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von Oliver Sorin

IOTA und Tangle: Kryptorevolution 3.0 für das Postbitcoin Zeitalter?

IOTA ist eine neuartige Kryptowährung, die mit einem aktuellen Marktwert von 2,7Mrd.$ Platz 6 im Gesamtranking der digitalen Coins einnimmt. Damit würde sich IOTA im Tecdax unter den 10 größten Technologiekonzernen einreihen. Wie kommt es, dass ein Stück Programmcode, das bis zum jetzigen Zeitpunkt noch kaum praktische Anwendungen liefern kann, mit Milliarden von Dollar bewertet wird?

Handelt es sich hier um eine weitere Spekulationsblase im überhitzten Kryptowährungsmark? Oder verbirgt sich hinter IOTA eine Technologie, die in Zukunft unser aller Leben beeinflussen wird?

Die Grenzen der konventionellen Bitcoin Blockchain
Mit IOTA hat zweifelsfrei die dritte Generation von Kryptowährungen begonnen. Die erste Generation rund um Bitcoin und Litecoin hat mit dem Blockchain Protokoll ein neues Tor in der Informationstechnologie aufgestoßen. Erstmals konnten Transaktionen dezentral und verschlüsselt durchgeführt werden, und zwar außerhalb des staatlich kontrollierten Banken- und Finanzsystems. 

Doch es stellte sich bald heraus, dass die Blockchain Technologie, zumindest so wie sie für den Pionier Bitcoin anfänglich konzipiert war, sehr enge Kapazitätsgrenzen besaß. Da in diesem Peer2Peer System jeder Node die Information der gesamten Transaktionskette abspeichern muss, steigt mit wachsender User- und Transaktionszahl auch die Datenmenge. Wer Bitcoin in den letzten Monaten verwendet hat, weiß, dass es als alltägliches Bezahlsystem im Onlinebusiness völlig ungeeignet war. Die explosionsartig steigenden Userzahl führte praktisch zum Überlastungskollaps der Blockchain. Standard Online-Zahlungsprozessoren wie Payeer, AdvCash oder Perfect-Money waren währenddessen in der Lage, Geldsendungen mit einem Zehntel der Bitcoin Transaktionskosten zu tätigen, und das in Realtime. Selbst konventionelle Überweisungen über das Bankensystem waren schneller und kostengünster durchzuführen, als so manche Bitcoin Transaktion.

Der Tangle
Anders als Bitcoin verwendet IOTA keine Blockchain, um verschlüsselte Transaktionen zu verarbeiten, sondern setzt  DAG (= directed acyclic graph) als Distributed Ledger Technologie ein. Vereinfacht wird dieser meist als Tangle bezeichnet.

Seine Architektur unterscheidet sich wesentlich von der Blockchain. Es ist nicht mehr notwendig die gesamte Datenmenge aller Transaktionen zu speichern, wodurch der Rechenaufwand und Speicheraufwand des Bitcoin Systems hinfällig wird. Dadurch können eine schier endlose Menge von Transaktionen bewältigt werden.

Quelle:http://www.iotasupport.com/images/wii-tangle.png

 

Im Tangle werden Transaktionen nicht der Reihe nach bestätigt, sondern parallel. Anders als in der Bitcoin Chain, wo alle 10 Minuten ein Block der existierenden Transaktionskette hinzugefügt wird, gibt es durch den asynchronen Bestätigungsprozesses im Tangle kein fixes Zeitfenster für die Verarbeitung des anstehenden Transaktionspools. Die sequentielle Strukturierung der Blockchain wird durch die parallele Validierung des Tangle ersetzt. 

Das Erstaunliche: Im Gegensatz zur aktuellen Bitcoin Technologie wird der Tangle mit zunehmender User- und Transaktionszahl nicht langsamer, sondern schneller. Zusätzlich wird auch die Sicherheit des Systems erhöht.

Während in der Blockchain die User (Transaktionserzeugung) und Miner (Konsensfindung) zwei getrennte Parteien darstellen, sind diese im Tangle nicht mehr entkoppelt. Jeder User der eine Transaktion tätigt, beteiligt sich auch an der Konsensfindung. Es gibt keinen Miningprozess und keine Transaktionsgebühren. Damit ein Device eine Transaktion ausführen kann, muss es selbst im Netzwerk zwei Transaktionen bestätigen.

