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Inhalt

  • Make Amerika great again
  • Die vermeintliche Zeitenwende
  • Kognitive Massendissonanz
  • Der pseudointellektuelle Mainstreamer
  • Die beschuldigten Wählerschichten
  • Der verzweifelte Arbeiter
  • Trumps Wunderland
  • Narzissmus, Egomanie und Trickbetrug
  • Der Weg ins Weiße Haus
  • Besessen vom Erfolg
  • Das Verkaufsgenie
  • Meister der persuasiven Kommunikation
  • Der perfekte Staatsstreich
  • Turbo Trumponomics
  • Die letzte Schlacht

Make Amerika great again

Der Traum der Unterdrückten und Vergessenen des neoliberalen Zeitalters ist  wahr geworden. Am Morgen des 9.11.2016 wurde Donald Trump als 45 Präsident Amerikas verkündet.

Im Wahlkampf wurde Trump nicht müde, gegen das kriminelle Establishment zu wettern, das Amerika in den Abgrund geführt hat. Er inszenierte sich als Erlöser, der aufopfernd gegen das übermächtige Bollwerk der Korrupten ankämpft. "Drain the swamp"-  Als Präsident wird er den Sumpf trocken legen. Nichts könnte skurriler und weiter weg von der Wahrheit entfernt sein.

Doch sein Versprechen war ein edles: Amerika wieder zu alter Größe zu führen. Wer könnte sich der Magie dieser Vision entziehen?

Es gibt also endlich wieder Hoffnung. Das unterdrückte Volk hat einen neuen strahlenden Helden im Krieg gegen übermächtige Großkonzerne, pseudomoralische Intellektuelle, verbrecherische Banken, korrupte Politiker, den  verlogenen Medien und hinterhältigen Lobbygruppen.

Die Arbeiterklasse schöpft neue Kraft im Kampf gegen die Globalsten und Großkapitalisten. Es ist wie ein Wunder. Über Nacht hat ein vergessenes und wertlos gewordenes Volk plötzlich eine Stimmte erhalten. Trumps überraschender Sieg ist wie ein Befreiungsschlag der Verlierer der westlichen Turbokapitalismus Gesellschaft. Sie sind wie im Rausch.

Mitten im neoliberal- globalistischen Wirtschaftskrieg um  Profitmaximierung und Effizienzsteigerung hatte sich niemand mehr um ihre Interessen gekümmert. Das politische System hatte sie im täglichen Wahnsinn rund um Erderwärmung, Russlandhetze, Terrorkrieg, Flüchtlingsbewirtung, Wettbewerbssteigerung, Freihandelsverträgen, Schuldenkrisen, Bankenrettungen, Staaten bailouts und quantitativer Lockerung einfach keine Beachtung mehr geschenkt. Mehr noch, es schien, als hätten sich sämtliche Entscheidungsträger am oberen Ende der Machthierarchie gegen die Arbeiterklasse verschworen, um den Verfall der Mittelschicht bewusst voranzutreiben. Demokratie war zu einer Farce geworden, die von den Plutokraten beherrscht wurde.  

Der Kampf gegen dieses übermächtige System schien aussichtslos. Bis zum Ende hin hat sich die westliche Presse mit aller Kraft gegen Trump und seine vermeintlichen Befreiungskampagne gestellt. Die Chancen für seinen Wahlsieg wurden von Medien und Experten um 10% beziffert.

Die Mainstream Medien waren sich ihrer Sache vollkommen sicher. Es bestand kein Zweifel, dass ihre Positionierung gegen Trump auch die öffentliche Meinung wiederspiegeln würde. Sie verstanden sich als  Sprachrohr der neoliberalen Wahrheit, die den progressiven Evolutionspfad der Menschheit verkünden würde. Dieser Weg schien für sie völlig alternativlos. Trump wurde einstimmig als Feind des Fortschritts gesehen. Er stand für alles Dunkle, das wir bereits überwunden hatten.

Egal ob Schauspieler, Künstler oder Intellektuelle, sie alle sahen in Trump einen Spinner, Rassisten, Frauenfeind, Globalisierungsgegner, Populisten und im Extremfall einen neuen Hitler. Die mediale Hetzkampagne gegen Trump war beispiellos. Sogar der deutsche Außenminister Steinmeier schaltete sich ein und nannte Trump einen Hassprediger.

Trumps Sieg würde einen Börsencrash auslösen und Turbulenzen an den Weltmärkten entfachen, so die einstimmige Meinung der Experten. Ein Sieg galt bis zuletzt als völlig undenkbar, denn er würde den Untergang der Welt einleiten.

 

 

Die vermeintliche Zeitenwende

Der Morgen des  09.11.2016 traf viele Menschen weltweit wie ein Blitzschlag. Für seine Anhänger ist Trumps Sieg ein historisches Ereignis, wie der Berliner Mauerfall 27 Jahre zuvor am 09.11.1989.

Der 9.11.2016  ist aus psychologischer Sicht in vielfacher Weise dem 11.09.2001 ähnlich. Er ist  ein Anker im Bewusstsein der Menschen, mit dem Gefühl verbunden: Von nun an wird nichts mehr so sein, wie es einmal war. Ein solches Ereignis wird zu einem markanten Dreh- und Angelpunkt  in unserer gesellschaftlichen Entwicklungsgeschichte.

Trumps Sieg löste ein Weltbeben aus. Teilweise erschien die westliche Gesellschaft wie von einem Trauma getroffen. Die Durchschlagskraft dieses Ereignisses im kollektiven Bewusstsein ist gewaltig.

Mit einem Schlag passen Glaubensvorstellungen über die öffentliche Meinung und Realität überhaupt nicht mehr zusammen. Ein Phänomen, das zu kognitiver Dissonanz führt und umso stärker ist, je größer die Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und Realität ist.

 

 

Kognitive Massendissonanz

 Über Jahre hinweg hat sich der  linksliberale Medien-Mainstream ein Weltbild zusammengebaut, das bis dahin unerschütterlich schien. Sie glaubten daran, ihr westliches Gesellschaftsbild würde auch der tatsächlichen öffentlichen Meinung  entsprechen. Ein Sieg von Trump, der als Luzifer in Person gebrandmarkt wurde, schien in dieser progressiven linksliberalen Welt völlig unmöglich zu sein. 

Die Massenmedien hatten sich in einer  Scheinwelt verirrt und den Bezug zur Realität verloren. Sie haben den Aufladeprozess für eine kognitive Massendissonanz vorbereitet, deren Entladung sich tief ins Gedächtnis der Individuen brennen sollte.  

Mit Trumps Sieg wurde die gedachte Welt aus den Angeln gehoben. Mit einem Schlag läuft die sicher geglaubte Realität Gefahr, wie eine Seifenblase zu zerplatzt. Wenn die eigenen Wahrnehmung mit der vertrauten Realität nicht mehr übereinstimmt, führt das zu Unbehagen, Angst, Orientierungslosigkeit und Verdrängung, bis hin zu Panik. [1]

Das menschliche Gehirn versucht diesen  unangenehmen Zustand zu überwinden, indem es die zwei unterschiedlichen Welten wieder zueinander passend macht. Selbst nach solch einem Schock werden gedachte Weltbilder nicht einfach verworfen, sondern Fakten solange angepasst, bis sie der  eigenen Wahrnehmung entsprechen.  

Am bequemsten ist es, einfache und reduktionistische Erklärungen zu entwerfen. Anhand der Tageszeitungen und  Talkshows lässt sich beobachten, wie sich der Mainstream verzweifelt daran abarbeiten:

Die gängigste Erklärung ist, dass die Amerikaner einfach dumm sind. Trumps Sieg war ein unglücklicher Ausrutscher, aber Amerika werde das schon überleben. Diese Erklärung erspart jedwede weitere Vertiefung in das Thema und erlaubt es dem Individuum unverzüglich seine konsumsüchtigen Gedanken wieder in den Tiefen des orangen Wunderlands zu begraben. 

