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Autor: Oliver Sorin

Don't vote, code! Politik in der Kryptoökonomie

Der 4 Jahre Sadomasozyklus
In Österreich stehen wieder Wahlen an. Pünktlich trifft die politische Kaste nach den Sommerferien ein,  um ihr grausames Werk zu verrichten. Die Tage des ausgelassenen Feierns auf Ibiza sind für sie vorüber. Es ist an der Zeit, sich wieder an den Überresten der Demokratie zu vergehen. Braun gebrannt und voller Energie stürzen sich die Aasgeier des Landes in den Wahlkampf, um  Hand in Hand mit den Massenmedien ihr Schauspiel der Schande zu veranstalten.

Es gibt hier wohl kaum einen Mitbürger, der sich nicht vor dem Wahlherbst fürchtet, und vor der Lawine an Wahlplakaten, TV-Duellen, Zeitungsberichten und neuerdings auch Internetwerbungen. Um sicher zugehen, dass man mit dem Gehirnwäscheprogramm nicht nur die bislang unverdorbene Jugend erwischt, sondern auch sämtliche Abtrünnige einfängt, die  TV, Radio und Zeitung verweigern,  werden neuerdings auch die "sozialen" Internetmedien mit Wahlwerbung der Parteien bombardiert. Niemand darf sich der Geisteskrankheit entziehen.

Der Wahlkampf bereitet meinen Mitbürgern Qualen. Und dennoch wird sich das Volk, in einem Akt der masochistischen Massenfolterung, dem rituellen Treiben mit voller Inbrunst hingeben. Es wird  wie gebannt vor den TV-Geräten hocken und sich an den Schlammschlachten ergötzen, entrüsten und fremdschämen. Es wird sich von moralisch überlegenen Politautoritäten indoktrinieren lassen, dem alles-ist-gut Mantra und  falschen Wahlversprechungen der Regierungsparteien folgen, und sich an den Hetzvideos von linken/rechten Partien auf  Youtube aufgeilen.

Das ist der Höhepunkt des 4 Jahre Sadomasozyklus unseres scheindemokratischen Politsystems. 

Ein kriminielles System
Was die "gebräunten" Damen und  Herren am Bildschirm, in den Tageszeitungen und sozialen Medien verschweigen werden,  ist, dass es ihr westliches Politsystem ist, das die halbe Welt in Elend, Krieg und Terror stürzt. Sie sind die Verteidiger eines plutokratisch-faschistischen Herrschaftssystems, das seine gesamte Macht auf dem Fundament einer zentralistisch kontrollierten Finanzarchitektur aufstellt. Es ist diese monopolistische Kontrolle über das Geldsystem, die die zentralisiert-hierarchische und intransparente Architektur des westlichen Steuerungssystems aufrecht erhält. Demokratie ist hier nur eine oberflächliche Fassade. Die Entscheidungen zu finanzindustriellen Weichenstellungen, monetären Interventionen, geopolitischen Strategien, geheimdienstlichen Verschwörungen und illegalen Angriffskriegen fallen auf völlig anderen Ebenen. Das Kollektiv hat hier keinerlei Entscheidungsgewalt. 

Westliche Poltiker, die dieses System unterstützen, verteidigen die Entmachtung der Bürger. Sie geben widerstandslos den Schlüssel zur politisch-gesellschaftlichen Selbstbestimmung in die Hände von  Medien,- Finanz,- Wirtschafts,- und Militärindustrie und ermöglichen die repressiv-soziale Kontrolle der entmachteten Bürger.

Es  ist ihr archaisches Politsystem, das durch Spaltung, Hass und Angst die Errichtung dystopischer Kontrollstaaten ermöglicht, um in vollständiger Überwachung, Repression und Zensur zu münden. Wie schon so oft in der Geschichte, wird die Freiheit auf dem Altar der Scheinsicherheit geopfert, um die Macht  in der Hand  weniger zu zentralisieren.

Widerstandslos erduldet ihr Politsystem die unfassbare Vermögensungleichheiten, Lohndumping und sinkende Reallöhne. Sie lassen den Finanzterrorismus der Großbanken unbestraft, damit diese ihre  zerstörerischen Marktmanipulationen fortsetzen können. Sie paktieren mit den Zentralbanken, um durch monetäre Stimulation und Negativzins ein totes Wirtschaftssystem künstlich am Leben zu erhalten. Damit erschaffen sie beispiellose Assetblasen in den Aktien- und Bondmärkten, deren Platzen Millionen von Menschen in die Armut stürzen wird.

Und jetzt stellen sich diese politischen Versager erneut mit geschwollener Brust hin, um die systematische Fortsetzung all ihrer Fehlhandlungen, Lügen und Verbrechen mit unserer Stimme an der Wahlurne legitimieren zu lassen?