Wer sich für die technischen Details des Transaktionsprozesses interessiert, findet im Whitepaper des Mitbegründers Serguei Popov die Funktionsweise des Tangle erklärt. Ebenso werden dort mögliche Angriffsszenarien diskutiert. [i]   

Die Idee eines Tangle ist in der Kryptowelt nicht vollkommen neu, sondern wurde schon von diversen Entwicklern und Theoretikern diskutiert. [ii] IOTA ist derzeit aber die einzige, real-gehandelte Kryptowährung, die das Tangle Verfahren verwendet. Damit hat das Projekt gegenüber der Konkurrenz einen bedeutsamen technologischen Vorteil. Ob sich das Team rund um IOTA letztendlich auch in der praktischen Welt durchsetzten kann, wird sich natürlich erst zeigen müssen. 

Anwendungen
Man kann gar nicht überschätzen, wie genial das Tangle Protokoll ist. Es ist hoch skalierbar, hat null Transaktionskosten und ist zudem in Offline-Netzwerken nutzbar, z.B. über Bluetooth oder über Sensoren mittels Masked Authenticated Messaging. Im Gegensatz zu Bitcoin ist IOTA quantensicher. Das heißt,  IOTA ist vor zukünftigen Hackangriffen durch (bis jetzt noch theoretische) Quantencomputer geschützt. [iii]

Aufgrund seiner Eigenschaften ist IOTA derzeit als Transaktions Peer2Peer Netzwerk für Maschinen angedacht, dem Internet-of-Things, was dem Projekt auch seinen Namen gibt. Wo sich IOTA in der praktischen Welt letztendlich tatsächlich positionieren wird, bleibt abzuwarten. Womöglich sehen wir einen viel weitreichenderen Einfluss auf die Kryptoökonomie. 

Die Tangle Technologie ermöglicht in Zukunft die automatisierten Transaktionen zwischen Milliarden von Maschinen und Programmen. Es eröffnen sich hier, vor allem im Zusammenspiel mit den rasanten Entwicklungen von künstlichen Intelligenzen und Big-Data, Anwendungsmöglichkeiten, die bis vor Kurzem noch als utopisch erachtet wurden. Den Visionen rund um vollautomatisierte Ökonomien bis hin zu Smart Cities und Smart Nations sind hier kaum noch technische Grenzen gesetzt. Selbst wenn eines Tages die herrschenden staatlichen Repressionsstrukturen mit samt dem parasitären Finanzsystem aufgrund ihrer hierarchisch-zentralistischen Fehlplanungen im globalen Minsky Moment des Fiat Money Systems zusammenbrechen, hier lagern Technologien, die aus der Asche des Orangen Programms  die menschliche Spezies auf ein neues Evolutionslevel hieven könnten.

Das Ende von Bitcoin? 
Wird der Tangle auch die Blockchaintechnologie von Bitcoin als Distributed Ledger Technologie ablösen und damit als zukünftig-globales "Betriebssystem" der monetären Infrastruktur in Frage kommen? Das hängt davon ab, ob sich Bitcoin durch weitere Protokollupdates sinnvoll entwickeln kann, um seine Marktdominanz verteidigen zu können. Gelingt es beispielsweise die Ligthning Technologie erfolgreich zu integrieren, würde dies auch die Verarbeitungsgeschwindigkeit im Bitcoin Netzwerk erheblich beschleunigen und die Transaktionskosten drastisch senken.

Mining und Zentralisierungstendenzen
Doch wir haben gesehen, dass durch den Miningprozess eine integrale Schwachstelle der Blockchainkonzeptionierung innewohnt, die dem Dezentralisierungs-Spirit der Kryptorevolution widerspricht. Es wird deutlich, dass auch die Blockchain vor Machtzentralisierung und vor einseitiger Einflussnahme durch Interessensgruppen nicht vollkommen geschützt ist. Der Krieg zwischen Minern und Nodes rund um Segwit und Segwit2x hat gezeigt, dass die Blockchain keine vollkommen autonom-monetäre Infrastruktur darstellt, sondern wie das konventionelle Banken und Finanzsystem auch, von Machtblöcken beeinflusst wird. Auch hier geht es um profitmaximierende Interessen. Nur die Spieler sind andere.