Die zweitbeliebteste Erklärung unter "Demokraten" scheint zu sein, dass russische Hacker die Wahl manipuliert haben. Putin, der alles Übel dieser Welt symbolisiert, weil er sich weigert der imperialistischen NWO Agenda unter US Führung anzuschließen, sei demnach Schuld an dieser rechtspopulistischen Verschwörung.

Andere orten eine Wiederauferstehung des Rassismus. Der weiße, ungebildete Mann könne es nicht ertragen, dass er kontinuierlich an Bedeutung verliert und Gefahr läuft, zur amerikanischen Minderheit abzusteigen. Trump sei ihre Rache auf den ersten schwarzen Präsidenten der Geschichte. Sobald dieses rassistischen Tendenzen überwunden seien, würden Hetzer wie Trump wieder von der Bildfläche verschwinden. Auch diese Erklärung macht es unnötig, sich mit dem tatsächlichen Zustand der  Welt auseinanderzusetzten.

Dann gibt es da den Protestwähler und Wutbürger der gegen politische Korrektheit, einseitige mediale Berichterstattung oder irgendwelchen anderen Unsinn votet. Michael Moore nannte es das größte Fuck You in der Geschichte des kleinen Mannes.

Zuletzt ist es einfach die Frauenfeindlichkeit. Die passionierte Penishasserin Alice Schwarzer gibt dem weißen abgehängten Mann die Schuld am Ausgang der Wahl. Aus Angst vor der weiblichen Dominanz die eine progressive Clinton gebracht hätte, entschied sich der kleine Weiße lieber für den Misogyn Trump.[2] Keine Sorge Frau Schwarzer, schon 2017 bekommen wir in Frankreich die nächste Gelegenheit, eine Frau als Staatsoberhaupt zu wählen.  

 

 

Der pseudointellektuelle Mainstreamer

Es ist schon erstaunlich: Der durchschnittliche, westliche, neoliberale, pseudointellektuelle Mainstream Medienkonsument lag falsch mit den Kriegen im Kosovo, Irak, Afghanistan, Irak II, Lybien und Syrien.  Unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung und Demokratisierung wurde er von einem Rohstoffkrieg in den nächsten getrieben und hat nebenbei einen globalen Religionskrieg entfacht.

Er lag falsch mit 9/11,  Saudi Arabien, dem Petrodollar System und der Einschätzung, dass der  Pax Americana den Frieden auf der Welt sichern würde.

Er glaubt noch immer, die NWO würde unter westlicher Führung den ultimativen Frieden auf Erden bringen und wettert gegen Nationalstaaten, Grenzen und die Entwicklung des BRICs Bündnis als Gegenpol zur U.S. Hegemonie.

Er lag falsch mit der Einschätzung, dass Liberalisierung und Globalisierung den ultimativen Wohlstand kreieren würden und dadurch die Welt zu einer globalen Friedensgemeinschaft zusammenwachsen würde. 

Er lag falsch mit der Ukraine und bei der Rolle Russlands im globalen Kampf gegen den westlichen Imperialismus. Er hält Russland noch immer für das absolut Böse, weil er das so in den James Bond Filmen gelernt hat und das von Frau Merkel im Spiegel bestätigt wurde. Oder einfach deswegen, weil er Putins Gesicht unsympathisch findet.

Er lag falsch mit der gutmenschlichen Willkommenskultur-Bahnhofsklatscherei und  der willkürlichen Öffnung der Grenzen.

Er lag falsch in der Eurokrise und glaubte Griechenland mit allen Mitteln im Euro Währungssystem zu halten sei eine gute Idee.  

Der pseudointellektuelle Mainstreamer lag falsch beim Brexit, glaubt aber weiterhin felsenfest, dass nur noch mehr EUdssr Zentralisierung die Probleme Europas lösen könne.

Wenn die Realität nicht mehr mit seinem Weltbild übereinstimmt, passt der pseudointellektuelle Mainstreamer die Interpretation der Fakten einfach solange an seine Vorstellungen an, bis sie wieder seinem Realitätsmodell entsprechen. Dadurch bleibt er einem möglichen Lernprozess oder gar einer Bewusstseinsevolution gegenüber völlig immun.

Egal ob Schweinegrippe, TTIP, Gennahrung oder elektromagnetischer Smog, der pseudointellektuelle Mainstreamer lag so ziemlich bei allem falsch, aber er bleibt unumstößlich dabei, dass er diesmal recht hat und sich alle anderen seiner Weisheit fügen müssten. Demokratie ist nur dann intakt, wenn alle anderen seiner Meinung sind. Wer sein Weltbild nicht teilt, ist ein Hinterwäldler, Verschwörungstheoretiker, Rechtspopulisten, Hassprediger oder Nazi. Als moralische Autorität fühlt er sich beauftragt, diese inferioren Elemente der Gesellschaft zu missionieren und schreibt ihnen vor, was sie zu denken haben, wie sie sich fühlen sollten, was sie essen sollten und wen sie gefälligst zu wählen haben.

Weil der pseudointelektuelle Mainstreamer mit Trump eine weitere kognitive Dissonanz epischen Ausmaßes verarbeiten muss, die sein Weltbild erschüttert, sucht er in seiner Orientierungslosigkeit nach dem altbekannten Schuldigen, der das Desaster zu verantworten hat:  

Der hässliche Weiße, der als ungebildete Hinterwäldler den alten rechtskonservativen Werten wie Familie, Arbeit und Nationalstaat nachhängt.

 

 

Die beschuldigten Wählerschichten

Egal ob Bildungstand, Einkommensschicht, rassische Zugehörigkeit oder Geschlecht, ein Blick auf die  Wahlstatistik zeigt, dass keine der vom Mainstream beschuldigten Zielgruppen ausreicht, um Trumps Sieg zu erklären.[3]

Obwohl Clinton zwar absolut mehr Stimmen bekam, gewann Trump mit 306 zu 232 Wahlmännern, letztendlich ein gewaltiger Vorsprung.

Es stimmt, dass  konservative, weiße, religiöse, über 40 jährige Männer mit niedrigerem Bildungsabschluss tendenziell eher Trump wählten. Ihr Anteil an Trumps Wahlerfolg ist aber geringer, als man nach der allgemeinen Mainstream Propaganda annehmen würde. Bei den unabhängigen Frauen wählten 47% Clinton und 43% Trump. Das ist ein erstaunlich knappes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass Trump bis zum Schluss hin als Frauenhasser stilisiert wurde.

Die Behauptung, dass Trump nur aufgrund von Rassismus gewonnen hat, ist unhaltbar. Beispielsweise haben Michigan und Pennsylvania in den letzten beiden Wahlen für Obama gestimmt und sind damit unverdächtig,  Rassistenstaaten zu sein. Trotzdem haben sie dieses mal für Trump gestimmt.

Das Thema Terrorismus war für 57% und Immigration für 64% der Wähler wichtig, die Trump ihre Stimme gaben. Auf diesem Gebiet hat er mit seiner harten rechten Linie tatsächlich gepunktet.  Bei den Themen Wirtschaft und Außenpolitik gewann hingegen Clinton.

Interessant ist, dass vor allem Besserverdiener Trump wählten. Solange das Familieneinkommen unter 50.000$ liegt, entschieden sich die Wähler eher für Clinton. Liegt das Familieneinkommen über 50.000$ ging die Stimme tendenziell eher an Trump. Das lässt schon erahnen, welches Spiel hier wieder gespielt wurde.  

 

 

Der verzweifelte Arbeiter

Obwohl Rasse, Geschlecht, Bildungsstand und Religiosität  tatsächlich für Tendenzen im Wahlverhalten verantwortlich sind, was letztendlich entscheidet, ist die Vision eines besseren Lebens und das Versprechen auf ökonomische Prosperität. 

