> Intervention
...
 

 

1.1 Informationskrieg und öffentliche Meinung

Wir kennen seit dem ersten Irakkrieg 1991 die Technik der medialen Kriegsführung, um die kollektive Wahrnehmung zu täuschen und die Massenmeinung gezielt zu beeinflussen. Die Berichterstattung vom Krieg wurde weitgehend zensiert. Ausgewählte Reporter durften an ausgewählten Orten, ausgewählte Berichte erstellen. Sie durften Krieg als eine saubere Form der Demokratisierung darstellen  und die westlichen Befreier als moralisch höher stehende Helden feiern, die unterdrückte Völker von psychopathischen Diktatoren erlösen und damit den Weltfrieden bewahren. Im Kosovo, in Afghanistan, im Irak Krieg und in Lybien wurden die Propagandamethoden perfektioniert und der Anschein verfestigt, dass unsere Regierungen für die rechte Sache kämpfen.  

Krieg war plötzlich etwas Positives und ein Spektakel, weshalb es moralisch nicht mehr fragwürdig war, ein Land nach dem anderen zu überfallen und nieder zu bomben. CNN hat mit Dessert Storm den Krieg als Live Event ins Wohnzimmer gebracht und spannender inszeniert, als den Thriller im Hauptabendprogramm. Mit einer Packung Chips am Sofa konnte man den Tag nach der Arbeit entspannt ausklingen und sich über das erfolgreiche Kriegsgeschehen, wie über die Börsenkursgewinne, informieren lassen. Wir durften über die neuesten technischen Errungenschaften wie Präzessionswaffen und Tarnkappen Bomber staunen. Wir durften ins Cockpit des Apache einsteigen, uns vom kameradschaftlichen Sozialgefüge auf einem Flugzeugträger überzeugen lassen und Eliteeinheiten bei Einsätzen begleiten. Ich war zu der Zeit noch ein Kind, aber die Bilder haben sich tief ins Gehirn eingebrannt.

Koalitionssoldaten wurden in den Medien als heroische Kämpfer für die Freiheit und Menschenrechte gefeiert. Sie riskierten und opferten ihr Leben, damit wir in Freiheit leben dürfen. Wir schulden ihnen Respekt und Anerkennung. Nach dem gewonnen Krieg durfte sich der Westen gut fühlen. Schließlich hat man die Welt ein bisschen besser gemacht und Gutes vollbracht. Man hat Stärke demonstriert und der Welt eine unbezwingbare Kriegsmaschinerie  vorgeführt.    

Interessant auch die weiße-Hemdkragen-Sprache, die seither in den Medien Verwendung findet: "Kollateralschäden an der Zivilbevölkerung werden minimiert."; " ausgewählte militärische Ziele werden neutralisiert." ;  "Waffensysteme mit chirurgischer Präzession" ; " das Volk vom Terror Regime befreien"; "Demokratie  und Freiheit bringen" .

Es heißt "der Westen interveniert", und nicht  "der Westen überfällt ein weiteres Land." ; Es heißt "Einrichten einer Flugverbotszone" und nicht "Wir schießen auf alles, was sich bewegt." ;  Es heißt  "umstrittene Militäraktion ohne UN Resolution" und nicht "völkerrechtswidriger Angriffskrieg"  ; Es heißt " Demokratisierung" und nicht "Kolonialisierung" ; Es heißt "Allianz der Willigen" und nicht "Mörderbande".

U.S. und NATO Kriegsakte werden in den Medien stets positiv konnotiert, doch keiner spricht in den Abendnachrichten von Mord durch die westliche Hand. Niemand erwähnt die zerfetzen Körper durch NATO Bomben und den Gestank  von verwesenden Leichen in den Straßen. Niemand spricht von den westlichen Kriegsverbrechen für Öl und Macht, denen Millionen zum Opfer gefallen sind.

Nach den endlosen Blutbädern, die George Bush Senior, George Bush Junior und die Koalitionäre auf der Welt angerichtet haben und nachdem Afghanistan und Irak im völligen Chaos versunken sind, wurden die Menschen kritischer. Beinahe jeder hat schon davon gehört, dass die USA gefälschte Beweise für die völkerrechtswidrige Irak Invasion genutzt haben, was dann doch irgendwie skeptisch macht (Golfkrieg 1991 Brutkastenlüge[ii] und Irakkrieg 2003 Massenvernichtungswaffen[iii]).  

Sogar Wikipedia, sonst vielfach als Propagandaplattform missbraucht, schreibt: Die genannten Begründungen des Irakkriegs sind historisch widerlegt und werden oft als absichtliche Irreführung der Weltöffentlichkeit bewertet, da im Irak weder Massenvernichtungsmittel noch Beweise akuter Angriffsabsichten gefunden wurden. Stattdessen werden oft geopolitische und wirtschaftliche Interessen der USA als tatsächliche Kriegsgründe angenommen[iv].

Die Wikileaks Bilder von Menschenrechtsverletzungen durch amerikanische Soldaten haben Zweifel am sauberen Krieg erweckt. Berichte, dass amerikanische Soldaten Massaker an der Zivilbevölkerung verübt haben, sickern trotz aller Blockaden, immer wieder durch und trübten von Zeit zu Zeit das perfekte Bild von den chirurgischen Operationen mit minimierten Kollateralschäden. Insider Berichte von US Deserteuren wie Joshua Key dokumentieren, wie US Soldaten mit den Köpfen von Zivilisten Fußball spielen und eine schier endlose Zahl von Gräueltaten verüben. Massaker an flüchtenden Irak-Soldaten und Zivilsten, wie am Highway of Death[v], stellen die Glaubwürdigkeit des Westens als moralische Autorität und strengen Verteidiger der Menschenrechte in Frage.

Konservativ geschätzt, forderten alleine die beiden Irak Kriege 1991 und 2003 etwa 1,7 Millionen Opfer[vi].  Im Afghanistan Krieg starben bis 2013 etwa 3300 Koalitionssoldaten, für afghanische Soldaten, Aufständische und Zivilisten wurden keine genauen Opferzahlen veröffentlicht. Schätzungen reichen von 3000 bis 30.000[vii].  Einige Quellen sprechen von bis zu 70.000 Gesamtopfern, was noch immer konservativ sein dürfte[viii]. Jährlich sterben noch immer 2000-3000 Menschen an den Folgen der Kriegswirren. Der verdeckte Drohnenkrieg in Pakistan seit 2004, der erst 2012 von Obama offiziell zugegeben wurde, soll zwischen 2500 und 3300 Opfer gefordert haben[ix]. Studien sprechen von 60-80% Zivilopfer, darunter Kinder. Der Krieg gegen den Terror in Afghanistan, Pakistan und Irak  forderte zudem Millionen Verletzte und humanitäre Tragödien aufgrund der Flüchtlingsströme. Er zog die Destabilisierung ganzer Regionen nach sich und hat die Welt chaotischer gemacht. Der Einfall in Teile der muslimischen Welt und deren Besetzung hat den antiwestlichen Hass geschnürt und die Terrorgefahr erst entfacht.

Nach all dem Massakrieren ist selbst das U.S. Volk kriegsmüde, angeblich sollen nur 26% dem geplanten Syrieneinsatz zustimmen. Auch die scheinheilige Moralschiene zum Schutz der syrischen Zivilbevölkerung zieht nicht mehr. Die eigenen Probleme im Land sind nach der Finanzkrise groß genug. Die US Wirtschaft stockt, trotz Quantitative Easing. Eine Rekordzahl von Menschen ist vom Hunger bedroht[x] und die öffentliche und private Verschuldung ist außer Kontrolle. Die Mehrheit fragt sich:  "Warum noch mehr sinnlos Geld für die Menschenrechte in fernen Ländern verschleudern? Sollen die sich um ihre Probleme doch selbst kümmern."

Der Live-TV-Krieg hat an Spannung und Spektakel verloren, seit man mit den realistischen Grafiken  von Videospielen wie Modern Warfare und Battlefield  tiefer in die Schlacht-Aktion eintauchen kann, als es die CNN Nachrichten ermöglichen. Fürs Hauptabendprogramm sind Promis, Lifestyle und Jersey Shore wieder interessanter.

Dazu kommt das Internet als neue Informationsquelle, die Zensurbemühungen und die kontrollierte Berichterstattung erschwert. Das Internet gibt Zugriff  auf einen umfassenderen Datenpool und ermöglicht einen differenzierteren Blickwinkel auf kriegerische Ereignisse, als ihn die westlichen Massenmedien liefern. Das soziale Netz steht dem Krieg kritischer gegenüber, als die Massenmedien. Seither haben sich die Kriegspropagandabemühungen der Systemadministratoren kontinuierlich ins Netz verlagert. Seit dem Aufstieg der sozialen Medien ist Syrien der erste vollständige Informationskrieg, der fast in Perfektion übers Internet und über die Neuen Medien ausgetragen wird. Facebook, Twitter  und Youtube sind voll von gefälschtem  Material, das über manipulative Techniken versucht, die Massenmeinung zu polen.

Der durchschnittliche Amerikaner sitzt im Schnitt 5 Stunden vor der Glotze (Allzeithoch)[xi] und bezieht fast sein gesamtes Weltbild und den größten Teil seiner "Bildung" daraus. Es ist ein leichtes, die Meinung des U.S. TV-Konsumenten zu formen. Dennoch, seit dem Aufstieg der neuen Medien ist es nicht mehr ausreichend, sich auf die Magie des Fernsehers zu verlassen.  Zum Glück konzentriert sich der Internet Konsum auf Facebook und Youtube, was mit Hilfe von PRISM die Kontrolle über das Netz als Informationsquelle wieder vereinfacht. Zudem erweisen sich, laut Snowden, Facebook und Google (Youtube) als äußerst regierungsfreundlich und kooperativ.

 

1.2 Die Syrien Krise aus westlicher Sicht

Es gibt zwei konkurrierende Hauptsichtweisen zu den Hintergründen der Syrienkrise, die westliche und die anti westliche bzw. anti-imperialistische. Die erste Sichtweise spiegelt das Bild wider, das durch die westlichen Massenmedien verbreitet wird. Es findet vor allem in Amerika, Israel und den NATO Ländern Verbreitung. Demnach revoltiert die Mehrheit des syrischen Volkes gegen Assad, um sich von dessen Diktatur befreien zu können. Assad hat sich verschanzt und wird nur noch von einer kleinen Elite an Systemprofiteuren (Alawiten) beschützt.  Er ist ein Schlächter, der zur Einschüchterung sein eigenes Volk massakriert. Das syrische Volk ist arm, wird unterdrückt und leidet unter dem Psychopathen.

Auf Assads Befehlt begeht die Armee sämtliche Massaker an der Zivilbevölkerung, die Rebellen sind eine Art Heiligenerscheinung und kämpfen verzweifelt gegen die Unterdrückung, wie einst die Jedi Ritter gegen den Sith Lord. Der moralisch höher stehende Westen unterstützt die Seite des Guten und will nur die Zivilbevölkerung schützen. Seltener hört man auch, dass westliche Mächte den Aufständischen mit Waffenlieferungen, Geheimdienstinformationen, Kampftraining und Geldflüssen Unterstützung bieten[xii]. Damit sollte, wie auch schon im Afghanistan, Irak und Lybien, die leidende Bevölkerung vom Regime befreit werden. Demokratie, Glück und Freiheit soll für alle Einzug halten.  

Assad hat den Bezug zur Realität verloren, indem er ausländisch finanzierte Terroristen, die in das Land eingefallen sind, für die Unruhen beschuldigt. Er befindet sich in einer Traumwelt und glaubt, das syrische Volk würde geschlossen hinter ihm stehen.

Dass Assad in Bedrängnis sei, ist eine Erfindung der westlichen Massenmedien. Die Wahrheit ist, dass die Rebellen zurückgeschlagen werden und immer weiter an Boden verlieren. Doch jetzt, da Assad die Überhand gewonnen hat und die Aufständischen vertreibt, verliert er plötzlich seine Nerven und vergast wahllos Frauen und Kinder. Genau zu der Zeit als UNO Inspektoren im Land sind, genau in der Nähe ihres Aufenthaltsortes und in dem Wissen, dass der Einsatz von Giftgas praktisch den amerikanischen Kriegseintritt nach sich zieht, und sein Todesurteil bedeutet.

  

 „Unsichtbar wird der Wahnsinn, wenn er genügend große Ausmaße angenommen hat.”  Bertolt Brecht

1.3 Die rote Linie der Hochmoral

Alleinig die USA hat bislang intern gehaltene Beweise gefunden, dass der Giftgasanschlag auf Assad zurückgeht. Damit hat er die rote Linie überschritten und die militärische Intervention notwendig gemacht, so Obama. Zigtausende Menschen wurden zuvor von Granaten zerfetzt und vom Kugelhagel durchsiebt. Sie wurden aufgehängt, erstochen und zu Tode gefoltert. Ihnen wurde die Kehle durchgeschnitten oder der Kopf abgetrennt. Sie sind verblutet oder an Infektionen ihrer Wunden qualvoll gestorben. Zivilisten, darunter Kinder wurden wie Tiere abgeschlachtet. Das sind, aus der Sicht des Friedensnobelpreisträgers Obama, anscheinend gerechtfertigte Methoden, um Menschen massenhaft zu entsorgen. Eine Intervention ist nicht erforderlich. Aber sobald Gas zum Einsatz kommt, wird die rote Linie überschritten und binnen weniger Stunden los gebombt.  

Interessant, nach welchen Maßstäben die Linie der Hochmoral gezogen wird. Gefälschte Beweise für irakische Massenvernichtungswaffen sind OK. Uran angereicherte  Munition der NATO ist OK.  Daisy Cutter Einsätze in Afghanistan[xiii], mit denen ganze  Ebenen und Gebirgszüge ausgelöscht werden, sind OK.  Splitterbomben der Nato, die wahllos töten, sind OK.  140 Zivilsten bei einem NATO Bombardement am Kunduz in die Luft zu sprengen ist  OK[xiv]. Mehr als 100.000 Tote in Syrien aufgrund konventioneller Waffen sind OK. Millionen von Menschen, die jährlich einfach verhungern sind  voll OK.

Doch es gilt:  C-Waffen -> böse -> rote Linie -> Intervention

An all die Kriegshetzer, die den chemischen Waffeneinsatz als die rote Linie definieren, um die Spirale der Gewalt weiter nach vorne zu drehen, um eigenes Morden zu legitimieren und um noch mehr Terror, Hass und Leid in der Welt zu verbreiten: Es sind nicht die C Waffen, die inakzeptabel sind, sondern sämtliche Formen von Krieg, Mord, Folter und Gewalt  sind Verbrechen an der Menschlichkeit und am Leben.  

Wer nach den humanitären Tragödien in  Afghanistan, Irak , Lybien und nach Millionen von Toten noch immer nicht gelernt hat, dass Gewalt zu weiterer Gewalt führt, der ist nicht mehr zu retten. Nur wer durch und durch böse ist, kann jetzt immer noch zur Waffe greifen, und die westliche Kriegsmaschine dazu nutzen, um das Blutvergießen fortzusetzen.

Die Argumentation, C-Waffen seien inakzeptabel und würden einen weiteren Angriffskrieg und einen weiteren Bruch des Völkerrechts legitimieren, während alle anderen Formen des Abschlachtens wie gehabt zu dulden sind, ist an Perversität nicht mehr zu überbieten[xv]. Hier offenbart sich die Doppelbödigkeit der westlichen Hochmoral in seiner ganzen, kranken Dimension.[xvi]

Wer so argumentiert, hat ein Ziel: Er will so schnell und so bequem wie möglich den Schmutz vor seiner Haustüre wegkehren, und sein Gewissen beruhigen. Er will so rasch wie möglich wieder in seiner Lifestyle - Obsessions Welt zurückkehren und seine Egomanie in den Tiefen des Wunderlandes[xvii] begraben. Er will sich mit gutem Gewissen  weiterhin  im eigenen Wohlstand sulen, während er die restliche Welt verhungern und verbluten lässt.  

Wer jetzt glaubt, diesen Konflikt, der seine Ursprünge vor über tausend  Jahren findet, mal schnell mit ein paar Cruise Missiles zu lösen, um sich damit als Saubermann zu präsentieren, der die Welt mit Gerechtigkeit und wahrer Moral erfüllt, sollte sein Weltbild, im Interesse der gesamten Menschheit, noch einmal überdenken. Wenn das die Zukunft der menschlichen Moral ist, existiert unsere Spezies keine 100 Jahre mehr. Wir stehen hier tatsächlich an einem bedeutsamen Scheidepunkt der kollektiven Bewusstseinsevolution. 

 

"Amerika hat keine Freunde. Amerika hat nur Interessen."  Henry Kissinger

1.4 Das U.S. Kriegs-Setup

Interessant auch das häppchenweise Vorgehen der USA, um die zögerlichen NATO Bündnispartner in den Konflikt zu locken. Vor einem Jahr erklärt Obama, Giftgas ist die rote Linie. Nach dem Gasanschlag verkündet man schlagartig den militärischen Eingriff. Doch "Regime Change" ist nicht das Ziel. Man erklärt dem Assad Regime nicht offiziell den Krieg, sondern will nur schnell mal eben ein paar Bömbchen abwerfen, als Zeigefinger, dass Giftgas böse ist. Damit steht man international nicht wieder als Kriegsverbrecher da, der ohne Uno Resolution einen weiteren völkerrechtswidrigen Angriffskrieg startet. Nein, dieser geplante 2 Tage Krieg ist OK. Da man moralisch höher entwickelt ist und nur die Menschenrechte verteidigt, ist es legitim, abermals  internationales Recht zu brechen, und einen Militäreinsatz ohne UN Beschluss zu starten.

Das ist Heuchelei. Natürlich ist das  der dauerhafte Kriegseintritt für Amerika. Wenn die erste Bombe einschlägt, ist das die ultimative Provokation für die Syrien-Iran Achse. Das Risiko besteht, dass Syrien oder der Iran irgendwann die Nerven verlieren, mit einem konventionellen/chemischen Gegenschlag auf  Israel antworten und damit weitere Verbündete in den Konflikt einbezogen werden. Ein Vergeltungsschlag gegen die Türkei würde den NATO Bündnisfall nach Artikel 5 auslösen und die halbe Welt in den Krieg stürzen. Denselben Effekt würde auch eine False Flag Attacke gegen Israel oder die Türkei haben, die man Syrien in die Schuhe schiebt.

Denn hier geht es nicht um 1400 syrische Giftgas Opfer und nicht um 100.000 Tote des Bürgerkrieges, sondern um aufgestauten Hass mit ethnischen, religiösen und ideologischen Hintergründen, der über Jahrhunderte aufgeladen wurde und der mit Syrien-Iran seine aktuelle Verdichtung erfährt. Es geht um den zionistisch-islamistischen Nahost Konflikt[xviii], der seine Ursprünge vor über 1000 Jahren findetund in der Neuzeit mit den arabisch-israelischen Kriegen zahlreiche militärische Auseinandersetzungen nach sich zog[xix].  Es geht um den amerikanischen Imperialismus seit 1945, der nach dem Kalten Krieg als ein Anti-Terror Feldzug, Millionen von Opfern gefordert hat, bereits mit Bush Senior begann, mit Clinton perfektioniert, mit Bush Junior 2001 intensiviert wurde und mit Obama in die Endphase eingeht. Es geht um ökonomische Interessen, Ressourcen, global-politischen Einfluss und die Zukunft des Weltengefüges. Es geht um 9/11, den drohenden Wirtschaftskollaps, die Neue Weltordnung und um verborgene Zentren der elitären Macht. Und es geht darum, dass sich all diese Stränge  in Raum und Zeit fokussieren und vielleicht zu einem beispiellosen Eskalationspotential summieren.