Ob sich im Bitcoin-Ökosystem "evolutionistische" Kräfte durchsetzten, die zu einer Effizienzmaximierung für die Nutzer führen, oder ob es letztendlich im politischen Disput zwischen Miner und Entwickler versinken wird, ist nicht endgültig beantwortet. Nach dem derzeitigen Stand der Dinge scheint die Frage nicht ob das der Fall sein wird, sondern wann. Wie viele Hard Forks, BCH und  BCH2x können sich die Entwickler und Miningpools noch leisten, ehe der BTC sein Ansehen als unumstößlicher Asset, der frei von staatlicher Willkürherrschaft und anderer Einflussnahme ist, verliert?

Die Entwicklung der Kryptoökonomie schreitet unaufhaltsam voran und wenn die Konzeptionierung der Blockchain 1.0 nicht in der Lage ist, die effizienzmaximierenden Erfordernisse der menschlichen Evolution zu erfüllen, wird sie im ökonomischen Entwicklungsprozess durch eine bessere Technologie ersetzt werden. Rein auf dem Papier hat die Tangle Architektur hier die besseren Karten. Definiert man Kostenminimierung der Nutzer als alleiniges Auswahlkriterium, dann wird der Tangle die Aufgabe des dezentralen Ledger zur Speicherung der monetären Transaktionshistorie übernehmen. Doch Kostenminimierung alleine kann die derzeitige Alleinherrschaft von Bitcoin nicht erklären.

Die Bitcoin Asset Spekulationsblase
Die Dominanz von Bitcoin innerhalb der Kryptoökonomie wird zum jetzigen Zeitpunkt nicht durch die überlegene Transaktionseffizienz der Blockchain Technologie begründet. Vielmehr liegt für die Masse der Marktteilnehmer der must-have Wert des Bitcoin in seiner neuartigen Form als digitaler Vermögensgegenstand. Die explodierende Nachfrage nach Bitcoin ergibt sich also nicht aus der Nachfrage nach einem alltäglich-effizienten Transaktionsmittel, sondern rein aus der Gier nach astronomischen Profiten. [iv]

Die Kursexpolsion des Bitcoin ist dem Umstand geschuldet, dass er fälschlicherweise als einzigartig-wertsteigender Vermögensgegenstand betrachtet wird, sprich er ist primär zu einem Spekulationsobjekt verkommen. Inzwischen wird Bitcoin sogar häufig als digitales Gold bezeichnet.

Kann eine solche Asset basierte Blasenbildung auch mit IOTA passieren? Inwieweit die Tangle Technologie als Grundlage für Asset Storage in Betracht gezogen werden kann, die den Kursanstieg eines Kryptocoins wie IOTA ins Astronomische beflügeln kann, wird sich erst zeigen müssen. Grundsätzlich sind die Voraussetzungen gegeben. Doch hier spielen vor allem menschliche Psychologie und Wahrnehmung eine Rolle. Letztere unterliegt einem stetigen Wandel und emotionalen Zyklen hoher Dynamiken, weshalb langfristige Prognosen schwierig sind.

Bitcoin Marktdominanz
Die derzeitige quasi Monopolstellung des Bitcoin in Sachen Reichweite und Zahlungsakzeptanz ist kein hinreichendes Argument, um in Zukunft die Blockchain als Marktführertechnologie der Kryptoökonomie zu garantieren. Integrierte Krypto-Paymentlösungen in Online Shops lassen sich durch Softwareupdates problemlos mit neuen Coins erweitern. Aber auch Offline-Bezahlsysteme über Kreditkarten die in Bitcoin "setteln", lassen sich einfach anpassen. Tenx beispielsweise nutzt für Realtime-Kreditkartenzahlungen in Fiat-Währungen bereits ein Multi-Cryptocurrency Wallet als "Underlying". Andere Bitcoin Kreditkarten Anbieter wie Monaco, Mobi, Xapo, Wirex, Payeer oder ADvCash werden früher oder später folgen müssen. Etherium hat bereits erfolgreich gezeigt, dass man den lange als uneinehmbar geltenden Schutzwall rund um Bitcoins Alleinzahlungsmittel-Thron durchbrechen kann. Inzwischen akzeptiert eine schnell wachsende Anzahl von Cryptopaymentlösungen Ether-Coins als Bezahlmethode. 