Und hier bot Trump, das beispiellose Verkaufsgenie, eine attraktivere Vision an: "Make America great again."  Er versprach der amerikanische Wirtschaft durch einen radikalen Kurswechsel wieder zu alter Größe zu verhelfen.

Wir können heute  in Echtzeit die Kernschmelze des globalen Finanz- und Wirtschaftssystems beobachten, von deren Auswirkungen Amerika betroffen ist. Wir haben bereits vor Jahren auf den unaufhaltsamen Zerfalls des U.S Imperiums hingewiesen und die Konsequenzen prognostiziert. Seit den späten 80er Jahren hat der Neoliberalismus kontinuierlich die Produktionsverlagerung der U.S. Industrie ins Ausland vorangetrieben. Vor allem der Rust Belt, die alte Industrieregion um Illinois, Michigan, Ohio und Pennsylvania leidet unter der Abwanderung der Manufaktur und dem Verlust der Arbeitsplätze. Die FED hat mit ihrer Niedrigzins Politik in den letzten 20 Jahren zwei Finanzblasen zu verantworten, von deren Platzen sich die amerikanische und globale Wirtschaft bis heute nicht vollständig erholt hat. Im Gegenteil, die Volatilität der Finanzmärkte machte immer gravierendere Marktmanipulationen der Zentralbanken notwendig, um den Kollaps zu verhindern, was zu immer größeren Ungleichgewichten geführt hat.

Die sinkenden Reallöhne, die wachsenden Einkommensunterschiede und die daraus resultierende irrsinnige Vermögensverteilung, die unkontrollierte Expansion eines hochgehebelten Finanzsystems, die explodierende Staatsverschuldung, eine völlig verfehlte imperiale Außenpolitik und das von Hierarchiepathologien zerfressene Politsystem sind nur einige der Gründe für diesen Verfall.

Die Armut ist auf Rekordniveau, 46 Millionen Amerikaner leben unterversorgt[4]. 47 Millionen Bürger beziehen Essensmarken. Während die offizielle Arbeitslosenquote mit 4,9% ausgewiesen wird, dürfte die wahre Arbeitslosigkeit irgendwo bei 20% liegen.[5] Viele Amerikaner sind verzweifelt. Sie würden den Teufel persönlich wählen, wenn er ihnen die Hoffnung auf einen Ausweg geben könnte. Sie nehmen lieber einen Pussy grabbenden, rassistisch angehauchten, von seiner genetischen Überlegenheit überzeugten, narzisstischen Demagogen zum Präsidenten, als den herrschenden politischen Kurs fortzusetzten.

Der durchschnittliche Amerikaner interessiert sich nicht mehr für abstrakte Probleme wie den Klimawandel, die Kriege in Nahost oder die Flüchtlingsprobleme. Er beschäftigt sich damit, wie er den nächsten Tag überleben soll und seine Familie ernähren kann. Ihm ist klar geworden, dass der herrschende Politkurs keine Besserung mehr bringt. Er hat nichts mehr zu verlieren. Alles, was einen radikalen Kurswechsel herbeibringt, erscheint attraktiv.  

Trump ist keine zufällige Erscheinung. Er ist die notwendige Konsequenz aus den Missständen, die sich einerseits durch das herrschende Finanzsystem, andererseits durch die neoliberal-globalistische Politik angesammelt haben. Dabei spielt es keine Rolle, ob das auch tatsächlich die Ursachen für den Abstieg Amerikas waren. Entscheidend ist, dass sie jetzt als Ursachen wahrgenommen werden.

Trump ist die endgültige Zementierung dessen, was sich mit dem Brexit angekündigt hat: Der Aufstieg der radikalen Rechtskonservativen, die durch dass gewaltsame herumreißen des politischen Steuers, den Ausbruch aus der Misere versuchen wollen. Von nun an schlägt das Pendel in die andere Richtung: Nationalismus und Protektionismus geben den neuen Kurs vor.

Das war bis jetzt undenkbar. Trump zeigt damit auch, dass die Mainstream Medien endgültig die Kontrolle über die öffentliche Meinung verloren haben. Die Noelle-Neumann Schweigespirale wurde ein für allemal durchbrochen. In vielen westlichen Ländern, allen voran in Deutschland, galt Kritik am herrschenden linksliberalen Mainstream Politkurs als Tabu. Kritiker des merkelschen Regimes und der politischen Leitlinie der Europäischen Union galten als rechtsradikale Zerstörer, die den Frieden gefährden. Bislang gab es für Europa nur ein Alternative: Mehr bürokratischer EU- Zentralismus und mehr Neoliberalismus. Man sah deutlich, dass der bisherige politische Kurs nicht funktioniert und immer größere Probleme verursacht und suchte die Lösung in noch mehr der gleichen Politik. 

Mit Trump werden auch alternative Kurse wieder denkbar und eine neue Dynamik in der öffentlichen Debatte einsetzten.

 

 

Trumps Wunderland

 Trumps Wahlkampf war darauf ausgerichtet, seine  politische Gegner zu zerstören. Inhaltlichte Diskussionspunkte zählten wenig, sodass  ökonomische und außenpolitische Zielsetzungen in der öffentlichen Debatte untergingen. Während des Wahlkampfes hat Trump allerlei Vorschläge zu wirtschaftlichen und außenpolitischen Themen von sich gegeben, die er als Präsident umsetzen wolle. Er vertrat  dabei  linke, rechte, liberale und konservative Standpunkte, die er je nach Stimmungslage vermischte oder wenig später wieder widerlegte.

Wirtschaftlich stehe bei Trump angeblich der Schutz des Arbeiters im Fokus. Deshalb verspricht er auch gleich nach alter republikanischer Tradition die Steuern für die obere Einkommensschicht zu senken.

Es reihen sich weitere Geistesperlen aneinander. China will er offiziell als Währungsmanipulator labeln lassen. Zum Schutz der Armen will er die allgemeine Krankenversicherung wieder abschaffen. Er will fiskalpolitisch expansiv in die Infrastruktur investieren und zugleich die Schulden abbauen. Das ist echte Genialität.

Die 19 Billionen Dollar Staatsschulden könne er seiner eigenen Einschätzung nach  ziemlich rasch gegen Null (!) fahren.[6]  Trump will die gesamte  Außenhandelsstruktur schlagartig umkehren und Amerikas Importwirtschaft auf Protektionismus umstellen. Er ist gegen sämtliche Freihandelsabkommen, will NAFTA neuverhandeln, die TTIP Pläne beenden und letztendlich Strafzölle für Importe verhängen. Dadurch sollen die Jobs wieder nach Amerika kommen. Trump garantiert 4% jährliches Wachstum und 25 Millionen neue Arbeitsplätze. Wahrlich, Gott persönlich könnte keine größere Aufgabe stemmen. 

Außenpolitisch kündigte er eine isolationistischere Linie an. Amerika würde sich unter seiner Führung tendenziell von der NATO zurückziehen oder aber die anderen Mitgliedsländer zu größeren Beiträgen zwingen. Amerika solle nicht mehr die Weltpolizei spielen. Die Millitärausgaben sollen aber trotzdem drastisch erhöht werden, um die Streitkräfte massiv zu stärken. (Man erkennt schon Trumps Wille zur Logik.) Die Truppenzahl soll massiv erhöht werden. Trotz seiner militärischen Rückzugspläne wolle er den IS trotzdem noch schnell flächendeckend wegbomben. Mit Putin werde er gut auskommen, die Beziehungen zu Israel wieder verbessern und das Iran Atomabkommen aufkünden.