Doch angesichts dieser Interessensvielfalt scheint der Konflikt um Syrien keine Option auf ein gutes Ende zu kennen. Die Westmächte werfen Russland/China vor, durch ihre UNO Blockade die Massaker in Syrien zu verantworten. Mit dem angeblichen Giftgaseinsatz von Assad wird sich der internationale Druck auf Russland/China weiter verstärken, im UN Sicherheitsrat nachzugeben. Für Amerika, das Land mit den meisten Vetos im Sicherheitsrat[xx], ist das eine angenehme Position, denn Russlands und Chinas Image, als menschenrechtsfeindliche Nationen, wird dadurch verstärkt. Ihr internationales Ansehen und ihre Glaubwürdigkeit schwinden. Doch selbst wenn sich der Bürgerkrieg weiter verschärft, wird Russland dem Assad Regime wahrscheinlich beistehen und die UN blockieren, weil es aus russischer Sicht, eine der letzten  Verteidigungslinien vor dem westlichen Imperialismus ist. Der anti-imperialistische Widerstand beschuldigt Amerika nämlich, einen geheimen Krieg in Syrien zu führen, mit bezahlten Terrorgruppen und verdeckten Spezialeinheiten. Auch der syrische Giftgasanschlag soll eine False Flag Operation der Aufständischen sein, um das Assad Regime zu belasten.

 

2.0 Die anti-imperialistische Achse

Um diese gegnerische Sichtweise der Geschehnisse zu verstehen, müssen wir die Gedankengänge der zweiten Seite ausleuchten, welche man mit Begriffen wie antiamerikanische, antiwestliche, antimaterialistische, antikapitalistische, antielitär, antihierarchisch und anti-imperialistische Sichtweise umschreiben könnte. Letztendlich hat sie die westliche Ordnung oder Teile davon, als Gegenstand ihrer Kritik. Vielleicht trifft der Ausdruck anti-imperialistisch am besten eine Zusammenfassung der Sichtweise, weil er sowohl ökonomische, soziale, politische, militärische, kulturelle und religiöse Motive in sich vereint, die er gewaltsam in die ganze Welt trägt.

Diese Sichtweise findet große Verbreitung im Irak, Iran, Libanon, Syrien, Afghanistan, Sudan, Jemen, Somalia, in südamerikanischen Ländern wie Venezuela und in Russland, China und Nordkorea. Die Menschen im Westen können die anti-imperialistische Sichtweise wie sie in  Syrien Verbreitung findet, oft nicht nachvollziehen, weil die Hintergründe von den Massenmedien nicht verbreitet werden und weil Informationen dazu verzerrt, unterdrückt, ignoriert oder sogar kriminalisiert werden. Zwar findet  Kritik am System und dessen  imperialistischen Expansion auch innerhalb der westlichen Ländern Anhänger, hat dann aber zumeist andere ideologische Färbungen und Hintergründe. 

Der imperialistische Widerstand verdichtet sich aktuell im Stellvertreterkrieg um Syrien/Iran, das Machtzentrum der Achse ist aber nach wie vor in Russland. China scheint zumindest nicht abgeneigt zu sein und unterhält wichtige Ölgeschäfte mit dem Iran. Wenn China nicht stagnieren, sondern weiter dynamisch wachsen will, wird es, wie jedes Großreich der Geschichte zuvor, seinen Hunger nach Rohstoffen durch Imperialismus stillen müssen. Im Kampf um Ressourcen wird es aufgrund seiner ökonomischen Dynamik zum Hauptkonkurrenten Amerikas.

Russland führt seit jeher über die arabischen Länder einen Stellvertreterkrieg gegen die USA und die NATO.  Vor 2001 war die anti-imperialistische Achse mit Lybien, Afghanistan und Irak stärker besetzt, doch der westliche "Krieg gegen den Terror" hat die Länder der Reihe nach ausgeschaltet, sodass Russland immer weiter an Boden verliert. Amerika hat ein unvorstellbares Netzwerk an Militärbasen[xxi] errichtet und nicht nur Iran/Syrien umstellt, sondern auch Russland in die Enge getrieben. Zusätzlich wird mit der Installation eines Raketenabwehrschirms um Russland herum, die nukleare Pattstellung zugunsten der USA aufgehoben.  

Nach Jelzin war Russland am Boden zerstört und hat den Amerikanern nur noch als Spielball im Machtkampf um die globale Dominanz gediehnt. Mit Putin hat das Land seinen Weg zur Supermacht zurückgefunden. Russland hat von steigenden Energiepreisen profitiert, das Land ist praktisch schuldenfrei und auf dem Weg sich ökonomisch zu regenerieren. Und mit China scheint sich ein neuer Verbündeter gefunden zu haben, der bereit ist, zumindest Rückendeckung zu geben.

Im  Syrienkonflikt gibt Putin ein klares Signal: Hierher und nicht weiter. Der amerikanische Imperialismus wird hier gestoppt. Putin kommt aus dem Geheimdienst und kennt das Spiel um globale Macht. Er wird es nicht zulassen, dass Russland weiter eingekesselt wird und Amerika die Kontrolle der eurasischen Energiereserven und Transportwege erlangt. Russland ist auf der globalen Bühne wieder ein Akteur und bereit, den bislang verdeckten Krieg gegen Amerika wieder auf der öffentlichen Kulisse auszutragen. Der Kalte Krieg 2.0 wurde eröffnet und mit Fällen wie Snowden medial imposant auf die öffentliche Kulisse gebracht.  

Die maximale Ölförderung ist erreicht und wird in den kommenden Jahren die Konkurrenz um globale Energieressourcen verschärfen. Der geostrategische Fokus richtet sich auf Eurasien und speziell auf Nahost. Doch Finanz und Wirtschaftskrise haben die Situation zusätzlich verdichtet, sodass sich die Machtkämpfe zwischen den globalen Spielern auf allen Ebenen intensivieren. Es herrscht ein versteckter Krieg der politisch, wirtschaftlich und über die Geheimdienste geführt wird. Dieser Machtpoker wird kontinuierlich von der Elite im Verborgenen gespielt. Doch je stärker sich der elitäre Kampf verdichtet, desto weiter kommt er vom Untergrund ans Tageslicht und desto öffentlicher wird er ausgetragen.     

 

2.1 Ursachen und Einflussfaktoren: Ein Sündenkatalog

Die anti-westliche Ideologie kann sich in unterschiedlichen Intensitätsstufen ausdrücken und diverse Handlungen motivieren. Das Spektrum reicht von einer innerlich kritischen Haltung und intellektueller Verarbeitung über Protest bis hin zu Gewalt. Der imperialistische Widerstand bezieht seine integrative Kraft aus sehr unterschiedlichen Gedankenströmungen. Er hat auf jedem Kontinent, in jedem Land und innerhalb jeder Gruppe seine eigene Vorgeschichte und damit seine eigene kulturelle Färbung. Während bei der einen Gruppe (z.B. frustrierte Turbokapitalisten) eine postmaterialistische Sehnsucht die zentrale Rolle spielen mag, kann eine andere Gruppe (z.B. Islamisten) von religiösen Motiven getrieben sein.  Jede Gruppe zielt mit ihren Angriffen immer auf eine spezielle Facette ab (z.B. westliche Kriegsverbrechen, Monokultur, Hedonismus, Entmenschlichung, Ausbeutung schwacher Länder). Den gemeinsamen Nenner des Widerstands bildet aber immer eine Kritik am westlichen System.      

Eine Unmenge von Einflussfaktoren tragen zur anti-imperialen Achsenbildung bei. Hier spielen noch marxistische Denkschulen aus dem Kalten Krieg und Warschauer Pakt hinein. Die Achse ist von ethnischen, religiösen und historischen Ereignissen geprägt, die bis zurück zu den Kreuzzügen reichen. Diverse Verdächtigungen, die im Westen allgemein als Verschwörungstheorien gelten, fließen in die anti-imperialistische Sichtweise ein[xxii].

Hier schwingen Traumata der Imperial und Kolonialzeit mit, die tief im kollektiven Bewusstsein verankert sind. Bereits Roms Imperialismus hat unvorstellbares Leid in die Welt gebracht und seine Zerstörungskraft bis nach Afrika und an die Grenzen von Nahost entfaltet.  Amerikas Geschichte begann mit der ethnischen Säuberung eines ganzen Kontinents, die Spanier haben ihre Massaker in Südamerika verübt und ganze Völker wie die Inka und Maya ausradiert. Die westlichen Kolonialmächte Portugal, Frankreich und England haben auf der ganzen Welt gemordet, geraubt, versklavt und unterdrückt. Die Geschichte des Abendlandes ist eine Geschichte des Massenmords, der Sklaverei und der Ausbeutung schwächerer Völker.   

Aus Sicht der Kritiker hat sich daran nichts geändert. Der Westen führt immer noch einen imperialistischen Feldzug und unterdrückt schwächere Länder. Die Begriffe Kolonialisierung und Imperialismus wurden lediglich mit dem Begriff  Demokratisierung ausgewechselt , um unter dem Vorwand der Menschenrechtsverteidigung, in fremde Länder einfallen zu können.

 

"Es gibt zwei Wege eine Nation zu erobern und zu versklaven - entweder durch das Schwert oder durch Schulden."  John Adams

2.1.1 Auftragskiller der Wirtschaftsmafia

Insider wie John Perkins, der als Economic Hitman einer NSA nahen Firma tätig war, behaupten, dass Amerika sämtliche Stücke spielt, um seine Macht auszudehnen. Er beschreibt ein verbrecherisches Netzwerk aus Politik, Geheimdiensten, Banken und Unternehmen das perfekt zusammenspielt, um  Einfluss und Profit zu maximieren. Nach Perkins agieren westliche Regierungen und Konzerne im höchsten Maße kriminell und nutzen korrumpierte Institutionen wie den IWF oder die Weltbank, um die finanzielle Kontrolle über fremde Länder zu erlangen und diese auszubeuten. Entwicklungs- und Hilfskredite seien letztendlich Machtpolitik und ein weiteres Werkzeug des westlichen Neoimperialismus.

Ein weiteres Mittel um Einfluss ausüben zu können, ist die direkte Bestechung von Regierungen oder Diktatoren. Erweisen sich einzelne Staatsoberhäupter oder Despoten als nicht korrumpierbar und halten auch Erpressung und Bedrohung stand, wird versucht, diese mithilfe der Geheimdienste zu beseitigen und durch kooperativere Regenten zu ersetzen. Das Spektrum reicht von natürlich aussehenden  Todesursachen (Herzinfarkt, Krankheiten, Unfall) bis hin zu Mordanschlägen (Bombenattentate, Gift, Schusswaffen). Die Wirtschaftsmafia sei so mächtig, dass sie fast jeden aus dem Weg räumen könne. Perkins behauptet,die Flugzeugabstürze von Omar Trujillo (Panama 1981) und Jaime Roldòs (Ecuador 1981) wären ebenso geplant gewesen, wie die Ermordung Ghandis.

Gelingt es nicht, mittels Geheimdienst sich der unerwünschten Personen/Regierung zu entledigen, wird als letztes Mittel Krieg eingesetzt. Vorgetäuschte Kriegsgründe sind für gewöhnlich die Bekämpfung von Drogen, Terror und Diktatoren.

Perkins berichtet von einer Propaganda Kampagne gegen Guatemalas Arbenz (1954), um das amerikanische Volk und denKongress für einen notwendigen Militäranschlag zu überzeugen, was letztendlich auch geschah.

Mohammed Mossadegh  war 1953 die große Hoffnung für den Iran. Er wollte demokratischere Strukturen und die Ölprofite für die Wohlfahrt des Volkes nutzen. Daraufhin stichelte der amerikanische Geheimdienst eine Volksrevolution gegen Mossadegh an, bis dieser gestürzt wurde. Als neuen Herrscher installierten sie den US freundlichen Shah, der jedoch dem iranischen Volk gegenüber  als brutaler Diktator auftrat. Der CIA Agent Kermit Roosevelt, ein Verwandter von Teddy Roosevelt, spielte bei der Operation eine zentrale Rolle. Die US Regierung war vom Erfolg der Aktion begeistert. Das Schema erinnert stark an heutige Ereignisse wie den arabischen Frühling mit den Aufständen in Ägypten, Lybien, Tunesien und Syrien.

Als weitere Beispiele führt Perkins die Invasion Panamas 1989  und die Irak-Kriege an, die in Wahrheit ökonomische Zwecke hatten. Die Economic Hitmen hätten mit ihren Operationen nach dem 2. Weltkrieg wesentlich dazu beigetragen, das Amerikanische Imperium aufzustellen[xxiii].

 

2.1.2 Kriminelle Geheimdienste

Es ist dokumentiert, dass westliche Geheimdienste ihre Macht nicht nur zum defensiven Schutz ihres Heimatstaates einsetzen, sondern als aktives Werkzeug nutzen, um ökonomische und politische Ziele zu erreichen. Geheimdienste, die jenseits demokratischer Prinzipien bzw. ohne Kontrollmöglichkeiten agieren, versuchen das Weltgeschehen zu manipulieren, teilweise mit erstaunlichem Dilettantismus, wie Tim Weiner über die CIA berichtet[xxiv]

Insider Quellen und kritische Autoren sprechen von einer lange Tradition krimineller Machenschaften in westlichen Geheimdiensten[xxv]. Sie sollen im Drogenhandel, Waffenschmuggel, Geldwäsche und Terrorismus involviert sein. Sie sollen Kriege mithilfe verdeckter Operationen und gefälschter Beweise anzetteln[xxvi].  Sie sollen mit allen verfügbaren Mitteln versuchen, die Kontrolle über fremde Länder zu gewinnen, um die Hegemonialmacht des Westens auszubauen. Söldnertruppen und private Schattenarmeen wie Blackwater sollen an diversen illegalen Operationen beteiligt sein[xxvii]. Glaubt man Insiderberichten, so sind schwerste Menschenrechtsverletzungen durch westliche Geheimdienstler alltäglich[xxviii].

Geheimdienst Whistleblowerin Annie Machon hat den MI5 verlassen, weil sie die kriminellen Aktivitäten moralisch nicht mehr vertreten konnte. Sie behauptet, dass Geheimdienste das Weltgeschehen weit mehr beeinflussen, als die öffentliche Meinung annimmt. Staatsterrorismus sei ein weitverbreitetes Werkzeug um politische Ziele durchsetzen zu können.  

Sie hält bedeutende globale Ereignisse wie 9/11 für False Flag Operationen, mit denen der Westen sein Imperium ausweitet.  Bereits 1996 hätte sie zusammen mit dem MI6 an einem Plot gearbeitet um Gaddafi zu töten, doch der Anschlag mittels Autobombe schlug fehl. Nach ihrem Ausstieg war sie 2 Jahre auf der Flucht, heute analysiert und kommentiert sie diverse Terroranschläge und False Flag Operationen. Sie hält auch den syrischen Giftgas Anschlag nur als Falle, um einen Krieg gegen Assad rechtfertigen zu können.

Susanne Lindauer, ehemalige CIA Mitarbeiterin und Whistleblowerin, bestätigt hochkriminielle Aktivitäten in den Geheimdiensten. Sie behauptet, die U.S Regierung hatte exakte Informationen vor dem 9/11 Anschlag und ließ ihn bewusst geschehen. (link)

Der langjährige CIA Mitarbeiter Ray McGovern hat Details über illegale Geheimdienstaktivitäen veröffentlicht. Auch er gehört zu den Skeptikern der offiziellen 9/11 Darstellung. (link)
 

 

2.1.3 C.I.A, Drogen,- und Waffengeschäfte

Die CIA soll der größte Drogenhändler der Welt sein. Insiderkreise nennen sie die Cocain Import Agency. Ron Paul hat bereits 1988 die C.I.A beschuldigt, in große Drogendeals verwickelt zu sein[xxix].  Tatsächlich wurden für illegale Drogengeschäfte bereits zahlreiche Indizien und Beweise zusammengetragen[xxx] Der Geheimdienst soll seit über 50 Jahren intensiv in Produktion und Transport involviert sein. Dadurch werden, je nach amerikanischen Interesse, einzelne Länder in Abhängigkeiten eingebunden, oder destabilisiert. Zudem sollen Drogengelder in Schwarze Kassen fließen,  die wiederum illegale und kostspielige Operationen finanzieren[xxxi].Die Iran Contra Affaire in den 80er Jahren brachte ein Beispiel für illegale Waffen- und Drogengeschäfte der C.I.A zum Vorschein. Mit den Einnahmen aus illegalen Waffenverkäufen an den verfeindeten Iran wurden rechte Guerilla Kämpfer in Nicaragua finanziert. U.S. Drogenimporte aus Nicaragua wurden von der C.I.A beaufsichtigt.  Reagan, Bush und Rumsfeld überlebten die Affäre unbeschadet.

„Unser Land machte sich zum Komplizen im Drogenhandel, zur selben Zeit in der wir unzählige Dollars dafür ausgaben, die durch Drogen verursachten Probleme in den Griff zu bekommen - es ist einfach unglaublich.“  John Kerry

Für die C.I.A soll neben Südamerika  vor allem Afghanistan für Opiumhandel und  Heroinproduktion  von zentraler Bedeutung sein[xxxii]. Mehr als 2/3  der weltweiten Heroinproduktion findet in Afghanistan statt. Nach dem U.S. Einmarsch in Afghanistan ist die Produktion um 3600% gestiegen (Londoner Guardian).

 

2.1.4 Der schmutzige Krieg um globale Dominanz

Vor allem das U.S. Regime soll konstant Druck auf fremde Regierungen ausüben oder versuchen, diese zu infiltrieren. Länder der anti-imperialen Achse, die sich der westlichen Ausbeutungsstrategie nicht beugen, sollen dem ständigen Terror ausgesetzt sein. Zudem werden sie von der westlichen Propaganda Maschinerie überrollt  und mit Schmutzkampagnen zugeschüttet.

 

2.1.5 Tatort Südamerika

In Südamerika soll das "US Regime" einen erbarmungslosen Undercover Krieg gegen Länder führen, die sich dem Hegemon widersetzen.  Das letzte berühmte Opfer soll Venezuelas Volksheld Chavez sein.[xxxiii]  Venezuela besitzt die zweitgrößten Ölreserven der Welt, doch Chavez tendierte dazu, sein eigenes Volk, sozialistische Partner wie Kuba und lateinamerikanische Nachbarn präferiert zu beliefern. Internationale Konzerne fanden keinen Zugang zur Förderung der Ölvorräte. Deshalb soll Chavez von der CIA  mit Krebs  infiziert und getötet worden sein.  

Eine Reihe von sozialistischen Regierungschefs Lateinamerikas sind zuletzt an Krebs erkrankt, darunter Fernando (Paraguays), Luiz Inácio Lula da Silva (Brasiliens),  Dilma Rousseff (Brasiliens). Die veröffentlichte Krebserkrankung von Christina Fernandes de Kirchner  (Argentinien) wurde  wieder zurückgenommen[xxxiv].