Viele Glücksritter, die erst jetzt auf den Bitcoin Zug aufspringen, um noch ein Stück vom großen Krypto-Kuchen abzubekommen, setzen den derzeitigen Kurshöhenflug des Bitcoin mit seiner Zukunftssicherheit gleich. Ein fataler Trugschluss. Denn der Bitcoin ist nur scheinbar einzigartig. In Wirklichkeit stellt er eine veraltete Technologie dar. Kryptowährungen basierend auf Tangle werden schnellere und weitaus kostengünstigere Transaktionen ermöglichen.

Beim Thema Sicherheit kann die Blockchain punkten. Bitcoin hat in der Praxis erfolgreich bewiesen, und zwar seit nun mehr als 7 Jahren, dass die Blockchain 1.0 Technologie gegenüber Hackangriffen sicher ist. Sämtliche Zwischenfälle in denen Bitcoins durch Hacker gestohlen wurden, gehen auf andere Sicherheitslücken zurück (z.B. unzureichend gesicherte Online- Tauschbörsen wie Mt.Gox oder BTC-e, oder infizierte Endgeräte usw.)  Dieses enorme Vertrauten, das sich die Blockchain über Jahre hinweg in der praktischen Anwendung erarbeitet hat, muss die Tangle Technologie erst aufholen. Wir haben bereits beim DAO Hack von Ethereum gesehen,  dass die bisher unantastbare Sicherheit der Bitcoin Blockchain keine Selbstverständlichkeit ist. Der DAO Hack hat in Ethereum den Hard Fork notwendig gemacht und letztendlich zum Split von der alten Chain (Ethereum Classic)[v] geführt. Zeitweilig war das ganze Ethereum Projekt in Gefahr, was zum Zusammenbruch der zweitgrößten Kryptowährung geführt hätte.

Die Blockchain 1.0 im Konkurrenzkampf
Abschließend sei gesagt, dass in der kurzen Frist der Tangle die Monopolstellung der Blockchain nicht bedroht. Langfristig sehr wohl. Der Bitcoin ist durch seine derzeitige quasi Alleinherrschaft im Kryptowährungsuniversum nur scheinbar "unique" und "scare". Sein Image als unumstößlicher Vermögenswert wird von mehreren Seiten angegriffen. Einerseits wird er durch Coins herausgefordert, die zwar technisch dem gleichen Kern entspringen, aber gegenüber Bitcoin Vorteile aufweisen (z.B. Litecoin ist schneller, Zcash ist anonymer). Andererseits wird er durch Blockchain Kryptowährungen der zweiten Generation wie Ethereum, Neo und Waves bedroht, die durch die Implementierung der Smart Contract Programmierbarkeit (Intelligente Blockchain 2.0) einen Mehrwehrt zu Bitcoin aufweisen. 

Mit IOTA ist nun eine neuartige Kryptowährungstechnologie in Erscheinung getreten, deren Killer Features die Konkurrenz verblassen lassen. Der Tangle als dezentraler Transaktionsspeicher könnte sich nicht nur auf die Internet-der-Dinge Nische beschränken, sondern in der langen Frist günstigere und schnellere Kryptowährungsökosysteme ermöglichen und damit die Vorherschafft der Blockchain herausfordern. Vor allem dann, wenn IOTA die Smart Contracts Implementierung unterstützen wird, was mit späteren Updates geplant ist.    