Das klingt nach einem ambitionierten Programm für einen Republikaner, seine kriegsgeilen NEOCON Parteigenossen werden bestimmt begeistert sein, ihre imperialen Herrschaftsansprüche in der Schublade deponieren zu dürfen. 

In Sachen FED und Wallstreet Bankenmafia lies sich keine klare Linie erkennen. Mal kritisierte er Yellen, dann lobte er sie wieder. Mal war er für niedrige Zinsen, dann wieder für hohe. Einerseits zeigt er sich den Banken feindlich gestimmt, dann wieder freundlich.

Während der Kampagne nahm Trump allerlei Themen der Truther Bewegung auf. Er versprach 9/11 neu aufzurollen, weil die Regierung wichtige Fakten verschwiegen habe. Er bezweifelt, dass die Erderwärmung vom Menschen verursacht sei und beschuldigt ganz Washington der Korruption. Clinton sei ein wesentlicher Drehpunkt der elitären Verschwörung gegen die Bürger.

Ohne in Sachen Verschwörungstheorien in die Tiefe zu gehen, wer sich ein wenig damit beschäftigt, wird hier nichts als Widersprüche entdecken. Es ist unwahrscheinlich, dass Trump tatsächlich die Truther Bewegung unterstützen will. Wahrscheinlicher ist, dass er einige Themen aufgenommen hat, um seinen Kampf gegen die verbrecherische Regierung authentischer erscheinen zu lassen.

Man muss Trump zugute halten, dass er gegen den Irak Krieg war. Man kann es ihm auch noch abnehmen, dass er tatsächlich mit Russland Frieden schließen möchte. Doch wer  jetzt in Trump auf den großen Friedensstifter hofft, kann sich schon mal auf ein traumatisches Erwachen in die Realität einstellen. Für die Imperialmacht Amerika ist es unvorstellbar,  die militärische Omnipräsenz auf dem Globus zurückzufahren. Ohne militärische Vorherrschaft, direkte Gewaltandrohung und der regelmäßigen Gewaltausübung würde das Petrodollar System und die weltweite Dollar Hegemonie in kürzester Zeit fallen und damit das ganze imperialistische U.S. System in sich implodieren. Aus diesem Grund hält Amerika mit weltweit 760 Militärbasen die gesamte Welt in Gefangenschaft.

Wer im Zuge des Wahlkampfes vor lauter strahlender Wahlversprechungen den Überblick verloren hat, findet auf Trumps Website eine detailierte Auflistung seiner politischen Vorhaben[7], darunter ein 100 Tage Plan, der die dringendsten Reformen in Sachen Korruption, Sicherheit und Wirtschaft auflistet.[8]

Trump würde den Menschen einfach alles erzählen, nur um zu gewinnen. Bei all dem ökonomischen Unsinn den er bis jetzt von sich gab, machte er sich noch nicht mal die Mühe die Lügen wenigstens  konsequent zu erzählen. Seine wirtschaftlichen Reformpläne sind fern jeder Realität und ließen sich selbst in Sim City nicht umsetzen, ohne das System zu crashen.

Wir haben bereits vor einem Jahr prognostiziert, dass mit Trump ein Geisteskranker ins Weiße Haus einziehen wird, der die Endschlacht des American Dream anführen wird.[9]  Wer daran noch immer zweifelt, dem hilft vielleicht ein Blick in Trumps Biografie weiter.

 

 

 

Narzissmus, Egomanie und Trickbetrug

Trump ist der Nachfahre von Einwanderern. Seine Mutter war Schottin und die Großeltern väterlicherseits Deutsche. Sein Vater Fred Trump baute mithilfe von staatlichen Subventionen Wohnungen in New York und häufte damit ein Vermögen an.

Fred Trump war arbeitsam,  zielstrebig und konsequent. Er wird häufig als kalte Arbeitsmaschine beschrieben. Seine Söhne drillte er früh darauf, dass Gewinnen im Leben einfach alles sei. Er bestand darauf, dass alle seine Kinder das Familiengeschäft lernen sollten. Für die Trumps war das gesamte Leben ein Wettkampf, der die Menschen zwischen Gewinnern und Verlierern teilt. Nur wer diesen Kampf erfolgreich besteht, wird ein "Killer". Fred Trump sah seine Familie als genetisch überlegen an und wollte, dass auch seine Söhne Killer werden.

Während Bruder Freddy  daran versagte, zum Alkoholiker wurde und mit 43 starb, schien Donald die Lehren seines Vater voll aufgenommen zu haben. In den Augen von Donald war sein Bruder Fred zu schwach, er war einfach kein Killer.

Donald Trump wuchs in den 40er Jahren zwar in luxuriösen Familienverhältnissen auf, wurde jedoch im Alter von 13 Jahren von seinem Vater auf die New Yorker Militärakademie geschickt. Vater Fred hatte die Kontrolle über seinen Sohn verloren, auf der Militärakademie sollte Donald  endlich eiserne Disziplin und Gehorsam  lernen.

Schikane und Drill zeigten schon bald ihre Wirkung. Donald lernt  die Klarheit und Ordnung des militärischen Systems zu schätzen, er bekommt gute Noten, entwickelt sich zur Führungspersönlichkeit und  sogar zum guten Sportler. Trotz seiner umfassenden sportlichen Aktivitäten wird er während des Vietnamkriegs aufgrund eines ärztlichen Attests nicht zum Militärdienst eingezogen. Nach Abschluss der Wirtschaftsstudiums steigt Trump in das Immobiliengeschäft des Vaters ein. Als selbstständiger Geschäftsmann feiert er am Anfang Erfolge. Mithilfe eines millionenschweren Startkapitals von seinem Vaters kauft er Immobilien, saniert diese und verkauft sie wieder mit Gewinn.   

Anfang der 70er zieht es Trump in das glamouröse Leben nach Manhattan. Er steigt in der New Yorker Jet Set Szene auf und genießt als begehrter Junggeselle das Party-Nachtleben. Trump lebt den American Dream und stellt seinen Reichtum stolz zur Schau.

Während dieser Zeit zählen angeblich Clint Eastwood, James Bond und Hugh Hefner zu seinen großen Vorbildern. Trump sah sich gerne als harter Draufgänger und Frauenheld, der allen anderen überlegen ist. Viele von Trumps Weggefährten behaupten, er sei noch immer in diesen naiven psychologischen Mustern von damals gefangen und habe sich emotional nie weiterentwickelt.

In Manhattan lernt Trump sich in der harten und unmenschlichen  Geschäftswelt durchzusetzen. Er verinnerlicht die turbokapitalistischen Ideale, dass sich der Wert des Individuums an der geschäftlichen Leistung misst und nur der Sieg zählt. Angriffe sind mit 10facher Kraft zurückzuschlagen, Niederlagen als Siege zu verkaufen und Schwächen stets zu verbergen. Er erkennt die Macht des positiven Denkens, perfektioniert sein Talent für Verkauf und Marketing und schreibt darüber Bücher.

Einer seiner wichtigsten Mentoren ist  der Anwalt  Roy Cohn  der wirtschaftlich und politisch bestens vernetzt war und Kontakte zur Mafia herstellt. 

1983 wird der 58 Stockwerk hohe Trump Tower in der Fifth Avenue errichtet, der ihn endgültig zur Berühmtheit macht. In Trumps Wahrnehmung hat das Gebäude natürlich 68 Stockwerke.

Er verirrt sich nach und nach in immer riskantere Investments,  engagiert sich im Glücksspiel und an einer Fluglinie. Erstmals gefährdet sein Hang zum Größenwahn und zur Gigantomanie die geschäftliche Karriere. In den 90er eröffnet er das Taj Mahal, seiner Beschreibung nach das Achte Weltwunder, das sich jedoch als Millionengrab erweist. 

1995 bringt Trump sein Unternehmen an die Börse und hegt die Hoffnung, sich seiner Schulden entledigen zu können. Trump kassierte  damit Millionen während die Aktie kollabierte.