Geschichtlich sind eine Reihe von CIA Putschoperationen in Südamerika dokumentiert. Das CIA Komplott gegen Präsident Allende in Chile zählt zu den bekanntesten Fällen. Allende wurde demokratisch gewählt und wollte die Kupferindustrie verstaatlichen lassen, um die Gewinne dem Volk zugute kommen lassen.  IT&T ,  Pepsi Cola und andere U.S Unternehmen sahen dadurch ihre Gewinne gefährdet und baten Präsident Nixon um Beistand. Zwar hatte der amerikanische Geheimdienst Allende als ungefährlich für Amerika eingeschätzt, dennoch wollte Nixon ihn daraufhin entfernen lassen. Henry Kissinger  soll über eine der Operationen (TRACK II) die direkte Aufsicht gehabt haben[xxxv].

Die CIA hat versucht durch kostspielige Propaganda-Kampanien die Bevölkerung zu beeinflussen, durch Entführungen und Mordanschläge die Regierung zu putschen und durch die Auslösung einer Wirtschaftskrise, Chile  zu zerstören. Nachdem es der CIA gelang eine Militärdiktatur unter Pinochet zu installieren, begann das Terror Regime mit systematischen Massenmord[xxxvi]

Es ist ein offizielles Beispiel dafür, wie amerikanische Unternehmen, die U.S. Politik und der Geheimdienst zusammenarbeiten , um demokratisch gewählte Regierungen durch unermüdliche Attentate zu stürzen, wenn diese sich nicht der US Hegemonie beugen. 

 

2.1.6 Castro, Hussain, Gaddafi

„Es existiert eine Schattenregierung mit ihrer eigenen Luftwaffe, ihrer eigenen Marine, ihren eigenen Geldbeschaffungsmechanismen sowie der Möglichkeit, ihre eigene Vorstellung nationaler Interessen durchzusetzen, frei von allen Kontrollen und frei vom Gesetz selbst.“ Daniel Inouye

Die CIA hat angeblich 638 Mordversuche auf Fidel Castro ausgeführt[xxxvii]. Zeit seines Lebens wurde Castro mit Propaganda Kampagnen zugeschüttet. Mit den Northwoods Plan wurde ein ganzer Katalog zusammengestellt, wie man durch False Flag Operationen die amerikanische Bevölkerung für einen Krieg gegen Kuba gewinnen könnte. Der Plan sah Bombenanschläge gegen die amerikanische Zivilbevölkerung vor, den Abschuss eines Passagierflugzeuges oder die Versenkung eines U.S. Schiffes. Der Northwoods Plan fand innerhalb der amerikanischen Machtträger breite Zustimmung, Kennedy stimmte den False Flag Anschlägen jedoch nicht zu.   

Vor dem ersten Irak Krieg hat die CIA Saddam Hussein mit Waffen beliefert  und ihn bei Giftgasanschlägen unterstützt. Er wurde als westliche Marionette benutzt, um geopolitische Ziele der USA durchsetzen zu können [xxxviii].  Als der Diktator nicht mehr benötigt wurde, hat man ihn entsorgt. 

Gaddafi war, ebenso wie Hussain, einst ein Freund des Westens [xxxix].  Er mag zwar ein brutaler Diktator gewesen sein, aber der Westen hat bestimmt schon härtere Fälle unterstützt. Gaddafi hat an zahlreichen Stellen bewiesen, dass er nicht der stumpfsinnige Schlächter war, wie ihn die westliche Systempropaganda im arabischen Frühling dargestellt hat [xl]. Die Gründung der Afrikanischen Union geht auf seine Idee und Initiative zurück. Sein Gold Dinar Plan sah  vor, Öl Exporte in Gold abzuwickeln, ein ernsthafter Angriff auf den Petro Dollar,  wenn andere Länder seinem Beispiel gefolgt wären.  Als sich Gaddafi zum westlichen Feind verwandelte, wurden sein Konten eingefroren, weltweit soll es sich um 30 Mrd. Dollar handeln[xli]. Noch immer werden neue Privatvermögen entdeckt[xlii]. Lybien besaß große Goldreserven, Wasservorräte und  Bodenschätze. Von allen afrikanischen Staaten hat Lybien die größten Ölreserven. Die öffentlichen Schulden liegen praktisch bei Null, in der Länderliste der Staatsverschuldung liegt Lybien auf Rang 173[xliii]. Der Krieg gegen Gaddafi und dessen Sturz brachte den Vorwurf der Plünderung Lybiens durch den Westen auf.

 

2.1.7 Wunden der kollektiven Seele: Hiroshima und Nagasaki

Amerika hat als einzige Nation im Krieg Atombomben eingesetzt.In Hiroshima und Nagasaki starben weit über 200.000 Menschen direkt und indirekt an den Folgen der Massenvernichtungswaffe.

In den Geschichtsbüchern steht, die Abwürfe wären gerechtfertigt, weil  Millionen weiterer potentieller Kriegsopfer verhindert wurden. Dies lernen unsere Kinder. Doch Hiroshima hatte ein Ziel, nämlich die maximale Anzahl von Zivilisten zu töten[xliv]. Das ermorden von Zivilisten ist nach internationalem Recht ein Kriegsverbrechen, das gesühnt werden muss. Doch für die Verantwortlichen von Hiroshima und Nagasaki galt dieses Recht nicht.

“I suppose if I had lost the war, I would have been tried as a war criminal."Curtis LeMay

”Hätten die Deutschen die Atombombe auf unsere Städte geworfen, hätten wir das ein Kriegsverbrechen genannt und die schuldigen Deutschen in Nürnberg zum Tode verurteilt und gehängt.” Leo Szilard

Wie LeMay und Szilard, sah auch Robert McNamara, dass bei einem anderen Kriegsausgang, der Bombenabwurf als Kriegsverbrechen in die Geschichte eingegangen wäre. Die Verantwortlichen wären vor ein Kriegsgericht gestellt worden. Doch die Siegermächte legten die Wahrheit fest und damit das duale Ethossystem der gesamten Nachkriegsordnung.  

Aus dem kollektiven Unbewussten lassen sich solche Taten nicht löschen. Sie haben sich tief in der Seele festgesetzt, und tragen noch immer zur anti-imperialen Widerstandsbildung bei.

 

2.1.8 Die Akte Kissinger

Politik ist das Zentrum der Macht und wird häufig von hedonistischen Charakteren für egoistische Zwecke missbraucht. Für sie dreht sich Politik um Geld, Macht, Intrigen und Sex. Es geht um Männer, die ihren egoistischen Machthunger damit stillen, dass sie andere unterdrücken und ermorden. Geltungssüchtige Persönlichkeiten wie Henry Kissinger bekleiden ihre politischen Ämter nicht, um dem amerikanischen Volk, oder gar dem Wohl der Menschheit zu dienen, sondern primär, um ihren egoistischen Machthunger im Namen der Bevölkerung zu stillen. Denn Macht ist, wie Kissinger einst sagte, das ultimative Aphrodisiakum.  

Sein Aphrodisiakum hat hunderttausenden kambodschanischen Zivilisten das Leben gekostet. 1969 versprachen Nixon und sein Sicherheitsberater Kissinger beim Regierungsantritt, den Vietnam Krieg für Amerika ehrenvoll zu beenden. Da der Gegner nicht aufgab  und Amerika nicht als beschämter Verlierer abziehen wollte, entschlossen sich Nixon und Kissinger mit der geheimen Bombardierung Kambodschas, in dessen Grenzgebiet sich Vietkong Krieger verschanzt hatten.

Da Kambodscha zu diesem Zeitpunkt neutral war, musste die illegale Bombardierung ohne Kenntnis des U.S. Kongresses erfolgen. Kissinger überblickte persönlich die Geheimoperation Menu, die in den militärische Akten nicht verzeichnet wurde. Das Ziel war es einfach alles nieder zu bomben. In 14 Monaten kam es zu 3600 Einsätzen und 110.000 Tonnen Bombenabwurf. Als der illegale Krieg aufflog, kam es trotz enormen Widerstandes in der amerikanischen Bevölkerung am 30.4. 1970 zum offiziellen Einmarsch in Kambodscha. Proteste und Studentenaufstände in Amerika wurden mit Waffengewalt niedergeschlagen.

In der Endphase des Krieges wollte man die unnachgiebigen Vietnamesen mit Massenbombardements endlich in die Knie zwingen. Nixon gab Kissinger den Befehl, man solle die Nordvietnamesen endlich zur Hölle bomben[xlv]. Während des Chrismas Bombing im Dezember 1972 haben 129 Bomber 11 Tage durchgehend  40.000 Tonnen an Bomben abgeworfen. Insgesamt starben bei  Luftangriffe zwischen 1969 und 1973 etwa 500.000 Kambodschaner und Millionen von Vietnamesen. Es war ein systematischer  Völkermord, um den Gegner zu zermürben. Die Landwirtschaft wurde verwüstet, sodass 1974 eine schwere Hungersnot ausbrach. In den Wirren der Nachkriegszeit  konnten die Roten Khmer 1975 die Macht an sich reißen und bis  1979 weitere 3 Mio. Kambodschaner töten[xlvi].

Letztendlich hat der Massenmord die Vietnamesen zermürbt, das Ende der Kampfhandlungen wurde beschlossen. Amerika musste vom Vietnam nicht als gedemütigter Verlierer abziehen. Kissinger erhielt den Friedensnobelpreis (!) und galt als Frauenheld und Superstar der geostrategischen Außenpolitik. Heute hat er als graue Eminenz großen Einfluss auf die US Politik und wirkt über die Bilderberger und andere elitäre Kreise ins Weltgeschehen ein.

International liegen gegen Kissinger mehrere Haftbefehle vor. Amerika tut also gut daran, den internationalen Gerichtshof von Den Haag weiterhin die Anerkennung zu verweigern. Denn die Akte Kissinger ist nur die Spitze des Eisbergs.  

 

3.0 Die dunkle Seite der Macht

Um die Frustration und Motive der anti-imperialen Achse zu verstehen, muss man die Vorgeschichte der letzten 60 Jahre beleuchten, die von der amerikanischen Außenpolitik dominiert wurde.

Im Kalten Krieg gab es zwischen Amerika und Russland einen brutalen Kampf um Einfluss in den peripheren Ländern. Geheimdienste beider Seiten griffen zu jedwedem Mittel, um Länder auf ihre Seite ziehen zu können. Auch in der amerikanischen Außenpolitik hieß die Maxime Dominanz mit allen Mitteln: Mit Diplomatie, Korruption, Erpressung, Intrige, Mord und Krieg. Die Geschichtsbücher werden stets vom Sieger geschrieben und so sind auch die westlichen Aufzeichnungen zum Kalten Krieg in Bezug auf unsere Taten positiv gefärbt. Gräbt man tiefer, kommen schmutzige Wahrheiten zum Vorschein. Es gibt eine dunkle Seite des westlichen Imperiums, die zum Nachdenken anregt. 

Westliche Außenpolitik ist noch immer von Doppelmoral bestimmt, die nach außen hin hochmoralisch auftritt, nach innen egoistisch nutzenmaximierend agiert und vor Skrupellosigkeit nicht zurückschreckt. Sie versteht sich noch immer als Machtpoker um Einfluss und Profit, der hinter den Kulissen vom engen Kreis der Wirtschafts- und Finanzelite geführt wird. Wer keine Atommacht ist, und sich der westlichen Hegemonialmacht nicht beugt, wird unterm Tisch mit Füßen getreten. Länder wie Venezuela oder Iran sind seit Jahrzehnten ein Spielball der amerikanischen Außenpolitik, die die Würde einer Nation offensichtlich nur an der Anzahl ihrer Nuklearsprengköpfe misst.

 

"Eurasien ist mithin das Schachbrett, auf dem der Kampf um globale Vorherrschaft auch in Zukunft ausgetragen wird".  Zbigniew Brzezinski

3.1 Imperialismus und Die Neue Weltordnung  (NWO)

Der amerikanische (Neo)Imperialismus nach dem Kalten Krieg wurde durch Papiere der führenden Globalstrategen  öffentlich diskutiert. Neben Kissinger gilt Brzezinski als einer der einflussreichsten Stimmen. Er berät Barack Obama und hat über elitäre Zirkel wie Bilderberger und Trilaterale Kommission großen Einfluss auf weltpolitische Entscheidungen. 

Laut Brzezinski sei nur Amerika in der Lage, die Menschheit zu kontrollieren, sonst würde die Welt im Chaos verfallen. Dafür zitiert er Samuel P. Huntington: "Ohne die Vorherrschaft der USA wird es auf der Welt mehr Gewalt und Unordnung und weniger Demokratie und wirtschaftliches Wachstum geben, als es unter dem überragenden Einfluss der Vereinigten Staaten auf die Gestaltung der internationalen Politik der Fall ist. Die Fortdauer der amerikanischen Vorherrschaft ist sowohl für das Wohlergehen und die Sicherheit der Amerikaner als auch für die Zukunft von Freiheit, Demokratie, freier Marktwirtschaft und internationaler Ordnung in der Welt von zentraler Bedeutung" (The Grand Chessboard S.54)

 Amerika dürfe es keiner Nation erlauben, so stark zu werden, dass es seine Dominanz streitig machen könne.  Zur Absicherung der Hegemonialmacht, muss die Kontrolle über Eurasien erlangt werden. Der Kontinent sei aufgrund der natürlichen Ressourcen von höchster Bedeutung, ebenso seien Länder wie Afghanistan für den Energietransport über Pipelines geostrategisch entscheidend . Auch die strategische Bedeutung der Balkanstaaten  für den Energietransport wird hervorgehoben.

Die amerikanische Übermacht stehe auf 4 Grundpfeiler: Militär, Wirtschaft, Innovationskraft und Kultur. Die geopolitische Strategie, die er 1997 in The Grand Chessboard (dt. Die einzige Weltmacht)  skizzierte, sah ein amerikanisches Hegemonie System vor, das nicht mehr auf Basis von  Kolonialismus funktioniert, sondern vielmehr durch kulturelle Assimilation der Untertanen. Alle sollten  die Lifestyle Monokultur annehmen:

"Da der american way of life in aller Welt mehr und mehr Nachahmer findet, entsteht ein idealer Rahmen für die Ausübung der indirekten und scheinbar konsensbestimmten Hegemonie der Vereinigten Staaten. Und wie in der amerikanischen Innenpolitik bringt diese Hegemonie eine komplexe Struktur miteinander verketteter Institutionen und Verfahrensabläufe hervor, die Übereinstimmung herstellen und ein Ungleichgewicht an Macht und Einfluss verdecken sollen." (S.49)

Brzezinski erachtet Amerika als einzig legitimen Architekt der Neuen Weltordnung, allerdings stehe die Demokratie dem Imperialismus und der Gewaltanwendung im Weg:  "Da Amerika im eigenen Land strikt auf Demokratie hält, kann es sich im Ausland nicht autokratisch gebärden. Dies setzt der Anwendung von Gewalt von vornherein Grenzen, besonders seiner Fähigkeit zu militärischer Einschüchterung. Nie zuvor hat eine volksnahe Demokratie internationale Vormachtstellung erlangt. Aber das Streben nach Macht wird kein Volk zu Begeisterungsstürmen hinreißen, außer in Situationen, in denen nach allgemeinem Empfinden, das nationale Wohlergehen bedroht oder gefährdet ist. Die für eine solche Anstrengung erforderliche ökonomische Selbstbeschränkung (das heißt die Verteidigungsausgaben) und Aufopferungsbereitschaft (auch Verluste unter Berufssoldaten) passen nicht ins demokratische Empfinden. Die Staatsform Demokratie ist einer imperialen Mobilmachung abträglich. "  (S.60)

Wiederholt wird betont, dass Eurasien der Schlüssel zur Weltherrschaft ist. Vor dem Hintergrund des Ölförderungsmaximum sei die Kontrolle über den Kontinent zwingend erforderlich, sonst würde Amerika die Dominanz gegenüber China, Russland riskieren. Brzezinski deutet ein System an, in dem Amerika eine Art Aufseher Rolle spielt und die Energieflüsse kontrolliert. Durch die Entscheidung wer was zu welchen Preis bekommt, kann die  wirtschaftliche Entwicklung der Rivalen kontrolliert werden. 

Lästig ist nur, dass bei der Umsetzung der imperialistischen  Pläne der Gewaltausübung Grenzen gesetzt sind. Da die restliche, zivilisierte Bevölkerung das Zeitalter des wahllosen Massakrierens überwunden hat, oder zumindest daran arbeitet, wird für Amerika Krieg als imperialistisches Mittel zunehmend schwieriger zu rechtfertigen. Brzezinski umschreibt das lieber so:  "Die Probleme, vor die sich die amerikanische Regierung gestellt sieht, werden zudem durch die veränderte Weltlage erschwert: Vor dem direkten Einsatz von Macht schreckt man heute mehr zurück als in der Vergangenheit."  (S. 61)

Man könne allerdings darauf vertrauen, dass  IWF und Weltbank dem imperialistischen Feldzug unterstützen , da sie völlig korrupt sind und unter amerikanischer Kontrolle stehen: "Als Teil des amerikanischen Systems muss außerdem das weltweite Netz von Sonderorganisationen, allen voran die internationalen Finanzinstitutionen, betrachtet werden. Offiziell vertreten der Internationale Währungsfond (IWF) und die Weltbank globale Interessen und tragen weltweit Verantwortung. In Wirklichkeit werden sie jedoch von den USA dominiert, die sie mit der Konferenz von Bretton Woods im Jahre 1944 aus der Taufe hoben." (S.50)

Im Brzezinski Weltherrschaftssystem dient Europa als Brückenkopf zu Eurasien, die Osterweiterung ist damit wünschenswert. Auch die NATO dient  zur Ostexpansion, um damit den amerikanischen Einfluss in Eurasien zu stärken. Das militärische Hauptziel dürfte wohl der globale Raketenabwehrschirm sein, um damit die unipolare Macht zu zementieren. Er würde Amerika den atomaren Erstschlag gegen jeden Feind ermöglichen und den verbleibenden Gegenbeschuss neutralisieren. Damit hat man das Druckmittel für eine ordentliche Außenpolitik, nach amerikanischen Vorstellungen.

 

3.2 Project for New American Century (PNAC)

Das PNAC ist ein Zusammenschluss Neokonservativer und Hardliner, die ganz offen das Ziel verfolgen, die amerikanische Führerschaft über die gesamte Welt zu erlangen. Die Organisation hat großen Einfluss auf die außenpolitische Orientierung Amerikas. Viele Mitglieder halten/hielten Schlüsselpositionen in der amerikanischen Regierung und in internationalen Institutionen wie Dick Cheney, Donald Rumsfeld, Paul Wolfowitz, Richard Perle, Elliot Abrams, Lewis Libby, Zalmay Khalilzad und John Bolton. Die Medienseite wird durch William Kristol vertreten , dem Herausgeber des konservativen Weekly Standard und Zugleich  Chairman der PNAC.

Das PNAC wird nach außen hin als intellektueller Think Tank propagiert, der moralische Werte vertritt. Vielmehr handelt es sich dabei um einen Macht besessenen Elitezirkel, der im atomistisch kartesianischen Weltbild festsitzt und die Stufe konventioneller Moral nie überschritten hat. Dementsprechend vertritt er eine infantile Sichtweise der Weltpolitik, die globale Sicherheit durch eine unipolare Welt unter amerikanischer Dominanz herstellen will.

Einer der einflussreichsten Autoren des Zirkels ist der ehemaliger Bush Berater Robert Kagan. Seine imperialistische Propagandaschriften stoßen sogar in der akademischen Gemeinde regelmäßig auf Jubelgeschrei.