Nein, dieses kriminelle System muss sein Ende finden. Es ist an der Zeit, sich endgültig davon abzuwenden. Daher: Wähle nicht, programmiere! Erschaffe eine neue Welt, jenseits des herrschenden Fiat-Systems. Nur wie? 

Die Widerstandsbewegung
Wenn man Millionen von intelligenten Menschen jeden Tag verarscht, belügt, betrügt, ausbeutet und systematisch unterdrückt, wenn man ganze Länder wie Griechenland zerstört und die Zukunft von Generation vernichtet, dann bleibt das nicht ungesühnt. Die Schandtaten der westlichen Politkaste seit 2001 und 2008 wurden nicht vergessen. Als Resultat davon hat sich eine unbeugsame Widerstandsbewegung formiert. In ihr hat sich eine unaufhaltsame Gegenkraft entfacht, eine Kraft, die sich dem herrschenden Machtsystem nicht nur entgegenstellt, sondern das Potential hat, fundamentale Institutionen dieser Pathokratie  zu zerstören. 

Der Krieg gegen hierarchiepathologische Fehlentwicklungen die zu Faschismus und Plutokratie führen, kann im 21.Jahrunder nicht mehr auf der Straße gewonnen werden. Das Versagen von Widerstandsbewegungen wie Occupy Wall Street, Blockupy,  oder die chaotischen Straßenschlachten in Griechenland und Frankreich haben gezeigt, dass der Gegner übermächtig und unbezwingbar ist. Ideologische Angriffe auf die Wall Street, das Bankenkartell oder auf  fundamentale Machtinstitutionen des hierarchisch-zentralistischen Herrschaftssystems werden mit aller Härte zurückgeschlagen. Dieser Gegner hat praktisch unbegrenzte finanzielle Ressourcen  und kann existenzielle Bedrohung sofort im Keim ersticken.

Die einzige Möglichkeit diesen Leviathan herauszufordern besteht darin, das Fundament seiner Macht anzugreifen: das monetäre System.

Bitcoin: Prometheus' digitales Feuer
2009 veröffentlichte ein anonymen Autor ein Whitepaper, in dem die Verbindung von verschlüsselt- dezentralisierten  Speichertechnologien und anonymisierten Konsensfindungsprotokollen in einem Peer2Peer Netzwerk beschrieben wurde. Diese Prinzipien die heute als distriputed ledger, proof of work und blockchain bekannt sind, sollten eine bedeutsame Anwendung hervorbringen, die die Welt verändern wird: Bitcoin.

Bitcoin ermöglichte es erstmals, digitale Transaktionen von Vermögenswerten außerhalb des staatlich monopolisierten Geldsystems zu tätigen, und zwar anonym und vor Zensurversuchen gesichert. Mit einem Schlag hatte das institutionalisierte Repressionssystem, das über Jahrhunderte herrschte, das Fundament seiner absolutistischen Systemkontrolle verloren. Außerhalb der staatlich kontrollierten monetären Fesseln, konnten sich rund um Bitcoin innerhalb kürzester Zeit Ansätze einer neuartig-dezentralisierten Ökonomie entwickeln, die mit Anwendungen wie programmierbarem Geld und Smart Contracts, in der langen Frist nicht nur die Machtverhältnisse im Finanz-  und Wirtschaftssystem verändern werden. Sie werden auch die Art und Weise, wie sich die Gesellschaften innerhalb dieser Kryptoökonomien politisch selbstorganisieren, neuordnen. Die atemberaubende Innovationskraft dieser Technologien ist dazu determiniert, Ineffizienzen hierarchisch-zentralistischer Systeme zu beseitigen und wird nicht davor stoppen, Mängel in der herrschenden politischen Entscheidungsarchitektur der Fiat-Welt zu offenbaren.

Politiksysteme in dezentralen Kryptonetzwerken
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich ganze Gesellschaften komplett über dezentrale Kryptoökonomien selbstorganisieren und dafür eigene politische Entscheidungssysteme designen werden. Effektive politische Veränderung wird dann womöglich nicht mehr durch offline Aktionismus, dem Gründen einer politischen Partei, eines kritischen Magazins, einer oppositionellen Radiosendung oder einem Webcast erreichbar sein, sondern durch die Implementierung von Programmcode, der sich im survival-of-the-fittest Ausleseverfahren des verschlüsselten Peer2Peer Ökosystems behaupten kann. Jeder kann hier direkt an der Weiterentwicklung des Netzwerkes partizipieren, indem er Programmcode zur Verfügung stellt, der entsprechend den Netzwerkregeln Verarbeitung findet. Politische Dilemma könnten dann mit mathematischer Präzision und sich fortschreitend evolvierender Algorithmen an pareto-optimale Lösungswege herangeführt werden. Welche Entscheidungen und Entwicklungen sich letztendlich durchsetzten, wird durch die kollektive Intelligenz des Netzwerkes bestimmt.