Trump gelingt es während seiner Karriere 4 Pleiten zu überleben. Für die Banken war er bereits too big to fail geworden, um ihn fallen zu lassen. Die Marke Trump hatte unter den  Firmenpleiten kaum gelitten und besaß noch immer einen hohen Marktwert. Sie überstand selbst Betrugsmodelle wie die gescheiterte Trump University. Er erkannte zunehmend, dass es ausreicht,  seinen Namen zu verkaufen. Weltweit tragen heute fast drei Dutzend Gebäude den Namen Trump, ohne in seinem Besitz zu sein.[10] 

Über Trumps aktuelles Vermögen gibt es widersprüchliche Angaben. Sie reichen von 10 Milliarden Dollar bis hin zu  astronomischer Verschuldung. In einem Prozess sagte Trump unter Eid aus, dass sein Vermögen in Abhängigkeit zu seiner persönlichen Gefühlslage steht [11] 

 

 

Der Weg ins Weiße Haus

 Zwischen  2004-2015 produziert er die Reality Show "The Apprentice". Er inszenierte sich darin als erfolgreicher Geschäftsmann und genießt in 17 Ländern hohe Einschaltquoten. Trump wird zum Medienstar und seine Marke endgültig ein globale Manifestation des American Dream. Die Show wird von vielen als  Wegbereiter  für seinen Präsidentschaftskandidatur gesehen, zusammen mit seinem Buch von 2015 "Crippeld America: How to make America great again." [12]

Es scheint, dass Trump Zeit seines Lebens mit dem Gedanken spielte, amerikanischer Präsident zu werden. Bereits in den späten 80ern inszenierte er sich als möglicher Präsidentschaftskandidat. 1987 trat er den Republikaner bei und formulierte die gleichen Botschaften wie heute: Amerika werde von den anderen Ländern, der Nato und diversen Handelsverträgen betrogen und er ertrage es nicht, wie das Land zugrunde gehe.

Im Jahr 2000 folgte der nächste Versuch, er gewann mit der Reform Party zwar eine Vorwahl in Kalifornien, zog aber seine Kandidatur für das Weiße Haus wieder zurück. 2001 wechselte er zu den Demokraten wo er beste Beziehungen zu den Clintons unterhielt. 2009 wurde er wieder Republikaner und spielte drei Jahre später wieder öffentlich mit  dem Gedanken einer Präsidentschaftskandidatur.

 

 

Besessen vom Erfolg

 "Niemand, der über Trump geschrieben hat, konnte jemanden ausfindig machen, der sein persönlicher Freund wäre." [13]

Trump Biografen beschreiben ein  einseitig negatives  Bild seine Persönlichkeit.[14]  David Cay Johnston[15]  bezeichnet Trump als von Geld und Machtgier getriebenen Egomanen, der sich in seiner grenzenlosen Selbstverliebtheit über Moral und Recht hinwegsetzt, um erfolgreich zu sein. Trump sei von Rücksichtslosigkeit und Skrupellosigkeit beherrscht und würde für den materiellen Vorteil auch von kriminellen Aktivitäten nicht zurückschrecken.

"Wenn man, wie Trump, keine Empathie für andere Menschen hat, wenn man sie nicht als Menschen ansieht, sondern bloß als Objekte, dann sieht man es als seine Pflicht an, Leute zu zerstören, die einem einen Gefallen verweigern oder auf sonstige Weise in die Quere kommen. Trump selber schreibt, welche Freude es ihm bereitet, das Leben von Menschen zu ruinieren, an denen er Vergeltung üben zu müssen glaubt. " (David Cay Johnston)

In den Biografien findet man einen Tenor: Trump sei diskriminierend, rassistisch, sexistisch, manipulativ, ohne  Prinzipien einzig und allein auf den eigenen Aufstieg bedacht. Er hat ein  gestörtes Verhältnis zur Wahrheit, weigert sich Fakten zu akzeptieren und kreiert sich seine eigene Realität. Alles was zählt ist der Erfolg.

Sein handeln ist häufig von Rache und Vergeltung bestimmt. Während seiner geschäftlichen Karriere hetzte Trump Anwälte auf jeden, der sich ihm in den Weg stellte. Er drohte jeden zu verklagen und sein Leben zu zerstören. Trump ist der good guy, solange man seiner Meinung ist. Stellt man sich gegen ihn, wird man von einem Feuerstrum des Hasses hinweggefegt.

Womöglich sieht Trump im Präsidentenamt eine Chance zur persönlichen narzisstischen Machtbefriedigung. Viele Beobachter gehen davon aus, dass ihm das Amt völlig überfordern wird. David Cay Johnston rechnet sogar damit, dass Trump keine ganze Amtszeit übersteht. Im Extremfall werde er kein Jahr durchstehen, eine Verfassungskrise auslösen und vom Kongress des Amtes enthoben werden. 

 

 

Das Verkaufsgenie

Trump kann insgesamt für 16 Bücher verantwortlich gemacht werden, die unter seinem Namen veröffentlich wurden.  Sein erfolgreichstes Buch in der Reihe der Ratgeberliteratur zu Verhandlungs, Geschäfts und Marketingpraktiken ist  "The Art of the Deal " von 1987. Es verkaufte sich über 1 Million mal und stand ein Jahr lang auf der Bestsellerliste der New York Times[16]

Trumps Reden haben nach dem  Lesbarkeitsindex von Flesch- Kincaid das Niveau  eines Neunjährigen. Seine Aussagen zu makroökonomischen Themen offenbaren fundamentale Wissenslücken. Er mag vielleicht ein ökonomischer Dilettant,  Selbstdarsteller, Hochstabler und Trickbetrüger sein, aber er hat  mit Sicherheit ein überragendes Talent: Er ist ein begnadeter Verkäufer.

"Donalds Lebenszweck ist, Ihnen alles zu verkaufen, was er im jeweiligen Moment verkaufen will – ob es die Idee ist, er sei der moderne Midas oder der große Don Juan des 20. Jahrhunderts, oder um Präsident zu werden." [17]

Trump ist ein Genie, wenn es darum geht heiße Luft zu verkaufen. Seine Methoden ähneln hypnotischen Techniken (Anker setzten, positive Suggestionen, Wiederholungen) die tief ins Unbewusste gehen und das rationale Denken überbrücken können. Das Ziel ist es, ein gutes Gefühl zu erzeugen und am Ende das Bauchgefühl entscheiden zu lassen.

 

 

Meister der persuasiven Kommunikation

Trump hat erkannt, dass es beim Verkauf und im politischen Diskurs nicht um die Wahrheit geht, sondern um die Wahrnehmung. Alles dreht sich darum, die Wahrnehmung in den Köpfen der Menschen zu kontrollieren.  

Der trainierte Hypnotiseur Scott Adams[18] nannte Trump einen Meister der persuasiven Kommunikation (Master Persuader). Trump habe ein Talent Menschen zu überzeugen, wie er es noch nie zuvor gesehen habe.

Adams sieht in Trump einen der erfolgreichsten Überredungskünstler aller Zeiten. Er prognostizierte von Anfang an, dass Trump die Wahl mit einem Erdrutschsieg gewinnen werde und alle anderen Kandidaten in den direkten Diskussion gegen ihn chancenlos sein werden. Trump habe in den Debatten einen Flammenwerfer zu einem Stockkampf mitgenommen, so Scott.

Die meisten Beobachter sehen in Trumps Reden eine Ansammlung von naivem Kauderwelsch, zufälligen Gemütsreaktionen und schlechtem Verhalten. Doch  dahinter verstecken sich ausgeklügelte Techniken, Menschen zu überzeugen und zu beeinflussen. Wer in diesen Methoden nicht trainiert ist, für den bleiben sie unsichtbar.