Internationale Bekanntheit erlangte er mit "Macht und Ohnmacht. Amerika und Europa in der neuen Weltordnung  (engl.  Of Paradise and Power: America and Europe in the New World Order)". Er analysiert, warum sich das transatlantische Verhältnis verschlechtert und die zukünftige  Zusammenarbeit in Gefahr ist. Er kommt zu dem Schluss, dass Amerika stark und entschlossen ist, weil es militärisch eingreift, Europa jedoch schwach ist, weil es eher auf Verhandlung und ökonomische Lösungsversuche setzt. Während die Amerikaner vom Mars sind und dem hobbesschen Dschungelsicht angehören, kommen die Europäer von der Venus und vertreten die kantische Philosophie.

"It is time to stop pretending that Europeans and Americans share a common view of the world, or even that they occupy the same world"Robert Kagan

Nach Kagan glaubt Europa an eine utopische Vision des postmodernen Paradieses mit ewigem Frieden. Kagan knows it better: Tatsächlich lauere das Böse überall und das einzige Mittel, um es zu vernichten, ist Gewalt und Krieg. Aus dem Lager der Kagan Anhänger kommt häufig der Vorwurf, Europa habe zwar vom militärischen Schutz Amerikas in den letzten 60 Jahren profitiert, sei jetzt jedoch nicht dazu bereit, eine aktive Rolle im westlichen Imperialismus zu übernehmen. Das Schmarotzerverhalten habe dabei geholfen, militärische Ausgaben zu reduzieren und den Aufbau des Sozialstaates ermöglicht. Dass sich Europa nicht mehr bereit erklärt, dem Hegemon zu unterwerfen, sich weigert, auf U.S. Kommando los zu bomben und verbrecherische Großkonzerne wie Monsato daran hindert, auch auf okzidentalen Boden zu wüten, trifft im Neocon Lager auf Unverständnis. Das trotzige Verhalten kommt einem Verrat gleich.   

"Dangerous Nation: America's Place in the World, from it's Earliest Days to the Dawn of the 20th Century "ist eine neokonservative Propagandaschrift für westlichen Imperialismus, die Gewalt und Krieg als primäre Konfliktlösungsmittel festlegt. Es schlägt die Assimilation anderer Nationen durch Kulturimperialismus vor, der die Welt mit der Lifestyle Monokultur erstickt. Wie gewohnt, wird alles in hübscher Friendensrhetorik verpackt.

In "The World America Made"[xlvii]" warnt Kagan, dass die Welt im völligen Chaos aufgehen würde,  wenn Amerika seine Rolle als einzige Supermacht verlieren würde. Es würde den Aufstieg russischer und chinesischer Regime ermöglichen. Die Demokratie würde auf dem ganzen Globus verschwinden und überall Krieg Einzug halten. Deshalb müsse Amerikas Abstieg mit allen Mitteln verhindert werden und die Neue Weltordnung das oberste  Ziel der gesamten westlichen Zivilisation bleiben. Amerika muss militärische und ökonomische Übermacht bleiben, sonst ist unser aller Leben bedroht.

Es gibt wohl nur wenige Sichtweisen, die noch menschenverachtender sind. Alles, das nicht westlich und nicht amerikanisch ist, wird vom neokonservativen Lager unterschwellig als  verbrecherisch und unzivilisiert gebrandmarkt. Alle, die nicht das eigene Weltbild teilen, werden als Feinde ins Fadenkreuz genommen. Es scheint, dass die neokonservative Maxime aus Furcht vor dem Fremden lautet: Assimiliere oder töte alles, das anders und damit gefährlich sein könnte. Es ist eine ideologische Weltsicht, die bis zum eigenen Tellerrand reicht und das Leid jenseits davon nicht mehr sieht. Auch Kagan zählt wohl zu der Kategorie von Menschen, die geschützt in ihrem Büro sitzen und kaltblütig Millionen in den Tod schicken, um den eigenen Wohlstand und die eigene Sicherheit zu zementieren. Dafür sind sie bereit, die Menschheit an den Rand eines Weltkrieges zu führen. Die Heilung für solche Theoretiker besteht zumeist darin, sie beim nächsten Krieg direkt an die Front zu stellen.

Das PNAC  ist voll von Kagans. Mitglieder solcher Zirkel sehen sich häufig als privilegierte Klasse und intellektuelle Elite, die als einzige dazu befähigt sind, die Welt zu kontrollieren und in einem Zustand der Ordnung zu halten. Sie erachten die Masse als unfähig und beschuldigen sogar die eigene amerikanische Bevölkerung als Ignoranten.

Hier tummeln sich machtbesessene Egomanen, die enge politische und wirtschaftliche Kontakte nutzen, um mittels illegaler Geschäfte Profite zu maximieren. Hier sammeln sich Imperialisten, die ganz offen die Weltherrschaft anstreben und für die ökonomische und militärische Kriegsführung werben. Ihr Ziel ist es, andere Länder zu kontrollieren, zu unterdrücken und an der Entwicklung zu behindern. Es sind Lobbygruppen für potentielle Kriegsverbrecher.

 

3.3 Pax Americana und New World Order

Die Friedenshülle Pax Amaricana wird missbraucht, um einen westlichen (Neo)Imperialismus zu rechtfertigen. Unter U.S. Vorherrschaft soll die globale Dominanz des Westens  gesichert und der  Turbokapitalismus verbreitet werden. Der Westen sei moralisch, technologisch, wissenschaftlich und wirtschaftlich höher entwickelt , das Völkerrecht und die Vereinten Nationen werden hingegen als  gescheitert  betrachtet (z.B. Thomas Donnelly).  Die Amerikanisierung soll auf der ganzen Welt Einzug halten und individuelles  Streben nach materiellem Glück auf  Basis der neoliberalen, globalisierten Marktwirtschaft ermöglichen. Diese Neue Weltordnung  sei die einzig denkbare Architektur für eine friedliche Zukunft.

Doch der propagierte Pax Americana ist ein Friede durch Assimilation und Unterdrückung. Er gibt vor, für universale Werte wie Demokratie und  Freiheit einzustehen, fördert aber das Gegenteil. Was als wohlwollende Hegemonie verpackt ist und allen Menschen nutzen soll, endet mit der Vorherschafft amerikanischer Konzerne, einer dekadenten Elite, der  totalen Kontrolle der Bevölkerung, der Überwachung  und der Auslöschung kritischer Stimmen und kritischer Nationen. Ihr trügerisches Auftreten als  heilbringende Hierarchie des Friedens, macht die New World Order zu einer der gefährlichsten Herrscher Ideologien der Neuzeit.  

 

3.4 Rebuilding Americas Defense (RAD)

Die PNAC analysierte 1997 die Situation Amerikas nach dem Kalten Krieg als alleinige Supermacht. Man  beschäftigte sich mit der Frage,  wie man diesen Status militärisch-politisch konservieren und ausbauen könne.  Als Grundvoraussetzung wurde festgehalten , dass  aufsteigende Länder wie China und Russland aber auch  Bündnisse wie die Eurozone daran gehindert werden müssen, dass sie Amerikas Platz als einzige Supermacht gefährden können.

Im Jahr 2000 hat der Elitezirkel  eines der  zentralen Schriftstücke der neuen, amerikanischen Imperialismus Politik herausgegeben, nämlich "Rebuilding Amcerica' s Defense- Strategy, Forces and Resources For a New Century (RAD)"[xlviii].

RAD vertieft die Analyse, wie Amerika die Position nach dem Kalten Krieg militärisch ausbauen kann, um zur dominanten Weltmacht aufzusteigen. Auch dieses Papier nennt den Mittlere Osten als bedeutsames Zentrum für die zukünftige  U.S. Dominanz, speziell Hotspots wie Irak und Iran. Um die imperialistischen Pläne umzusetzen, wäre es notwendig, den Militäretat zu erhöhen und die Streitkräfte so umzugestalten, dass sie an mehreren Orten gleichzeitig  größere Kriege führen könnte. Neue Militärbasen müssten in den strategisch bedeutsamen Ländern errichtet werden. Die inländische Sicherung müsse durch Homeland enorm verstärkt werden. Der Weg  zur Weltherrschaft  wäre allerdings ein sehr langwieriger Prozess, außer es gäbe ein katastrophales und katalysierendes Ereignis wie Pearl Harbor[xlix].

9/11 half dabei, die Pläne des RAD rasch umzusetzen. Rumsfeld und Wolfowitz sollen schon am nächsten Tag für einen Angriff auf den Irak geworben haben[l]. Afghanistan wurde als strategisch bedeutsames Land besetzt. In Lybien und Ägypten wurden korrumpierbare Regime installiert. Syrien und Iran stehen noch auf der Wunschliste. Auch die inländische "Sicherung" durch Homeland Security[li] und Fema wurden enorm ausgebaut. Inländischen Sicherheitskräften steht modernste Militärtechnologie zur Verfügung[lii]

Am Ende des RAD Papiers bekommen wir eine Vision des zukünftigen Krieges. Unter Drogen gestellte Supersoldaten werden mit Tarnvorrichtung und optimierten Head-Up Displays ausgerüstet. Es geht um  die Kriegsführung im Cyberspace bis hin zu Plänen für die totale Kontrolle des Weltraums.  

Wohin die Reise geht, erfahren wir durch Hinweise zur biologischen Kriegsführung: Viren, die spezielle Genotypen töten, werden ein nützliche poltische  Werkzeug sein. Auf Seite 60 heißt es dazu: "And advanced forms of biological warfare that can target specific genotypes may transform biological warfare from the realm of terror to a politically useful tool"

 

3.5 Terrorparanoia und Imperialismus

Nach dem Kalten Krieg geriet der amerikanische Imperialismus in Gefahr seinen Motor zu verlieren. Geheimdienste und Militär wären in die Bedeutungslosigkeit abgerutscht. Um den gesamten Apparat am Leben zu halten, musste ein neuer Feind her. Der einzige, der in Frage kam, war die muslimische Welt. Alles was es benötigte, war ein globales Schock Ereignis, um Hass zu entfachen. 9/11 kam dem kriselnden Gewerbe des Geheimdienstes, der Waffenproduktion und der Propagandamaschinerie zur Hilfe. Als Folge von 9/11 wurde das Militär Etat erhöht, Spionageprogramme ausgebaut, die Demokratie ausgehebelt, Bürgerrechte  vernichtet und Kriege legitimiert.

9/11 ermöglichte es, den geplanten imperialistischen Feldzug der PNAC vor den Augen der Öffentlichkeit durchführen zu können[liii].

Es gibt Insiderberichte, die den Aufbau der Al-Qaida durch die C.I.A dokumentieren. Al-Qaida heißt übersetzt "die Datenbank". Der Begriff  stammt von der C.I.A und wurde ursprünglich als Liste für rekrutierte Mujaheddin Kämpfer verwendet. Diese wurden in den 80er Jahren  vom Geheimdienst trainiert und von den Saudis finanziert, um in Afghanistan  gegen Russland zu kämpfen. Osama bin Laden hat damals die C.I.A. beim Aufbau der Al-Qaida unterstützt [liv]. 2005 hat Robin Cook diese Version  bestätigt, ein Monat später war er tot. Der ehemalige CIA Mitarbeiter Michael Scheuer hat ebenfalls Insiderinformationen über das Geheimdienstprojekt   Al Qaida öffentlich gemacht (link)

 

3.6 Widerstand gegen U.S. Regierung

Die Vorgänge um 9/11 werfen bis heute zahlreiche Fragen auf. Hunderte von Autoren haben tausende von  Ungereimtheiten gesammelt, die dem offiziellen Regierungsbericht widersprechen. Der Umfang der Kritik wächst. In Amerika organisiert sich eine starke Truther Bewegung, die motiviert ist, diverse Vertuschungen der U.S. Regierung ans Licht zu bringen.  Wie Daniele Ganser sagt, ist 9/11 noch absolutes Tabu an den Universitäten.  Doch irgendwann wird das Thema auch dort Einzug halten und Gegenstand einer breiten wissenschaftlichen Nachforschung sein.  Wenn die Medien nicht völlig an Glaubwürdigkeit verlieren wollen, werden sie sich irgendwann ernsthaft mit den Argumenten der Truther  Bewegung auseinander setzen müssen. 

Glaubt man der investigativen Seite oder Insider Berichten, dann ist die let- it-happen Theorie bereits bewiesen, und alleine das stellt das politische Weltgefüge bereits auf den Kopf. (z.B. CIA Whistleblower S. Lindauer)

Selbst wenn der Regierungsreport tatsächlich die absolute Wahrheit darstellt, ändert das nichts am Aufstieg der Kritiker. Eine wachsende Zahl von Menschen steht den offiziellen Darstellungen skeptisch gegenüber. Die U.S. Regierung wird sich in jedem Fall einem steigenden Druck ausgesetzt sehen. Das könnte, unabhängig davon wo die 9/11 Wahrheit liegt, in Zukunft die Regierungen zu mehr Transparenz zwingen. Die Frage ist, ob es bis dahin nicht zu spät ist.

   

"Wer nicht für uns ist, ist gegen uns"  G.W. Bush

3.7 Militärmacht Amerika

Seit dem Ende des 2.WK befindet sich Amerika praktisch durchgehend im Kriegszustand oder in militärische Auseinandersetzungen verwickelt. Mindestens 50 größere Operationen durch Geheimdienst oder Militär sind offiziell bekannt. Zählt man auch kleinere Einsätze hinzu, kommt man rasch auf über 100[lv].

Es hat mit über 800 Militärbasen den gesamten Globus in Gefangenschaft genommen.  Eines der Ziele bei der "Demokratisierung" der Schurkentaten ist es,  auf dem neu akquirierten Gebiet Militärbasen zu errichten, um das globale Netz der Übermacht weiter zu verfestigen. Die Welt fühlt sich damit sicherer, zumindest die westliche, da Amerika in den Augen der Öffentlichkeit noch immer den Status als internationale Sicherheitspolizei genießt.

Doch es heißt, "wenn die Soldaten kommen, kommt der Krieg". In der Menschheitsgeschichte hat sich diese Erfahrung häufig bestätigt. Eine solche Maschinerie kann außer Kontrolle geraten und gegen die Interessen der übrigen Welt verwendet werden. Eine solche Übermacht läuft Gefahr, als Druckmittel missbraucht zu werden, um die US Nutzenfunktion auf Kosten anderer Nationen zu maximieren. Es bedarf dann nur noch der Machtübernahme eines Kalibers wie McCain und der Einstellung: Da die Militärbasen schon mal hier sind, könnte man sie doch auch gleich dazu benutzen, um den Globus zu okkupieren. Stellen wir die Welt unter amerikanische Flagge. Cola, McDonalds, IPhone und die verblödete Lifestyle Monokultur für alle!

 

3.8 Die Rolle der NATO

Die Nato, einst zur Wahrung des Weltfriedens gegründet, soll nun im westlichen Imperialismus den Zweck einer Angriffsarmee erfüllen. Zwar ist der Mediensprecher in Form des Generalsekretärs stets ein Europäer, dies soll aber nur den Anschein erwecken, US Angriffe würden durch NATO Beistand die Zustimmung der EU erhalten. Die NATO Struktur soll im Pentagon integriert sein und einen verlängerten Arm der US Armee darstellen. Auch der  NATO Bündnisfall von 2001, der zum ersten Mal in der Geschichte ausgelöst wurde, ist bis heute umstritten[lvi].

Die NATO unterhalte ihrerseits Geheimarmeen und Söldnerzellen, die illegale Operationen ausführen und Mordanschläge auf unbequemen Personen verüben. Gladio soll für organisierten Staatsterror und False Flag Operationen verantwortlich sein, um der Politik die öffentliche Zustimmung für Kriege zu verschaffen[lvii]

 

"History is much more the product of chaos than of conspiracy"  Zbigniew Brzezinski

3.9 Für ÖL und Petrodollar

Der westliche Imperialismus basiert nicht nur auf Pax Americana. Nach Ansicht der Kritiker habe der Westen vielseitige ökonomische und politische Interessen, um einen Feldzug im arabischen Raum und speziell in Nahost zu führen. Ein zentraler Grund ist Öl. Es heißt, der Zugang zu den Ölvorräten steht im Vordergrund, tatsächlich dürfte die Sicherung des Petro -Dollar Systems von höherer Bedeutung sein.

Aus der Sichtweise der Syrien-Iran Achse nutzt Amerika den Vorwand der  Terrorbekämpfung  um   militärische und ökonomische Interessen in Nahost durchzusetzen. Zum einen soll dadurch der Einfluss der militärischen Hauptkonkurrenten Russland und China geschwächt werden, zum anderen sollen die Interessen der amerikanischen Großkonzerne, die Ölreserven und Vorherschaft des Petrodollars  gesichert werden. Bei genauerer Betrachtung gleiche die U.S. Außenpolitik einem imperialistischen Feldzug, so die Kritiker. Nach und nach werden sämtliche Länder, die die Vorherschaft des Petrodollars in Gefahr bringen und ihre Ölexporte in einer Konkurrenzwährung  wie dem Euro abrechnen wollen, unter dem Vorwand des Weltfriedens wieder gewaltsam unter politische Kontrolle gebracht. Venezuela, Syrien, Irak, Iran- diese Staaten, die man vornehmlich als Schurkenstaaten oder als Achse des Bösen bezeichnet, bilden eine echte Gefahr, wenn ihr Widerstand gegen die amerikanische Ausbeutung durch die Dollar Hegemonie auch für andere Länder Beispiel macht.  Verschwörungstheoretiker argumentieren, das Petrodollar System ermögliche es, die Welt mit frisch gedruckten (bzw. digitalen) Dollars förmlich zu überschwemmen, in einer Größenordnung, die geheim gehalten wird. Sie glauben, dass wenn der Petrodollar fällt, auch der Dollar kollabiert und das gesamte amerikanische Schuldenkartenhaus in sich zusammenfällt[lviii].

Der Fall des Petro Dollar Systems hätte  nicht nur für das westliche System weitreichende Folgen, sondern für die globale Ökonomie. Er würde nicht nur Amerika in den Abgrund werfen, sondern andere Länder mit reißen.

 

3.10 Wirtschaftskollaps und Weltkrieg

Ein möglicher Grund, um einen globalen Konflikt anzuheizen,  ist die ökonomische Situation Amerikas und anderer westlicher Staaten. Die USA erreichen im Oktober mit 17 Mrd. Staatschulden das Schuldenlimit und steuern wieder einmal auf den Bankrott zu. Ein ordentlicher Kriegszustand  würde die Schuldenobergrenze aufheben und der Fed den Freibrief geben, mit der Notenpresse die Schuldenmonetarisierung in Form von Quantitative Easing (QE) fortsetzen zu können. 

Die realwirtschaftliche und finanzökonomische Situation der USA lässt ein dauerhaftes QE Exit ohnehin nicht mehr zu und würde womöglich zu einem Bond, Aktien und Immobiliencrash führen. Andererseits muss QE spätestens in den nächsten 2-3 Jahren gestoppt werden, sonst droht der Währungskollaps und der völlige Systemzusammenbruch. Angesichts dieser Aussichten droht Revolution und Bürgerkrieg, der gegen die verantwortliche Elite im Land gerichtet wäre.

In einer ähnlichen Situation befinden sich Japan, Groß Britannien und die Euro Zone. Sie haben ausufernde Staatschulden und QE süchtige Asset Märkte. Selbst in China tickt eine Immobilen- und Kreditblase (Schattenbanksystem) , deren kontrollierte Entschärfung unwahrscheinlich ist und durch QE Exit wahrscheinlich explodieren würde.