Details zu IOTA 
Die Gesamtanzahl der IOTA Tokens beträgt (3 ** 33 –1)/2  oder 2,779,530,283,277,761. Die Anzahl der 2.7 Billiarden IOTA Coins bleibt immer konstant. Da der Mining Prozess entfällt, wurden alle existierenden Coins mit einer Genesis-Transaktion erstellt. Sie wurden im Zuge einer ICO (Inital Coin Offering) zwischen dem 25th November und 21 Dezember 2015 an die Investoren vergeben. Das Developer Team hat keine Tokens zurückbehalten, die Eigenfinanzierung wurde aus gespendeten Bitcoin getätigt.

Managementstrategie und Entwicklerteam
Das spiegelt einen gewissen non-Profit Geist des Entwicklerteams wieder, das im Gegensatz zu anderen Kryptowährungsprojekten (z.B. Bitconnect) nicht versucht, Unmengen an Gewinn aus dem ICO und dem aktuellen Kryptohyip zu schlagen. IOTA stellt sich als langfristiges Projekt auf, setzt auf diverse Anwendungsentwicklungen und  Kooperationen im eHealth Bereich, in der Energiewirtschaft, bis hin zu humanitären Projekten wie in Zusammenarbeit mit Refunite.[vi]

Innerhalb der letzten Monate wurde eine Foundation gegründet und zahlreiche Partnerschaften mit Unternehmen angekündigt (Canonical, Innogy Innovation Hubs). Ein Börsengang ist zwar geplant, ein zeitlicher Fixpunkt steht aber nicht fest.

Zu den Gründern zählen neben Serguei Popov,  David Sønstebø  und Sergey Ivancheglo (Come-from-Beyond) [vii]. Weiteres zählen Dominik Schiener und Stas Oskin zum engeren Team.

IOTA als Langfrist-Investment
Fundamental betrachtet erscheint IOTA als buy and hold Kandidat, zumindest auf Sicht der nächsten 2 bis 3 Jahre. Bedenkt man, dass die Kryptoökonomie erst in der Anfangsphase steht und mit einer Gesamtkapitalisierung von 150Mrd.$ derzeit gerade mal unter den Top 30 im S&P500 ranken würde, bleibt hier noch Luft nach oben. Vor allem unter der Annahme, dass in der langen Frist die dezentralisierte Kryptotechnologie unsere heutige Wirtschafts-, Finanz-, Rechts- und Demokratieinfrastruktur ersetzen wird.

IOTA 4Stunden Chart: 
Über 600% Kursgewinn seit Mitte Juli 2017



 

 

[i] https://iota.org/IOTA_Whitepaper.pdf 

[ii] https://nxtforum.org/proof-of-stake-algorithm/dag-a-generalized-blockchain/

Sergio Demian Lerner, DagCoin: a cryptocurrency without blocks.
https://bitslog.wordpress.com/2015/09/11/dagcoin/

Yonatan Sompolinsky, Aviv Zohar, Accelerating Bitcoin’s Transaction Processing. Fast Money Grows on Trees, Not Chains.
https://eprint.iacr.org/2013/881.pdf

Yoad Lewenberg, Yonatan Sompolinsky, Aviv Zohar , Inclusive Block Chain Protocols.
http://www.cs.huji.ac.il/~avivz/pubs/15/inclusive btc.pdf

David Vorick, Getting rid of blocks. slides.com/davidvorick/braids

[iii] Gilles Brassard, Peter Hyer, Alain Tapp, Quantum cryptanalysis of hash and claw-free functions. Lecture Notes in Computer Science 1380, 163–169.

[iv]  Das ist der Grund, warum auch die explodierenden Transaktionskosten nicht zum Kurseinbruch von Bitcoin geführt haben. Im Gegenteil, es hatte den Anschein, dass durch längere  Wartezeiten, die Gier nach Bitcoins noch größer wurde. Zwischenzeitlich setzten regelrechte Panikkäufe ein. Wäre der Kursanstieg des Bitcoin aufgrund der Nachfrage nach einem effizienten Transaktionsmittel entstanden, hätte die Blockchain Überlastung den Bitcoin Kurs negativ beeinflussen müssen. 