Trumps Sprache ist bewusst einfach gehalten, fokussiert und hocheffektiv. Das Ignorieren von Fakten gehört ebenso zu den persuasiven Techniken, wie das ständige Wiederholen. Trump bedient sich einfacher und starker Bilder, die im Unbewussten verankert bleiben (build a beautiful wall, there will be a beautiful door in the wall)[19]Er verstärkt kognitive Verzerrungsphänomene wie Bestätigungsfehler (confirmation bias)[20] und selektive Erinnerung.

Er strahlt jederzeit Dominanz und Führungspersönlichkeit  aus. Angriffe auf seine Alpha Stellung kontert er sofort mit niederschmetternden Attacken auf seinen Gegner.

Trump gelingt es, den Fokus und die Aufmerksamkeit des Zusehers genau dorthin zu lenken, wo er sie haben will. Unangenehmen Fragen weicht er geschickt aus und verlagert die Aufmerksamkeit sofort wieder auf die Botschaft, die er in den Köpfen verankern möchte. [21]

Auch kontroverse und polarisierende Aussagen gehören zu seiner Strategie der Aufmerksamkeitserregung. Die Medien stürzten sich in ihrer Gier um Einschaltquoten wie wild auf  die Skandalaussagen und verhalfen ihm dadurch zu einer massiven öffentlichen Aufmerksamkeit. Studien zeigen, dass er sich dadurch Werbekosten in der Höhe mehreren Milliarden Dollar erspart hat. [22] Ausgerechnet die Mainstream Massenmedien, die Trump mit aller Kraft verhindern wollten, haben ihm zum Sieger gemacht.

Sie nennen es postfaktische Zeit , Populismus, Panikmache oder Hasspredigt und erkennen nicht,  dass sie selbst als Verstärker agieren, damit inhaltslose Provokationen an Lautstärke zunehmen und essentielle Informationen übertönt werden. Jedwede faktenbezogene Diskussion wird in diesem Rauschen verunmöglicht. Sie verstärken die  Amplituden des schlechten Geschmacks und produzieren Schlammschlachten unfassbaren Ausmaßes. Die einzig richtige Strategie der Medien wäre, unseriösen Kauderwelsch zu ignorieren und sich auf die  bedeutsamen Informationen zu fokussieren.  Aber das wird auch in Zukunft nicht geschehen.

Nach Trumps Sieg werden Politiker weltweit seinen aggressiven und manipulativen Stil analysieren und kopieren. Wir müssen uns auf eine völlig neue Dimension der politischen  Auseinandersetzung gefasst machen, die von Manipulation, persönlichen Angriffen, Polemik, Provokation, Angstrhetorik und Aggression geprägt sein wird.

 

 

Der perfekte Staatsstreich

Trumps Wahlkampfstrategie baute darauf, die diffuse Frustration der Bevölkerung  über das politische System einzufangen und zu einer revolutionistischen  Aufbruchsstimmung zu bündeln. Er kanalisierte die Wut der Bürger und setzte eine Bewegung in Gang, die eine enorme emotionale Kraft gegen das gesamte politische Establishment entfachte. Als er am Ende den aufgestauten Hass gezielt gegen Hillary richtete, war diese vollkommen chancenlos. Ganz zufällig kamen auch noch die Email Veröffentlichungen von Wikileaks hinzu, um die Strategie zu vollendeten. Ist die Wut groß genug, kommt man mit Argumenten nicht mehr durch. Clinton hatte zuletzt keine Chance mehr, mit ihren versöhnenden Botschaften die Menge zu erreichen.

Trumps Sprache ist die der  Arbeiter, was seinen Feldzug gegen die Elite umso glaubhafter erscheinen ließ. Er brachte ihre täglichen Probleme zum Ausdruck und tyrannisierte sie sich nicht mit  abstrakten Neusprech über Erderwärmung, religiöse Integration  und transnationale Freihandelsabkommen.

Wenn man den Biografien glaubt, war Trump beim alten amerikanischen Geldadel tatsächlich unbeliebt. Die Aristokratie wollte ihn nie so recht haben. Angeblich war er den feinen Herren zu egozentriert, rüpelhaft, eigensinnig und zu unkontrollierbar. Trump hatte wohl sein Leben lang ein gespaltenes Verhältnis zur Elite. Obwohl er sich stets in ihren  Zirkeln bewegte, stand er ihr teilweise sogar feindselig gegenüber.

"Trump als Präsident ist so, als würde Celente oder Alex Jones ins Weiße Haus einziehen. Er werde die ganze elitäre Mafia zerlegen", freute sich neulich ein New Yorker Passant in einem Interview. Die Protestwähler hoffen noch immer, der Outsider Trump hätte die republikanische Partei infiltriert und würde nun das korrumpierte Politsystem von innen heraus aufbrechen. Trumps Feldzug gegen das Establishment war überzeugend genug, dass er investigative Journalisten, alternative Medien und die Truther Gemeinde auf seine Seite ziehen konnte. Alle sind sie auf seinen Bluff hereingefallen.

Denn Trump ist natürlich kein Dummkopf. Er weiß, dass die  wahre Macht jenseits der Parteien im Verborgenen liegt und er niemals gegen ihre Interessen arbeiten könnte. Er ist nicht gerade der Typ, der für humanistische und demokratische Ideale sein Leben riskieren würde. Selbst wenn er zum Lebensabend hin sein Gewissen entdeckt und ihm der kleine Amerikaner  tatsächlich am Herzen liegt. Sein Leben und das seiner Familie wird er dafür nicht opfern.

Zwar scheinen Skull & Bones, Jesuitenorden, Freimaurer, Bilderberger, Illuminati und andere Logen nicht gerade Trumps Heimat  zu sein. Aber er hat vor seiner Kandidatur mit Sicherheit einen transparteilichen Deal geschlossen, der ihm und seiner Familie ein sicheres Leben garantiert. Ein solcher Deal  wird aber niemals gegen den Willen der Wallstreet und gegen den Geldadel geschlossen. Unabhängig von seinen anfänglichen Intentionen, letztendlich wird er im Oval Office auch nur die Macht ausüben können, die man ihm gewährt. Er wird nur die Interessen vertreten können, die man ihm erlaubt.

Es ist also sehr wahrscheinlich, dass sein heroischer Kampf gegen die Elite nichts weiter als eine Lüge für den Stimmenfang war. Vielleicht gibt es ein paar Bauernopfer, die er mit Korruptionsvorwürfen dem Pöbel zum Fraß vorwerfen wird, um seine Anhänger bei Laune zu halten. Vielleicht entledigt er sich mit dieser Weise einiger politischer Gegner. Aber die korrumpierte Plutokratie an sich braucht von Trump keinerlei Furcht zu haben. Der Deep State bleibt unberührt.

Wörter wie Geheimdienst und NSA kamen in den drei Podiumsdiskussionen zwischen Trump und Clinton sage und schreibe Null mal vor.[23] Transparenz in den staatlichen Strukturen, privater Datenschutz, Bürgerrechte, basisdemokratische Mitspracherechte und heterarchische Organisation der Machtstruktur werden keine Chance mehr haben. Progressive libertäre Gesellschaftsarchitekturen, die die Macht des Staates einschränken und die der Bürger stärken sind von nun an absolute Fremdwörter im politischen Diskurs.

Im Gegenteil, Trump wird versuchen autoritäre Staatsstrukturen zu stärken. Er wird die Medien mit aller Gewalt auf seine Seite bringen und Kritiker verfolgen. Er wird sich der Macht des Überwachungs- und Geheimdienstapparates bedienen, den Polizeistaat ausbauen und versuchen jegliche Opposition gnadenlos zu zerstören. Das meiste davon wird im Hintergrund ablaufen und kein Aufsehen erregen. Aber es ist eine notwendige Konsequenz aus Trump's autoritärer Persönlichkeit. Er ist darauf programmiert Macht zu akquirieren. 