Historisch betrachtet, hat die Vervielfachung der Geldmenge häufig zur Notenbank finanzierten, militärischen Aufrüstung und der Kriegsvorbereitung gedieht. Die Ereigniskette seit 2001 hat ein ähnliches Muster wie die Vorgeschichte zum zweiten Weltkrieg: Spekulationsblase, Finanzcrash, Rezession/Depression , ausufernde öffentliche Schulden, die Vervielfachung der Geldmenge, Wettrüsten und Aufstieg faschistischer Tendenzen.  Es ist zu befürchten, dass die Welt auf ein ähnliches Schicksal zugeht, wie nach 1929. 

Wenn es ökonomisch steil bergab geht und der Kreis der Großkapitalisten Gefahr läuft, dass eine Umverteilung durch Revolution erzwungen wird, zetteln sie Krieg an. Das ist eine Konstante der Geschichte.  Sollte der kapitalistische Systemcrash unausweichlich sein, wird die Elite alles daran setzen, um den Neustart für sie so profitabel wie möglich zu gestalten. Und das heißt nicht Umverteilung und Systemneugestaltung, sondern Krieg.

 

4.0 Syrien und Stellvertreter Kriege

Im Syrienkonflikt sammeln sich jetzt all diese Einflussfaktoren, Beschuldigungen und Vermutungen zur anti-imperialistischen Interpretation der Ereignisse. Die Menschen vertrauen Amerika nicht mehr blind  und hegen  allmählich den Verdacht, die U.S. Regierung würde den Giftgaseinsatz in Syrien  nutzen, um einen weiteren Angriffskrieg zu rechtfertigen. Die Skeptiker des Westens  befinden sich in den eigenen Reihen. Daraus resultiert ein verschärfter Propagandakrieg, um die Meinung der Öffentlichkeit.

Die anti-imperiale Sichtweise tendiert dazu, das Assad Regime als Opfer einer westlichen Verschwörung zu betrachten. Syrien wird angeblich von Söldnern und Terrorgruppen ins Chaos gestürzt, die wahllos morden. Die Opfer werden gefilmt, ins Netz gestellt und  Assad Regime für Leid und Zerstörung beschuldigt[lix].  Diese Terrorgruppen sollen eine Verbindung zu Al Qaida haben und von CIA, Mossad und MI6  gesteuert werden.  Die Operationen sollen von Saudi Arabien und Katar mit finanziert werden.

>>Rund 200 Spezialisten der britischen SAS und SBS-Elite Einheiten - berichtete der Daily Star – fungieren seit Monaten in Syrien, und mit US- und französischen Einheiten. Die Schock-Truppen bestehen aus einer Ansammlung von bewaffneten islamistischen Gruppen (bis gestern noch von Washington als „Terroristen“ eingestuft) aus Afghanistan, Bosnien, Tschetschenien, Lybien und anderen Ländern. In der Gruppe Abu Omar al-Tschetschen - berichtet der Gesandte des Guardian in Aleppo - werden Befehle auf Arabisch gegeben, aber müssen auf Tschetschenisch, Tadschikisch, Türkisch, Saudi-Arabischen Dialekt, Urdu, Französisch und in ein paar andere Sprachen übersetzt werden.  Mit falschen Pässen (Spezialität der CIA) ausgestattet, strömten Kämpfer in die türkischen Provinzen von Adana und Hatay, an der Grenze von Syrien, wo die CIA militärische Ausbildungszentren eröffnet hat. Die Waffen kommen meist aus Saudi-Arabien und Katar, der wie in Lybien auch Spezialeinheiten schickt. Das Operations-Kommando befindet sich auf NATO Schiffen im Hafen von Alexandrette. << [lx]  

Andere Quellen sprechen davon, dass die Bewaffnung der  Freien Syrischen Armee (FSA) zu großen Teilen vom Kosovo aus erfolgt. Dieser wurde 2008, unter russischem Protest[lxi], von Amerika militärisch aufgerüstet[lxii].  Auch das militärische Know How zu Guerilla Kampftaktiken und medienwirksamen False Flag Operationen soll von ehemaligen UCK Kämpfern kommen. FSA Rebellen sollen in speziellen Kosovo Trainingslagern ausgebildet werden[lxiii].

Le Figaro meldet, dass US nahe Guerilla Truppen, zusammen mit jordanischen und israelischen  Kämpfern auf syrischen Boden tätig sind[lxiv]. Der amerikanische Geheimdienst soll an der syrisch-jordanischen Grenze Kämpfer für die aufständische Assad Opposition ausbilden.

Wie Manlio Dinucci schreibt, eignen sich solche Kommando Einheiten hervorragend dazu, um False Flag Gasanschlage durchzuführen[lxv].  Außerdem sollen die USA bislang verschweigen, dass auch die Opposition über chemische Waffen verfüge[lxvi].

Nach Ansicht der Assad Verteidiger war Syrien ein friedliches und entwickeltes Volk, indem unterschiedlichste Religionen und Völkergruppen ohne Probleme zusammen gelebt haben.  Aleppo, eine kulturelle Perle  im Nahen Osten (Al-Madina-Souk Uno Weltkulturerbe) vereinte  Araber, Juden, Kurden, Moselm und Alawiten. Bis  2012 Guerilla Kämpfer die Stadt ins Chaos stürzten.  Plötzlich verloren alle den Verstand und massakrierten sich gegenseitig. Heute ist Aleppo, wie Homs, Qusair, Saladin auf dem Weg zur Ruinenstadt. Syrien verliert nicht nur seine Bürger, sondern auch seine Geschichte und seine Zukunft[lxvii].

Israel hat Syrien bereits mehrmals bombardiert, ohne UN Zustimmung. 2007 soll dabei ein angeblich geheimer Atomreaktor in Syrien zerstört worden sein[lxviii].  Im Jänner 2013 haben israelische Kampfjets Ziele auf syrischem Boden bombardiert, ohne auf nennenswerte Gegenwehr zu stoßen[lxix]. Im Mai 2013 wurde ein erneuter Raketenangriff bekannt, der einem angeblichen Waffenkonvoi an die Hisbollah galt[lxx]. All diese Provokationen, die eigentlich eine Kriegserklärung darstellen, wurden von den westlichen Medien wenig beachtet. Der umgekehrte Fall, syrische Bomben auf Israel, hätte mehr Aufmerksamkeit erregt.

Beobachter spekulieren, dass  direkt in den Syrienkrieg eingegriffen wird, weil die Rebellen immer weiter an Boden verlieren[lxxi]. Der Angriff soll koordiniert mit einer Rebellenoffensive erfolgt sein[lxxii]. Die Wucht der Explosion in Damaskus führte sogar zu den wilden Anschuldigungen, dass  nicht ein Waffenlager getroffen wurde, sondern eine High-Tech Kernwaffe zum Einsatz kam[lxxiii].  Syrien hat auf die militärischen Provokationen nicht reagiert, wohl in dem Wissen, dass auch nur die kleinste Regung gegen Israel den sofortigen Einmarsch der US Armee zur Folge hätte.

 

"Jeder Krieg beginnt mit einer Lüge"

4.1 Kriegspropaganda: Vom Kosovo nach Syrien

Kritiker behaupten, dass Amerika in den letzten 20 Jahren mit verdeckten Angriffskriegen reichlich Erfahrung sammeln konnte und zur Routine entwickelt hat. Als Blaupause dafür, wie man mit der NATO  zusammen ohne UN Zustimmung, Krieg führen kann, soll der Kosovo gedient haben.

Unter dem Vorwand, eine humanitären Katastrophe  abwenden zu müssen, zogen NATO und Us Armee  1999 in den Krieg. Es wurden bis heute keine Beweise gefunden, dass es Massenmorde in der Größe gab, wie sie  von den Geheimdiensten und Politikern behauptet wurden. Im Gegenteil, die vorgelegten Beweise erwiesen sich größtenteils als lückenhaft oder falsch.

Nach Analysen der OSZE gab es vor dem Eingreifen der NATO zwar einen Bürgerkrieg, aber keine Hinweise auf eine humanitäre Krise. Dasselbe wurde auch vom deutschen Geheimdienst bestätigt , die Ergebnisse blieben aber intern.

Heinz Loqua (ehemaliger General OSZE): "Die Legitimitätsgrundlage für die deutsch Beteiligung war die sogenannte humanitäre Katastrophe. Eine solche humanitäre Katastrophe als völkerrechtliche Kategorie, die einen Kriegseintritt rechtfertige, lag vor Kriegsbeginn , im Kosovo nicht vor."    

Und Norma Brown (US-Diplomatin bei der OSZE): "Bis zum Beginn der Nato Luftangriffe gab es keine humanitäre Krise... Jeder wusste dass es erst zur humanitären Krise kommen würde, wenn die Nato bombardiert."

Die Amerikaner sollen die Verhandlungen nach einem Prinzip geführt haben: " Beugt euch vollständig oder wir bombardieren". Sie stellten angeblich Forderungen, die die Besetzung Jugoslawiens vorsahen und die für das autonome Land unerfüllbar waren. Zeitgleich zu den Friedensverhandlungen liefen im Hintergrund die Angriffsvorbereitungen der USA und der NATO auf Hochtouren, bis am 15. Januar 1999 mit dem angeblichen Racak Massaker an Zivilsten, endlich ein Grund gefunden wurde, um den Krieg zu eröffnen.

Die politischen Kommentare zu Racak klingen, als würden sie zur Syrien Krise passen:   

Ludger Volmer: “Das Hinschlachten von Zivilisten durch die Serben im Januar in Racak erforderte eine deutliche Reaktion des Westens. Alle Analysen deckten sich in dem Befund, daß ohne Reaktion die Serben glauben würden, sie hätten nun freie Bahn für ihre Vertreibungs- und Vernichtungspolitik.”

Rudolf Scharping: “In Racak hat vorgestern ein Massaker stattgefunden, bei dem 45 Albaner ermordet wurden. Der Nato-Rat war zu einer Sondersitzung zusammengetreten … Intern erwägen wir Maßnahmen, um die Bereitschaft der Nato zum Handeln zu unterstreichen … Nicht nur in Brüssel wächst die Zahl derer, die glauben, daß ein militärisches Engagement im Kosovo unausweichlich werden kann”

William Walker US-Diplomat: “Natürlich war Racak entscheidend für die Bombardierungen.”

Auch für Joschka Fischer war Racak der Wendepunkt, wie er mehrmals betonte. Doch ein Massaker an Zivilisten hat in Racak wahrscheinlich nie stattgefunden. Die leitende Pathologin Dr. Ranta  kam nach der Untersuchung zu dem Schluss, dass die gesamte Szenerie womöglich arrangiert worden sei und leitete ihre Ergebnisse an den Gerichtshof von Den Haag weiter. Botschafter Walker habe aus persönlicher Entscheidung von einem Massaker gesprochen, so Ranta

Das Massaker bei Rogovo hat als weitere politische Rechtfertigung für den Krieg gedient. Vor allem der deutsche Verteidigungsminister Scharping hat auf  Basis von OSZE  Beobachter Henning Hensch betont, dass das Rogovo Massaker die Nato Intervention rechtfertige. Obwohl im Hensch Endbericht kein Massaker an Zivilisten vorkommt, hat Scharping an der Interpretation festgehalten.

Auch der Hufeisenplan, ein angeblicher Plan zur ethnischen Säuberung des Kosovo, wurde als Rechtfertigung für den Krieg verwendet. Ein Beweis für dessen Existenz ist bis heute ausständig.

Als die Zustimmung der deutschen Bürger zum Kosovo Krieg weiter sank und zu kippen drohte, wurde die Propaganda verstärkt. Man beschuldigte den Gegner ein Fußballstadion als Konzentrationslager zu verwenden, was frei erfunden war. Den Höhepunkt der Hetze markierte J. Fischer. Er ließ mit der Keule "Nie wieder Ausschwitz" die Skeptiker verstummen. Das erfundene Konzentrationslager wurde als endgültige Rechtfertigung für den völkerrechtswidrigen Krieg der NATO ohne UN Mandat betrachtet.

Der ehemalige Oberstleutnant der  NATO Luftwaffe Jochen Scholz behauptet, dass die NATO Pläne für einen Luftwaffenkrieg bereits 1998 abgeschlossen waren, lange vor den Beobachtermissionen und lange bevor ein NATO Eingriff zur Diskussion stand.  Scholz musste feststellen, "dass die tatsächliche Lage im Kosovo nicht mit dem übereingestimmt hat, was die Politik nach außen hin verkündet hat." Die offiziellen Begründungen für den NATO Eingriff, wie ethnischer Völkermord und humanitäre Katastrophe waren reine Propaganda. Das deutsche Innenministerium war informiert, dass es sich um einen symmetrischen Bürgerkrieg gehandelt hat, an dem alle ethnischen Gruppen gleich beteiligt waren. Die letzte interne Einschätzung der Bundeswehr  2 Tage vor dem NATO Kriegsbeginn am 24.3.1999 lautete  "Es sind weiterhin keine Tendenzen zur ethnischen Säuberung im Kosovo festzustellen."

Wayne Merry bezeichnete damals schon den Kosovo als Auftakt für zukünftige Kriege der NATO. Es war ein Präzedenzfall der auch in Zukunft ohne UN Zustimmung völkerrechtswidrige Angriffskriege ermöglichen soll. Es verwundert nicht, dass kritische Beobachter den defensiven Zweck der NATO als missbraucht sehen. Sie behaupten, die NATO sei eine Angriffsarmee, die Völkerrecht bricht und den westlichen Imperialismus vorantreibt [lxxiv].

 

4.2 Massenmedien und Betrug

Es besteht wenig Zweifel, dass westliche Regierungen Einfluss auf die Massenmedien zur kontrollierten Meinungsmache nehmen. Ausmaß und Intensität der Manipulation variieren von Staat zu Staat. Das Spektrum reicht von einseitig geprägter Berichterstattung, bis hin zu gefälschten Bildmaterial völlig korrupter Sender.

Die US Abhörskandale zeigten, dass der US Geheimdienst Journalisten flächendeckend überwacht. Man darf annehmen, dass bei Nichtgefallen entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Wenn sich Journalisten oder ganze Sender dennoch als aufständisch erweisen, zerstört die Regierung einfach Beweismaterial, wie der Guardian Skandal der Snowden Festplatten gezeigt hat.  

Vor allem amerikanische Nachrichtensender sind in der Kritik. Die CNN Bluescreen fakes vom Irak Krieg mit Charles Jaco sind legendär, doch nicht der Einzelfall[lxxv]. Gefaktes Bildmaterial scheint bei CNN eher die Regel, als die Ausnahme zu sein[lxxvi].

BBC wird beschuldigt 9/11 Berichterstattung gefälscht zu haben. Jane Standley soll vom  Gebäude 7 Kollaps bereits vor dem tatsächlichen Einsturz berichtet haben[lxxvii].

Bei der Sandy Hook Berichterstattung sollen Schauspieler zum Einsatz gekommen sein. Ganze Szenen wurden angeblich inszeniert[lxxviii].  Manche Schauspieler sollen gleich für mehrere False Flag Operationen engagiert worden sein[lxxix].  

Der Einsatz von Schauspielern für die inszenierte Berichterstattung ist auch auf Seiten der syrischen Rebellen enttarnt worden[lxxx].

Seien wir also kritisch, was die systematische Berichterstattung angeht. Ahmadinedschads meist zitierter Satz in den Massenmedien "Israel muss von der Landkarte getilgt werden." in  seiner Rede vom 26.10.2005, hat für einen Sturm der Entrüstung gesorgt. Der Satz hat die Kriegshetze gegen den Iran entfacht. Tatsächlich handelt es sich um einen Übersetzungsfehler.  In Wahrheit zitierte   Ahmadinedschad eine schiitische Erlösergestalt: "Der Imam sagte: Dieses Regime, welches Jerusalem besetzt, muss von der Buchseite der Zeit verschwinden." Oder sinngemäß: "Das Besatzungsregime muss Geschichte werden", was völkerrechtlich eine legitime Forderung darstellt[lxxxi].

Das ist keine Verteidigung für Ahmadinedschad, aber ein Mindestmaß an Objektivität sollte für westliche Medien selbstverständlich sein. Doch wer die UNO Reden von Ahmadinedschad studiert, wird erstaunt sein und eine bedeutende Lektion über die westlichen Massenmedien lernen[lxxxii].

 

4.3 Propaganda Merkmale

Propaganda hat immer dieselben Merkmale. Euphemismus verteidigt die Handlungen der eigenen Seite. Worte werden verdreht und Bedeutungen auf den Kopf gestellt. Behauptungen werden aufgestellt, die nicht falsifizierbar sind und damit von vornherein nicht widerlegt werden können. Propaganda nutzt massenpsychologische Phänomene, setzt auf Emotionen, Bilder und auf die Kraft der Suggestion[lxxxiii].

"Die reine, einfache Behauptung ohne Begründung und jeden Beweis ist ein sichres Mittel, um der Massenseele eine Idee einzuflößen. Je bestimmter eine Behauptung, je freier sie von Beweisen und Belegen ist, desto mehr Ehrfurcht erweckt sie. Die Behauptung hat aber nur dann wirklichen Einfluß, wenn sie ständig wiederholt wird, und zwar möglichst mit denselben Ausdrücken. Das Wiederholte befestigt sich so sehr in den Köpfen, dass es schließlich als eine bewiesene Wahrheit angenommen wird. Das Wiederholte setzt sich schließlich in den tiefen Bereichen des Unbewussten fest, in denen die Ursachen unserer Handlungen verarbeitet werden. Nach einiger Zeit, wenn wir vergessen haben, wer der Urheber der wiederholten Behauptung ist, glauben wir schließlich daran." Gustave Le Bon, Psychologie der Massen

Eine typische Methode ist, einzelne Ereignisse aus dem Kontext zu reißen, um sie aus einem verengten und verzerrt Blickwinkel darstellen zu können. Propaganda erschafft einen virtuellen Raum mit nur einer Farbe, einer Richtung und einer Meinung, der die Komplexität der realen Welt ausblendet. Sie vereinfacht, stigmatisiert, polarisiert und verhetzt. Sie missbraucht moralische Prinzipen wie Humanität und Friedenswahrung, um Gewalt und Mord für politische Ziele zu rechtfertigen.

 

4.4 Syrien Propaganda

Dasselbe  Vorgehen kann am Beispiel von Syrien beobachtet werden. Ein komplexer Konflikt, der unterschiedliche Lager, Motive und Interpretationsmöglichkeiten umfasst, wird auf das Ereignis des Giftgasanschlages reduziert. Ein militärisches Eingreifen ohne UN Mandat wird aufgrund einer medial verbreiteten Schock-Kampagne gerechtfertigt, ohne die Hintergründe des Konfliktes genauer zu beleuchten. Obama wollte zuschlagen, ohne dass offizielle Beweise für den Verantwortlichen vorgelegt wurden. Auch die NATO lies schnell verlautbaren, dass sie keinen Zweifel hat, dass Assad verantwortlich sei, obwohl die unabhängig UN Inspektoren den Vorfall noch untersuchen. Womöglich besitzen auch die Rebellen Giftgas, was Obama und die NATO verschweigen oder bestreiten. (siehe 1, 2, 3 )

Die  syrischen Aufständischen haben nicht mehr die Oberhand. Die Kriegspartei besteht zu großen Teilen aus radikalen Dschihadisten, Islamisten und Al-Qaida Kämpfern, die einen Gottesstaat errichten wollen. Wenn der Westen die Aufständischen mit einer militärischen Intervention unterstützt, dann verhilft er genau denen zur Machtübernahme, die er im Krieg gegen den Terror offiziell bekämpft. (siehe auch  Peter Scholl-Latour ,Jürgen Todenhöfer, Michael Lüders) Er würde es den bislang zersplitterten Radikalen ermöglichen, dass der fundamentalen Terrorismus an Substanz gewinnt und tatsächlich zur aufsteigenden Bedrohungsmacht wird.  Es würde womöglich dazu führen, dass der Westen von Terrorwellen überrollt wird. Doch all das wird in der westlichen Propaganda nicht erwähnt.