In ihrer extremsten Auslegung befreit sich die Philosophie der Kryptoökonomie vom Diktat jeglicher moralischer Scheinautorität und folgt den politischen Entscheidungen einer sich dynamisch entwickelnden Schwarmintelligenz. Erstmals in der Geschichte würden dann ganze Gesellschaften selbstverantwortlich für ihre Entscheidungen sein und könnten Fehlentwicklungen nicht mehr auf das Versagen einer politischen Kaste delegieren.

Wir stehen erst am Anfang der Kryptoökonomie und niemand kann vorhersagen, wie genau sich politische Entscheidungssysteme darin ausgestalten werden. Ihre heterarchische Architektur zeichnet sich dadurch aus, dass sie hohe Adaptionsfähigkeit, Innovationsoffenheit und maximale Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit ermöglicht. Dadurch sind auch ihre Entwicklungsstufen nicht linear sondern chaotisch, damit kaum vorhersehbar und kaum kontrollierbar. Bitcoin und andere Kryptowährungen sind noch lange nicht perfekt und ihre Entwicklung wird noch von zahlreichen Fehlschlägen begleitet sein. Aber eines ist klar: Es gibt kein Zurück mehr. Prometheus hat uns das Feuer gezeigt. Die Entwicklung wird nicht auf den eingeschränkten und fehlerbehafteten Pfad des Fiat-Systems zurückkehren. Die Zukunft gehört den dezentralisiert-heterarchischen Organisationssystemen rund um Kryptowährungen, die eines Tages auch maßgeblich die politischen Entscheidungsstrukturen verändern werden.

Die Kryptoökonomie wird, zumindest in absehbarer Zeit, die politische Architektur der Fiat-Welt nicht ersetzen. Aber sie wird durch die Entmonopolisierung der monetären Versorgung, herrschende Machtstrukturen des Staates gravierend umgestalten.

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Weitere Artikel zu Integraler Wissenschaft, Bitcoin und Kryptowährungen unter:
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Brennpunkt Syrien

 

Syrien: Zwischen Propaganda, Imperialismus und Systemverfall

 
 
Bereits in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat der einflussreiche Globalstratege Zbigniew Brzezinski die Bedingungen für die amerikanische Weltherrschaft skizziert.  In "The Grand Chessboard" beschreibt er die Zukunft des amerikanischen Imperialsmus auf Basis militärischer Übermacht und kultureller Assimilation. Wirtschaftliche Überlegenheit wird durch global agierende Megakonzerne gesichert. In Anbetracht des Ölfördermaximus muss sich der geostrategische Imperialmsus auf Eurasien konzentrieren.  Nur wer die Kontrolle über Eurasien erlangt, kann die Entwicklung anderer Länder  behindern, und die Vormachtstellung zementieren. Brzezinski machte in der Vergangenheit an zahlreichen Stellen deutlich, dass bei der Umsetzung der Pläne Menschenleben keine Rolle spielen. Auch wenn die Zahl der Kriegstoten in die Millionen geht, auf dem Schachbrett des globalen Machtkampfes zählen sie nur als Bauernopfer.  
 
Das Project for New American Century (PNAC), mit Politgrößen wie Rumsfeld, Cheney und Wolfowitz,  formulierte zur Jahrtausendwende ähnlichen Ziele: Die totale Überlegenheit Amerikas, die Bekämpfung der Konkurrenten wie Russland und China und ökonomische sowie kulturelle Hegemonie. Wichtige Länder auf dem Speißeplan wurden festgelegt: Afghanistan, Irak, Syrien und Iran.  Für die amerikanischen Vorherrschaft sei es notwendig, das Militär enorm aufzurüsten und zu modernisieren.  Der Plan bekam den Namen Rebuilding Americas Defense. Und wie Brzezinski, kam auch das PNAC bereits vor dem 11. September 2001 zum Schluss, dass, um erfolgreich zu sein, der amerikanische Imperialismus ein gewaltiges Trauma, wie ein neues Pearl Harbor, benötigen werde.  Nach dem Kalten Krieg bräuchte man einen neuen Feind. Ohne ihn würde die Transformation des Militärs ein sehr langwieriger Prozess werden, so der damalige Konsens. 
 
Wer  Papiere von Kissinger, Brzezinski und PNAC Mitgliedern wie  Kagan studiert, wird auf die weltpolitischen Ereignisse der letzten 12 Jahre und auch auf die Syrienkrise, vielleicht eine andere Sichtweise erhalten. Zu Beginn mag Wes Clark weiterhelfen: "Wir zerstören 7 Länder in 5 Jahren:  Irak, Lybien, Libanon, Somalia, Sudan, Syrien und Iran."
 
   
 
Syrien: Zwischen Propaganda, Imperialismus und Systemverfall