Für dieses Vorhaben braucht er das republikanische Establishment. Die Republikaner haben im Senat und im Repräsentantenhaus die Mehrheit. Die vom Präsidenten auf Lebzeiten ernannten Bundesrichter müssen jedoch  vom Senat bestätigt werden. Nach dem Tod von Scalia wird Trump einen neuen Supreme  Court benennen, der ebenfalls vom republikanisch dominierten Senat bestätigt werden muss. Wenn er die Gerichte und den Kongress auf seine Seite bringt, würde das seinen Aktionsspielraum enorm erweitern. Für Trump wäre es in dieser  Anfangsphase seiner Präsidentschaft nicht zielführend, wenn er sein Wahlversprechen einlösen würde und im korrupten Politsystem aufräumt.

Umgekehrt wäre es für die republikanische Partei nicht zielführend, Trump von sich abzuspalten. 2018 wird Yellen nicht mehr für den FED  Vorsitz kandidieren. Dann hätten die Republikaner den Präsidenten, den Kongress, den Verfassungsrichter und die Zentralbank unter Kontrolle.  

Man kann sich ausmalen, was das für Amerika bedeuten wird. Unter Trump wird der Leviathan des Deep States zu unbekannter Größe aufsteigen. Die Vermögensungleichheit wird neue Rekorde sprengen. Seien sie alsoenfalls nicht verwundern, wenn Trump sämtliche Wahlversprechen brechen würde und Lobbyisten, Bankster, Neocons und das ganze übliche Gesindel in sein Kabinett packen würde.

Das Arbeitervieh darf dann fleißig weiter sein Tagwerk verrichten. Herrschen dürfen die anderen.  

 

 

 

Turbo Trumponomics

 "Die Freiheit der Sklaven misst man an der Länge ihrer Ketten" (Stanislav Lec)

Solange Arbeitsplätze zur Verfügung stehen und sich die Systemsklaven im  tiefen Konsumrausch des Wunderlandes vergessen dürfen, besteht keine Gefahr, dass die  Betrogenen über die Länge ihrer Ketten nachzudenken beginnen. Arbeitsplätze sind der Schlüssel, um die Herde im Schlaf zu halten.

Arbeitsplätze! Das ist es, was Trump liefern muss.

Er hat seinen Schafen ein Fantasiereich versprochen und er weiß, dass er rasche Erfolge braucht, um den Nimbus seiner Erlöserfigur aufrecht zu erhalten. Abseits der  fiktionalen Wahlversprechungen die Schulden zu senken, könnte der angekündigte fiskalpolitische Stimulus tatsächlich etwas bewirken.

"You have to think anyway, so why not think big?" (Donald Trump)

Trumps Infrastruktur- und Rüstungspläne im Zusammenspiel mit den massiven Steuersenkungen  könnten derartig megalomanisch ausfallen, dass in Anbetracht  der Dimension alle Kritiker verstummen und tatsächlich ein kurzfristiger aber massiver realwirtschaftlicher Hype ausgelöst wird.

Die Märkte reagieren nach Trumps Wahlsieg  dementsprechend. Der Dollar steigt  in der Erwartung , dass  durch die Senkung der Unternehmenssteuer  Kapital wieder zurück nach Amerika fließt und  ein neuer Bau- und Rüstungsboom einsetzen wird. Die Erwartung auf steigende  Reallöhne kurbelt bereits die Inflationserwartungen nach oben, was die Zinsen der Staatsanleihen steigen lässt.

Die zwei entstehenden Risikofelder wurden bereits in früheren Artikeln diskutiert: Einerseits wird durch den rasanten Kapitalabzug aus der Peripherie die Volatilität  in Schwellenländer zunehmen, was wiederrum das Bankensystem in Schwierigkeiten bringen wird. Allen voran China ist gefährdet, dessen Schattenbanksystem auf rasche Liquiditätsdrosselungen besonders anfällig reagiert. Die chinesische Regierung hat zwar vorgesorgt und liquidiert seit einem Jahr massiv die U.S Bondbestände um das eigene Bankensystem mit Liquidität versorgen zu können, dennoch bleiben die Crashrisiken bestehen. 

Andererseits ist die U.S Ökonomie selbst vom Nullzins Umfeld abhängig, um den toxischen Schuldenberg der Privaten irgendwie  vor sich herschieben zu können. Steigende Zinsen werden eine Vielzahl der überschuldeten privaten Haushalte  und Zombie-Firmen in den Konkurs schicken und auch den Real Estate Markt wieder unter Druck bringen. 

Die Märkte preisen bereits eine annähernd 100% Wahrscheinlichkeit ein, dass die FED im Dezember die Zinsen anheben wird.[24] Die FED weiß aber, dass sie die Zinsen langfristig nicht erhöhen kann, ohne Bonds und Aktien zu crashen und die Mutter aller Finanzblasen zu zerfetzen. Zusätzlich werden die steigenden Refinanzierungskosten der Staatsanleihen die öffentlichen Schulden völlig explodieren lassen.

Alles ist für den perfekten Crash angerichtet. Der temporäre Ausweg läuft dann nur noch über massive Staatsschuldenmonetarisierung durch die Notenpresse.

 

 

Die letzte Schlacht

Nach der Ära von Thatcher und Reagan übernahmen die  Jünger von Hayek und Friedman das  wirtschaftspolitische Zepter, um die neoliberale Ordnung in die Welt zu tragen. Der Siegeszug der Globalisierung sollte wirtschaftliche und politische Freiheit bringen. 30 Jahre später finden sich  46 Millionen Amerikaner in Armut wieder. Die inoffizielle Arbeitslosigkeit liegt um 20%. Die Kluft zwischen Arm und Reich sprengt die Gesellschaft, die Vermögensverteilung ist in völlig surreale Dimensionen gerückt. Rassen und Religionskonflikte nehmen zu. Die Anzahl der Gefängnisinsassen ist mit 2,2 Millionen auf Rekordniveau. [25] Amerika hat 25% aller Häftlinge weltweit.

Unabhängig von den wahren Gründen für den Verfall der Mittelschicht, die Erfolgstory der Globalisierung lässt sich der amerikanischen Bevölkerung einfach nicht mehr verkaufen. Trump hat erkannt, dass die Geschichte zu Ende erzählt ist. Er wird mit aller Gewalt das wirtschaftspolitische Steuer herumreißen und in Richtung Protektionismus und Nationalismus steuern. Man muss kein ökonomischer Einstein sein, um zu erahnen, was das mit der Weltwirtschaft machen wird.

Das ist das Endspiel, wie wir es schon vor Jahren prognostiziert haben. Trump ist der perfekte Vollstrecker, um dem aufgeblasenen System den letzten Gnadenstoß zu versetzen.  

Trump wird in seinem egomanischen Wahn den American Dream wieder auferstehen zu lassen, alle wirtschaftspolitischen Limitationen sprengen. Er wird das Land in einen letzten Rausch versetzten. Er wird bis zuletzt daran glauben, zu gewinnen und Amerika wieder groß zu machen.

Dies ist das letzte Kapitel des Orangen Programms. Genießen wir die Party... den finalen Exzess unseres Lebens.  



[1] Die psychologischen und psychosomatischen Reaktionen auf den Trump Sieg waren erstaunlich. Wir sahen Bilder von zitternden und kreischenden Mengen. Vor allem Jugendliche zeigten fast Traumata ähnliche Symptome. Es gibt Berichte, dass ganze Schulklassen abgebrochen wurden und psychologische Betreuung eingesetzt wurde.  