Spätestens mit  der Präsentation von Powell über die irakischen Massenvernichtungswaffen im Jahr 2003 wurde klar, dass sich die USA gar keine Mühe mehr machen, um Beweise zu fälschen, sondern die UNO und die Welt offen verhöhnen. Die Lieblosigkeit mit der hier offensichtlich ein Praktikant  in  30 Minuten ein paar power Point Folien zusammengeschustert hat, wird eigentlich nur noch  von Netanjahus Modell  der iranischen Atombombe[lxxxiv] übertroffen, mit dem man beweisen wollte, dass ein iranischer Nuklearschlag unmittelbar bevorstehe. Die zivilisierte Welt müsse deshalb einen Präventivschlag  gegen Ahmadinedschad  durchführen.  Für  Syrien hatte man anscheinend keine Lust mehr, sich die Arbeit für irgendwelche Folien anzutun. Man behauptete nur noch im Besitzt der Beweise zu sein und wollte sofort losschlagen. Falls später jemand auf Folien besteht, kann man sie ja immer noch nachliefern.

Obwohl bislang nicht der geringste Beweis vorgelegt wurde, dass Assad für den Anschlag verantwortlich ist, sprechen die deutschen Massenmedien fast einheitlich davon, dass wenig Zweifel an dessen Schuld existieren und der Westen militärisch eingreifen müsse[lxxxv]. Die Massenmedien sind praktisch frei von kritischen Sichtweisen und werben wieder für einen Militärschlag.

Obwohl historisch bewiesen ist, dass völkerrechtswidrige Angriffskriege im Kosovo und im Irak auf Basis von Täuschung erfolgt sind, verbreiten die Massenmedien abermals dieselbe Kriegspropaganda. 

Wieder marschiert die deutsche Presse im Stechschritt den Nebelkerzen hinterher, die das amerikanische Militär auswirft  und wird endgültig zum Vasallen der Völkerrechtsbrecher. Man kann diesen Entwicklungen nur mehr mit ungläubigem Kopfschütteln gegenüber stehen.

Die westliche Politik hat Assad bereits verurteilt. Aber die Massenmedien haben ihn bereits hingerichtet. Natürlich wird man Beweise vorlegen, gefälscht oder nicht, die Assads Schuld einwandfrei festlegen. Aber das rechtfertigt im Vorfeld der Beweisveröffentlichung nicht die Kriegshetze der Massenmedien.

 

Sicherheit nennt man den Zustand, wenn die Regierung vor der eigenen Bevölkerung sicher ist.“  Noam Chomsky

4.5 Vom Terrorkrieg zum Arabischen Frühling

Der amerikanische Bürger wird ständig im medial inszenierten Bedrohungsszenario festgehalten[lxxxvi]. Die Programme von CNBC und CNN sind gefüllt von Terror-, Cyberwar- und Pandemieszenarien, die den ständigen Kollaps suggerieren und mehr staatliches Engagement predigen. TV-Serien wie "24" (mit 8 Staffeln) und "Homeland"  gaukeln vor, dass die amerikanische Bevölkerung der ständigen  Terrorbedrohung ausgesetzt ist.  Allein der Kinosommer hatte mit "World War-Z", "White House Down" und "Olympus Has Fallen" drei Endzeit,- bzw. Terror Blockbuster. Wen verwundert es da, dass die TV süchtigen Bürger förmlich nach dem Schutz ihrer Regierung lechzen, und sie mit weiteren Vollmachten ausstatten.  Sie folgen dem Rat von Michael Bloomberg: "Die Menschen die besorgt über ihrer Privatsphäre sind haben eine berechtigte Sorge. Aber wir leben in einer komplexen Welt wo wir mehr Sicherheit benötigen als damals in den alten Tagen, wenn man so will. Unsere Gesetze und unsere Auslegung der Verfassung, glaube ich, muss sich ändern."

 Die amerikanische Kriegspropaganda ist derartig stupide und platt, dass sie bei immer mehr Menschen Zweifel weckt. Obama befindet sich selbst bei seinen engsten Verbündeten in der Vertrauenskrise.  Eine Reihe von Skandalen haben seine Glaubwürdigkeit erschüttert. Die Überwachung von AP-Journalisten ist ein Angriff auf die Pressefreiheit und ein Merkmal der Regime, die er im Namen der Menschenrechte bekämpft.  Das Bengasi Debakel ist noch immer nicht geklärt und der Steuerskandal  um konservative Lobbygruppen zeigt schmutzige Machtkämpfe hinter den Kulissen. Obamas Beliebtheit war vor der Syrienkrise im Sturzflug. Weniger als 50% hielten ihn für vertrauenswürdig[lxxxvii].  Jetzt spricht niemand mehr über die Skandale.

Die NSA Leaks nehmen immer größere Dimensionen an und lassen Amerika als heuchlerischen Verteidiger der Menschenrechte erscheinen. Die Verfassung sieht nicht vor, dass der Staat für vollkommene Sicherheit der Bürger  zu garantieren hat und dafür die Bürgerrechte immer weiter aushebelt. Der Wahn geht soweit, dass man nach Bosten die Schnellkochtöpfe verbieten wollte. Die tatsächliche Wahrscheinlichkeit bei einem Terrorakt ums Leben zu kommen, liegt praktisch bei  Null, dennoch ist die Bedrohung das allgegenwärtige  Thema.

Der Versuch, die muslimische Welt als radikale "Schurkenstaaten" darzustellen, ist in der langen Frist zum Scheitern verurteilt[lxxxviii].  Die Besonnenheit, mit der Syrien auf  israelische Bombenangriffe und der Iran  auf U.S. Cyberangriffe reagieren und die Ruhe, mit der sie anderen Provokationen standhalten, lässt an dem Image der psychopathischen Diktatoren und Selbstmordattentäter zweifeln.

Dort leben nicht gewissenlose Urzeitmenschen jenseits aller moralischen Entwicklung, die den Tod aller Ungläubigen wollen. Sie sind nicht gegen den zivilisatorischen Fortschritt und die Menschenrechte, nur weil sie teilweise die westliche  Lifestyle-Konsum Welt ablehnen. Es gibt radikale Randgruppen, die das verlogene Wunderland aufgrund der kapitalistischen Auswüchse und der imperialen Expansion in Schutt und Asche legen wollen, aber das ist nicht der Schwerpunkt der Achse. Die westliche Propaganda nutzt diese radikalen Minderheit aus, um die gesamte muslimische Welt unter Generalverdacht zu stellen. Sie versucht  Terrorparanoia zu schnüren, um ihrerseits öffentliche Zustimmung für die aggressive Überwachungs- und Militärpolitik zu erhalten.

Nein, an der Syrien-Iran Achse sammeln sich nicht all die Schlächter der Welt. Hier gibt es nicht nur Terrorgruppen und verrückte Diktatoren, die uns mit Atomwaffen vernichten wollen, so wie es uns die Obama Administration weis machen will. Hier waltet nicht der Teufel persönlich, wie uns vor allem die Bush Administration glauben lassen wollte. (Bush wusste genau, dass er mit seiner Endkampf Rhetorik von gut vs. böse und Gott vs. Satan, das mythologische Bewusstsein im amerikanischen Volk anspricht, und damit die große Gruppe der christlichen Fundamentalisten mobilisiert. Sie trug die U.S. Kriege gegen Afghanistan und Irak.)

Nach acht Jahren Bush Regierung war der mythologische  Kampf gut vs. böse erschöpf und das Ansehen der  kriegsgeilen  USA innerhalb der internationalen Gemeinschaft  stark beschädigt.  Der Bewegungsspielraum amerikanischer Außenpolitik war in Bezug auf weitere Feldzüge beschränkt. Ein neues Image musste her:  Yes we can!

Obamas Change Image soll von der Elite bewusst aufgebaut worden sein, um den imperialistischen Feldzug  mit neuem Image fortzusetzen[lxxxix]. Anders als Bush vertritt Obama den demokratisch-liberalen Teil der Bevölkerung, weshalb er seinen Feldzug auf Verteidigung der Menschenrechte und des Weltfriedens aufbaut . Deshalb wurde 2009 der Krieg gegen den Terror  zum Auslaufmodell[xc]  erklärt und eine neue Kampagne gestartet: Der Arabischen Frühling. Obama darf sein Image als Friedensnobelpreisträger nutzen, um all die unterdrückten Länder bei ihrem Kampf nach Freiheit unterstützen.

Natürlich herrscht in totalitären Ländern wie Syrien ein hohes Maß an Unterdrückung, Gewalt und Leid. Wenn es dort zu Instabilität und Aufständen kommt, eskaliert die Gewalt schnell. Aber die westlichen Lösungsansätze haben die Tendenz, die Situation zu verschlimmern.

Wenn man die Geschichte der amerikanische Außenpolitik  studiert, wird eines klar. Amerika führt Krieg als ein Geschäft und immer in  einem  größeren, geostrategischen Kontext.  Lybien und Syrien machen da keine Ausnahme.  Wie platt die Obama Change Image Kampagne war, wird offensichtlich, wenn man sein Kabinett ansieht. Es wurde praktisch geschlossen von der Bush Regierung übernommen, oder mit Günstlingen der alten Akteure besetzt.

 

 

 

4.6 PRISM, Guantanamo, Drohnen und die Amerikanische Vertrauenskrise

Das amerikanische Verhalten auf der weltpolitischen Bühne trägt nicht dazu bei, die Vorwürfe der anti-imperialistischen Seite zu entkräften. Es ist offensichtlich, dass Amerika vor dem ökonomischen Abgrund nicht Milliarden verpulvert, um die Menschenrechte in fernen Ländern zu verteidigen. Dennoch wird auch in Syrien die heuchlerische Moralschiene gefahren und das Menschenrechtsbanner gehisst, um in den nächsten Krieg ziehen zu können. Wenn Amerika die  Menschenrechte verteidigen will, kann es kostengünstiger im eigenen Land damit anfangen. Guantanamo ist eine Schande für die gesamte westliche Zivilisation, dennoch ist es weiterhin aktiv. Obama führt einen illegalen Drohnenkrieg und ermordet damit hunderte, wenn nicht tausende Zivilisten. Die NSA verhöhnt Bürgerrechte auf der gesamten Welt. Die Ausbeutung der Arbeitskräfte in Billiglohnländern durch US Unternehmen verstößt gegen die menschliche Würde und unterscheidet sich kaum von antiker Sklavenarbeit [xci]. Doch der Westen misst die Menschenrechte immer mit zweierlei Maß.

Saudi Arabien ist eines der totalitärsten Regime der Welt, Menschenrechtsverletzungen sind dort alltäglich. Dennoch muss das Regime  als U.S. Verbündeter keine negative Medienpräsenz  fürchten.  Im Kongo herrscht seit Jahren ein grausamer Bürgerkrieg mit schwersten Verbrechen gegen die Menschlichkeit, für die sich die westlichen Medien nicht im Geringsten interessiert.  Das wird sich erst ändern, wenn die afrikanischen Ölvorkommen in den Fokus geraten.

 

4.7 Politischer Atheismus

Propaganda wurde mit dem Kalten Krieg nicht begraben, sie ist heute von größerer Bedeutung als je zuvor und überall präsent. Sie ist im kolportierten "Krieg gegen den Terror", die zentrale Schnittstelle, zwischen der Wahrnehmung der Bevölkerung und der realen Außenwelt.  

Es ist erstaunlich, mit welcher Dankbarkeit die Menschen beider Sichtweisen die Propagandalügen ihrer Regierungen und Regime annehmen, und fast kritiklos als die absolute Wahrheit akzeptieren.  In einer rasenden Zeit unüberschaubarer Entwicklungen leben sie gerne in einer vereinfachten gut vs. böse und schwarz vs. weiß  Welt.

Was für den einen ein Terrorist ist, ist für die anderen ein Freiheitskämpfer und umgekehrt. Hüten wir uns davor, vorschnell Partei zu ergreifen  und in einer emotional aufgeladenen Phase in den Krieg zu marschieren. Wenn wir eine Lehre aus der Geschichte ziehen können dann, dass Krieg stets auf der Lüge basiert. Seien wir vorsichtig, welchen Lügen wir glauben, bevor wir Kriege moralisch legitimieren.

In diesem Konflikt verwenden beide Seiten perfide Propagandamethoden, sowohl die westliche, als auch die anti-imperialistische Seite. Beide Seiten begehen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Wir sollten vorsichtiger werden, wen wir Freunde und Verbündete nennen.

 

5.0  Moralverfall im Endkapitalismus

 

5.1 Massakrieren für das Gute

Im Krieg gegen den Terror hat der Westen vieles von dem aufgegeben, was er sich seit der galiläischen Wende an Würde, Glaubhaftigkeit und moralischen Fortschritt aufgebaut hat.

Der Aufenthaltsort von Osama bin Laden war sogar in der offiziellen Pentagon Version über Monate bekannt. Eine Verhaftung und ein Prozess nach den Maßstäben des internationalen Rechts wäre möglich gewesen. Wäre es nicht im Interesse von uns allen gewesen, mehr über die Hintergründe zu erfahren?[xcii] Stattdessen wurde bin Laden praktisch hingerichtet und dessen Leichnam entgegen dem Völkerrecht ohne Obduktion so schnell wie möglich entsorgt.

 Saddam Hussein wurde aufgehängt wie ein Vieh und Gaddafi einfach massakriert. Das Vorgehen war eine deutliche Botschaft an die arabisch-muslimische Welt. Wir killen jeden, der sich uns in die Weg stellt. Es war ein unmissverständliches Signal, die Spirale der Gewalt immer weiter ins Extreme zu drehen.

Was war da mit den Menschenrechten, der Gleichheit aller Individuen und mit Respekt vor allem Leben?  

All das wurden von den Massenmedien kritiklos hingenommen, teilweise sogar bejubelt und gefeiert. Selbst das akademische Lager hat darauf mit Dysphemismus geantwortet. Errungenschaften, die uns als moderne Zivilisation mit Stolz erfüllen, wie die Unschuldsvermutung bis das Gegenteil bewiesen ist, die Gleichheit aller Menschen vor dem Recht, die Autonomie fremder Staaten, die Wahrung der Bürgerrechte  - All das wurde von den Regierungen mit den Füßen getreten  und unsere westliche Gesellschaft wieder auf die moralische Stufe des Mittelalters zurückversetzt.  Der Kampf gegen den Terror erinnert an die Zeiten des Faustrechts und der Blutrache.  

 

5.2 Die Lüge als Lebensraum

Wie kann es sein, dass sich Politiker hinstellen und vor Millionen Zusehern lügen, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken?  Wie kann es sein, dass Bush dem irakischen Volk Friede und Freiheit verspricht[xciii], während er genau weiß, dass Millionen sterben müssen und das Land im völligen Chaos versinken wird. Wie können Individuen derartig verlogen sein? Sind das gewissenlose Zombies mit  reptiloider Aura?

Was für den naiven Normalbürger völlig unvorstellbar ist, das ist ein natürlicher Charakterzug dieser Individuen, weil ihre gesamtes System auf der Lüge basiert. Sie sind täglich von Heuchelei umgeben, das ist ihr natürlicher Lebensraum. Wenn der Feind täuscht und mordet, dann sieht man es irgendwann als gerechtfertigt an, zu denselben Methoden zu greifen. Die Akteure sind nicht notwendigerweise von Grund auf böse oder Angehörige einer Verschwörung. Sie glauben häufig im Interesse der eigenen Bevölkerung zu  handeln. Sie glauben ihre Schandtaten seien legitim, weil sie einen höheren patriotischen  Zweck erfüllen und der Nation dienen. 

 

5.3 Puppenspieler des Teufels

Anderen fehlt einfach jegliche Form des empathischen Einfühlungsvermögens. Globalstrategen wie Brzezinski  abstrahieren humanitäres Leid und sehen die Welt lediglich als großes Schachbrett (The Grand Chessboard).  Für solche Strategen handelt es sich nicht um Menschenleben, sondern um Spielfiguren.  Kriegstote sind lediglich Bauernopfer, mit denen der König seine Strategie  auf dem Brett vollzieht. 185 Millionen Kriegstote umfassen die Bauernopfer der Schachpartien im 20. Jahrhundert[xciv]. Wer in solchen Kategorien denkt, für den zählen eine Million Tote mehr oder weniger nicht. Deshalb gibt es moralisch keinerlei Bedenken mehr, durch gefälschte Beweise für Massenvernichtungswaffen im Irak  einzumarschieren und die Spielfiguren dort auszumerzen . Aus dieser Sichtweise sind 1400 Giftgas Tote nicht eine menschliche Katastrophe, sondern ein Spielzug, mit dem die Falle zuschnappt.

Deshalb kann Brzezinski auch ganz offen damit umgehen, ohne dass Dämonen sein Gewissen plagen.  Er kann zugeben, dass die Taliban ein Produkt des amerikanischen und pakistanischen Geheimdienstes  sind, ohne mit der Wimper zu zucken. In einem Interview  der Zeitung  "Le Nouvel Observateur"  verkündete Brzezinski stolz, dass entgegen der Geschichtsschreibung,  Amerika die islamistischen Kämpfer in Afghanistan nicht erst nach dem russischen Einmarsch unterstützt hat. Stattdessen hat die amerikanische Ausbildung der Taliban am 3. Juli 1979 begonnen, danach wurden sie nach Afghanistan geschickt, um die dortige Regierung mit Terroroperationen zu destabilisieren. Russland sei in die Falle getappt und hat mit dem kostspieligen Krieg gegen Afghanistan seine Position als Supermacht verloren. Mit diesem Schachzug brüstet sich Brzezinski, den Russen ihr Vietnam geliefert zu haben, was letztendlich den Kommunismus zu Fall gebracht hat. Es gibt Schätzungen vom Russland-Afghanistan Krieg mit 2 Mio. Zivilopfern, 3 Mio. Verwundeten und 5 Mio. Flüchtigen. Nur aufgrund der amerikanischen Hilfe, konnten die Taliban in Afghanistan die Macht übernehmen. Nach 9/11 wurden die einstigen Verbündeten wieder als Kriegsgrund verwendet.  Das sind die perversen Spielzüge auf dem globalen Schachbrett der Macht.

Auf diesem Schachbrett ist Terrorismus eine beliebte Spielstrategie. Amerika hat den Kommunismus letztendlich mit dem Werkzeug des Terrorismus zu Fall gebracht. Seit dem 2. Weltkrieg wurde er als Standardwaffe benutzt, um innenpolitische und außenpolitische Ziele zu erreichen. Staatsterror und False Flag Operationen waren  ein wesentlicher Bestandteil der westlichen Politik. Doch wir tendieren dazu, solche historische Fakten aus unseren Gehirnen zu streichen, um das festgesetzte Weltbild unserer hochmoralischen Zivilisation verteidigen zu können.  Und solange es schattenhaften Figuren wie Brzezinski erlaubt wird, die U.S. Außenpolitik maßgeblich zu beeinflussen, wird der Westen weiterhin als  Monster im Schafspelz agieren. Es wird den anti-westlichen Hass der Unterdrückten weiter schnüren.