[v] Code ist Gesetz: Die Ethereum Entwickler entschieden sich zum Hard Fork, um die gestohlenen Ether des DAO Hacks rückgängig machen zu können. Doch die "Code Fundamentalisten" sahen dies als zentralistischen Willkürakt an, der gegen die Prinzipien der Kryptowährungs-Philosophie verstößt, und verweigerten den Umstieg auf die neue Kette. Sie setzten die alte Chain unter der Bezeichnung Ethereum Classic fort. Ihrer Philosophie zufolge stellt Hacking keine moralisch fragwürdige Handlung dar, sondern eine legitime Art einen vorhandenen Programmcode nach dessen vorgegebenen Regeln zu nutzen und zu manipulieren. Daher ihr Normativ: "Code ist Gesetz". 
https://www.wired.de/collection/business/wie-aus-dem-hack-des-blockchain-fonds-dao-ein-wirtschaftskrimi-wurde
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Nach-dem-DAO-Hack-Ethereum-glueckt-der-harte-Fork-3273618.html
https://www.btc-echo.de/dao-hack-falsche-entscheidung-ethereum-zerstoeren/ 

[vi] https://www.btc-echo.de/energie-mit-iota-dezentral-skalierbar-gebuehrenfrei/
https://www.btc-echo.de/iota-eroeffnet-dlt-forschungszentrum-in-norwegen/
https://www.btc-echo.de/iota-kooperiert-mit-der-fluechtlingshilfe-refunite/

[vii] https://bitcointalk.org/index.php?action=profile;u=46556

 

 

 

Brennpunkt Syrien

 

Syrien: Zwischen Propaganda, Imperialismus und Systemverfall

 
 
Bereits in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat der einflussreiche Globalstratege Zbigniew Brzezinski die Bedingungen für die amerikanische Weltherrschaft skizziert.  In "The Grand Chessboard" beschreibt er die Zukunft des amerikanischen Imperialsmus auf Basis militärischer Übermacht und kultureller Assimilation. Wirtschaftliche Überlegenheit wird durch global agierende Megakonzerne gesichert. In Anbetracht des Ölfördermaximus muss sich der geostrategische Imperialmsus auf Eurasien konzentrieren.  Nur wer die Kontrolle über Eurasien erlangt, kann die Entwicklung anderer Länder  behindern, und die Vormachtstellung zementieren. Brzezinski machte in der Vergangenheit an zahlreichen Stellen deutlich, dass bei der Umsetzung der Pläne Menschenleben keine Rolle spielen. Auch wenn die Zahl der Kriegstoten in die Millionen geht, auf dem Schachbrett des globalen Machtkampfes zählen sie nur als Bauernopfer.  
 
Das Project for New American Century (PNAC), mit Politgrößen wie Rumsfeld, Cheney und Wolfowitz,  formulierte zur Jahrtausendwende ähnlichen Ziele: Die totale Überlegenheit Amerikas, die Bekämpfung der Konkurrenten wie Russland und China und ökonomische sowie kulturelle Hegemonie. Wichtige Länder auf dem Speißeplan wurden festgelegt: Afghanistan, Irak, Syrien und Iran.  Für die amerikanischen Vorherrschaft sei es notwendig, das Militär enorm aufzurüsten und zu modernisieren.  Der Plan bekam den Namen Rebuilding Americas Defense. Und wie Brzezinski, kam auch das PNAC bereits vor dem 11. September 2001 zum Schluss, dass, um erfolgreich zu sein, der amerikanische Imperialismus ein gewaltiges Trauma, wie ein neues Pearl Harbor, benötigen werde.  Nach dem Kalten Krieg bräuchte man einen neuen Feind. Ohne ihn würde die Transformation des Militärs ein sehr langwieriger Prozess werden, so der damalige Konsens. 
 
Wer  Papiere von Kissinger, Brzezinski und PNAC Mitgliedern wie  Kagan studiert, wird auf die weltpolitischen Ereignisse der letzten 12 Jahre und auch auf die Syrienkrise, vielleicht eine andere Sichtweise erhalten. Zu Beginn mag Wes Clark weiterhelfen: "Wir zerstören 7 Länder in 5 Jahren:  Irak, Lybien, Libanon, Somalia, Sudan, Syrien und Iran."
 
   
 
Syrien: Zwischen Propaganda, Imperialismus und Systemverfall