[2] https://www.youtube.com/watch?v=NAd0Klw8SIU

[3] https://en.wikipedia.org/wiki/United_States_presidential_election,_2016#Voter_demographics

[4] https://en.wikipedia.org/wiki/Poverty_in_the_United_States

[5] http://inflationsschutzbrief.de/us-aufschwung-23-prozent-arbeitslosenquote-15-prozent-brauchen-essensmarken/

[6] http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/von-19-billionen-dollar-auf-null-trump-will-us-schulden-in-acht-jahren-komplett-tilgen_id_5404082.html

 [7] https://www.donaldjtrump.com/policies/

[8] https://assets.donaldjtrump.com/_landings/contract/O-TRU-102316-Contractv02.pdf

[9] "Vor allem wenn Trump an die Macht kommt, was so gut wie sicher ist, wird das U.S. Imperium einen letzten verzweifeln Versuch starten, seine alleinige Weltherrschaft gegen das Russland-China (Bric) Bündnis zu verteidigen. Das wird die Endschlacht des "American Dream" und das ausgerechnet unter der Führung eines Irren." (07.12.2015) http://perfect-trader.com/research/science/1066-germanys-next-angriffskrieg-neue-leichensaecke-fuer-das-imperium

http://perfect-trader.com/research/m%C3%A4rkte-aktuell/1380-warum-trump-gewinnen-wird

http://perfect-trader.com/research/m%C3%A4rkte-aktuell/1382-meet-your-end-time-potus-donald-trump

[10] http://derstandard.at/2000028473746/Das-Immobilienimperium-des-Donald-Trump

[11] "Mein Vermögen schwankt - es steigt und fällt mit den Finanzmärkten, mit dem allgemeinen Klima und den herrschenden Gefühlen, sogar meinen eigenen Gefühlen, aber ich versuche es."

[12] https://www.amazon.de/Crippled-America-Make-Great-Again/dp/1501137964

[13] http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/5094895/Donald-Trump-ist-tief-in-seinem-Herzen-ein-Trickbetruger

[14] https://www.amazon.de/Weil-ich-einfach-sehr-aussehe/dp/349963242X/ref=pd_sim_14_4?_encoding=UTF8&psc=1&refRID=1NEXFB1PWHNBXSPN5A51

https://www.amazon.de/Assholes-Zum-Beispiel-Donald-Trump/dp/3442159229/ref=pd_sbs_14_13?_encoding=UTF8&psc=1&refRID=GXYMK5RDSH6RZ5PMCQV6

https://www.amazon.de/Donald-Trump-Gier-nach-Macht/dp/3945794749/ref=cm_cr_arp_d_product_top?ie=UTF8

https://www.amazon.de/Die-Wahrheit-%C3%BCber-Donald-Trump/dp/3430202213/ref=cm_cr_arp_d_product_top?ie=UTF8

 [15] https://www.amazon.de/dp/3711001157/ref=pd_lpo_sbs_dp_ss_2?pf_rd_p=556245207&pf_rd_s=lpo-top-stripe&pf_rd_t=201&pf_rd_i=3430202213&pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&pf_rd_r=1NEXFB1PWHNBXSPN5A51

[16] http://www.politifact.com/truth-o-meter/statements/2015/jul/06/donald-trump/donald-trumps-art-deal-best-selling-business-book-/

[17] http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/5094895/Donald-Trump-ist-tief-in-seinem-Herzen-ein-Trickbetruger

[18]  https://www.youtube.com/watch?v=55NxKENplG4
https://www.youtube.com/watch?v=c-sBO6OppAc
http://blog.dilbert.com/post/126589300371/clown-genius
http://blog.dilbert.com/post/143164301421/how-powerful-is-persuasion

[19] https://www.youtube.com/watch?v=ZGSAhNZnisk

[20] Menschen suchen nach Informationen, die ihre Haltungen oder ihren Glauben bestätigen.

Menschen halten Aussagen, die ihre Haltungen infrage stellen, für unglaubwürdig.

Menschen interpretieren Fakten entsprechend ihren Haltungen, Grundsätzen und Vorlieben.

Menschen erinnern sich besser an Fakten, die ihre Sicht der Welt stützen.

https://philippe-wampfler.com/2012/10/01/confirmation-bias/

https://en.wikipedia.org/wiki/Confirmation_bias

https://de.wikipedia.org/wiki/Best%C3%A4tigungsfehler

[21] https://www.youtube.com/watch?v=_aFo_BV-UzI

[22] http://www.nytimes.com/2016/03/16/upshot/measuring-donald-trumps-mammoth-advantage-in-free-media.html?_r=0

http://www.marketwatch.com/story/trump-has-gotten-nearly-3-billion-in-free-advertising-2016-05-06

[23] https://de.sputniknews.com/politik/20161022313064147-putin-siegt-in-tv-debatte-zwischen-trump-und-clinton/

[24] http://www.bloomberg.com/news/articles/2016-11-16/fed-rate-hike-odds-approach-100-in-anticipation-of-trumpenomics

[25] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/3212/umfrage/laender-mit-den-meisten-gefangenen-im-jahr-2007/

http://neoprene.blogsport.de/2012/03/26/die-entwicklung-der-haeftlingszahlen-der-usa-seit-1920/

 

 

Brennpunkt Syrien

 

Syrien: Zwischen Propaganda, Imperialismus und Systemverfall

 
 
Bereits in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat der einflussreiche Globalstratege Zbigniew Brzezinski die Bedingungen für die amerikanische Weltherrschaft skizziert.  In "The Grand Chessboard" beschreibt er die Zukunft des amerikanischen Imperialsmus auf Basis militärischer Übermacht und kultureller Assimilation. Wirtschaftliche Überlegenheit wird durch global agierende Megakonzerne gesichert. In Anbetracht des Ölfördermaximus muss sich der geostrategische Imperialmsus auf Eurasien konzentrieren.  Nur wer die Kontrolle über Eurasien erlangt, kann die Entwicklung anderer Länder  behindern, und die Vormachtstellung zementieren. Brzezinski machte in der Vergangenheit an zahlreichen Stellen deutlich, dass bei der Umsetzung der Pläne Menschenleben keine Rolle spielen. Auch wenn die Zahl der Kriegstoten in die Millionen geht, auf dem Schachbrett des globalen Machtkampfes zählen sie nur als Bauernopfer.  
 
Das Project for New American Century (PNAC), mit Politgrößen wie Rumsfeld, Cheney und Wolfowitz,  formulierte zur Jahrtausendwende ähnlichen Ziele: Die totale Überlegenheit Amerikas, die Bekämpfung der Konkurrenten wie Russland und China und ökonomische sowie kulturelle Hegemonie. Wichtige Länder auf dem Speißeplan wurden festgelegt: Afghanistan, Irak, Syrien und Iran.  Für die amerikanischen Vorherrschaft sei es notwendig, das Militär enorm aufzurüsten und zu modernisieren.  Der Plan bekam den Namen Rebuilding Americas Defense. Und wie Brzezinski, kam auch das PNAC bereits vor dem 11. September 2001 zum Schluss, dass, um erfolgreich zu sein, der amerikanische Imperialismus ein gewaltiges Trauma, wie ein neues Pearl Harbor, benötigen werde.  Nach dem Kalten Krieg bräuchte man einen neuen Feind. Ohne ihn würde die Transformation des Militärs ein sehr langwieriger Prozess werden, so der damalige Konsens. 
 
Wer  Papiere von Kissinger, Brzezinski und PNAC Mitgliedern wie  Kagan studiert, wird auf die weltpolitischen Ereignisse der letzten 12 Jahre und auch auf die Syrienkrise, vielleicht eine andere Sichtweise erhalten. Zu Beginn mag Wes Clark weiterhelfen: "Wir zerstören 7 Länder in 5 Jahren:  Irak, Lybien, Libanon, Somalia, Sudan, Syrien und Iran."
 
   
 
Syrien: Zwischen Propaganda, Imperialismus und Systemverfall