Brzezinski's Fähigkeiten als dämonischer Puppenspieler sind erstaunlich. Anhänger sehen ihn als brillanten Analytiker, der uns die notwendige Härte realer Außenpolitik klar macht. Dieser globale Machtpoker sei zwar grausam, aber notwendig. Selbst Experten feiern seine Bücher wie "The Grand Chessboard"  als Meisterleistung der Geostrategie und erkennen nicht, dass es eine  versteckte Anleitung zum Massenmord und zur Errichtung eines totalitären Polizeistaates enthält.

Denn  der Vorwand, die Welt würde ohne der Führung Amerikas im völligem Chaos versinken, rechtfertigt  es letztendlich, Oppositionsbemühungen mit allen verfügbaren Mitteln zu unterdrücken. Führt man diese Logik zu Ende, heißt das Diktatur mit Gewalt, sowohl gegenüber der eigenen, als auch gegenüber der ausländischen Bevölkerung.  Es führt zur Herrschaft einer Elite und zur Ausbeutung und Unterdrückung der Masse.

Seine Kaltblütigkeit zeigt sich auch bei der strategischen Einschätzung anderer Länder. Er teilt die Welt unterhalb von Amerika in verbündete Staaten und feindliche Banditenstaaten auf. Die Vasallenstaaten, so bezeichnet Brzezinski  Verbündete wie Deutschland, sollten sich unterordnen und Amerika bei ihrer Rolle als Weltmacht dienen. Die Banditenstaaten müssen an ihrem Zusammenschluss gehindert werden, sodass sie keine starke Opposition bilden können.  Der Demokratie steht er zynisch gegenüber und sieht sie als Staffage, die lediglich die wahren Machtverhältnisse verschleiert. Das wahre Zentrum der Macht sei Washington und dort werde der Machtpoker nach amerikanischen Regeln gespielt.Wenngleich es Brzezinski nicht ausspricht, wissen wir, was dieses amerikanische Regelwerk zu bedeuten hat.

Je weiter sich Amerika zu einer multikulturellen Nation entwickelt, desto schwieriger wird es einen außenpolitischen Konsens zu finden, außer eine übermächtige Gefahr würde von außen wirken, so Brzezinski.  Ähnlich wie die PNAC Organisation im  RAD Papier  ein neues Pearl Harbor forderte, betonte Brzezinski  im Jahr 1997, dass Amerika zur Durchsetzung seiner Imperialpolitik eine globale Bedrohung benötigt:  "Moreover, as America becomes an increasingly multi-cultural society, it may find it more difficult to fashion a consensus on foreign policy issues, except in the circumstance of a truly massive and widely perceived direct external threat."  

In "Between Two Ages: America's Role in the Technotronic Era" wurde die Emergenz der heutigen Informationsgesellschaft vorhergesagt, die damals als technotronisch bezeichnet wurde. Sie würde es einer  Elite ermöglichen, die Masse auf Basis wissenschaftlicher Überlegenheit und jenseits traditioneller Werte  zu beherrschen.  Die Elite könne völlige Kontrolle und lückenlose Überwachung  ausüben:  “Another threat, less overt but no less basic, confronts liberal democracy. More directly linked to the impact of technology, it involves the gradual appearance of a more controlled and directed society. Such a society would be dominated by an elite whose claim to political power would rest on allegedly superior scientific knowhow. Unhindered by the restraints of traditional liberal values, this elite would not hesitate to achieve its political ends by using the latest modern techniques for influencing public behavior and keeping society under close surveillance and control. Under such circumstances, the scientific and technological momentum of the country would not be reversed but would actually feed on the situation it exploits.

Persisting social crisis, the emergence of a charismatic personality, and the exploitation of mass media to obtain public confidence would be the steppingstones in the piecemeal transformation of the United States into a highly controlled society.”  

Brzeinski fährt über  die Manipulation der Massen fort: "In the technotronic society the trend would seem to be towards the aggregation of the individual support of millions of uncoordinated citizens, easily within the reach of magnetic and attractive personalities effectively exploiting the latest communications techniques to manipulate emotions and control reason."

Seine Bücher stellen der  Welt unter amerikanischer Flagge Wohlstand, Friede und Freiheit in Aussicht. Ähnlich wie die Neocons, verpackt er seinen Imperialismus hinter Pax Americana. Amerika als internationale Sicherheitspolizei, funktioniere besser als der  Völkerrat, der in Sachen Menschenrechtsverteidigung versagt hat. Die Neue Weltordnung  soll als Garant für Globalen Frieden dienen und Amerikas Weltherrschaft rechtfertigen.

So kann nur ein Irrer denken. Letztendlich handelt es sich um denselben faschistoiden Kauderwelsch, den auch all die anderen Weltenherrscher vor ihm brachten. Nur die Farbe der Verpackung ist eine andere. 

Nach 2001 sah Brzezinski  seinen imperialistischen Plan als gescheitert an, weil die tatsächliche Umsetzung mangelhaft war.  Im Buch "Second Chance " gestand  er ein, dass der neokonservative Plan der Besetzung von Nahost Ländern gescheitert ist. Dennoch sah er die unipolare Welt noch immer im Bereich des Möglichen[xcv].  In seinem letzten Buch "Strategic Vision" diskutierte er das politische Erwachen der Weltbevölkerung, die eine Neubewertung der amerikanischen Außenpolitik notwendig mache[xcvi].

Heute warnt  Brzezinski verstärkt vor dem politische Erwachen der Welt aufgrund der neuen Medien. Dadurch wird die Repression und Manipulation der Masse schwieriger und die Machtelite daran gehindert,  Krieg zu führen[xcvii].  Er schlägt Alarm, dass die Elite die Kontrolle verliert, hinterlässt aber zugleich Hinweise auf Lösungsvorschläge . Denn heute, so Brzezinski, ist es einfacher eine Million zu töten, als eine Million zu kontrollieren.

 

5.4  Illusion der Hochmoral

Das System der indirekten (hierarchischen) Demokratie und der vorgetäuschten Hochmoral erschafft nach außen hin eine Fassade der Scheinheiligkeit und einen geheimen Untergrund, über den niemand reden will und darf. Für die westliche Gesellschaft funktioniert in diesem zweigeteilten Moralkosmos, das Prinzip der Arbeitsteilung bislang perfekt.

All die Globalstrategen, Hardliner, Nationalisten, verkappten Patrioten, Gewalttäter und Perversen dürfen im Auftrag des Militärs und der Geheimdienste legitim morden und im Verborgenen die Drecksarbeit erledigen, zu der sonst moralisch niemand im Stande wäre. Geldgeile Industrielle dürfen weiterhin Waffen produzieren und korrupten Politiker weiterhin ihre Lügen verbreiten. Die soziopathischen Systembanken dürfen das Ganze weiterhin finanzieren. Und das alles im Interesse der eigenen Bürger.

Nach außen hin bleibt die Fassade der westlichen Hochmoral aufrecht. Deshalb dürfen die naiven Bürger weiterhin darauf vertrauen, dass ihre Volksvertreter Gutes tun. Sie können ohne große Ablenkung ihrer ehrlichen Arbeit nachgehen, und guten Gewissens in ihrer Lifestyle-Entertainment Welt leben. Kommen doch unangenehme Wahrheiten ans Licht, werden die politischen Entscheidungsträger dafür verantwortlich gemacht. Selbst bleibt man schuldlos.

All die Soziologieprofessoren, Völkerrechtsexperten, Ökonomen und Philosophen dürfen weiterhin in ihrer perfekten theoretischen Welt leben und den Westen als das Maß aller Dinge sehen. Das intellektuelle Spektrum darf sich als Verteidiger der Menschenrechte fühlen und sich als moralische Autorität inszenieren. Die Universitäten bleiben sauber. Sobald sich Schmutz vor der westlichen Haustüre sammelt, wird er schnell beiseite gekehrt. 

Jeder ist zufrieden und darf in seiner perfekten Illusion weiterleben.

 

5.5 Moralstufen und Nahost Konflikt

In den Handlungen und Denkweisen der Individuen rund um den Nahost Konflikt sehen wir die Unterschiede zwischen präkonventioneller Moral , konventioneller Moral (egozentriert- nationalistisch) und postkonventioneller Moral (universalzentrisch). (Siehe dazu Moralverhalen und globale Krisen)  

Präkonvenentionelle-mythologische Moral tötet für den eigenen Gott und sieht  grauenhafte Handlungen dafür als gerechtfertigt an. Die Vernichtung aller Ungläubigen geschieht im Auftrag des Guten. Präkonventionell- materialistische  Moral sieht das Gute im persönlichen Nutzenmaximum. Dafür nimmt es das Leid aller anderen in Kauf. Konventionelle-nationalistische Moral sieht das Gute in der Nation und handelt im Interesse der Familie und Mitbürger. Dafür nimmt es Gräueltaten an der Menschheit in Kauf oder verdrängt sie einfach als nicht existent. Postkonventionell orange[xcviii] Moral sieht das Gute in der Verteidigung der Menschenrechte und handelt im Interesse der gesamten Menschheit. Dafür nimmt es den "Kollateralschaden" einiger Zivilopfer in Kauf. Das Problem ist hier, dass wenn man zufälligerweise amerikanischer Präsident ist und über die größte Streitmacht der Erde verfügt, kann man auf postkonventionell-orange zwar  die  Absicht haben Gutes zu tun, aber unbeabsichtigt einen Weltkrieg auslösen.  

Erst postkonventionelle postorange Moral stellt einen gefestigten Kontakt zu transpersonalen [xcix] Interpretationsschemen der Wirklichkeit her und erkennt die Verbundenheit aller Manifestationen. Gewalt ist dann nicht mehr verfügbar[c].

Im Nahost Drama prallen all diese verschiedenen Weltbilder und Moralstufen aufeinander und erschüttern unsere globalisierte Welt. Sie kreieren einen Wirrwarr an Werten, Meinungen, Motiven und Handlungen, weshalb eine politische Lösung überhaupt nicht in Sicht scheint.

Letztendlich wird sich die Bewusstseinsevolution ihren Weg bahnen müssen. Entweder indem sie die Differenzen zwischen den westlichen und nahöstlichen Wertesphären verringert, und eine Annäherung der Motive schafft (z.B.Schwerpunkt der arabisch-muslimische Welt säkularisiert und alle wollen die orange CocaCola-Lifestyle-Monokultur) oder indem sie die Bewusstseinsstufe des materialistischen Westens auf postorange anhebt und den moralischen Kompass von nationalistisch auf postkonventionell-universal stellt. Dann würde sie zumindest die westlichen Provokationen und destruktiven Interventionen für Öl und Macht aus der Gleichung nehmen. Der Nahe Osten dürfte wieder seinen eigenen evolutionären Strang verfolgen und auf orange-konventionell zusteuern.

Das gleiche könnte gelingen, wenn die westlichen Nationen zwar im orangen System bleiben, ihre Organisationsstruktur jedoch von Hierarchie Pathologien befreien und durch eine heterarchische Öffnung der Gesellschaft, mehr Transparenz und direkte Demokratie erwirken. Dadurch würden es einzelne Machtblöcke und Interessenkreise des Großkapitals zumindest schwieriger haben, die demokratisch-selbstregulativen Mechanismen zugunsten ihrer eigenen Profitmaximierung zu unterwandern. Verbrecherische Aktionen der Geheimdienste und Verschwörungen der Hochfinanz zur Destabilisierung des Nahen Ostens, oder Pläne des militärisch-industriellen Komplexes zur Eröffnung verdeckter Angriffskriege in dieser Region, die lediglich die Profite der Großkapitalisten erhöhen, aber die Wohlfahrt von Millionen Menschen vermindern, würden umso leichter enttarnt werden, je besser sich heterarchische Organisationsstrukturen gegenüber den intransparenten und korrupten Hierarchien durchsetzen. Das Kollektiv würde seine selbstorganisatorischen Fähigkeiten  verstärken, während  nutzenmaximierende Individuen des elitären Kreises an Macht und Einfluss verlieren. All die Obamas und Camerons könnten dann nicht mehr im Alleingang die Welt in Flammen aufgehen lassen, die ganze westliche Zivilisation müsste dafür den Verstand  verlieren[ci].

Niemand kann prognostizieren, wohin sich der Nahe Osten entwickeln wird. Da die Evolution stets über alle Quadranten und alle Ebenen[cii] arbeitet, sehen wir vielleicht eine Mischform verschiedenster Entwicklungen, jedenfalls wird es nur über große Transformationen vonstattengehen. Oder alles läuft schief, die Menschheit regrediert nach dem dritten Weltkrieg wieder zurück auf die Stufe der Jäger und Sammler und versucht das Ganze noch einmal von vorne.

 

"Das genaue Gegenteil, was allgemein geglaubt wird, ist meistens die Wahrheit."  Jean de la Bruyeare

5.6 Die Täuschung der Masse

Als Beobachter ist es fast unmöglich, den Nebel der Lügen zu durchschauen, denn die Systempropaganda seit 2001 errichtet hat. Es ist schwierig zu unterscheiden, was wahr ist und was falsch ist. Wir werden wohl niemals mit Sicherheit erfahren, wer hinter 9/11 steckt, was es mit dem Krieg gegen den Terror auf sich hat, warum Gaddafi getötet wurde und wer die syrischen Rebellen finanziert.   

Sicher ist, dass der Westen Interesse an den Nahost Ressourcen und der politischen Einflussgewinnung hat. Sicher ist, das profitmaximierende Konzerne Interesse haben, dort neue Märkte zu erschließen. Wie weit sie dafür gehen, darüber lässt sich nur spekulieren. Fakt ist auch, dass  eine Vielzahl von westlichen Geheimdienstverbrechen dokumentiert sind und Amerika eine Reihe von False Flag Aktionen auf seinem Konto hat, mit denen Kriege angezettelt wurden. Das alleine erlaubt jetzt kein Urteil in Bezug auf Syrien und Iran, nötigt aber zur Skepsis.

Seit Sun Tzu ist Täuschung das Fundament der Kriegsstrategie. Er schreibt dazu: "Die Kriegskunst beruht auf Täuschung. Es ist von höchster Wichtigkeit, dass die Strategien unergründlich und in ihrer Form verborgen bleiben. Nur wenn die Bewegung unerwartet kommt, ist es unmöglich auf sie vorbereitet zu sein. Der weise Krieger verbirgt sich in Unergründlichkeit. Während wir unsere Kräfte nutzen, sollten wir inaktiv wirken. Sind wir nahe, sollten wir beim Feind den Eindruck erwecken, wir wären noch fern. Sind wir aber fern, so sollten wir ihn glauben lassen, wir wären nahe. Lege Köder um den Feind zu verlocken. Täusche Unordnung vor und schlage dann zu. Greife ihn an, wo er unvorbereitet ist, erscheine, wo du nicht erwartet wirst."

Es wäre absurd, wenn das Pentagon und die NATO ihre Kriegspläne in die Massenmedien tragen würden. Natürlich sind die meisten offiziellen Statements des Pentagons Falschmeldungen oder bewusste Propaganda. Es ist wie an der Börse. Die Masse muss immer falsch liegen und in Unkenntnis verharren. Um es mit den Worten von Samuel Huntington zu sagen:"Die Macht muss im Dunkeln bleiben. Wenn man sie ins Licht zerrt, dann löst sie sich auf – sie verdampft ganz einfach. Wer an der Macht bleiben will, der muss dafür sorgen, dass der Bürger nicht erfährt, was sie mit ihm macht."  Zum Glück der Systemadministratoren nimmt die Masse die Lüge gerne an, weil unter der Wahrheit ihr gesamtes Weltbild in sich zusammenbrechen würde. Sie würde den Schmutz nicht ertragen und das gesamte orange System unter der Schande begraben.

Wir können die Wahrheit nicht mit Sicherheit beweisen, aber wir können den Grad der Manipulationen bestimmen, dem wir uns hingeben. Am Ende bleibt nur die Frage:  cui bono? Welche Motive existieren  und wer profitiert von den Ereignissen?  Hier trifft man vor allem auf enge Kreise des Großkapitals, die sich an der Hierarchiespitze von Hochfinanz und Wirtschaftselite konzentrieren, auf korrupte Politiker und mächtige Familien, die im Hintergrund  Kapitalflüsse zwischen Amerika, Saudi Arabien und einer Handvoll anderer Länder kontrollieren. Alle anderen gehören im Grunde zu den Verlieren. Der westliche Bürger dürfte davon marginal profitieren. Sein ökonomischer Gewinn steht in keinem Verhältnis zu den seelischen und "karmischen" Kosten. Vielleicht entstehen dadurch Arbeitsplätze in der Öl und Rüstungsindustrie, vielleicht retten wir mit imperialistischen Strategien  1% BIP Wachstum. Und dafür opfern wir unsere Menschlichkeit und Würde? Womöglich würde der westlichen Zivilisation eine glücklichere Zukunft offen stehen, wenn das Petrodollar System kollabieren würde und damit die gesamte Weltwirtschaft eine Neuordnung erfahren könnte. 

Auf der Welt herrscht schon lange kein ideologischer Krieg mehr zwischen Christ und Muslim, schwarz und weiß,  West und Ost, Kapitalist und Kommunist,  arm und reich. Ja, es gibt diese Konflikte, aber wir können sie durch Dialog lösen. Es stimmt, die Ressourcen werden knapper, aber die Menschheit kann dem Mangel mit  Kooperation und ökonomischen Innovationen entgegenwirken. Der Großteil der Menschheit will Frieden und sehnt sich nach einem Leben in Harmonie. Die Masse der europäischen und amerikanischen Bevölkerung bildet da keine Ausnahme. Was die meisten Menschen wollen, ist ein Mindestmaß an Gerechtigkeit im ökonomischen und sozialen System. Aber genau das bricht zur Zeit völlig auseinander.  

Kriege werden nie zwischen Menschen, sondern zwischen Staaten geführt. Staaten, egal ob demokratisch oder autoritär, werden immer von einer Elite kontrolliert. Es ist diese Elite, die vom Krieg profitiert und die Masse der Menschen, die darunter leidet. Und die heutige Elite ist profitbesessener und skrupelloser als je zuvor[ciii]. Sie ist es häufig, die das Massenbewusstsein manipuliert und Hass schürt. 

Dafür greift sie auf sämtliche Mittel der Repression und Täuschung zurück, von Angstkampagnen, Überwachung, Zensur, Propaganda und inszeniertem Staatsterrorismus bis hin zu Massenmord unter falscher Flagge. Das nimmt die Bürger nicht aus ihrer moralischen Verpflichtung heraus. In einer Demokratie zählt das Teilungsprinzip der Verantwortung und solange die Bevölkerung bereitwillig den Lügen ihrer Regierung glaubt und  die Kriegstrommel mit schlägt, trägt sie genauso Schuld, wie die Verursacher. 

Die Menschen von heute nehmen die Lüge gerne an, denn die hedonistische Verdichtung im orangen Programm[civ] zwingt sie förmlich dazu. Die Gesellschaft  preist  den inneren Wert einer Person lediglich am Erfolg kapitalistischer Ideale. Nur durch äußere Symbole kommuniziert das Individuum kapitalistischen Erfolg, Leistungsfähigkeit und Überlegenheit gegenüber der Konkurrenz. Das ist Grundvoraussetzung, um im materialistisch-kapitalistischen Apparat überhaupt ernst genommen zu werden.  Alle anderen erlangen in der Maschinerie keine Notiz und sind nicht existent.

Damit kann nur noch wahrhaft existieren, wer hart ist, skrupellos gegenüber der Konkurrenz agiert, rund um die Uhr schuftet und das System nicht in Frage stellt. Man Vertraut den Versprechungen des Materialismus, dass im Wunderland[cv] die Erlösung wartet. Die Pathologien des orangen Systems werden selbst dann noch vertuscht und ignoriert, wenn sie als Krebsgeschwür schon das gesamte Konstrukt überwuchern.[cvi]

Je weiter die rationale Bewusstseinsevolution voranschreitet, desto sinnloser erscheint die Existenz im randomisierten Weltbild des materialistischen Universums. Je stärker das Individuum  an der Sinnlosigkeit des Ödlandes[cvii] verzweifelt, desto intensiver muss es sich  der Magie des Wunderlandes hingeben, um die Leere der Existenz zu vergessen. Die Ödland Wunderland Schizophrenie intensiviert sich immer weiter und erschafft im Kopf ein Karussell des Irrsinns. Die Konsequenz: Auf dem Höhepunkt der Verwirrung vertraut das kritiklose Individuum einzig und allein den Wunderland Ikonen [cviii].   

Uns umgibt ein Gespinst aus ökonomischen, politischen[cix] und sogar wissenschaftlichen[cx] Lügen. Das Individuum hatte noch nie eine größere Chance, um aus der Maya zu erwachen, weil die Konstruktionsfehler des orangen Programms noch nie offensichtlicher waren. Ihre extreme Verdichtung würde sogar  eine kollektive Transformation der Gesellschaft ermöglichen. Sollten wir in der Endzeit des orangen Programms leben, wird das Netz aus Lügen immer größere Risse erfahren.     

 

5.7 Chancen der Bewusstseinsevolution

Letztendlich geht es nicht darum, wer hinter 9/11 steckt, ob außerirdische Intelligenzen, Freimaurer  oder Illuminati an unserem Schicksal beteiligt sind und all die anderen Verschwörungstheorien. Es geht darum, wie der Westen auf die Ereignisse reagiert hat, nämlich mit Gewalt und Krieg. Es geht darum, dass Millionen gestorben sind, dass der Faschismus gestärkt wurde und die totale Überwachung und Kontrolle Einzug gehalten haben.  

Was zählt ist, wie wir diese Ereignisse auf unsere Bewusstseinsevolution wirken lassen und daraus Fortschritte für die Moralentwicklung erzielen. Ob wir nach all dem Leid uns endlich bereit erklären, den Geist  für die Wahrheit der Existenz zu öffnen.

Denn letztendlich sind wir alle Opfer derselben Illusion(Maya), die das Bewusstsein in Spaltung und Trennung gefangen hält. Dahinter sind alle Manifestationen miteinander verbunden. Ob Iraker  oder Amerikaner, Muslim oder Christ, Bin Laden oder Obama - Wir sind alle Menschen und teilen uns diese Erde. Wir haben alle denselben Ursprung und gehen alle in das Mysterium des Todes ein. Wir alle zerfallen eines Tages zu Staub, um im ewigen Reigen von Manifestation und Transformation zu tanzen.  Angesichts dieser Größe, welchen Sinn haben da Öl und Macht, Gewalt und Krieg?

 

5.8 Was schulden wir dem syrischen Volk?

Doch was hat das syrische Volk von Worten? Wie können wir sein Leid lindern? Mit noch mehr Bomben, die wir über den Köpfen abwerfen? Sollen wir noch mehr Gewalt, Krieg und Tod in das Land bringen? Das syrische Volk wird vom westlichen Kriegsbeitritt nicht profitieren, sondern nur weitere Verluste einfahren. Assad besitzt Unmengen von Giftgas, die nicht schlagartig zerstört werden können. Er wird durch ein paar Cruise Missiles nicht aufgeben und nach intensiven, westlichen Eingriffen den Druck auf Aufständische erhöhen. Russland wird ihm womöglich, um das bipolare Machverhältnis der Welt aufrecht zu erhalten, weiter beistehen. Das hat sich der Westen aufgrund seiner Feldzüge in Afghanistan, Irak und Lybien, mit denen Russland immer weiter in die Enge getrieben wurde, wohl selbst zuzuschreiben.

Nein, wir schulden dem syrischen Volk nicht noch mehr Bomben, zumindest nicht, bis die Völkergemeinde dafür stimmt. Wir schulden ihnen unentwegte Friedensbemühungen, Dialog, humanitäre Hilfe und die Aufnahme von Flüchtigen. Doch das Mindeste, dass wir den Menschen schulden, ist, dass wir nicht aufgrund von 5 Minuten Abendnachrichten unser Weltbild formen und nicht aufgrund der westlichen Kriegspropaganda über ihr Schicksal urteilen. Das Mindeste, das wir zu tun haben, ist, unsere Regierungen kritisch zu prüfen und als aufgeklärte Bürger die weltpolitischen Ereignisse zu hinterfragen. Solange in uns selbst nicht der letzte Zweifel ausgeräumt ist, dass westliche Regierungen diesen Konflikt gezielt angeheizt haben, sind wir aufgefordert, die Ereignisse kritisch zu beobachten. Sonst tragen wir an der Tragödie mit Schuld. Oder wurden wir durch Ignoranz und Schweigen vor langer Zeit zu Mitverschwörern und haben bereits all das Blut an den Händen? Werden uns zukünftige Generationen ohnehin als Bestien richten?

Eines muss klar sein: Sollte der Krieg gegen den Terror und das arabische Frühlingschaos in Lybien und Syrien als verdeckter Imperialismus geplant worden sein und das gesamte Lug und Trug System eines Tages in sich zusammenfallen, wird eine, in der Geschichte beispiellose Mordmaschinerie aufgedeckt. Dann kommen nicht nur Bush und Obama vor das Kriegsgericht, sondern fast die gesamte westliche Zivilisation muss nach Den Haag.  

 

 

 



[ii] Diese Szene war ein entscheidender Wendepunkt, um die amerikanische Bevölkerung für einen notwendigen Krieg gegen das Hussain Regime zu gewinnen. Wie sich herausstellte , war sie komplett inszeniert.  http://www.youtube.com/watch?v=Fv28_q98Xe8

http://de.wikipedia.org/wiki/Brutkastenl%C3%BCge

[iii] Powell hat der Uno gefälschte Beweise für Massenvernichtungswaffen im Irak vorgelegt. Die Waffen wurden nie gefunden. http://www.youtube.com/watch?v=IYBA9JD5oW4

[x] Mehr Amerikaner sind auf Essensrationierungen angewiesen, als im gesamten Privatsektor Vollzeit beschäftigt sind

http://www.humanevents.com/2013/07/09/food-stamp-nation-is-now-larger-than-the-private-sector-workforce/

[xv] Man beachte: Die Befürworter eines Militärschlages gegen Syrien ohne UNO Mandat argumentieren  fast ausnahmslos, wie besonders schrecklich C Waffen in Vergleich zu anderen Waffen sind. Fast immer fallen Verben wie unfassbar, grauenhaft und schockierend. Die 100.000 Opfer, die zuvor teilweise bestialisch abgeschlachtet wurden, hatte ihre Aufmerksamkeit jedoch kaum erregt.

[xvi]Die Rote Linie wird damit  nicht zur zu einem Symbol dafür, dass die vorgetäuschte Hochmoral des Westens  einen deutlichen Trennstrich zwischen individueller Nutzenmaximierung und heuchlerischer Wahrung der Menschenrechte zieht, sondern wird zu einem objektiven Messkriterium , was unsere westliche  Zivilisation von den Kriegsverbrechern trennt, und was Gut von Böse unterscheidet. Wann immer eine solche willkürliche Trennlinie gezogen wird, ist es ein leichtes, Mord im Namen des Weltfriedens und der Menschenrechtsverteidigung zu legitimieren.

[xxii] Z.B. zionistische Verschwörungstheorien. Vor allem Amerika sei angeblich eine Scheindemokratie, in Wahrheit stehe das Land unter der Fremdherrschaft ausländischer, kapitalstarker Mächte, die  Einfluss auf die Großbanken und die FED ausüben. Für Amerika wiederum seien diese Kontakte das ideale Fenster zu Nahost, um dort die imperialistischen Interessen durchsetzen zu können. Die Partner wiederum würden angeblich von der Kriegsmaschinerie Amerikas profitieren und dessen Status als internationale Sicherheitspolizei nutzen, um die Herrschaft über Palästina zu erlangen.  

http://www.amazon.de/Die-Israel-Lobby-amerikanische-Au%C3%9Fenpolitik-beeinflusst/dp/3593383772/ref=pd_sim_b_3

http://www.amazon.de/Antisemitismus-als-politische-Waffe-Geschichte/dp/3492048617/ref=pd_cp_b_1

http://www.amazon.de/Knecht-beispiellose-Verh%C3%A4ltnis-zwischen-Israel/dp/3889751431/ref=pd_sim_b_18

http://www.amazon.de/Iran-falsche-Krieg-Zukunft-verspielt/dp/3406640265/ref=pd_sim_b_4

http://www.matthiaskuentzel.de/contents/michael-lueders-und-die-reichen-new-yorker-juden

Weitere Verschwörungstheorien, die in die anti-imperialistischen und amerikafeindliche Denkweisen hineinspielen betreffen die Eurokrise. Diese wurde angeblich von Übersee gezündet (z.B. Goldman Sachs Derivate für Griechenlandpleite, korrupte U.S Ratingagenturen usw.).  Die Eurokrise wird von einer kapitalstarken Elite zur Machtzentralisierung genutzt, um faschistische Strukturen zu erschaffen. Dies gelinge durch die Hintertür, wie über ESM und in weiterer Folge Eurobonds, bis die Entwicklung  zur EUDSSR unumkehrbar sei.

Andere Verschwörungstheoretiker spekulieren, dass der totale Systemzusammenbruch geplant sei um ein globales Machtzentrum zu erschaffen. Dieser soll eine Weltregierung hervorbringen, der es der Elite ermögliche durch die zentralisierte Macht  den gesamten Globus zu beherrschen. Andere sprechen von einem geplanten dritten Weltkrieg, der die Weltbevölkerung enorm reduzieren  und die Kontrolle über die verbleibende Menschheit erleichtern soll.

All diese Sichtweisen tragen dazu bei, US Feindbilder aufzubauen und stärken den anti-imperialistischen Widerstand.

[xxxv] Christopher Hitchens erhob die Vorwürfe in "Die Akte Kissinger"

[xlix] "Further, the process of transformation, even if it brings revolutionary change, is likely to be a long one, absent some catastrophic and catalyzing event – like a new Pearl Harbor." (Seite 51)

[lvi]  Der Vorwurf lautet, dass  kein Land  Amerika  angegriffen hat, noch jemals eine Kriegserklärung abgegeben wurde. Die US Geheimdienste und die Regierung hatten im Vorfeld sogar Informationen über bevorstehende Anschläge. Die US Regierung ließ die Anschläge ohne Gegenmaßnahmen geschehen. Dennoch erklärte Amerika, es wurde kriegerisch von Afghanistan aus angegriffen, weil die dortige Taliban Regierung den Terroristen angeblich Unterschlupf bieten würde. Der NATO Rat hatte bereits einen Tag nach 9/11 erklärt, dass der Angriff auf ein NATO Land erfolgt ist.  Der NATO Bündnisfall wurde erstmals in der Geschichte ausgerufen, womit alle Mitgliedsländer schlagartig im Kriegszustand waren.  Damit habe Amerika den gesamten Westen in den Krieg gegen einen nicht existenten Feind gehetzt.  

[lxxxviii] Beschäftigt man sich mit der alten Literatur des Nahen Osten, zeigt sich ein reichhaltiges kulturelles und geistiges Erbe. Mystischen Strömungen wie der Sufismus beinhalten sogar  tief spirituelles Wissen, das sich in die Erkenntnisse der  Philosophia Perennis einreiht und selbst der modernen Bewusstseinsforschung stand hält.

[xc] Hilary Clinton hat 2009 verkündet, der Begriff Krieg gegen den Terror würde in Zukunft nicht mehr verwendet werden

[xcii] Es geht nicht nur um die Menschenrechte, es sprechen viele Gründe für eine Verhaftung.  Alleine aus sicherheitstechnischen Gründen wäre eine Ergreifung hilfreich gewesen, um mehr über die Arbeitsweisen des Terrornetzwerks zu erfahren. Sie hätte auch genutzt werden können, um mit al-Qaida in Dialog zu treten und einen Friedensprozess zu starten. Die Art und Weise, wie man Bin Laden verschwinden lies, führt zum Verdacht, dass ein öffentlicher Prozess unangenehme Wahrheiten ans Licht gebracht hätte und nicht für alle Beteiligten wünschenswert gewesen wäre.  

[xciv] Nach einer Schätzung von Brzezinski

[c] Für den militärisch-industriellen Komplex sind postorange Bürger gefährlicher als gegnerische Nuklearsprengköpfe, weil sie die Existenz des gesamten Militärapparats bedrohen. Aus postoranger Sicht werdenWaffen unnötig, weil Gewalt keine Option mehr ist. Solche Gesellschaften organisieren sich nicht mehr auf Basis von Androhung, Einschüchterung, Angst und Gewalt, sondern durch Dialog. Je mehr Individuen sich vom atomistisch-materialistischen Kosmos befreien, desto stärker muss der Militärkomplex seine  Bedrohungsszenarien atmosphärisch verdichten. Je weiter die Bewusstseinsevolution voranschreitet, desto mehr muss der Staat seine Bürger mit Terror verängstigen, einschüchtern  und unterdrücken. Nur so kann er die Mordmaschinerie des Militärs noch rechtfertigen. 

[cii]Siehe 4-Quadranten Modell bei Ken Wilber

[ciii] Die Rede ist vom kollektiven Schwerpunkt. Natürlich gibt es auch einzelne Machtträger an der Spitze der Hierarchie, die universale Moralprinzipien vertreten. Aber die Mehrheit macht deutlich, dass individuelle Profitmaximierung um jeden Preis an das erste Ziel ist.

[cvi] In der Endzeit des Kapitalismus drückt die Zinslast so stark auf den Rücken der Arbeiter, dass sie sich an jeden Hoffnungs-Grashalm  aufzurichten versuchen, der  im Wunderland wächst. Man glaubt es immer noch schaffen zu können und arbeitet härter als je zuvor. Doch die Versuche sind zum Scheitert verurteilt. Die Arbeiter (Schuldner) können die Zinserträge der Kapitalisten durch realwirtschaftliche Produktion nur  mit immer größerer Mühe erarbeiten. Profite wandern nach oben,  die Realeinkommen sinken und die Vermögensverteilung wird  immer extremer. Das Ponzi Scheme des Fiat Money System droht zu implodieren.  Durch die Fiat-Geld Konstruktion kann das monetäre System mit Liquiditätsausweitung zwar reagieren und die kurzen und langen Zinsen künstlich gegen die Null Linie drücken, um den deflationären Kollaps in die Zukunft zu verlagern.  Doch dieses künstlich erschaffene stabile Ungleichgewicht ist zeitlich begrenzt, weil die Manipulationsinstrumente Limitationen aufweisen.

[cviii] Eine Ikone ist, wer die Ideale des Turbomaterialismus am besten erfüllt: Reiche, Mächte, Schöne, Berühmte. Mit Obama hat man eine gewaltige Ikone erschaffen. Er ist dunkelhäutig  und  U.S Präsident. Das bedeutet, er muss im rassistischen Amerika, besonders hart gearbeitet haben, leistungsfähig, intelligent und erfolgreich sein. Aufgrund seiner Herkunft, vertraut man ihm, dass er tatsächlich für die Menschenrechte einsteht und ein anständiger Kerl ist. Obama ist das Jahrtausendprodukt des orangen Programms, hier hat das System wirklich ganze Arbeit geleistet. Dem durchschnittliche Amerikaner würde es nicht im Traum einfallen, dieser Ikone zu misstrauen. Der Durchschnittsbürger wird den  Lügen sehr lange folgen, womöglich bis in den Tod. 

[cix] Die ökonomischen Lügen sind seit der Finanzkrise 2008 für jeden offensichtlich. Für  viele Menschen sind die politischen Lügen nur noch lächerlich. Trotzdem akzeptieren sie es, dass sie in einer Welt der plakativen Täuschung und Manipulation leben.

[cx] Damit ist nicht die  "kapitalistische Wissenschaft" gemeint, mit all ihren gefälschten Studien für die Profitmaximierung, sondern die grundlegenden wissenschaftlichen Paradigmen an sich. Wissenschaftler, die mit ihrem Weltbild im Materialismus gefangen sind, kommen durch notwendige Werkzeuge wie Reduktionismus und Empirismus zwangsläufig zu Fehlschlüssen. Betroffen sind vor allem die "weichen" Wissenschaften, Soziologie,  Psychologie, Psychiatrie. Aber auch in der "harten" Physik zeichnen sich grundlegende Paradigmenwechsel an. Auf wissenschaftlicher Ebene werden ganze Epochen der menschlichen Entwicklung eine Neuinterpretation erfahren und alte Wissensgebiete neu aufgerollt(z.B. Paläoastronomie, schamanistische und yogistische Traditionen usw.)  

Brennpunkt Syrien

 

Syrien: Zwischen Propaganda, Imperialismus und Systemverfall

 
 
Bereits in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat der einflussreiche Globalstratege Zbigniew Brzezinski die Bedingungen für die amerikanische Weltherrschaft skizziert.  In "The Grand Chessboard" beschreibt er die Zukunft des amerikanischen Imperialsmus auf Basis militärischer Übermacht und kultureller Assimilation. Wirtschaftliche Überlegenheit wird durch global agierende Megakonzerne gesichert. In Anbetracht des Ölfördermaximus muss sich der geostrategische Imperialmsus auf Eurasien konzentrieren.  Nur wer die Kontrolle über Eurasien erlangt, kann die Entwicklung anderer Länder  behindern, und die Vormachtstellung zementieren. Brzezinski machte in der Vergangenheit an zahlreichen Stellen deutlich, dass bei der Umsetzung der Pläne Menschenleben keine Rolle spielen. Auch wenn die Zahl der Kriegstoten in die Millionen geht, auf dem Schachbrett des globalen Machtkampfes zählen sie nur als Bauernopfer.  
 
Das Project for New American Century (PNAC), mit Politgrößen wie Rumsfeld, Cheney und Wolfowitz,  formulierte zur Jahrtausendwende ähnlichen Ziele: Die totale Überlegenheit Amerikas, die Bekämpfung der Konkurrenten wie Russland und China und ökonomische sowie kulturelle Hegemonie. Wichtige Länder auf dem Speißeplan wurden festgelegt: Afghanistan, Irak, Syrien und Iran.  Für die amerikanischen Vorherrschaft sei es notwendig, das Militär enorm aufzurüsten und zu modernisieren.  Der Plan bekam den Namen Rebuilding Americas Defense. Und wie Brzezinski, kam auch das PNAC bereits vor dem 11. September 2001 zum Schluss, dass, um erfolgreich zu sein, der amerikanische Imperialismus ein gewaltiges Trauma, wie ein neues Pearl Harbor, benötigen werde.  Nach dem Kalten Krieg bräuchte man einen neuen Feind. Ohne ihn würde die Transformation des Militärs ein sehr langwieriger Prozess werden, so der damalige Konsens. 
 
Wer  Papiere von Kissinger, Brzezinski und PNAC Mitgliedern wie  Kagan studiert, wird auf die weltpolitischen Ereignisse der letzten 12 Jahre und auch auf die Syrienkrise, vielleicht eine andere Sichtweise erhalten. Zu Beginn mag Wes Clark weiterhelfen: "Wir zerstören 7 Länder in 5 Jahren:  Irak, Lybien, Libanon, Somalia, Sudan, Syrien und Iran."
 
   
 
Syrien: Zwischen Propaganda, Imperialismus und Systemverfall